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Sitzungsübersicht
Sitzung
ad_AlltagidKrise: Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden
Zeit:
Montag, 23.08.2021:
17:00 - 19:00

Chair der Sitzung: Jana Rückert-John, Hochschule Fulda
Chair der Sitzung: Markus Schermer, Universität Innsbruck
Ort: digital

Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

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Präsentationen
ID: 399 / ad_AlltagidKrise: 1
Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft“

Simon Reitmeier

Cluster Ernährung am KErn, Deutschland

Hintergrund:

Die Corona-Pandemie hat das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kurzfristig und radikal verändert. Dabei waren und sind die Auswirkungen auf einzelne Segmente der Ernährungsbranche sehr unterschiedlich. Das Ziel des Projekts ist es, AkteurInnen der Land- und Ernährungswirtschaft einen möglichen Handlungsleitfaden für die Zukunft zu geben.

Methodik:

Als Grundlage der Arbeit konnte der Cluster Ernährung auf die Ergebnisse der Szenario-Studie „Die Zukunft der Ernährungswirtschaft – Wie essen wir 2030?“ zurückgreifen, die 2017 in Zusammenarbeit mit der ScMI Scenario Management International AG erarbeitet wurde. Darin wurden von einem interdisziplinären Team acht Szenarien entwickelt. Diese Szenarien beschreiben, wie sich die Ernährungswirtschaft in der kommenden Dekade verändern könnte. Für die nunmehr durchgeführte Corona-Studie wurden zwei konkrete Fragestellungen aufgeworfen:

1. Wie verändert die Corona-Pandemie die Ernährungswirtschaft?

2. Wie verändern sich die Zukunftsperspektiven der Ernährungswirtschaft durch die Corona-Krise?

Ergebnisse:

Über 50 ExpertInnen der Ernährungswirtschaft bewerteten die kurzfristigen Post-Corona-Szenarien hinsichtlich ihrer erwarteten Wahrscheinlichkeit.

Im Folgenden sind die wichtigsten Erkenntnisse aufgelistet:

 Krisenbedingte Regionalisierung der Wertschöpfungsketten verändert die Lebensmittel-Branche

 Hohe regionale und globale Verfügbarkeit von Lebensmitteln

 Wirtschaftliche Folgen der Krise spiegeln sich im restriktiven Ausgabeverhalten wider

 Hohe Bedeutung regional hergestellter Lebensmittel

 Strukturveränderung der Lebensmittel-Wirtschaft: Verstärkte Konsolidierung und neue Geschäftsmodelle

 Die zurückgedrängten Umweltthemen dürften in Zukunft wieder an Gewicht gewinnen.

 Die Befriedigung rein individueller, nicht wertegebundener Bedürfnisse wird deutlich weniger erwartet als 2017.

 Es wird stärker als 2017 von einem hohen Vertrauen der KonsumentInnen in ihre Lebensmittel ausgegangen.

 Die Erwartung hinsichtlich der langfristigen Entwicklung der Lebensmittelpreise sowie der Zahlungsbereitschaft für Lebensmittel hat sich nicht verändert.

 Es wird weniger als 2017 davon ausgegangen, dass die globale Lebensmittelwirtschaft eine Reduktion der Vielfalt von Lebensmitteln vorantreibt.



ID: 403 / ad_AlltagidKrise: 2
Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden

Bleibt alles anders in der Lebensmittelproduktion?

Markus Schermer

Universität Innsbruck, Österreich

Corona bewirkt auch in der landwirtschaftlichen Produktion Innovationsschübe vor allem im Bereich der Produktvermarktung. Die großen Trends heißen hier Ausbau direkter Beziehungen zwischen Produktion und Konsumption, Regionalisierung der Lieferketten und Digitalisierung.

Lockdowns in der Gastronomie und homeoffice haben dem Kochen zuhause einen neuen Stellenwert eingeräumt. Damit ist die Wertschätzung der heimischen Lebensmittelproduktion als „kritischer Infrastruktur“ gestiegen. Verkaufsformen die einen direkten Bezug vom Bauern ohne persönlichen Kontakt ermöglichen, wie Lieferdienste oder Selbstbedienungshofläden erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Gerade in Österreich wurde der Landwirtschaft aber auch die Abhängigkeit von touristischer Gastronomie und die Notwendigkeit regionaler Lieferketten im LEH schmerzlich bewusst.

