SSRE-SGL-annual conference 2026
June 17-19, 2026
St.Gallen University of Teacher Education
Conference Agenda
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Daily Overview |
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DISK 09: An educational approach as the key to school building of the future
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Ein pädagogisches Konzept als Schlüssel zum Schulhausbau der Zukunft Der technologische und gesellschaftliche Wandel, Individualisierung und Inklusion, ökologische Herausforderungen oder Forschungsergebnisse zu Lernen und Bewegung – alle diese Aspekte erweitern das Anforderungsprofil an eine nachhaltige Gestaltung von räumlichen Lernumgebungen und damit auch an einen zukunftsweisenden Schulbau. Neues Lernen braucht neue Räume (Watschinger 2007; Strange & Kirschbaum 2020). Aus Sicht der Pädagogik ist der Raum der dritte Pädagoge (Stadler-Altmann 2016). Daher sind vielfältige Lernräume mit unterschiedlichen Qualitäten gefragt, die flexibel genutzt werden können, um den zunehmend differenten Bedürfnissen heterogener Lerngruppen gerecht zu werden. Insbesondere auch die individualisierte Förderung von Schüler*innen mit besonderen Bedürfnissen im Rahmen der schulischen Inklusion oder Ganztagesschulen tragen zu einem zusätzlichen Raumbedarf bei. Schule wird als «Lern-, Lebens- und Gestaltungsraum» (Lehrplan 21) beschrieben. Raumstrukturen, Unterrichtskultur, Schulkultur und Architektur sind aufeinander abzustimmen (Weyland & Watschinger 2017). Die Entwicklung geht vom lehrerzentrierten Frontalunterricht hin zu offenen Unterrichtsettings und aktivierenden Lernateliers, die in der Leitidee der «21st century skills» als Experimentier- und Entwicklungsräumen gestaltet sind. Traditionelle Unterrichtsmodelle und daraus abgeleitete Raumtypologien verlieren vor diesem Hintergrund an Tragfähigkeit. Aktuell verschränken sich Schule und ausserschulische Betreuung im Zuge der Einführung der Tagesschule immer stärker. Zudem wird die Relevanz von Bewegung für die physische, psychische und kognitive Entwicklung der Schüler*innen meist unterschätzt (Awad 2022). Lernen in einer motivierenden und bewegungsfördernden Umgebung soll in und durch Bewegung geschehen (physically active learning). Die Schule als inspirierende Umgebung hat eine bewegungs- und gesundheitsfördernde Funktion, aktuelle Lernumgebungen können all diese Bedürfnisse jedoch kaum erfüllen. Die transdisziplinäre Schulraum- und Lernraumforschung ist eine Nischenforschung. Im Bereich der Lernraumentwicklung hat sich durch die Publikationen der Montag-Stiftungen unter dem Begriff der «Phase 0» ein breit angelegter Prozess der Bedarfsklärung aller Nutzenden im Schulbau etabliert. Doch das Wissen über aktuelle Lehr-Lern-Theorien aus der Unterrichtsforschung fehlt häufig in der Architektur und bei politischen Stakeholdern bzw. es wird auf traditionelle, normative Bilder von Schule zurückgegriffen. Die förderliche Wechselwirkung von Lernen und Raum im Sinne des dritten Pädagogen ist bisher im Schulbau von Architekt*innen kaum räumlich übersetzt worden. Unser Postulat beinhaltet, dass sich die Architektur der bildungswissenschaftlichen Expertise gegenüber öffnet und die Schulraum- und Lernraumforschung im wissenschaftlichen Diskurs den Platz behauptet, der ihr für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung zukommt. Der Round Table geht der Frage nach, wie sich die bildungswissenschaftlichen Disziplinen bei der Entwicklung eines schulraumspezifischen pädagogischen Konzepts einbringen können, damit die Schulraumentwicklung für ein anstehendes Schulneubau- oder Schulumbauprojekt als Teil der Konzeptions- und Planungsüberlegungen oder der Bedarfsanalyse im Vorfeld eines Wettbewerbs optimal unterstützt werden kann. - Wie kann Wissen von schulischen Akteuren zu Lern-, Unterrichts-, und Schulkultur im Hinblick auf die räumliche Umgebung bewusst gemacht werden? - Wie können daraus Bedürfnisse an den Schulraum abgeleitet werden? - Welchen Beitrag können die bildungswissenschaftlichen Disziplinen und die Pädagogischen Hochschulen in diesem Prozess leisten? - Welche Instrumente und Leitlinien können für diesen Prozess im Schulfeld gewinnbringend eingesetzt werden? Die partizipative Entwicklung eines pädagogischen Konzepts durch Lehrpersonen, Schulleitung und Schüler*innen geschieht an einer Schule erfahrungsbasiert, ko-kreativ sowie transformativ und wird idealerweise durch eine externe Fachperson begleitet. Die Arbeit am selben Gegenstand vor dem Hintergrund einer geteilten, relevanten Fragestellung sowie das gemeinsam zu erreichende Ziel vor Augen ermöglicht zwischen den unterschiedlichen Teilnehmenden tragende Arbeitsbündnisse und kreative Lösungsansätze. Dabei stehen Fragen der angestrebten Lern-, Unterrichts-, und Schulkultur im Vordergrund. Die Architektur wiederum erhält mit einem pädagogischen Konzept einer Schule einen Schlüssel zur Hand für darauffolgende Phasen der Konzeption, Planung und Realisierung neuer Raum- und Nutzungslösungen von Schulbauten. Organisation des Diskussionsforums: 4 Kurzbeiträge à je 5 Min. aus der Sicht der Erziehungswissenschaft, der Lernraumentwicklung, der Architektur sowie der Bewegungsförderung und Sportdidaktik eröffnen am Round Table eine gemeinsame, anhand von Leitfragen strukturierte Diskussion mit den Teilnehmenden. | ||
