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Vue d’ensemble des sessions
Session
SSRE_S13C_02: Symposium "Digitale Kommunikation in der Schule – eine mehrperspektivische Annäherung"
Heure:
Mardi, 13.09.2022:
14:45 - 16:15

Salle: UNIL Anthropole - 2013

Bat. ANTHROPOLE 72 places

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Présentations

Digitale Kommunikation in der Schule – eine mehrperspektivische Annäherung

Président(s) de session: Sonja Beeli (PH Bern)

Discutant(s): Doreen Prasse (PH Schwyz)

Der Begriff digitaler Wandel bezeichnet fundamentale Veränderungsprozesse, die mit den technologischen Entwicklungen der Digitalisierung einhergehen und die Gesellschaft als Ganzes sowie Schulen im Speziellen betreffen (Petko et al., 2018). In der Bildungsforschung werden damit verbundene Fragen oft auf den Unterricht oder die Infrastruktur von Schulen reduziert (Welling et al., 2015). Damit Schulen ihre Kernaufgabe – die Organisation von Unterricht – wahrnehmen können, müssen sie laut Fend (2008) in weiteren Arbeitsfeldern agieren. Dazu gehört die „Gestaltung des Kontakts zu Eltern“ und die „Arbeit an der Selbstdarstellung und Aussenpolitik der Schule“ (ebd., S. 157). Während ein grosser Teil der Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten durch die Lehrpersonen erfolgt, gestaltet auch die Schulleitung die Interaktion mit verschiedenen Anspruchsgruppen und trägt die Gesamtverantwortung dafür (Windlinger et al., 2014).

Das Symposium thematisiert die digital geprägte schulische Kommunikation aus der Perspektive der unterschiedlichen Beteiligten:

Im ersten Beitrag stehen die Schulleitungen im Fokus. Auf der Basis von vier Fallstudien wurden mit Hilfe von eines Methodenmixes neun Handlungsdimensionen identifiziert, die für die Ausrichtung der Schulkommunikation im Hinblick auf den digitalen Wandel in der Schule und für unterschiedliche Zielgruppen relevant sind. Diese identifizierten Dimensionen adressieren nicht nur die Etablierung digitaler Kanäle in der schulischen Kommunikation, sondern auch die Entwicklung einer digital affinen Kommunikationskultur und die kommunikative Begleitung des Veränderungsprozesses der Schule generell.

Der zweite Beitrag beschreibt auf der Basis halbstandardisierter Interviews Überzeugungen und Einstellungen sowie konkrete Überlegungen, welche Lehrpersonen sich im Rahmen ihrer Kommunikation mit Erziehungsberechtigten machen. Fokussiert wird dabei die Applikation «Klapp», welche in der Schweiz spezifisch für die Schulkommunikation entwickelt wurde. Im Vordergrund steht die Frage, welche Faktoren die Nutzung einer digital unterstützten Kommunikation bei Lehrpersonen erleichtern oder hemmen.

Der dritte Beitrag konzentriert sich auf Schulwebsites als weiteres digitales Kommunikationsmittel. Auf der Grundlage theoretischer Ansätze aus der Usability Forschung werden Inhalt und Gestaltung von Websites aus der Perspektive unterschiedlicher Gruppen von Erziehungsberechtigten analysiert und deren Erfahrungen und Wahrnehmung gegenübergestellt.

Die drei Beiträge des Symposiums werden von Doreen Prasse aufgegriffen und wichtige Konsequenzen und Perspektiven für die Schulentwicklung in Zeiten zunehmender Digitalisierung diskutiert.

 

Présentation du symposium

 

Welche Handlungsdimensionen sind für die Weiterentwicklung der Kommunikation im digitalen Wandel von Schulen relevant?

Nicole Rosenberger Staub, Colette Schneider Stingelin
ZHAW

Durch den digitalen Wandel verändern sich die Erwartungen der Stakeholder an die Kommunikation von Schulen und ihren Führungsorganen. Für die Schulentwicklung, das Organisieren des Schulalltags und die Interaktion mit den verschiedenen Anspruchsgruppen sind die Schulleitenden verantwortlich (Windlinger et al., 2014, S. 3). Digitalisierung wird damit zur Querschnittsaufgabe im Schulleitungshandeln. Dazu gehört zum einen «digitales Schulmanagement», d.h. der Einsatz von Schulinformations- und Lernmanagementsystemen sowie von digitalen Kanälen für die interne und externe Kommunikation (Tulowitzki & Gerick, 2018, S. 210), zum andern «digital leadership». Dies bedeutet unter anderem, als Schulleitung einen visionären Fokus zu haben, eine innovationsfreundliche Kultur und Kooperation zu fördern und angemessene Ressourcen zur Verfügung zu stellen (Schiefner-Rohs, 2016, S. 1409).