Nach mehr als einem Jahr der Ausnahmesituation kann ein erstes Zwischenresümee gezogen werden. Am Beispiel verschiedener Produkte wird gezeigt welche neuen Akteure ins Blickfeld rücken und wie sich neue Allianzen bilden. Der Beitrag zeichnet die Verwerfungen nach, die durch die Corona Pandemie in der Produktion von Lebensmitteln in Österreich (mit einem speziellen Blick auf Tirol) entstanden sind. Dabei werden Veränderungen über die (bisherige) Dauer der Pandemie hinweg berücksichtigt. Die größte Herausforderung war hier die Verschiebung der Absatzkanäle durch den massiven Rückgang in Tourismus und Gastronomie hin zu Lebensmittelhandel und Direktabsatz.

Die Analyse aus der Perspektive der Transition Theory erlaubt festzustellen, welche Innovationen (technisch, organisatorisch und sozial) eine Chance haben längerfristig in die Regimeebene aufgenommen zu werden. Es zeigt sich, dass besonders Nischeninnovationen die in einem anderen Bereich bereits ausgereift sind (wie der online Handel) durch die Pandemie weiteren Aufwind erhielten und auf die Landwirtschaft übertragen wurden. Neue regionale Lieferketten entstehen im Lebensmitteleinzelhandel durch den vermehrten Druck der Regionalisierung. Bäuerliche Betriebe versuchen vermehrt ihre Vermarktung auf mehrere Standbeine zu stellen. Weitere Bereiche betreffen insbesondere arbeitssparende Lösungen in der Direktvermarktung (wie zum Beispiel Selbstbedienungsläden AB-Hof).



ID: 418 / ad_AlltagidKrise: 3
Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden

Veränderungen im Kauf- und Konsumverhalten von Lebensmitteln während der Pandemie – eine Q-Studie zur Identifizierung von Perspektiven der Konsumierenden

Corinna Hempel, Sophie Lankheit

Technische Universität München, TUM School of Management, Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung

Der Ausbruch der Covid-19 Pandemie hat viele Maßnahmen und Regeln zur Eindämmung der Ausbreitung mit sich gebracht, die sich auf den Alltag von Konsumierenden auswirken. Störungen des Alltags und Veränderungen von Routinen können die ontologische Sicherheit von Konsumierenden beeinträchtigen (Campbell et al., 2020). Durch Anpassungen des Verhaltens versuchen sie, den wahrgenommenen Kontrollverlust auszugleichen, der durch die Pandemie ausgelöst wurde (Galoni et al., 2020; Kirk & Rifkin, 2020). Das äußert sich beispielsweise in dem vermehrten Kauf regionaler oder frischer Lebensmittel, aber auch im Hamstern, das zu Beginn der Pandemie häufig beobachtet werden konnte.

Während zeitnah quantitative Studien zu den Veränderungen im Kauf- und Konsumverhalten veröffentlicht wurden, gibt es bisher nur wenige Studien, die diese Veränderungen qualitativ untersucht haben. Daher wenden wir in dieser Studie die Q-Methode an und untersuchen, wie Konsumierende ihre eigenen Einstellungen und Werte einordnen und wie sie ihre Mitmenschen einschätzen. Die Q-Methode hat den Vorteil, dass sie Perspektiven ganzheitlich betrachtet und Subjektivität berücksichtigt, während ihr gleichzeitig ein standardisiertes, statistisches Verfahren zugrunde liegt (Watts & Stenner, 2012).

Wir haben mit 32 Konsumierenden im November 2020 virtuelle Q-Interviews durchgeführt. Die Interviews bestanden aus zwei Teilen. Zum einen wurden die Teilnehmenden gebeten, 41 Statements zum Untersuchungsthema auf einem vorgegebenen Raster gemäß ihrer Zustimmung, bzw. Ablehnung, zu sortieren (Q-Sort), zum anderen wurden ihnen in einem kurzen Interview Fragen zu ihrer Sortierung gestellt. Die Perspektiven sind das Ergebnis einer personenbezogenen Faktorenanalyse basierend auf den individuellen Q-Sorts. Die Informationen aus den Interviews haben wir für die narrative Beschreibung und Interpretation der Perspektiven verwendet.

Die Perspektiven auf die Veränderungen beim Lebensmittelkauf und -konsum während der Covid 19 Pandemie, die wir in dieser Q-Studie identifiziert haben, sind „Careful Optimism“, „Struggling Realism“, „Concerned Idealism“ und „Impatient Altruism“. Sie verdeutlichen die Unterschiede in den Reaktionen der Konsumierenden auf die Pandemie sowie ihrem Umgang damit. Die Perspektiven zu kennen, erleichtert die zielgerichtete Kommunikation von Maßnahmen, um Konsumierende in der Krise zu unterstützen.



