Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Sek_Fam: Sektionsveranstaltung - Familie und Partnerschaft in Zeiten der Corona-Pandemie
Zeit:
Montag, 23.08.2021:
17:00 - 19:00

Chair der Sitzung: Ulrike Zartler, Universität Wien
Ort: digital

Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

Sektion Familiensoziologie (DGS)


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Präsentationen

Neue Erwerbsmodelle in Paaren in der Corona-Pandemie

Caroline Berghammer1,2, Bernhard Riederer1,2

1Institut für Soziologie, Universität Wien; 2Vienna Institute of Demography (OeAW), Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital (IIASA, OeAW, University of Vienna)

Das mit Abstand am weitesten verbreitete Erwerbsmodell von Paaren mit Kindern in Österreich ist Mutter Teilzeit/Vater Vollzeit. Rund die Hälfte der Paare mit Kindern unter 15 Jahren lebte im Jahr 2019 nach diesem Modell, gefolgt—mit rund einem Viertel—von Paaren, in denen der Vater in Vollzeit und die Mutter nicht erwerbstätig war. Die Corona-Pandemie führte zu massiven Veränderungen von Erwerbsarbeitsstunden und damit der Aufteilung von Erwerbsarbeit zwischen den Partner*innen. Insbesondere zwei Entwicklungen waren dabei markant: der Anstieg von Kurzarbeit und von Arbeitslosigkeit. Je nach Branche und Bildungsstand betrafen diese Entwicklungen Erwerbstätige in unterschiedlichem Ausmaß.

Diese Studie untersucht auf Basis der Daten des Österreichischen Mikrozensus 2019 und 2020 Veränderungen von Erwerbsmodellen innerhalb von Paaren. Dabei zeichnet sie zunächst allgemeine Trends nach und zeigt anschließend, inwiefern Familiensituation und sozioökonomische Ressourcen sich auf Erwerbsmodelle in Paaren ausgewirkt haben. Sie nimmt dabei unter anderem das Alter und die Anzahl der Kinder sowie den Bildungsstand beider Partner*innen in den Blick.

Im Österreichischen Mikrozensus werden pro Quartal rund 22.500 Haushalte befragt. Die Rücklaufquote beträgt rund 95% (Antwortpflicht). Detaillierte Informationen zur Arbeitszeit von beiden Partner*innen liegen vor. Die Daten werden mittels multinomialer logistischer Regressionen ausgewertet. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich, zumindest temporär, neue Erwerbsmodelle herausgebildet haben. Insbesondere Modelle, in denen Väter in Teilzeit (Kurzarbeit) beschäftigt sind—vor der Pandemie ein marginales Phänomen—sind relevanter geworden.



Wie beeinflusst die Corona-Pandemie das Familienklima?

Sandra Krapf, Bärbel Holzwarth

Universität Mannheim, Deutschland

Die Bewegungs- und Kontaktbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben vielfältige Auswirkungen auf das Familienleben. Home Office, Kinderbetreuung und Beschulung innerhalb der Kernfamilie, aber auch mehr Zeit, die Familienmitglieder gemeinsam verbringen können, waren einige der vielen Folgen. Doch wie wirken sich diese Änderungen des Familienlebens auf das Familienklima, d.h. die wahrgenommene Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie, aus? Der vorliegende Beitrag soll unser Verständnis von Faktoren verbessern, die Familien beim Meistern von Krisensituationen unterstützen können.

Unsere Studie basiert auf dem COVID-19-release der pairfam-Daten, die im Mai und Juni 2020 erhoben wurden. Das COVID-19-Survey wurde als web-basierte Befragung konzipiert (3.154 TeilnehmerInnen). Die Fragen zum Familienklima beziehen sich auf die Stimmung in der Familie. Erste Analysen zeigen, dass z.B. 20% der Befragten mit Kindern angeben, dass die Aussage „Die Stimmung ist fröhlich, wir haben Spaß miteinander“ im Erhebungszeitraum mehr zutrifft, als zu der Zeit vor der Corona-Krise. Gleichzeitig gaben aber auch 48% an, dass die Aussage „Die Stimmung ist stressig und genervt“ mehr zutrifft als zuvor. In unseren Regressionsanalysen untersuchen wir den Zusammenhang zwischen dem Familienklima und Familienmerkmalen, z.B. mit dem Familienstatus der befragten Person, den Arbeitsarrangements der beiden Eltern, dem Alter der Kinder, der Beziehungsqualität und den Persönlichkeitsmerkmalen der Befragten.



