Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Keynote 2: Keynote - Jessé Souza / Abschlussveranstaltung
Zeit:
Mittwoch, 25.08.2021:
14:00 - 15:00

Chair der Sitzung: Paula-Irene Villa Braslavsky, LMU München
Chair der Sitzung: Hans-Peter Müller, Humboldt-Universität Berlin
Chair der Sitzung: Alexander Bogner, Österreichische Gesellschaft für Soziologie
Ort: digital

Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

Abschlussworte der Vorsitzenden der Fachgesellschaften, Paula-Irene Villa und Alxander Bogner

und Keynote Jesse Souza. Titel: Der multidimensionale Rassismus. Eine 500-jährige Erfahrung


Zusammenfassung der Sitzung

Titel: Der multidimensionale Rassismus. Eine 500-jährige Erfahrung

Ziel dieser Präsentation ist es, das Phänomen der Multidimensionalität des Rassismus aus der historischen Rekonstruktion der Grammatik westlicher Moral zu diskutieren, die das Verhalten und die präreflexiven Bewertungen gesellschaftlicher Akteure dominiert, welche zunächst religiös konstruiert wurde und dann säkular neu definiert wurde. Diese Grammatik stellt als abstrakteste binäre Begriffe den "Geist", der zuerst als "Weg zur Göttlichkeit" wahrgenommen wird, und dann als Ort der Fähigkeiten des Wissens, der Moral und der ästhetischen Fähigkeit, dem "Körper" entgegen, der als das Reich der Animalität, unkontrollierbarer Triebe, Korruption und Hässlichkeit bedeutet.

 

Meine These ist, dass alle Einschätzungen der sozialen Welt, nicht nur diejenigen, die sich auf die "Rasse" oder "Ethnizität" beziehen, sondern auch alle Gegensätze zwischen Geschlechtern, sozialen Schichten und "Kulturen" auf diese Grammatik beziehen. Die Frage der „Kulturen“, zum Beispiel, konstruiert eine Opposition zwischen den globalen Norden, wahrgenommen als das Reich des Wissens und der Technik, der Moral und Unpersönlichkeit, neben dem ästhetischen Anspruch, im Gegensatz zur dominierten Kulturen des globalen Südens, verdammt zum Export billiger Rohstoffe, als korrupt und unzuverlässig empfunden, und die das Hässliche und Primitive verkörpern. Die Wirksamkeit dieser vorreflexive institutionalisierten Evaluative Schemata sind nicht mehr als solche reflektiert.

 

Ausgehend vom Jahr 1500 bis heute soll die Arbeit zeigen, dass vom religiös legitimierten Rassismus über den wissenschaftlichen Rassismus des 19, bis hin zur Modernisierungstheorie des XX Jahrhunderts, die von sich selber sagt nicht mehr rassistisch zu sein, eine Kontinuität bilden. Die historischen Beispiele werden aus der amerikanischen und brasilianischen Erfahrung gezogen und sollen die Mechanismen erklären, die durch die globale Vorherrschaft unsichtbar gemacht werden.


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Präsentationen

Der multidimensionale Rassismus. Eine 500-jährige Erfahrung

Jesse Souza

UFABC São Paulo, Brasilien und Humboldt-Universität zu Berlin

Ziel dieser Präsentation ist es, das Phänomen der Multidimensionalität des Rassismus aus der historischen Rekonstruktion der Grammatik westlicher Moral zu diskutieren, die das Verhalten und die präreflexiven Bewertungen gesellschaftlicher Akteure dominiert, welche zunächst religiös konstruiert wurde und dann säkular neu definiert wurde. Diese Grammatik stellt als abstrakteste binäre Begriffe den "Geist", der zuerst als "Weg zur Göttlichkeit" wahrgenommen wird, und dann als Ort der Fähigkeiten des Wissens, der Moral und der ästhetischen Fähigkeit, dem "Körper" entgegen, der als das Reich der Animalität, unkontrollierbarer Triebe, Korruption und Hässlichkeit bedeutet.

Meine These ist, dass alle Einschätzungen der sozialen Welt, nicht nur diejenigen, die sich auf die "Rasse" oder "Ethnizität" beziehen, sondern auch alle Gegensätze zwischen Geschlechtern, sozialen Schichten und "Kulturen" auf diese Grammatik beziehen. Die Frage der „Kulturen“, zum Beispiel, konstruiert eine Opposition zwischen den globalen Norden, wahrgenommen als das Reich des Wissens und der Technik, der Moral und Unpersönlichkeit, neben dem ästhetischen Anspruch, im Gegensatz zur dominierten Kulturen des globalen Südens, verdammt zum Export billiger Rohstoffe, als korrupt und unzuverlässig empfunden, und die das Hässliche und Primitive verkörpern. Die Wirksamkeit dieser vorreflexive institutionalisierten Evaluative Schemata sind nicht mehr als solche reflektiert.

Ausgehend vom Jahr 1500 bis heute soll die Arbeit zeigen, dass vom religiös legitimierten Rassismus über den wissenschaftlichen Rassismus des 19, bis hin zur Modernisierungstheorie des XX Jahrhunderts, die von sich selber sagt nicht mehr rassistisch zu sein, eine Kontinuität bilden. Die historischen Beispiele werden aus der amerikanischen und brasilianischen Erfahrung gezogen und sollen die Mechanismen erklären, die durch die globale Vorherrschaft unsichtbar gemacht werden.