SGBF-SGL-Jahreskongress 2026
17.-19. Juni 2026
Pädagogische Hochschule St.Gallen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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DISK 01: Innovative Lernumgebungen: Schüler:innen werden zu kritischen und kreativen Mitgestaltenden ihrer Zukunft
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Innovative Lernumgebungen: Schüler:innen werden zu kritischen und kreativen Mitgestaltenden ihrer Zukunft Die Regionalen Didaktischen Zentren der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (RDZ-PHSG) sind dezentrale Dienstleistungszentren für die Volksschule. Ihr Angebot richtet sich an Lehrpersonen, Studierende, Behörden und die bildungsinteressierte Öffentlichkeit. Ein wichtiges Herzstück der Angebote sind innovative, ausserschulische Lernumgebungen zur Förderung der Kompetenzentwicklung von Schüler:innen (Kindergarten bis 9. Klasse). Diese werden in Zusammenarbeit zwischen RDZ-Lernbegleitungspersonen (in der Regel amtierende Volksschullehrpersonen) und Fachpersonen der PHSG entwickelt. Im Zentrum des Symposiums steht die Frage, wie es mit kompetenzorientierten, ausserschulischen Lernumgebungen mit BNE-Bezug gelingt, Schüler:innen zu kreativen Mitgestaltenden ihrer Zukunft zu machen. Ergänzend wird der Frage nachgegangen, wie die Lehrpersonen weitergebildet werden können, um Bildung für Nachhaltige Entwicklung als fächerübergreifendes und interdisziplinäres Feld in ihrem Unterricht vor- und nachzubereiten und längerfristig in ihren Unterricht zu integrieren. Es werden vier Lernumgebungen in ihrer fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Konzeption sowie mit Bezug zu den 17 Sustainable Development Goals (SDG’s) der vereinten Nationen vorgestellt. Zudem wird von Erfahrungen in der Umsetzung mit über 7000 Schüler:innen berichtet und dargelegt, wie Lehrpersonen mit einer vorgängigen Einführung in die Lernumgebung sowie über die direkte Erfahrung mit der eigenen Klasse für BNE-Themen sensibilisiert werden. In den ersten beiden Beiträgen wird aufgezeigt, wie komplexe Fragestellungen («Was ist ein guter Apfel?», «Wie sieht die Stadt der Zukunft aus, damit sich alle wohlfühlen?») einen kreativen Zugang zum vernetzten Denken eröffnen. Die Schüler:innen beantworten die Frage in einem ersten Schritt mit ihrem eigenen Erfahrungshintergrund. In einem zweiten Schritt lernen sie verschiedene, von der Fragestellung betroffene Akteure und deren Bedürfnisse, Wünsche und Haltungen kennen. Hierbei setzen sie sich spielerisch und handlungsorientiert mit fachlichen Inhalten auseinander, nehmen verschiedene Perspektiven ein und bringen diese in Bezug mit ihren eigenen Bedürfnissen. Abschliessend wird die komplexe Fragestellung nochmals diskutiert. Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren sollen erkannt und künftige Handlungsfelder für das eigene Verhalten als Teil einer demokratischen Gesellschaft gesammelt werden. Im dritten Beitrag liegt der Schwerpunkt auf den transversalen Kompetenzen der dialogischen, mehrsprachigen und interkulturellen Handlungsfähigkeit. In der vernetzten Welt bilden diese eine zentrale Basis und Ressource für partizipativ gestaltete Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse. Lernende werden in der Lernumgebung #WeischWaniMein in ihrer Identität und Diversität angesprochen. Als aktive und kritische Mitgestalter:innen im Hier und Jetzt sowie beim Entwerfen von Visionen für die Zukunft werden sie sich ihrer multilingualen und kulturellen Ressourcen bewusst. Sie entwickeln ihre Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit in den sprachübergreifenden, sprachmischenden und sprachwechselnden Aktivitäten weiter. Dabei spielt Gerechtigkeit und Teilhabe sowie Demokratiebildung und Partizipation eine zentrale Rolle. Im vierten Beitrag werden Kinder und Jugendliche zu Handelnden in der Natur. Welche Rolle spielt die Natur für unser Wohlbefinden? Welche Systemleistungen erbringen biodiverse Aussenräume im Siedlungsgebiet? Die naturnahe Lernumgebung bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für ausserschulisches und informelles Lernen sowie kritische und reflektierte Auseinandersetzung. Nebst einem emotional und kognitiv anregenden Aufenthaltsraum ermöglicht die naturnahe Lernumgebung ein direktes Mitwirken der Schüler:innen. Nach der Vorstellung der ersten beiden Beiträge (je 20’) folgt eine Diskussions- und Fragerunde (15’). Im Fokus dieser Diskussion stehen Erfahrungen in der Arbeit mit komplexen Fragestellungen und dem Perspektivenwechsel über