Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
ad_JugendLebensw: Ad-hoc-Gruppe - Jugendliche Lebenswelten in Zeiten von Corona: Herausforderungen, Auswirkungen auf Engagement, Freizeitgestaltung und Peeraktivitäten
Zeit:
Dienstag, 24.08.2021:
11:30 - 13:30

Chair der Sitzung: Marco Schott, Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Chair der Sitzung: Maren Zschach, Deutsches Jugendinstitut, Außenstelle Halle
Ort: digital
Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

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Präsentationen

Pädagogische Herausforderungen und Bearbeitungen in Zeiten der Corona-Pandemie im Handlungsfeld der Jugendarbeit.

Marco Schott, Johanna Häring, Dr. Maren Zschach

Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle, Deutschland

Der geplante Beitrag beschäftigt sich anhand empirischer Daten aus qualitativen Interviews mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Angebote der Jugend(sozial)- und -verbandsarbeit im ländlich geprägten, kleinstädtischen Raum. Die Fragestellung richtet sich darauf, wie Fachkräfte und ehrenamtliche Aktive Einschränkungen ihrer Arbeit erleben und wie sie damit umgehen. Jugendarbeit, die eine Partizipation und die Einbindung junger Menschen in der Ausgestaltung von Angeboten anstrebt, sah und sieht sich unter den Bedingungen der Corona-Pandemie mit großen Schwierigkeiten konfrontiert. Mit den Corona-Erlassen und Eindämmungsverordnungen bieten die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit nicht mehr die Freiräume, Beteiligungs- und Bewegungsorte, die gesetzlich nach SGB VIII eigentlich ihr Anspruch sind. Besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen sah sich die Jugendarbeit jedoch bereits vor der Coronakrise mit Problemen konfrontiert, die sich z.B. in der Folge demographischer Wandlungsprozessen ergeben.

Aktuell stellt sich die Frage, wie bzw. ob die Jugend- und Verbandsarbeit eine Aufrechterhaltung und (Re-)Aktivierung von Kontakten und Angeboten sicherstellen kann. Wurden hier ggf. auch neue Partizipations- und Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen? Welche Rolle spielen die emotionalen Dimensionen der Schließungen für die Aktiven? Neben dem Blick auf die Jugendarbeit aus dem Blick von Pädagog:innen berücksichtigt der Beitrag auch die Perspektiven von Jugendlichen. Wie haben diese die Einschränkungen ihres Engagements in Vereinen, Verbandsarbeit oder politischen Gruppen erlebt? Im Fokus stehen hierbei auch die identitätsstiftende, Gemeinschaft-konstituierende Bedeutung der jeweiligen Freizeitaktivität und die Folgen der Einschränkungen von Partizipationsmöglichkeiten für die Jugendlichen. Zudem wird in den Blick genommen, inwiefern die Einflüsse der Coronakrise auf die Kinder- und Jugendarbeit sowie der jeweilige Umgang mit der Pandemie Rückschlüsse auf unterschiedliche Vorstellungen von Jugend und Politik zulassen bzw. wie diese miteinander in Zusammenhang stehen. Der Vortrag basiert auf einer Studie des Deutschen Jugendinstituts, bei der es speziell um sozialräumliche Gegebenheiten und deren Bedeutung für die politische Sozialisation von Jugendlichen geht.



Die Corona-Krise - Ein Stresstest für Demokratiebildung und politische Bildung? Einblicke in die Hamburger Jugendarbeit anhand von zwei Praxisbeispielen

Rosa Bracker1, Fabian Fritz1, David Pape2

1HAW Hamburg, Deutschland; 2SJD - Die Falken, Deutschland

Was sind die „Bedingungen, Angebote und Prozesse sowie […] Herausforderungen politischer Bildung im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter“ (BMFSFJ 2020: 45), wie verändern sie sich in der Corona-Krise und was lernen wir daraus? Dieser Frage geht der Vortrag mit einem Einblick in Erfahrungen aus Feldern der außerschulischen politischen Jugendbildung im Kontext Fußball und der Jugendverbandsarbeit in Hamburg mit einer reflexiven theoretischen Einbettung in Demokratiebildung nach.

