Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Sek_Stadt: Sektionsveranstaltung - Corona-Krise und Stadt. Zwischen Neukonfigurationen des urbanen Lebens und (Re-)Produktion von sozialräumlicher Ungleichheit
Zeit:
Montag, 23.08.2021:
14:30 - 16:30

Chair der Sitzung: Alexander Hamedinger, TU Wien
Chair der Sitzung: Heike Herrmann, Hochschule Fulda
Chair der Sitzung: Luca Pattaroni, EPFL
Ort: digital

Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

Sektion Stadtforschung (ÖGS), Sektion Stadt- und Regionalsoziologie (DGS), Forschungskomitee Stadtsoziologie (SGS)


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Präsentationen

Was spielt es für eine Rolle für Unterstützungsnetzwerke, wenn die Stadt alles schließt? Der Einfluss von Corona-Maßnahmen auf Sozialkapital und sozialen Support am Beispiel von Berlin

Talja Blokland1,2, Robert Vief1,2, Daniela Krüger1,2, Henrik Schultze1,2

1Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland; 2Sonderforschungsbereich 1265 "Re-Figuration von Räumen"

Talja Blokland, Robert Vief, Daniela Krüger und Henrik Schultze (alle: Humboldt-Universität zu Berlin) gehen in ihrem Vortrag auf ihr Projekt “Die Sozialen Folgen von Corona” ein, welches untersucht, wie die Corona-Maßnahmen den sozialen Alltag und Support-Strukturen von Berliner*innen geprägt haben. Was bedeutet es für soziale Unterstützungsnetzwerke, dass ein Großteil der Institutionen und Orte in der Stadt im Frühjahr 2020 einfach ohne große Vorwarnung zugemacht haben und für die Menschen nicht mehr zugänglich waren? Bedeuten die Schließungen für alle sozialen Herkunftsgruppen das gleiche oder sind manche Gruppen stärker betroffen als andere? Wer war in der Lage zentralen Support, wenn er vorher an bestimmte Orte in der Stadt gekoppelt war, auf andere Ebenen und Orte zu verlagern? Und für wen fiel Support komplett weg?

Wir untersuchen diese Fragestellung(en) anhand einer repräsentativen Panelbefragung in vier (sehr divergierenden) Berliner Stadtteilen, die jeweils in 2019 und 2020 durchgeführt wurde. In dieser Befragung hatten wir somit vor Corona die wichtigsten Support-Orte der Menschen erfasst, wenn sie mit anderen Menschen über die ihnen wichtigsten Probleme und Herausforderungen gesprochen oder geschrieben haben. Die Wiederholungsbefragung in 2020 erlaubt es uns, einen Rückschluss auf die durch Corona erzwungenen Veränderungen in den Support-Strukturen zu lenken.

Zentral in unserem Vortrag steht die Frage, wie die Corona-Maßnahmen urbane Interaktionen im öffentlichen Leben beeinflusst haben. Wir argumentieren einerseits, dass sich nun ein relevanter Part von sozialem Support ins Digitale verschiebt und Befragte deutlich seltener face-to-face kommunizieren. Dieser (digitale) Support findet entgegen einigen anderweitigen Vermutungen nicht großenteils Zuhause in den eigenen vier Wänden statt, sondern draußen im öffentlichen Raum innerhalb der eigenen Nachbarschaft. Wir argumentieren zusätzlich, dass die Abwesenheit von Begegnungsorten, wo Menschen vor der Pandemie ungeplant kommunizieren konnten, den Zugriff auf Ressourcen in der Stadt für spezifische Gruppen beeinflusst hat, und zeigen auf, warum dieser Verlust der vertrauten Öffentlichkeit gesellschaftlich und sozialtheoretisch Relevanz hat.



Chasing Contacts: Soziotechnische Begegnungen im Pandemic Urbanism

Anke Strüver

Universität Graz, Institut f. Geographie, Österreich

Urbanes Alltagsleben hat sich durch die Covid-19-Pandemie radikal verändert. Was vorher als banal-normal galt, wurde plötzlich je nach Lockdownintensität erschwert oder unmöglich und ist als urbane Lebensqualität ins Bewusstsein gerückt (z.B. Flanieren, Konsumieren). Durch das Gefühl der Einschränkung – oder gar des Verlusts – hat sich auch die Einstellung zu und der Umgang mit digitalen Technologien der Kontrolle und Überwachung radikal verändert: Anhand von Tracking & Tracing Apps wird diskutiert, ob und wie das Smartphone als Digital Companion zum Hoffnungsträger der sozialen und räumlichen Selbstermächtigung wird.



How the lockdown affected the circulation between public and private space

Garance Clément, Maxime Felder

Swiss Federal Institute of Technology, Schweiz

The two speakers will cross-reference the results of their research fields to reflect on the changes brought by the Covid-19 crisis in Swiss cities.

After presenting the specificities of Switzerland’s response to the crisis, Garance Clément will share the results of a large survey (n = 6000) which documented domestic life during the lockdown. The survey reveals that in addition to class and gender inequalities, the crisis exposed the uneven possibilities of adapting one’s home and shaping it as a place where critical capacities can unfold. Then, Maxime Felder will show how the health crisis prompted Geneva authorities to support exceptional but temporary measures in favour of the most vulnerable populations. Spacing policies and stay-at-home orders, by making the propinquity of homeless people crammed into shelters suddenly unacceptable, and by putting undocumented domestic workers out of work, shed new light on various forms of cohabitation with precarious people in the wealthy city of Geneva. The two contributions will document the unequal capacity to withdraw from both public and private space. Lockdowns have not caused a simple shift from public to private space, but have affected the overall circulation from one to the other.



 
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