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Sitzungsübersicht
Sitzung
Sek_SozPol: Sektionsveranstaltung - Pandemie, Krisen und soziale Sicherheit. Vertrauen durch, Vertrauen in Sozialpolitik
Zeit:
Mittwoch, 25.08.2021:
9:00 - 11:00

Chair der Sitzung: Thilo Fehmel, HTWK Leipzig
Chair der Sitzung: Stefanie Börner, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Ort: digital

Den Link zur digitalen Sitzung finden Sie nach Anmeldung zum Kongress bei Eventbrite.

Sektion Sozialpolitik (DGS)


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Präsentationen
ID: 513 / Sek_SozPol: 1
Sektionsveranstaltung - Pandemie, Krisen und soziale Sicherheit. Vertrauen durch, Vertrauen in Sozialpolitik

Die Rekonstruktion von Solidarität in Europäischen Wohlfahrtsstaaten in der COVID-19 Pandemie

Birgit Pfau-Effinger1, Patricia Frericks2

1Universität Hamburg, Deutschland; 2Universität Kassel, Deutschland

Wohlfahrtsstaaten beruhen auf der Umverteilung ökonomischer Ressourcen mit dem Ziel der Unterstützung derjenigen Teile der Bevölkerung, die eine finanzielle Unterstützung und soziale Dienstleistungen benötigen. Dementsprechend beruht die Konstruktion der „Sozialbürger*innen“ auf der kulturellen Idee der Solidarität. Dabei variieren das Ausmaß und die Art und Weise, in der die Sozialbürgerschaft mit Solidarität verknüpft ist, im historischen und internationalen Vergleich; der Zusammenhang ist immer wieder Gegenstand von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Aushandlungsprozessen. Das Paper geht der Frage nach, inwieweit durch die Politiken der europäischen Wohlfahrtsstaaten in der COVID-19-Pandemie neue Typen von solidarischer Sozialbürgerschaft konstruiert wurden. Es enthält Analysen und theoretische Reflektionen zu dieser Frage. Wir argumentieren, dass die europäischen Regierungen in der COVID-19 Pandemie teilweise neue Formen der Sozialbürgerschaft entwickelt haben, die auf einer Modifikation oder einer Innovation des Verhältnisses der Sozialbürger*innen zur Solidarität beruhen. Dabei unterscheiden wir drei Typen der pandemie-bezogenen Sozialbürgerschaft: Solidarität mit den „systemrelevanten Arbeitskräften“ (vor allem mit dem Personal im medizinischen Sektor und in Pflegeheimen), Solidarität mit sozialen Gruppen, deren Armutsrisiko durch die Pandemie stark gestiegen ist (etwa mit Solo-Selbständigen, Kulturschaffenden), und Solidarität mit den gesundheitlich beeinträchtigten und älteren Teilen der Bevölkerung in Bezug auf infektionsbedingte Sterberisiken. Während die Unterstützung der Maßnahmen durch die Bevölkerung im Fall der ersten beiden Typen durch klassische sozialpolitische Instrumente der Umverteilung gesichert werden konnte, erforderte der dritte Typ eine neue Art der Ausübung von Solidarität auf der Basis der Selbstbeschränkung der Individuen in ihren sozialen Kontakten im Alltagsleben (durch soziale Distanzierung, Mobilitäts-Einschränkungen, Reisebeschränkungen, das Tragen von Gesichtsmasken etc.). Auf der Grundlage der Analysen und theoretischen Reflektionen zu diesen Folgen der Pandemie stellt das Paper auch Überlegungen zur Nachhaltigkeit dieser Typen von Sozialbürgerschaft und Solidarität in den post-pandemischen Zeiten an.



ID: 367 / Sek_SozPol: 2
Sektionsveranstaltung - Pandemie, Krisen und soziale Sicherheit. Vertrauen durch, Vertrauen in Sozialpolitik

Von der Corona-Krise zur Vertrauenskrise? Analysen zum Einfluss von Sozialpolitik und deren Wahrnehmung auf Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Volker Lang1, Marvin Bürmann2, Simon Kühne2

1Universität Tübingen, Deutschland; 2Universität Bielefeld, Deutschland

Sozialpolitik soll nicht zuletzt als Form institutionalisierter Solidarität helfen, gesellschaftliche Krisen zu bewältigen. In Krisensituationen wie der Corona-Pandemie zeigt sich, inwieweit sozialstaatliche Regulierungen diese Solidaritätsfunktion erfüllen. Daran anknüpfend, untersuchen wir in diesem Beitrag die Frage inwieweit die im Zuge der Corona-Krise getroffenen sozialpolitischen Maßnahmen – sowie deren wahrgenommener Erfolg und Misserfolg – Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland beeinflussen.

Dabei rücken wir zwei während der Corona-Pandemie im Fokus stehende gesellschaftliche Teilbereiche ins Zentrum: Das Gesundheits- und das Wirtschaftssystem. Im gesellschaftlichen und politischen Diskurs wurden die Folgewirkungen der Corona-Krise für diese beiden Teilsysteme häufig im Sinne eines Konkurrenzverhältnisses gegeneinander ausgespielt und aufgewogen. Dabei wurde stets betont, dass die Eindämmung der Krisenfolgen für Gesundheit und Wirtschaft von zentraler Bedeutung für die gesamtgesellschaftliche Bewältigung der Krise sind. Daher erwarten wir, dass Erfahrungen mit und Einschätzungen zu spezifischen sozialpolitischen Maßnahmen in diesem beiden gesellschaftlichen Teilbereichen, Effekte auf das Vertrauen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben. Da Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht ausschließlich durch eigene Erfahrungen und Einschätzungen der eigenen Situation beeinflusst werden, erwarten wir zudem, dass Einflüsse der Wahrnehmung des Gesamtzustands des Gesundheits- und Wirtschaftssystems diese Sorgen auch über Indikatoren der eigenen Situation und spezifischer sozialpolitischer Maßnahmen hinaus prägen. Außerdem gehen wir davon aus, dass der Bewertung des politischen Krisenmanagements während der Corona-Pandemie eine zentrale moderierende Rolle hinsichtlich der Effekte sozialpolitischer Maßnahmen auf das individuelle Vertrauen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt zukommt.

