Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
ad_Neuverhandlu: Ad-hoc-Gruppe - Neuverhandlungen von selbständiger Arbeit in der Krise – Gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie
Zeit:
Montag, 23.08.2021:
14:30 - 16:30

Chair der Sitzung: Alexandra Manske, Universität Hamburg
Chair der Sitzung: Andrea Dorothea Bührmann, universität Göttingen
Chair der Sitzung: Lena Schürmann, Humboldt Universität Berlin
Chair der Sitzung: Dieter Bögenhold, Universität Klagenfurt
Ort: digital

Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

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Präsentationen
ID: 687 / ad_Neuverhandlu: 1
Ad-hoc-Gruppe - Neuverhandlungen von selbständiger Arbeit in der Krise – Gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie

Schürmann, Lena: Die Krise als Brennglas auf selbständige Arbeit? Einleitung

Lena Schürmann

Humboldt Universität Berlin, Deutschland

Leere Restaurants, geschlossene Geschäfte: die Corona Pandemie tritt auch als eine „Krise der Selbständigen“ (Kritikos 2020) in Erscheinung und lässt Entwicklungen im Bereich der Selbständigkeit, die unmittelbar mit strukturellen Veränderungen von Arbeit und Gesellschaft (z.B. Tertiarisierung, Prekarisierung) zusammenhängen, besonders deutlich hervortreten. Gleichzeitig brach während der Pandemie und der Berichterstattung über Selbständige auch die individualisierende Perspektive, die üblicherweise auf Selbständige und Unternehmer*innen gelegt wird, auf. Sichtbar wurden die geteilte Problemlagen und Merkmale der Selbständigkeit, die sonst häufig verdeckt bleiben. In der Session wollen wir deswegen die Krisenerfahrung zum Anlass nehmen, die gegenwärtigen Neuverhandlungen selbständiger Arbeit und ihre Folgen näher zu präzisieren.



ID: 268 / ad_Neuverhandlu: 2
Ad-hoc-Gruppe - Neuverhandlungen von selbständiger Arbeit in der Krise – Gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie

Soziale Medien als wirksames Instrument zur Abschwächung der Auswirkungen der Corona Pandemie? Der Umgang von Selbständigen mit sozialen Medien während der Pandemie

Alina Sawy

Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Österreich

Die Covid-19 Pandemie und ihre Folgen in Form von Geschäftsschließungen und landesweiten Lockdown-Maßnahmen haben viele Ein-Personen-UnternehmerInnen und KleinunternehmerInnen vor Herausforderungen gestellt. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen wurden zum Teil kreative und innovative Lösungen entwickelt, um den Fortbestand der eigenen Unternehmung während der Pandemie zu sichern. Neben der Nutzung von digitalen Technologien wurden die sozialen Medien vermehrt genutzt, um die Pandemieauswirkungen zu verringern. Die durchgeführte qualitative Studie hat es zum Ziel zu erforschen wie sich die Nutzung der sozialen Medien von KleinunternehmerInnen während der Pandemie verändert hat, welche Auswirkungen die Nutzung für das eigene Unternehmen hatte und wie sich die zukünftige Anwendung von sozialen Medien ausgestalten wird. Für die Studie wurden im Frühjahr 2021 semi-strukturierte qualitative Interviews mit Ein-Personen-UnternehmerInnen und KleinunternehmerInnen aus Kärnten durchgeführt. Der Kontakt zu den Selbständigen wurde zum einen durch die Wirtschaftskammer Kärnten hergestellt und zum anderen durch weitere Kontakte von bereits interviewten Selbständigen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Nutzung von sozialen Medien während der Pandemie verändert hat und, dass sich auch längerfristige Verhaltensänderungen erkennen lassen. Nichtsdestotrotz wurde deutlich, dass die Intensität der Nutzung und die Abschwächungsmöglichkeit der Pandemiefolgen von der Branche und dem Tätigkeitsfeld des Kleinunternehmenden abhängt. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, dass Ein-Personen-UnternehmerInnen und KleinunternehmerInnen entsprechende Unterstützungsmaßnahmen seitens staatlicher Institutionen erfahren, die auf ihre Unternehmensgröße und -situation angepasst sind.