ID: 671 / ad_AlltagidKrise: 4
Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden

Gemüse wächst, Markt schliesst – die Herausforderungen des Corona-Frühlings für lokale Gemüseproduzenten und ihre Kundschaft. Oder: Wie eine Notlage zu mehr Solidarität und Innovation führte. Ein Erfahrungsbericht.

Petra Köchli

ZHAW Wädenswil, Schweiz

Als der Bundesrat am 16. März 2020 die «ausserordentliche Lage» ausrief und die Massnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus verschärfte, betraf dies auch die lokalen Wochenmärkte in der Schweiz. Die plötzliche Schliessung stellte lokale Gemüseproduzenten und Produzentinnen, die ihre Produkte ausschliesslich an Wochenmärkten verkaufen, vor eine Herkulesaufgabe. So auch unseren Betrieb: Seit Jahrzehnten bieten wir Bio-Gemüse am Wochenmarkt in Luzern an. Über viele Jahre hinweg hat sich eine treue Stammkundschaft rund um unseren Stand gebildet. Sie schätzt unsere Vielfalt an saisonalem Gemüse, die Frische und Qualität – aber auch den Markt an sich, wo man sich trifft, spontan «auf einen Kaffee» geht und schon fast nebenbei seine Einkäufe tätigt.

Im Frühjahr 2020 wuchsen mit den warmen Frühlingstagen Salat, Fenchel, Krautstiel und Konsorten in unseren Treibhäusern. Doch dann: Die Schliessung des Wochenmarktes. Was tun, mit dem Gemüse, das unaufhaltsam wächst? Wie lässt sich auf die Schnelle und neben der regulären Arbeit auf dem Hof ein neuer Absatzkanal aufbauen? Was antworten auf die Anrufe zahlreicher Kunden, die um ihr Gemüse bangen und besorgt sind, weil auch die Grossverteiler leere Gemüseregale aufweisen?

Der Blick zurück zeigt: Im Eiltempo wurden neue Möglichkeiten gefunden, damit lokale Produzenten und Konsumenten miteinander in Kontakt treten und sich Austauschen konnten. Ein bis dahin undenkbares Engagement von Seiten der Kundschaft und des Bekanntenkreises machte es möglich. Beziehungen haben sich verstärkt, mit innovativen Ideen wurden neue Wege begangen, eine noch nie gekannte Solidarität wurde für uns erfahrbar. Der Lockdown hat die Konsumenten – und damit jede und jeden von uns – erschüttert, da er das Selbstverständnis einer uneingeschränkten Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln auf den Kopf gestellt hat. Dadurch wurde auf der lokalen Ebene ein Bewusstsein geschaffen, wie sehr Stadt und Land, lokale Kleinproduzentinnen und Produzenten und ihre urbane Kundschaft, auf einander angewiesen sind. Doch wie nachhaltig hat diese Erfahrung die Beziehung von Konsumenten und Produzenten verändert? Und was ist davon nach einem Jahr und der Wiedereröffnung des Wochenmarktes geblieben? In einem Erfahrungsbericht möchte ich der interessierten Fachschaft die eigenen Beobachtungen und Erkenntnisse aus meinem Berufsalltag als Bio-Gemüsegärtnerin vermitteln.



ID: 602 / ad_AlltagidKrise: 5
Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden

Wertschätzung regionaler Lebensmittelproduktion und Veränderungen im Ernährungsverhalten während der Corona-Pandemie 2020

Gesa Busch, Sarah Iweala, Konstanze Ullmann, Constanze Rubach, Elisa Bayer, Achim Spiller, Clara Mehlhose, Aurelia Schütz, Antje Risius

Georg-August-Universität Göttingen, Deutschland

Durch die Corona-Pandemie hat sich das Leben vieler Menschen schlagartig verändert. Gerade zu Beginn der Pandemie im März/April herrschte eine große Verunsicherung bei vielen Menschen über das weitere Geschehen und die Bedrohungen durch die Pandemie. Dies äußerte sich auch in einem veränderten Einkaufsverhalten bei Lebensmitteln vieler Menschen, mit direkten Auswirkungen auf die Verfügbarkeit vieler, besonders haltbarer, Lebensmittel. Auch medial geführte Diskussionen haben im weiteren Verlauf der Pandemie auf die globale Vernetzung und die Krisenanfälligkeit des Ernährungssystems hingewiesen und diese stärker in den öffentlichen Fokus gerückt. Durch die starken Einschnitte der Pandemie, die das alltägliche Leben sowohl privat als auch beruflich für viele Menschen verändert haben, hat sich auch die Ernährungsroutine für viele Menschen verändert. Vor diesem Hintergrund haben wir zu drei Zeitpunkten der Pandemie (April, Juni und November 2020) dieselben 422 Personen in Deutschland zu ihrem Einkaufs- und Ernährungsverhalten, ihren Befürchtungen von Knappheiten bei Lebensmitteln, zur wahrgenommenen Resilienz von globalen und regionalen Ernährungssystemen, sowie zur Wertschätzung für die Landwirtschaft befragt. Die Befragungen wurden online durchgeführt und die Befragten durch einen Panelanbieter zu den Umfragen eingeladen.

