SSRE-SSFE-congrès annuel 2026
17-19 Juin 2026
Haute école pédagogique de Saint-Gall
Programme de la conférence
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Daily Overview |
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SES_27: Éducation au développement durable, à l'avenir et à la santé
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13:30 - 14:00
Planetare Gesundheit: Stimmen von Studierenden gesundheitsbezogener Studiengänge – eine qualitative Befragung 1Institut für Public Health (IPH), Forschungsstelle Public Health, Digital Health Design Living Lab – DHD LL, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Katharina-Sulzer-Platz 9, CH-8401 Winterthur, Schweiz; 2Hochschule Furtwangen, Fakultät III: Health, Medical & Life Sciences, Robert-Gerwig-Platz 1, 78120 Furtwangen, Deutschland; 3Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Universität Zürich, Winterthurer Strasse 30, CH-8006 Zürich, Schweiz Theoretischer Hintergrund Der Klimawandel und die ökologischen Krisen verschärfen sich weiter. Sie stellen eine der grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, vor allem auch für zukünftige Generationen, dar (Baltruks et al., 2022; Myers, 2017). Diese Entwicklungen bedrohen die Intaktheit planetarer Ökosysteme und gefährden damit die Grundlagen menschlichen Lebens und folglich auch unsere körperliche, psychische sowie soziale Gesundheit (Baltruks et al., 2022; Myers, 2017). Um dem entgegenzuwirken, Planetare Gesundheit (PLG) zu stärken und die notwendige sozialökologische Transformation voranzutreiben, kommt Angehörigen der Gesundheitsberufe eine Schlüsselrolle zu (Guzmán et al., 2021; Schwienhorst-Stich et al., 2023; Wabnitz et al., 2021). Um dieser gerecht werden zu können, ist eine fundierte Ausbildung entscheidend, weshalb Planetare Gesundheit in die Lehre gesundheitsbezogener Studiengänge integriert werden sollte (Schwienhorst-Stich et al., 2023; Wabnitz et al., 2021). Lehrformate sollten dabei sowohl auf aktuelle Entwicklungen als auch auf die Perspektiven und Lernbedürfnisse von Studierenden eingehen (Guzmán et al., 2021; Wabnitz et al., 2021). Fragestellung Vor diesem Hintergrund setzte das transnationale, hochschulübergreifende Projekt „Planetare Gesundheit mittels Setting-Ansatz im Studium erlebbar machen“ an, welches sich unter anderem mit der Perspektive der Studierenden auf das Thema beschäftigte. Im Zentrum stand die Frage, wie Studierende der Gesundheitsberufe das Thema der Planetaren Gesundheit verstehen, erleben und beschreiben - im Hinblick auf ihre persönlichen Erfahrungen und Haltungen, ihre mögliche Rolle als Gesundheitspersonen, ihr Studium sowie ihre berufliche Zukunft. Darüber hinaus war von Interesse zu erfahren, welche Anliegen und Vorschläge sie für ihr zukunftsfähiges Lernen, auch in Bezug auf die Entwicklung eigener Handlungsstrategien für die Berufspraxis, äussern. Forschungsdesign und -methode Die vorliegenden Fragestellungen wurden mittels eines qualitativen Forschungsdesigns untersucht. Im Zeitraum von Mai bis Juli 2025 wurden sechs leitfadengestützte, halb-strukturierte Interviews mit Studierenden gesundheitsbezogener Bachelorstudiengänge aus drei Professionen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW, Schweiz) und der Hochschule Furtwangen (HFU, Deutschland) geführt und aufgezeichnet. Das Datenmaterial wurde wörtlich transkribiert, teils im Tandem codiert, kommunikativ validiert und nach der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet. Zur Qualitätssicherung und Reflexion wurde ein Forschungstagebuch geführt. Resultate und deren Bedeutung Die Perspektiven, Emotionen und Wünsche formulieren die Studierenden in elf Hauptkategorien: a) Begriff / Konzept PLG b) Assoziierte Themen PLG c) Erste Berührungspunkte PLG d) Erlebte Umweltbelastungen e) Persönlicher Stellenwert f) Mensch-Umwelt-Verhältnis g) Reflexion & Emotionen im Kontext PLG h) PLG im Kontext Studium i) PLG im beruflichen Kontext j) Handlungsmöglichkeiten und -grenzen sowie k) Allgemeine Wünsche & Anregungen. Die Studierenden verstehen Planetare Gesundheit als enge Verbindung zwischen menschlicher und planetarer Gesundheit. Sie empfinden das Thema als persönlich und beruflich relevant und zeigen Bereitschaft, in ihrem zukünftigen Berufsleben aktiv beizutragen. Gleichzeitig erleben sie Emotionen wie Sorge, Frust sowie Machtlosigkeit und berichten von Zweifeln am eigenen Einfluss. Erste Lehrangebote zu Planetarer Gesundheit sind an beiden Hochschulen bereits integriert, werden jedoch als eher oberflächlich und wenig praxisnah erlebt. Die Studierenden wünschen sich daher einerseits eine verbindliche, curriculare Verankerung und eine Integration als Querschnittsthema in verschiedene Module, in (Praxis-) Projekte sowie Gruppen- und Forschungsarbeiten. Andererseits ist neben der Grundlagenvermittlung eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht, vor allem in Bezug auf konkrete, praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten. Interaktive Formate, Austauschräume sowie die Förderung transformativer Kompetenzen werden als zentral erachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende über hohes Potenzial verfügen, Planetare Gesundheit aktiv im Studium und später im Beruf mitzugestalten. Um dieses nutzen zu können, braucht es adäquate Lehr- und Lernangebote, die Wissen mit praxisorientiertem Handeln verbinden, Diskussionsräume bieten und die Kompetenz- und Rollenentwicklung der Studierenden fördern. Bildung kann so Zuversicht sowie Selbstwirksamkeit stärken und damit zur treibenden Kraft der sozialökologischen Transformation werden - hin zu einer lebenswerten Zukunft mit Gesundheit für Mensch und Planet. 14:00 - 14:30