Akteure. Der dritte Beitrag (ca. 20’) setzt mit Mehrsprachigkeit als Ressource für die Teilhabe einen neuen Fokus im Bereich BNE und wird mit einer Diskussionsrunde abgeschlossen (15’). Dem letzten Beitrag (15’) zu einem naturnahen ausserschulischen Lernort folgt ebenfalls eine Austauschrunde (15’). Bei allen Austauschgefässen sollen Chancen und Herausforderungen von Lernumgebungen für die Erreichung des Kompetenzzuwachses von Schüler:innen diskutiert werden. Das Publikum wird eingeladen aktiv mitzudenken. Beiträge des Symposiums Lernumgebung: Was ist ein guter Apfel? Kann unsere heutige Lebensweise uns und unseren Kindern und Grosskindern in 25 oder 50 Jahren ein gesundes und erfreuliches Leben ermöglichen? Und wie steht es damit, wenn wir nicht nur die Kinder in unserem Land, sondern alle Kinder der ganzen Welt einschliessen? Mit der Lernumgebung „Was ist ein guter Apfel?“ soll ein Beitrag geleistet werden, die heutige Lebensweise im Umgang mit dem Konsumgut, das alle Kinder und Jugendlichen kennen, dem Apfel, kritisch zu hinterfragen. Inhaltlich orientiert sich die Lernumgebung an Zielen der UNO, die in der Agenda 2030 handlungsleitend sind (SDG 2: Kein Hunger, SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion, SDG 13: Massnahmen zum Klimaschutz, SDG 15: Leben an Land, SDG 17: Partnerschaft zur Erreichung der Ziele). Die Schüler:innen werden mithilfe eines dreidimensionalen Advance Organizers mit der komplexen Fragestellung „Was ist ein guter Apfel?“ konfrontiert und vertiefen sich anschliessend mit digitalen und analogen Lernspuren in die Sichtweisen und Bedürfnisse verschiedener Akteure. Das vernetzte und kritische Denken wird angeregt, indem die Schüler:innen erkennen, dass die Frage „Was ist ein guter Apfel?“ von Konsumenten, Obstbauern, Insekten, Obsthändler, Naturschützer oder dem Staat unterschiedlich beantwortet werden kann. Ist der gute Apfel derjenige, am welchem der regionale Bauer gut verdient oder derjenige, der am günstigsten ist? Die Schüler:innen erkennen, dass es abhängig von der Perspektive keine eindeutigen Antworten auf die komplexe Fragestellung gibt und kreative Lösungen gefragt sind, die demokratisch ausgehandelt werden können. Die Erkenntnisse werden abschliessend gemeinsam diskutiert und ausgetauscht. Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren sollen erkannt und künftige Handlungsfelder für das eigene Verhalten gesammelt werden. Im Beitrag wird die Lernumgebung vorgestellt und die Erfahrungen der Lernbegleitungen hinsichtlich der Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit der komplexen Fragestellung, die der Lernumgebung zugrunde liegen, geteilt. Zudem wird vorgestellt, wie mit Vor-und Nachbereitungsaufgaben die Lehrpersonen das vernetzte Denken der Schüler:innen im Schulzimmer ergänzend fördern können. Lernumgebung Future City - Zukunft (er)leben und gestalten Bis ins Jahr 20250 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Der Klimawandel, zunehmende Mobilität, knapper Wohnraum, steigender Energieverbrauch sind nebst Bevölkerungswachstum in Städten weitere Punkte, welche die Frage dringend machen, wie Städte zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Mit der Lernumgebung „Future City – Zukunft (er)leben und gestalten“ wird dieses aktuelle Thema in den Fokus genommen. «Was brauche ich und was brauchen andere, damit sich alle in der Stadt der Zukunft wohlfühlen? Diese komplexe Fragestellung steht im Zentrum der Lernumgebung, welche sich inhaltlich auf den SDG 11 «Nachhaltige Städte und Gemeinden» fokussiert. Die Schülerinnen und Schüler werden mithilfe eines dreidimensionalen «Zentral Organizers» in die Thematik eingeführt. Anschliessend erwerben sie mit digitalen und analogen Lernspuren Fachwissen zu den Themen Mobilität, Wohnen, Freizeit und Konsum und lernen die (fiktiven) Stadtbewohnerinnen und -bewohner und deren Bedürfnisse kennen. Anschliessend geht es ums kreative und visionäre Planen der Zukunftsstädte, welche die Anliegen der verschiedenen Akteure berücksichtigen sollen. Beim darauffolgenden Bauen und Diskutieren werden gemeinsam Lösungen verhandelt und Kompromisse geschmiedet: Wie viel Platz haben Velos in der Stadt der Zukunft? Wo wird das Gemeinschaftswohnhaus gebaut? Zum Abschluss stellen sich die Schülerinnen und Schüler ihre Städte in einer Präsentationsrunde vor. Dabei werden das kritische Denken und die Reflexionsfähigkeit gefördert, indem die Schüler:innen gegenseitig beurteilen, wie gut es gelungen ist, die eigenen Bedürfnisse sowie die Bedürfnisse der