Folgende Fragestellung steht für den Beitrag im Zentrum: Welche Handlungsdimensionen sind für die Weiterentwicklung der Kommunikation von Schulen relevant, um a) eine dem digitalen Wandel angemessene Kommunikationskultur in Schulen zu entwickeln und b) möglichst alle Erziehungsberechtigten zu erreichen?

Im Projekt «Schulkommunikation im digitalen Wandel» wurden die zentralen Kommunikationsprozesse von Schulen in vier Fallbeispielen erfasst, die Perspektiven der verschiedenen Akteure (Schulleitende, Lehrpersonen, Erziehungsberechtigte, Schüler:innen) eingeholt und die Forschungsfragen mittels eines qualitativen Mehrmethodendesigns (Loosen & Scholl, 2012) beantwortet. Die vier Schulen stammen aus verschiedenen Kantonen der Deutschschweiz und unterscheiden sich in Bezug auf die Faktoren Grösse (130 bis 800 SchülerInnen), Organisation (zwischen 1 bis 5 Schulleitende), Schulstufen (Gesamtschule von Primar- bis Oberstufe sowie Sekundarschulen), finanzielle Ressourcen und demographische Zusammensetzung der Schüler:innen. Ende 2019/Anfang 2020 wurden Leitfadeninterviews mit allen Schulleitungen (n=12) und je drei Fokusgruppen mit Lehrpersonen, Schüler:innen und Erziehungsberechtigten durchgeführt. Alle Leitfadeninterviews und Fokusgruppengespräche wurden transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring, 2015) ausgewertet. Im Spätsommer 2020 wurde eine Nacherhebung durchgeführt, um die während des Lockdowns gemachten Erfahrungen mit der Schulkommunikation zu erfassen. Dazu wurden Leitfadengespräche mit den Gesamtschulleitungen (n=7), mit Lehrpersonen (n=4) und Erziehungsberechtigten (n=4) geführt, die bereits in den Fokusgruppen beteiligt gewesen waren, und an drei Schulen eine Onlinebefragung von Lehrpersonen (n=37) und Erziehungsberechtigten (n=159) durchgeführt.

Im Beitrag werden zentrale Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Handlungsdimensionen vorgestellt. Unabhängig von den unterschiedlichen Voraussetzungen bezüglich Organisation, Ressourcen, ICT-Ausstattung und Mitwirkungsgremien zeigt sich, dass in den Schulen kein übergeordnetes, gemeinsames Verständnis bezüglich Werthaltungen, Funktion und Gestaltung von Kommunikation vorhanden ist. Auch werden die Lehrpersonen kaum dazu befähigt, die digitalen Kanäle angemessen zu nutzen.

Bibliographie

Loosen, W., & Scholl, A. (Hrsg.). (2012). Methoden und Forschungslogik der Kommunikationswissenschaft: Bd. 7. Methodenkombinationen in der Kommunikationswissenschaft: Methodologische Herausforderungen und empirische Praxis. Herbert von Halem.

Mayring, P. (2015). Qualitative Inhaltsanalyse: Grundlagen und Techniken (12. Aufl.). Beltz Pädagogik.

Schiefner-Rohs, M. (2016). Schulleitung in der digital geprägten Gesellschaft. In H. Buchen & H.-G. Rolff (Hrsg.), Professionswissen Schulleitung (4. Aufl., S. 1402–1472). Beltz.

Tulowitzki, P., & Gerick, J. (2018). Digitales Schulmanagement. Schulleitung und Schulentwicklung in einer digitalen Welt. In E. Zala-Mezö, N.-C. Strauss & J. Häbig (Hrsg.), Dimensionen von Schulentwicklung: Verständnis, Veränderung und Vielfalt eines Phänomens (S. 204–224). Waxmann.

Windlinger, R., Hostettler, U., & Kirchhofer, R. (2014). Schulleitungshandeln, Schulkontext und Schulqualität: Eine quantitative Untersuchung der komplexen Beziehungen am Beispiel des deutschsprachigen Teils des Kantons Bern. PH Bern.

 

Welche Überlegungen machen Lehrpersonen bei der Nutzung digitaler Kommunikationskanäle?