Zwischenhalte Zukunft 1Pädagogische Hochschule Bern, Schweiz; 2Universität Bern, Schweiz; 3Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Schweiz; 4éduction21, Schweiz Im Kontext der Klimakrise zeigen die Ergebnisse einer globalen Befragung auf, dass drei Viertel der jungen Menschen verängstigt sind beim Gedanken an die Zukunft (Hickman et al., 2021). Dieser Befund unterstreicht die Bedeutung von Lerngelegenheiten für Jugendliche, um sich der gefühlten Ohnmacht zu stellen und den durch Weltgeschehen und Medienberichte verstärkten, düsteren Zukunftsprognosen mit zuversichtlichen und hoffnungsvollen Zukunftsentwürfen entgegenzuhalten. Damit verbundene sozio-emotionale Kompetenzen werden insbesondere im Jugendalter erworben und stellen eine wichtige Voraussetzung für die Wahrnehmung und Realisierung individueller Handlungsspielräume dar (Ojala et al., 2021). Im Rahmen dieses Projekts wurde ein interdisziplinär angelegtes Unterrichtsangebot bestehend aus einem Legespiel, begleitenden Unterrichtsmaterialien sowie einem didaktischen Kommentar für Lehrpersonen erstellt. Es bietet Schüler:innen der Sekundarstufe 1 die Möglichkeit, Zukunftsfragen und -vorstellungen zu den Themen Energie, Ernährung, Urbanisierung und Tourismus explizit mit der sie umgebenden Landschaft zu verknüpfen. Dabei konkretisieren sie ihre Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen zu einer positiv gerahmten, lebenswerten Zukunft in Form ästhetisch ansprechender, wissenschaftlich fundierter sowie ethisch reflektierter Visualisierungen in der realen Landschaft. Ausgangspunkt ist der Prototyp eines Unterrichtsspiels, der für den Panoramaweg «Zwischenhalt Zukunft» auf dem Campus Grüental in Wädenswil entwickelt wurde. In enger Zusammenarbeit zwischen der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern; Institut für Forschung, Entwicklung & Evaluation, Institut Sekundarstufe 1 sowie Institut Primarstufe) sowie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW; Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen) wurde der Prototyp des Legespiels einerseits inhaltlich sowie methodisch erweitert, um die Passung des Spiels in beliebige Landschaften sowie den Einbezug aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu ermöglichen. Andererseits wurde das Legespiel in Orientierung an den Lehrplan 21 (fach-)didaktisch weiterentwickelt, um unterschiedliche fachspezifische Zugänge zu Zukunftsvorstellungen (RZG, ERG, BG) miteinander zu verknüpfen und ästhetische, ethische und lebensweltbezogene Zugänge einer zeitgemässen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu eröffnen. Der weiterentwickelte Prototyp wurde im Sommer 2025 in zwei Klassen der siebten Jahrgangsstufe (N=38) aus der Region Bern forschungsbasiert evaluiert. Als quantitatives Erhebungsinstrument diente ein schriftlicher Fragebogen, der vor und nach der Bearbeitung des Unterrichtsarrangements von den beiden Experimentalklassen sowie zwei Kontrollklassen (N=34) ausgefüllt wurde. Die eingesetzten Items zielten auf die Erhebung kognitiver (z. B. Wissen zu den verschiedenen Zukunftsthemen), affektiver (z. B. Einstellungen zum Umweltschutz) sowie motivationaler Variablen (z. B. Selbstwirksamkeit) ab und wurden im Sinne einer Wirkungsevaluation hinsichtlich verschiedener Projektoutcomes ausgewertet. Ergänzend dazu wurden ausgewählte Lernspuren der Lernenden analysiert und mit Erkenntnissen aus leitfadengestützten Interviews mit den durchführenden Lehrpersonen (N=2) angereichert. Im Rahmen unseres Beitrags werden zunächst der Prototyp des Unterrichtsarrangements und unsere Erkenntnisse aus der forschungsbasierten Evaluation ebendieses präsentiert und vor dem Hintergrund theoretisch-konzeptioneller Grundlagen (z. B. transformatives Lernen in geographiedidaktischem Kontext; vgl. Pettig, 2021) eingeordnet. Im Anschluss möchten wir aufzeigen, wie diese Erkenntnisse in die nachfolgende Überarbeitung und Weiterentwicklung des Unterrichtsangebotes eingeflossen sind und wie das finalisierte Arrangement Eingang in die BNE-Praxis auf der Sekundarstufe 1 finden kann bzw. soll. Im abschliessenden Fazit reflektieren wir einerseits, wie Jugendliche in Bildungskontexten befähigt werden können, sich informiert, kreativ, und reflektiert mit Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung sowie ihren persönlichen Zukunftsentwürfen auseinanderzusetzen. Andererseits möchten wir Chancen und Grenzen ästhetischer Zugänge einer Bildung für eine lebenswerte Zukunft sowie der dafür notwendigen fächer- sowie institutionsübergreifenden Kooperationen am Beispiel unserers Projekts kritisch diskutieren. | ||
