Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
ad_Nachwuchspanel: Ad-hoc-Gruppe - Nachwuchspanel: Studium und Lehre unter pandemischen Bedingungen
Zeit:
Dienstag, 24.08.2021:
17:00 - 19:00

Chair der Sitzung: Lukas Woell, Deutsche Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft (DNGPS)
Ort: digital
Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

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Präsentationen
ID: 282 / ad_Nachwuchspanel: 1
Ad-hoc-Gruppe - Nachwuchspanel: Studium und Lehre unter pandemischen Bedingungen

Kollektive Erfahrungen oder neue Stratifizierungslinien? – Erfahrungen aus der Onlinelehre im Sommersemester 2020

Tanja Preböck

Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland

Digitaler Hochschulschullehre kommt seit dem Sommersemester 2020 eine (erzwungene) gesteigerte Bedeutung zu. Dies bedeutete für die Studierenden und Lehrenden eine große Umorientierung: Gewachsene Interaktionsformate und Regeln für das erfolgreiche Studieren erfuhren einen großen Schock und zahlreiche Umorientierungen mussten vorgenommen werden. Insofern wundert es nicht, dass ein großer Strom der Forschung sich den Erlebnissen und Modifikationen im Studienerleben während dieser Krisensituation widmet. Jedoch zeigt sich in den bisherigen Arbeiten eine starke Fokussierung auf lokal gebundene, rein deskriptive Beschreibungen der Lernerfahrungen, meist mit dem Ziel, auf diese schwierige Situation hinzuweisen und politische Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen. Dieser Beitrag soll hier weitergehen: Auf Basis der theoretischen Überlegungen von Bourdieu sollen mittels des Verfahrens der multiplen Korrespondenzanalyse Studierende anhand ihrer zentralen soziodemographischen und studienbezogenen Eigenschaften gruppiert werden. Dies soll dazu dienen, zentrale Tendenzen gruppenspezifischer zu fassen. Hierfür finden die Daten einer Online-Befragung aller Studierenden der Fakultät Humanwissenschaften der Universität Bamberg aus dem Mai und Juni 2020 Anwendung (N = 233). Es zeigt sich, dass die Studierenden in vier Cluster ausdifferenziert werden können: «junge Belastete», «ältere Masterstudierende», «motivierte Studienanfänger» und «passive Optimisten». Die tiefergehende Betrachtung der einzelnen Cluster legt nahe, dass große gruppenspezifische Unterschiede festgestellt werden können. Zudem wird herausgearbeitet, dass noch großer Nachholbedarf hinsichtlich der Ermöglichung besserer Erfahrungen mit der Online-Lehre für digital ungeübte Studierende besteht.



ID: 295 / ad_Nachwuchspanel: 2
Ad-hoc-Gruppe - Nachwuchspanel: Studium und Lehre unter pandemischen Bedingungen