Partnerfindung in Japan zu Coronazeiten

Karin-Ulrike Nennstiel

Hokusei-Gakuen-University, Japan

Während vermittelte Heiraten in Japan (und selbstverständlich nicht nur dort) eine lange Tradition haben, nahmen vor dem Hintergrund des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg Liebesheiraten zu und traten seit Mitte der 1970er Jahre in den Vordergrund. Offiziell eine vermittelte Ehe einzugehen, erschien allmählich nicht mehr zeitgemäß.

Tatsächlich aber gewinnt seit mehr als einer Dekade Ehevermittlung wieder an Bedeutung. Einerseits herrscht in vielen Bereichen nach wie vor geschlechtssegregierte Arbeitsteilung vor, andererseits gibt es im Heiratsalter, das mittlerweile bei Ende 20 liegt, weniger Gelegenheiten zum Kennenlernen potentieller PartnerInnen. Daher veranstalten viele Kommunen, v.a. in Abwanderungsgebieten, Parties für junge Menschen, um die Zahl der Eheschließungen zu erhöhen und den Geburtenrückgang zu bremsen. Gleichzeitig hoffen sie, dadurch nach und nach auch für weitere junge Familien attraktiver zu werden.

Zu Coronazeiten lassen sich diese Parties kaum veranstalten, digitale Formate sind unattraktiv. Welche Konsequenzen hat das? Welche Alternativen werden gefunden und erprobt? Sinkt die Heiratsfrequenz in den betroffenen Kommunen mehr als zuvor, und wird dies den Geburtenrückgang weiter verstärken? Welche Auswirkungen hat dies auf die Beziehung der Ledigbleibenden zu ihren Herkunftsfamilien?

In dem Beitrag soll diesen Fragen anhand von Daten, theoretischer Literatur und Fallbeispielen nachgegegangen werden.



Eltern zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung – Neuordnung familialer Arbeitsteilung und der Geschlechterarrangements?

Almut Peukert, Tanja Carstensen, Katharina Zimmermann, Laura Lüth, Ludwig Ipach, Christopher Kirschner, Maureen Quitzau

Universität Hamburg, Deutschland

Während der COVID-19-Pandemie hat der Umfang, der im Homeoffice gearbeitet wird, zumindest für ein Drittel der Erwerbstätigen massiv zugenommen; zudem führt/e die phasenweise Schließung von Kitas und Schulen zu erhöhter Anwesenheit der Kinder im Haushalt. Diese Situation hat neue Vereinbarkeitskonflikte erzeugt, familiale Arbeitsteilung und Geschlechterarrangements waren und sind neu herausgefordert. Auf der Basis von online geführten Paarinterviews mit Elternpaaren, in denen mind. ein Partner verstärkt im Homeoffice tätig ist, untersuchen wir aktuell im Projekt “Arbeitsteilung-Corona-Homeoffice", wie Paare ihre familiäre Arbeitsteilung zwischen Modernisierung und Re-Traditionalisierung unter diesen Bedingungen neu aushandeln (bisher 6 realisiert, mind. 10 geplant, Zeitraum Januar 2021 – laufend).

In dem Vortrag analysieren wir sowohl die alltäglichen Praktiken der Arbeitsteilung und die gefundenen Problemlösungen zwischen Erwerbs- und Familienarbeit als auch die jeweiligen Begründungen und Deutungsmuster für die getroffenen Arrangements. Es zeigt sich eine ungleichheitsrelevante Varianz in den Lösungsstrategien, die abhängig sind von den paarinternen Selbstverständlichkeiten der Betreuungsverantwortung und organisationalen Gegebenheiten (z.B. Schichtdienst, un-/flexible Arbeitszeiten). Zudem wird deutlich, dass seit Corona die Handlungsspielräume innerhalb der Paarbeziehungen kleiner geworden sind, Ansprüche zugunsten pragmatischer Arbeitsteilungen aufgegeben, aber auch neue Arrangements getroffen wurden, die Hinweise auf einen nachhaltigen Wandel geben.