Wir untersuchen unsere Erwartungen auf Basis von Daten aus dem SOEP-CoV-Projekt. Im Rahmen dieses Projekts wurden zwischen April und Juni 2020 sowie Anfang 2021 jeweils mehr als 6,000 Personen aus Haushalten, die seit mindestens 2018 am Deutschen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) teilnehmen, telefonisch befragt.



ID: 271 / Sek_SozPol: 3
Sektionsveranstaltung - Pandemie, Krisen und soziale Sicherheit. Vertrauen durch, Vertrauen in Sozialpolitik

Bezugsdauern des Arbeitslosengeldes. Eine Vignettenanalyse zur empfundenen Angemessenheit vor und während der Covid-19-Krise

Olaf Struck1, Christopher Osiander2, Monika Senghaas2, Gesine Stephan2, Richard Wolf1

1Universität Bamberg, Deutschland; 2Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg, Deutschland

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Menschen in wirtschaftlichen Krisenzeiten – wie aktuell während der Covid-19-Pandemie – längere Bezugsdauern des Arbeitslosengeldes aus der Arbeitslosenversicherung für angemessen halten. Längere Bezugsdauern können die Einkommenssituation der Betroffenen stabilisieren und die Suche nach einer qualifikationsadäquaten Stelle und damit das Matching verbessern. In Krisenzeiten kann die Verlängerung der Bezugsdauer dazu beitragen, die sich verschlechternde Arbeitsmarktlage und Konsumeinbußen abzufedern. Geringerer Druck zur Suche einer Arbeitsstelle kann aber auch die Arbeitslosigkeitsdauer verlängern und längerfristig zur Entwertung von Qualifikationen beitragen. Wir untersuchen mit Hilfe von Befragungsdaten aus Online-Befragungen im November 2019 und in der Krise im Mai 2020, welche Bezugsdauern arbeitsmarktnahe Personen für angemessen erachten. Dazu wurden den Teilnehmenden Vignetten mit Beschreibungen hypothetischer Arbeitsloser vorgelegt, deren Charakteristika zufällig variieren. Die Ergebnisse zeigen, dass dieselben Befragten vor und während der Krise sehr ähnliche Bezugsdauern für angemessen halten. Darüber hinaus beziehen sie bei der Bemessung der Bezugsdauer für Arbeitslose neben Beitragsprinzipien Kriterien der Bedürftigkeit ein. So beeinflussen Merkmale wie etwa das Alter der Arbeitslosen, (k)ein eigenes Verschulden, die Lebensleistungen oder Beitragsdauern das Urteil, welche Dauer des Leistungsbezugs als angemessen angesehen wird.



ID: 514 / Sek_SozPol: 4
Sektionsveranstaltung - Pandemie, Krisen und soziale Sicherheit. Vertrauen durch, Vertrauen in Sozialpolitik

Politik, Kultur und COVID-19: Erklärung von Differenzen in den wohlfahrtsstaatlichen Politiken zur Kinderbetreuung in der Pandemie

Thurid Eggers1, Christopher Grages2, Birgit Pfau-Effinger2

1Universität Bremen, Deutschland; 2Universität Hamburg, Deutschland

Der Lockdown der extra-familialen Kinderbetreuung bildete einen wichtigen Bestandteil der Politiken der europäischen Regierungen gegen den Anstieg der Infektionen mit COVID-19 in der ersten Welle der Pandemie. Er führte dazu, dass oftmals dazu, dass die Mütter der Kinder die Aufgabe der Betreuung ihrer eigenen Kinder übernahmen, entweder im Zusammenhang mit Arbeit im Home Office oder auf der Grundlage einer Unterbrechung ihrer Beschäftigung. Aus dem Grund wird in der Forschung auch von einer “Re-Traditionalisierung” der Geschlechterverhältnisse in der Krise gesprochen, auch wenn diese Annahme umstritten ist. Dabei differierten die pandemie-spezifischen Politiken teilweise erheblich im europäischen Vergleich. Das Paper untersucht Differenzen zwischen diesen Politiken und überprüft, inwieweit sich die Unterschiede mit dem Zusammenspiel zwischen den kulturellen und familienpolitischen Grundlagen vor der Pandemie im Kontext des jeweiligen Care Arrangement (Pfau-Effinger 2005) erklären lässt. Dabei legen wir die forschungsleitende Annahme zugrunde, dass besonders die Regierungen in Ländern mit traditionellen kulturellen Ideen zum Geschlechterverhältnis, zur Elternschaft und zur Kinderbetreuung die elterliche Kinderbetreuung als wesentliche Ressource für die Kinderbetreuung nutzen. Das Paper stellt die Ergebnisse eines internationalen Vergleichs von COVID-19-Politiken vor, die auf der Analyse familienpolitischer Dokumente und auf statischen Daten und Survey-Daten zur Kinderbetreuung und zu den kulturellen Werten zum Verhältnis von Familie und Erwerbstätigkeit beruht. In den Vergleich werden drei Länder einbezogen, die jeweils unterschiedliche Typen von Care Arrangements repräsentieren, Deutschland, Dänemark und England.



 
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