Demokratiebildung und politische Bildung können als eine Antwort mit zwei unterschiedlichen Stoßrichtungen auf die Herausforderung verstanden werden, dass Demokratie als Gesellschaftsordnung immer wieder erlernt werden muss (Negt 2016). Während politische Bildung vor allem Wissen und Kompetenzen fokussiert, stellt Demokratiebildung praktische Erfahrungen mit und in demokratischen Strukturen in den Mittelpunkt (Richter 2016).

Die Lebenswelten junger Menschen spielten in der Bewältigung der Pandemie meist eine untergeordnete Rolle und sie wurden v.a. als Schüler:innen adressiert. So stellt die Corona-Krise eine doppelte Herausforderung dar: Die Möglichkeiten des politischen Engagements junger Menschen waren immens eingeschränkt, jedoch wegen der Nicht-Achtung ihrer Interessen umso notwendiger. Dies ist auch für Demokratiebildung und politische Bildung eine besondere – wenn auch klassische – Herausforderung. Dabei sind die Möglichkeiten der berichtenden Praxiseinrichtungen unterschiedlich. Während ‚BAM! Bildung am Millerntor‘, ein Projekt des FC St. Pauli-Museums, vor allem als außerschulischer Lernort politische Bildungsveranstaltungen für Schulklassen veranstaltet, sind die „SJD – Die Falken“ ein auf Gruppenarbeit orientierter politischer Kinder- und Jugendverband. Anhand von Gesprächen mit Fachkräften und Gruppenleiter:innen und Interviews mit jungen Menschen werden die unterschiedlichen Erfahrungen der Institutionen und jungen Menschen unter Corona-Bedingungen vorgestellt und mit Blick auf die Anforderungen und Bedingungen demokratischer Bildungsprozesse reflektiert. Dabei wird es auch darum gehen, die Entwicklungsmöglichkeiten für Demokratiebildung und politische Bildung – wie sie sich in dieser Krise zeigen – herauszuarbeiten.



Politische Teilhabe von Jugendlichen in der COVID-19-Pandemie - eine empirische Betrachtung von Auswirkungen der Pandemie auf die Lebenswelt politisch aktiver Jugendlicher und deren Engagement

Hannah Skaletzka

Technische Universität Chemnitz, Deutschland

Die aktuelle COVID-19-Pandemie schränkt auch im Jahr 2021 die verschiedenen Bereiche des alltäglichen Lebens deutlich ein. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden erneut verschärft, sodass politische Beteiligungsformen im öffentlichen Raum durch weitläufige Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen erneut eingeschränkt werden. Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde im Herbst 2020 eine qualitativ-explorative Studie zu den COVID -19 bedingten Umbrüchen in den Lebenswelten junger Menschen unter besonderer Berücksichtigung von Fragen politischer Teilhabe und Aktivismus durchgeführt, um die Bandbreite jugendlicher Lebenswelten in der sozialwissenschaftlichen und öffentlichen Betrachtung zu erweitern. Motivation hierfür waren vor allem die Forschungsergebnisse der JuCo-Studie der Universitäten Hildesheim, Frankfurt und Bielefeld über Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen während den Corona-Maßnahmen aus dem Frühjahr 2020, die festhalten, dass neben Senior*innen vor allem junge Menschen besonders durch die Maßnahmen beeinträchtigt sind und gleichzeitig die Rolle von jungen Menschen stark über die Auswirkungen der Pandemie im Bildungssystem definiert wird (vgl. Andresen et al. 2020). Um den Blickwinkel auf die Erfahrungen von Jugendlichen in der Pandemie zu erweitern, wurden drei explorative leitfragengestützte Interviews mit politisch aktiven Jugendlichen geführt und diese mit Ansätzen der Grounded Theory Methodologie ausgewertet. Diese Erhebung stellt somit ein Zeitdokument zur Lage junger Menschen im Pandemiejahr 2020 dar. Da das Thema im Zeitverlauf nicht an Aktualität und Relevanz verliert, wird die Querschnittbefragung im Januar 2021 durch eine Folgebefragung mit denselben Jugendlichen in ein Längsschnitt-Design übergeleitet (eine weitere Befragung im Sommer 2021 ist geplant).

Im Rahmen dieses Vortrags werden Einblicke in die empirische Erhebung gegeben und erste Ergebnisse über die Lebenwelten politisch aktiver Jugendlicher in ihrer Entwicklung im Zeitverlauf näher betrachtet. Die Forschungsfrage lautet hierbei: Wie entwickeln sich die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf politisch aktive Jugendliche über die Zeit?



 
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