Daniel Hürzeler
PH Bern

Welche Rolle spielt die digital unterstützte Kommunikation in der Zusammenarbeit zwischen der Schule und Erziehungsberechtigten? Spätestens während der Schulschliessung im Frühjahr 2020 hat sich gezeigt, dass sie unverzichtbar ist. Die Kommunikation zwischen Erziehungsberechtigten und der Schule ist von zentraler Bedeutung, denn ohne sie könnte keine erfolgreiche Zusammenarbeit entstehen (Epstein, 2018). In zahlreichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass eine erfolgreiche Kooperation zwischen Erziehungsberechtigten und der Schule das Engagement und die Leistungsentwicklung von Lernenden positiv beeinflussen (u.a. Ma et al., 2016). Mit dem Aufkommen von digitalen Kommunikationsplattformen, stellt sich die Frage ob und wie damit die Beteiligung der Erziehungsberechtigten verbessert werden kann (Bastian & Prasse, 2021). Das Ziel des Projektes, welches als Masterarbeit an der Pädagogischen Hochschule Schwyz durchgeführt wurde, bestand darin, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Überzeugungen von Lehrpersonen die Nutzung digital unterstützter Kommunikation erleichtern oder hemmen. Ausserdem wurde untersucht, in welchem Zusammenhang die Wahl des Kommunikationskanals mit den kommunizierten Inhalten steht.

Im Zentrum dieser explorativen Arbeit standen Schulen, welche für die Kommunikation die Schweizer Plattform «Klapp» verwenden. Diese wurde spezifisch für den Einsatz in Schulen entwickelt. Mit ihrer Hilfe lassen sich Textnachrichten, Termine und Dateien verschicken. An der Befragung mittels halbstandardisierter Interviews nahmen insgesamt 14 Primarschullehrpersonen (10 Frauen, 4 Männer) aus unterschiedlichen Deutschschweizer Kantonen teil. Neben ihrem alltäglichen Kommunikationsverhalten wurden die wahrgenommenen Vor- und Nachteile der digital unterstützten Kommunikation thematisiert. Mittels fokussierter Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2020) konnten verschiedene Überzeugungen von Lehrpersonen identifiziert werden, welche im Zusammenhang mit der Nutzung von digital unterstützter Kommunikation stehen.

Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle für den Einsatz digital unterstützter Kommunikation spielen. Die Möglichkeit, direkt, zeitnah und ohne Umwege mit Erziehungsberechtigten zu kommunizieren gilt als relevanter Vorteil der digital unterstützten Kommunikation. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten stellen die Lehrpersonen auch vor Herausforderungen, vor allem in Bezug auf die Beziehungsgestaltung mit den Erziehungsberechtigten. Die Analyse des Datenmaterials erlaubte es, die kommunizierten Inhalte in drei thematische Gruppen zu kategorisieren. Es hat sich gezeigt, dass vor allem administrative oder einfache unterrichtsbezogene Angelegenheiten digital unterstützt kommuniziert werden. Die Mehrheit der Lehrpersonen erwähnte, bei sensitiven, persönlichen Angelegenheiten bevorzugt auf traditionelle Kommunikationswege zurückzugreifen.

Im Beitrag wird gezeigt, welche Faktoren für die Nutzung digital unterstützter Kommunikation relevant sind und welche Faktoren den Einsatz eher hemmen. Ebenso wird dargelegt, welche inhaltlichen Themen Lehrpersonen über den digitalen Kanal kommunizieren. Zudem werden neue Herausforderungen identifiziert, mit welchen Lehrpersonen bei der Arbeit mit einer Kommunikationsapplikation konfrontiert werden.

Bibliographie

Bastian, J., & Prasse, D. (2021). Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule mit digitalen Medien: Forschungsstand und Forschungsagenda. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 42, 349–379. https://doi.org/10.21240/mpaed/42/2021.12.04.X

Epstein, J. L. (2018). School, family, and community partnerships in teachers’ professional work. Journal of Education for Teaching, 44(3), 397–406. https://doi.org/10.1080/02607476.2018.1465669

Kuckartz, U., & Rädiker, S. (2020). Fokussierte Interviewanalyse mit MAXQDA: Schritt für Schritt. Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-31468-2

Ma, X., Shen, J., Krenn, H. Y., Hu, S., & Yuan, J. (2016). A Meta-Analysis of the Relationship Between Learning Outcomes and Parental Involvement During Early Childhood Education and Early Elementary Education. Educational Psychology Review, 28(4), 771–801. https://doi.org/10.1007/s10648-015-9351-1

 

Wie werden Erziehungsberechtigte auf Schulwebsites angesprochen?