„Home-Office und Intimsphäre

Natalia Duda, Luna Schlender, Große Lucas

Universität Potsdam, Deutschland

Im Wintersemester 2020/2021 haben wir im Rahmen eines Seminars an der Universität Potsdam ein Studienprojekt mit der Frage “Inwieweit verändern wir unsere Räume durch Home-Office?” mit dem Titel „Home-Office und Intimsphäre“ entwickelt. Dabei haben wir uns auf das Buch “Soziologie des Wohnens“ von Häußermann und Siebel bezogen, das den Wandel des Wohnraums auf gesellschaftliche Veränderungen bezieht. Unsere Idee entwickelte sich im Zuge der Corona-Krise, durch die sich das Leben im Jahr 2020 für die ganze Gesellschaft schlagartig verändert hat. Viele berufstätige Menschen wurden für ihren Arbeitsalltag aus dem Büro in die eigenen vier Wände verbannt - genauso wie Studierende aus dem Hörsaal ins WG-Zimmer. Auf die Gruppe der Studierenden haben wir uns auch in unserer Forschung konzentriert und uns vor allem auf den Aspekt des Wohnens als Ort der Privatheit und Intimität bezogen. Von besonderem Interesse war für uns die Rolle des eigenen Raums in Verbindung mit den vielen Videokonferenzen und die damit verbundene Vermischung von Privatheit und Öffentlichkeit. Dafür haben wir zwei Fragebögen entwickelt, in denen wir zum einen herausfinden wollten, wie Studierende sich dabei fühlen, virtuell teils fremde Personen in ihren privaten Raum einzulassen, zum anderen wie sie mit dieser Situation umgehen, vor allem, ob sie ihren Raum dafür verändert haben. Im ersten Fragebogen haben wir die Studierenden gebeten, uns allgemeine Informationen zu ihrer Wohnsituation zu geben und Fragen zum Thema Home Office und Intimität zu beantworten. Wichtig war uns besonders herauszufinden, wann Studierende ihre Kameras an und wann sie sie ausmachen. Im zweiten Fragebogen wollten wir mehr wissen. Wir haben die Studierenden zunächst gebeten, uns Fotos von ihrem Arbeitsplatz zu schicken. Einerseits sollten sie ihren Videokonferenz-Hintergrund zeigen – andererseits ihren Raum allgemein, also auch, was man während Videokonferenzen nicht sieht. Zusätzlich haben sie uns Sprachnachrichten geschickt, in denen sie mögliche Veränderungen und mehr erklärt haben. Aus unseren gesammelten Daten haben wir ein kurzes Video erstellt, das exemplarisch die Situation der Studierenden in der Corona-Zeit darstellen soll.



ID: 305 / ad_Nachwuchspanel: 3
Ad-hoc-Gruppe - Nachwuchspanel: Studium und Lehre unter pandemischen Bedingungen

Digital natives lost in space? Die Digitalisierung der Lehre in Zeiten von COVID-19

Hanna Haag1, Daniel Kubiak2

1gFFZ - Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen, Deutschland; 2Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

Ein Jahr nach Beginn der Covid-19-Pandemie wurde an deutschen Hochschulen das Sommersemester 2021 als das dritte fast ausnahmslos digitale Semester in Folge durchgeführt. Auch wenn sich Hochschulen seit Jahrzehnten im Prozess der „digitalen Transformation“ (Barton et al. 2019, S. 4) wiederfinden, zeigen jüngste Studien, dass Anspruch und Wirklichkeit nach wie vor weit auseinanderlagen (Gilch et al. 2019; Gloerfeld 2020). Einer repräsentativen Untersuchung zufolge erachten lediglich ein Drittel (29%) der befragten Hochschulen ihren Stand der Digitalisierung von Lehren und Lernen als eher hoch oder hoch (Gilch et al. 2019, S. 176).

In unserem Beitrag gehen wir der Frage nach, wie sich die Umstellung der Lehrsituation an deutschen Hochschulen auf eine nahezu vollständige digitale Umsetzung auf eine Generation Studierender auswirkt, die in der Öffentlichkeit wie auch in der Generationenforschung als „digital natives“ (Riederle 2013) bekannt ist und gewissermaßen per Sozialisation einen Umgang mit digitalen Medien erlernt hat. Dieser Umstand verleitet vorschnell zu der Annahme, ein digitales Studium sei dieser Generation praktisch in die Wiege gelegt und entspreche ihrer Lebenswelt, weshalb sie sich ohne größere Umstände – im Gegensatz zu den oft älteren Lehrenden – an die neue Situation anpassen könnten. Auf Grundlage von fünf Gruppendiskussionen (Bohnsack 2000), die in zwei Zeiträumen (Frühjahr und Sommer 2020) erhoben wurden, gehen wir auf das Erleben der digitalen Lehrsituation von Studierenden ein. Es zeigt sich anhand unserer explorativen Studie, dass sich als größte Herausforderungen die veränderte medial vermittelte Interkation und das Erleben des Räumlichen als gefühlte Ortlosigkeit ergeben. Dabei spielt insbesondere die fehlende Resonanz und die Vereinzelung im Kontext digitalisierter Lehrpraktiken eine tragende Rolle. Digitalisierung unter pandemischen Bedingungen lässt sich somit nur vor diesem besonderen Hintergrund struktureller und lebensweltlicher Erfahrungen spiegeln.



 
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