„Es ist nicht länger tragbar, Kinder Beruf und Homeschooling unter einem Hut zu bekommen“: Eltern in Südtirol während des Lockdowns – 1 Jahr nach Pandemiebeginn

Sigrid Mairhofer1,2,3, Barbara Plagg2,4, Heidi Flarer3, Doris Albenberger5

1Hochschule München, Deutschland; 2Freie Universität Bozen, Italien; 3Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, Italien; 4Institut für Allgemeinmedizin, Claudiana, Italien; 5Elterninitiative

Die hier vorgestellte Datenerhebung basiert auf einem ehrenamtlichen Engagement von Forscherinnen aus verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen und engagierten Eltern und Fachpersonen mit dem Ziel eine Momentaufnahme während des Lockdowns im Februar 2021 abbilden zu können. Die gemeinsam entwickelte und umgesetzte Umfrage wandte sich an Familien, in denen beide Elternteile während der Schließung der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen erwerbstätig waren bzw. an erwerbstätige Alleinerziehende. Die Daten wurden ausschließlich während des kurzen Lockdowns erhoben. Es handelte sich um einen frei zugänglichen Onlineumfragebogen, welcher auf den sozialen Netzwerken und Medien in Umlauf gebracht wurde. Es haben 3.748 Personen an der Befragung teilgenommen als Eltern von insgesamt 7.372 Kindern.

Der quantitative Teil beschäftigt sich unter anderem mit der Frage ob und von wem Eltern in der Kinderbetreuung unterstützt werden, die Rollenverteilung und wie die Teilnehmer*innen ihr eigenes Wohlbefinden und das ihrer Kinder vor und während des Lockdowns, bzw. der Pandemie, einschätzen. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt in der Vorstellung ausgewählter Ergebnisse der 1.390 offenen Kommentare, welche qualitativ ausgewertet wurden. Dabei geht es vor allem um die Bedeutung vielfältiger Ressourcen und Kompetenzen und das Wohlbefinden der einzelnen Familienmitglieder.



Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf Kinder: Elterliche Einschätzungen, Herausforderungen und Strategien

Ulrike Zartler, Vera Dafert, Petra Dirnberger

Universität Wien, Österreich

Die COVID-19 Pandemie stellt Eltern, Kinder und Familien vor enorme Herausforderungen. Die Ausweitung elterlicher Rollen und Verantwortlichkeiten betrifft auch die Sorge für und um ihre Kinder. In diesem Beitrag analysieren wir, wie Eltern die Auswirkungen der Coronavirus Pande-mie auf Kinder einschätzen und wie sie ihre Kinder im Umgang mit den Einschränkungen und Veränderungen begleiten. Der Beitrag basiert auf einer österreichweiten qualitativen Längsschnittstudie mit 98 Eltern von insgesamt 181 Kindern im Kindergarten- oder Schulalter (prob-lemzentrierte Telefoninterviews, Tagebucheinträge). Die Studie „Corona und Familienleben“ wird bereits seit der ersten Woche des ersten Lockdowns (März 2020) durchgeführt und umfasst 9 Datenerhebungswellen zwischen März und Dezember 2020. Die Daten wurden mittels Themenanalyse sowie Grounded Theory Kodierschema analysiert. Dieser Beitrag fokussiert auf drei Aspekte: (1) Wir analysieren die elterlichen Einschätzungen der kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen der Coronavirus Pandemie auf (ihre) Kinder. (2) Wir zeigen, welche Heraus-forderungen die befragten Eltern bei der Begleitung ihrer Kinder durch die Krise erlebten. (3) Wir eruieren, welche Strategien die Eltern im Umgang mit diesen Herausforderungen entwi-ckelten. Die Bearbeitung dieser Fragen ist essentiell, um zu verstehen, was die Pandemie für Familien bedeutet und welche Unterstützungsmaßnahmen für Eltern und Kinder erforderlich wären, um negative Folgen zu minimieren.



 
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