Melodie Burri, Evelyne Wannack
PH Bern

Das Verhältnis zwischen Schule und Erziehungsberechtigten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert – ein Wandel, der in entsprechenden Begriffen zum Ausdruck gebracht wird: Während früher von Elternarbeit gesprochen wurde, drückt der heute öfters verwendete Begriff Erziehungs- oder Bildungspartnerschaft ein gleichberechtigteres Verhältnis aus (Sacher, 2014). Digitalen Technologien wird das Potential zugeschrieben, diese Beziehung beziehungsweise Partnerschaft weiter zu verändern, da sie neue Möglichkeiten für den Austausch bieten. Empirische Arbeiten stellen jedoch wiederholt fest, dass dieses Potential selten genutzt wird (u.a. Taddeo & Barnes, 2016). Ein digitaler Kanal, der von fast allen Schulen genutzt wird, ist die Website. In diesem Beitrag stellen wir Resultate eines Projektes vor, welches Schulwebsites mit einem methodenpluralen Ansatz untersucht.

Im Rahmen des aktuell an der PHBern laufenden Projektes «Digitale Elternarbeit an der Volksschule – Schulwebsites im Fokus» wurden in einem ersten Schritt die im Juni 2021 aktuellen Websites von 40 deutschsprachigen Schulen in den Kantonen Aarau, Bern, Freiburg und Solothurn analysiert. Die Auswahl erfolgte mit dem Ziel maximaler Variation (Patton, 2015) in mehreren Schritten. Wir erstellten pdf-Dokumente der Startseiten und untersuchten diese inhaltsanalytisch (Mayring, 2010). Zudem haben wir in Anlehnung an die Usability Forschung, welche sich mit der Nutz- und Brauchbarkeit von technischen Produkten auseinandersetzt, einen Fragebogen für die Analyse der Inhalte der Website entwickelt. Der Fragebogen basiert auf drei prototypischen Nutzenden der Website und bildet deren möglichen Bedürfnisse in ihren unterschiedlichen Kontexten ab. In einem zweiten Schritt befragen wir im Winter 2021/22 mit halbstandardisierten Interviews sowohl Schulleitungen als auch Erziehungsberechtigte von ausgewählten Schulen. Damit soll sowohl die Perspektive der Schulen, welche Websites konzipieren, erstellen und unterhalten, als auch die Perspektive der Erziehungsberechtigten, die diese nutzen, erfasst werden.

Erste Analysen der Startseiten sowie der Inhalte der gesamten Seiten verweisen auf grosse Unterschiede in der Ausgestaltung der Websites und in Bezug auf den Umfang der vorhandenen Informationen. Während beispielsweise beinahe alle Websites eine Suchfunktion enthalten, nutzen nur sehr wenige spezifische technische Möglichkeiten wie Telefonlinks, Kontaktformulare oder die Möglichkeiten zu Kalenderexporten für Anlässe oder Feriendaten. Vorhandene Informationen werden in der Regel als Text präsentiert und mehrsprachige Inhalte fehlen weitgehend. Welche Rolle die Kommunikation über die Website aus Sicht der Schulleitungen im Gesamtkontext spielt und wie diese von den Erziehungsberechtigten wahrgenommen wird, untersuchen wir aktuell mit Interviews. Für den Beitrag werden erste Resultate aus diesen Daten vorliegen, wobei wir die Perspektive der Erziehungsberechtigten in den Vordergrund stellen werden, da diese eine wichtige Ergänzung zu den anderen beiden Beiträgen darstellt.

Bibliographie

Mayring, P. (2010). Qualitative Inhaltsanalyse: Grundlagen und Techniken (11. Aufl.). Beltz Pädagogik.

Patton, M. Q. (2015). Qualitative Research & Evaluation Methods: Integrating Theory and Practice (Fourth edition). Sage.

Sacher, W. (2014). Elternarbeit als Erziehungs- und Bildungspartnerschaft: Grundlagen und Gestaltungsvorschläge für alle Schularten (2., vollständig überarbeitete Auflage). Verlag Julius Klinkhardt.

Taddeo, C., & Barnes, A. (2016). The School Website: Facilitating Communication Engagement and Learning. British Journal of Educational Technology, 47(2), 421–436.



 
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