Stadtbewohnerinnen und -bewohner zu berücksichtigen, damit sich alle in der Stadt der Zukunft wohlfühlen. Im Beitrag werden die Konzeptionierung und Umsetzung der Lernumgebung vorgestellt und wie der Anspruch auf Vernetzung als Mehrwert eingelöst wurde. Zudem wird von Erfahrungen mit Schülerinnen und Schülern berichtet und die Einführung für Lehrpersonen vorgestellt. Lernumgebung #WeischWaniMein Im Beitrag werden die theoretischen Grundlagen der Lernumgebung #WeischWaniMein mit dem Fokus auf Mehrsprachigkeit und Kulturvielfalt erläutert. Es wird aufgezeigt, wie Schülerinnen und Schüler mit ihrer gesamten sprachlichen und kulturellen Vielfalt sowie ihrer Identität in der Lernumgebung willkommen geheissen werden. Als Besucher:innen in der Stadt der Sprachen wenden sie ihre persönliche Mehrsprachigkeit praxisnah, handlungsorientiert und inspirierend an. Dabei erleben sie gelingende Verständigung und positive Kommunikation als bedeutsamen Schlüssel für ein solidarisches und respektvolles Zusammenleben. Welche Sprachen gehören zu mir und meiner Erlebniswelt? Wie lebe ich aufgeschlossen in Kontakt mit kultureller und sprachlicher Vielfalt? Wie können wir selbstwirksam und effektiv über Sprachgrenzen hinweg Informationen austauschen, beschaffen und erschliessen? Wie pflege ich einen aufmerksamen und interessanten Dialog mit meinem Gegenüber? Die Lernumgebung #WeischWaniMein lädt ein, solche und weitere Fragen handelnd, spielerisch-entdeckend und neugierig-forschend zu erkunden. Aktivierende und lustvolle Lerngelegenheiten messen der Ressourcenstärkung, dem Perspektivenwechsel sowie den gemeinsamen Such- und Lernbewegungen einen hohen Wert bei. Sie ermöglichen es, grundlegende sprachspezifische und sprachübergreifende Kompetenzen weiterzuentwickeln und zu konsolidieren. Dabei werden zukunftsrelevante Lernprozesse in fachlichen und überfachlichen Kompetenzen angeregt und wichtige globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) im Bereich einer gerechten, inklusiven und demokratischen Teilhabe verfolgt. Im Anschluss an den Beitrag wird diskutiert und erörtert, wie sprachliche, kulturelle und soziale Vielfalt dazu beitragen kann, Kompetenzen zu entwickeln, die Menschen zu stärken und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft zu eröffnen und wie Lehrpersonen für das Thema sensibilisiert werden können. Naturnahe Lernumgebung Im Beitrag wird aufgezeigt, welche Bedeutung ein naturnah gestalteter Aussenraum für das Wohlbefinden und den Unterricht hat. Die naturnahe Lernumgebung inspiriert zu Bewegung, Entdecker- sowie Forschergeist und aktiviert alle Sinne. Um den Dialog zwischen Natur und Bildung zu stärken, hat das RDZ Sargans seine Umgebung umgestaltet und biodiverse Lehr- und Lernräume geschaffen. Dabei entstanden eine naturnahe Lernumgebung und ein Aussenschulzimmer. Das Projekt wurde in seiner Planung und Konzipierung in die Ausbildung angehender Lehrpersonen der PHSG im Lehrgang Kindergarten/Primarstufe eingebunden. Dabei steht einerseits die regionale Biodiversitätsförderung im Fokus, andererseits das Anliegen, das systemische Denken bei Schüler:innen zu fördern und der Frage nachzugehen, wie der Lebensraum direkt vor der Haustüre mit unserem Wohlbefinden zusammenhängt (SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen) und wie regional ein Beitrag fürs Klima geleistet werden kann (SDG 13, Massnahmen zum Klimaschutz). Des Weiteren kann Lehrpersonen modellhaft aufgezeigt werden, welchen Mehrwert der Zugang zu diversen Naturthemen, aber auch anderen Fächern wie Mathematik oder Sprachen direkt vor der Schulhaustüre hat. Viele Themenfelder in den gebräuchlichen Volksschul-Lehrmitteln können mit den Schüler:innen damit unkompliziert und ohne grossen Zeitaufwand auf dem eigenen Schulgelände erarbeitet werden. Die naturnahe Lernumgebung (inkl. Aussenschulzimmer) werden in Zukunft in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung sowie für Weiterbildungskurse von Lehrpersonen aller Stufen genutzt. Ausserdem dient die Umgebungsgestaltung als inspirierender Aufenthaltsort während der Pausenzeit von Besuchenden und Klassen sowie der Öffentlichkeit. Um die Idee einer naturnahen Lernumgebung zu multiplizieren, wurde ein Austauschtreffen zwischen verschiedenen Schulgemeinden ins Leben gerufen, welches inzwischen ein zentraler Bestandteil bildet im Austausch von Erfahrungen und Ideen für den Unterricht auf verschiedenen Stufen. Im Anschluss an den Beitrag wird über Gelingensfaktoren und Stolpersteine von naturnahen Lernumgebungen debattiert. | ||