ID: 533 / ad_Neuverhandlu: 3
Ad-hoc-Gruppe - Neuverhandlungen von selbständiger Arbeit in der Krise – Gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie

Grenzfall Soforthilfe. Die soziale Positionierung v. Soloselbständigen im Spannungsfeld von Markt, Solidarität und Sicherheit

Lena Schürmann1, Isabell Stamm2

1Humboldt Universität Berlin, Deutschland; 2Technische Universität Berlin, Deutschland

Basierend auf einem von der Berlin University Alliance geförderten Forschungsprojekt zu den Ambivalenzen der Soforthilfe geht der Vortrag der Frage nach, wie sich die soziale Positionierung v. Soloselbständigen während der Corona Pandemie verändert hat. Für die ersten 10 Monate der Pandemie wird untersucht, welches gesellschaftliche Bild von Soloselbständigen im Diskurs um die Soforthilfe gezeichnet wird, welche Solidarnormen dabei eine Rolle spielen und wie sich die Soloselbständigen selbst gegenüber diesen Adressierungen verhalten. Methodisch kombiniert das Forschungsprojekt Außen- und Binnenperspektiven auf Soloselbständigkeit. Dies macht es möglich, anhand des Grenzfalls Soforthilfe die soziale Positionierung von Soloselbständigen als ein Prozess zugewiesener und eingenommener Statuspositionen in Bezug auf das Spannungsfeld von Marktlage, Solidarnormen und Sicherungsansprüchen nachzuzeichnen.



ID: 454 / ad_Neuverhandlu: 4
Ad-hoc-Gruppe - Neuverhandlungen von selbständiger Arbeit in der Krise – Gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie

„Von Hundert auf Null“ – Die Disruption der Arbeits- und Lebenslagen solo-selbstständiger Künstler*innen in der Pandemie

Loren Grbic, Stephanie Hamader, Christoph Hiemetsberger, Tamara Kriechbaum

Johannes Kepler Universität Linz, Österreich

Bereits vor der Covid-19-Pandemie waren die Arbeits- und Lebenslagen von Kunst- und Kulturarbeitenden von latenten Prekaritätsrisiken begleitet. Diese verschärften sich auf dramatische Weise im Rahmen der Lockdowns, da für die meisten Künstler*innen die bisherige Geschäftsgrundlage weggebrochen ist.

Im Rahmen eines einjährigen Forschungsprojektes von Master-Studierenden an der Johannes Kepler Universität Linz wurden die Arbeits- und Lebenssituation solo-selbstständiger Kunst- und Kulturarbeitender in der Covid-19-Pandemie untersucht. Hierzu wurden qualitative Interviews mit zehn Künstler*innen mit Schwerpunkt auf Oberösterreich geführt. Hierbei wurden Themen wie atypische und prekärer Arbeitsverhältnisse, Belastungen und Hürden in der Covid-19-Pandemie, Bewältigungsstrategien sowie die Rolle von Interessensvertretungen behandelt.

Im Umgang mit der aktuellen Krise treten vier zentrale Bewältigungsstrategien in den Vordergrund. Dazu zählt neben dem Umstieg auf Online-Formate und beruflicher Umorientierung in Richtung sogenannter „Standbein“-Tätigkeiten (Manske, 2018) auch der Rückhalt in sozialen Netzwerken und staatliche monetäre Hilfeleistungen. Aus den Interviews geht zudem hervor, dass die oftmals nicht bedarfsgerechten staatliche Unterstützungsleistungen den Verdienstausfall nicht kompensieren, Umstiege auf Online-Formate weitgehend wenig zufriedenstellend sind und die berufliche Umorientierung für viele eine unbefriedigende, aber mögliche Option bildet.

Gleichzeitig treten solidarische Ideen, wie die gemeinsame Organisation der eigenen Interessen in den Vordergrund. Trotz der korporatistischen Organisation der Interessensvertretungen in Österreich werden seit jeher manche Berufsgruppen auf politischer Ebene kaum berücksichtigt. Vor dem Hintergrund flexibler Arbeits- und Lebensbedingungen entwickelten die Künstler*innen kreative Strategien zur Bewältigung der Krise.

Literatur:

Manske, A. (2018). Selbstständige Arbeit als Grenzgang. In A. D. Bührmann, U. Fachinger, & E. M. Welskop-Deffaa (Hrsg.), Hybride Erwerbsformen: Digitalisierung, Diversität und sozialpolitische Gestaltungsoptionen (S. 213–237). Springer Fachmedien. https://doi.org/10.1007/978-3-658-18982-2_9



 
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