Beim Verzehr bestimmter Lebensmittel zeigten sich nur in kleineren Bevölkerungsgruppen Veränderungen im Verlauf der Pandemie, etwa 20% geben an ihr Ernährungsverhalten verändert zu haben und 15% sagen, dass sie während der Pandemie mehr essen als zuvor. In Bezug auf die Bevorratung zeigt sich, dass vor allem zu Beginn der Pandemie Lebensmittel eingelagert wurden. Knappheiten wurden vor allem im April erwartet, während diese Befürchtungen im Laufe des Jahres nachgelassen haben. Wenn Knappheiten befürchtet werden, dann überwiegend aufgrund von „Hamsterkäufen“ anderer Personen. Dies spiegelt sich auch in einer gesteigerten positiven Sichtweise auf globale Ernährungssysteme am Jahresende wieder, wobei die Präferenz für regionale Ernährungssysteme weitaus stärker ausgeprägt ist. Bei der Auswahl der Lebensmittel werden gegen Ende des Jahres 2020 verstärkt Aspekte aus dem Bereich der Nachhaltigkeit (z.B. Tier-, und Klimaschutz sowie Regionalität) für viele Menschen beim Einkauf deutlich wichtiger. Die Pandemie hat diesen Werten einen Schub verpasst.



ID: 468 / ad_AlltagidKrise: 6
Ad-hoc-Gruppe - Alltag in der Krise: Wie Ernährungsroutinen in der Corona-Pandemie neugestaltet werden

Challenge oder Chance? – Familienmahlzeiten in der COVID-19 Pandemie

Lea Eileen Pöhls

Universität Hamburg, Deutschland

„Da wir mehr Zeit zu Hause verbringen kochen wir noch öfter als sonst. Das ist toll!“ (Familie Neubert) versus „Ansonsten müssen wir jetzt jeden Tag kochen, was mich durchaus manchmal stresst.“ (Familie Ackermann).

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermindern, wird das gesellschaftliche Leben Mitte März 2020 weitestgehend eingeschränkt. Viele Menschen können nicht mehr arbeiten oder arbeiten vom Homeoffice aus. In dieser Zeit unterliegt der Familienalltag wesentlichen Veränderungen, da Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung koordiniert werden müssen. Auch die Organisation des Essalltags muss häufig neu gestaltet werden, da Schulen und Kitas geschlossen sind und keine Verpflegung außer Haus stattfindet.

Dieser Beitrag untersucht, inwieweit der mit dem Coronavirus begründete Lockdown den familiären Essalltag vor Herausforderungen stellt und inwiefern er neue Chancen birgt. Er stützt sich auf die Auswertung von Ernährungstagebüchern, die in zwei Etappen erhoben wurden: das Ernährungstagebuch 1.0 vor der COVID-19 Pandemie und das Ernährungstagebuch 2.0 während des Lockdowns. Jeweils über einen Zeitraum von einer Woche haben 23 Mittelschichtfamilien mit jeweils zwei Kindern im Alter zwischen drei und 13 Jahren die Tagebücher ausgefüllt und darin tägliche Routinen, Planungen, Motivationen und Abläufe der gemeinsamen Mahlzeiten dokumentiert.

Es zeigt sich, dass spezifische Aspekte des familiären Essalltags während des Lockdowns von den Familien teilweise konträr aufgefasst werden. Beispiele sind die Lebensmittelwahl, die Kommunikation, die Zubereitung und der Ablauf der gemeinsamen Mahlzeiten. Bezüglich der Kommunikation bei Tisch erklärt Frau Neubert: „Beim gemeinsamen Essen gibt es oft auch interessante Gespräche. Wir erklären den Kindern die derzeitige Situation“ (Familie Neubert; Pos. 30). Im Kontrast dazu schildert Frau Dambacher: „Man hat sich nichts zu erzählen, da man sozusagen den ganzen Tag zusammenhockt. Fragen wie: Wie war es in der Schule? entfallen“ (Familie Dambacher, Pos. 6). Doch aus welchen Gründen stellt der COVID-19 Lockdown den Essalltag einiger Familien vor Herausforderungen, während er für andere Chancen birgt, wenn doch alle den gleichen sozioökonomischen Hintergrund aufweisen? Der Beitrag gibt Aufschluss.



 
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