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Präsentationen mit dem Text „mettenberger“

Sek_Netzw: Sektionsveranstaltung - Distanzierung als Herausforderung für soziale Netzwerke
Zeit: 24.08.2021: 17:00-19:00

Räumliche Nähe und Distanz in den Netzwerken ländlicher „Digitaler Pioniere“

Tobias Mettenberger, Julia Binder, Julia Zscherneck

BTU Cottbus - Senftenberg, Deutschland

Mit den territorialen Modellen der Wirtschaftsgeographie wird argumentiert, dass Innovationen insbesondere dort entstehen, wo ressourcenstarke Akteure in räumlicher Nähe miteinander kooperieren. Solche Cluster werden vorwiegend in urbanen Ballungsräumen verortet, sodass ländlichen Regionen nachteilige Innovationsbedingungen zugeschrieben werden. Dem kann entgegnet werden, dass sich soziale Beziehungen, insbesondere angesichts des digitalen Fortschritts, immer weniger durch physische Nähe strukturieren.

Für die von uns fokussierten „Digitalen Pionier*innen der ländlichen Regionalentwicklung“ erscheinen beide Argumente plausibel. Einerseits ist es für diese Akteure alltäglich, Beziehungen mittels digitaler Kommunikationstechnologien zu knüpfen oder zu pflegen, sodass die Bedeutung physischer Nähe nivelliert wird. Anderseits benötigen die Pionier*innen Unterstützung regionaler Governance-Netzwerke, damit sie ihre innovativen Lösungen zur Daseinsvorsorge und Wertschöpfung vor Ort umsetzen können. Folglich ist die Frage zentral: Wie beeinflussen soziale und räumliche Distanzen die netzwerkbasierten Ressourcenzugänge Digitaler Pionier*innen in ländlichen Regionen?

Dazu führen wir im Sommer 2021 eine ego-zentrierte Netzwerkanalyse in zwei Regionen in Ost- und West-Deutschland durch. Wir fokussieren innovative Projekten von Unternehmen, Verwaltungen sowie Vereinen und bitten die Schlüsselpersonen, ihre als Ressourcenzugänge wichtige Kontakte zu nennen, näher zu kategorisieren, zu lokalisieren und die erfahrene Unterstützung zu konkretisieren.

Wir verknüpfen netzwerkanalytische und raumtheoretische Überlegungen, um zu zeigen, inwiefern unterschiedliche Beziehungstypen (bonding, bridging, linking social capital) den Digitalen Pionier*innen Ressourcenzugänge eröffnen. Dazu ist das Verhältnis räumlicher und sozialer Distanzen entscheidend. So können unmittelbare physische Kontaktgelegenheiten wichtig sein und dementsprechend Vorteile nahräumlicher Beziehungen bestehen. Zugleich ist denkbar, dass zwischen Digitalen Pionier*innen und vielen Akteuren der ländlichen Politik und Regionalplanung aufgrund biographischer, beruflicher und soziokultureller Unterschiede große soziale Distanzen bestehen. Darüber hinaus knüpfen wir an Debatten zu Stadt-Umland-Beziehungen und praxistheoretische Raumkonzepte an, indem wir die individuellen Ortsbezüge der Pionier*innen rekonstruieren.

 
 
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