SSRE-SGL-annual conference 2026
June 17-19, 2026
St.Gallen University of Teacher Education
Conference Agenda
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Daily Overview |
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DLab 03: From perception to decision-making – and beyond. A design lab for developing situation-specific skills, dispositions and their interrelationships in a core practices-based teacher training programme
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Vom Wahrnehmen zum Entscheiden – und darüber hinaus. Ein Design Lab zur Entwicklung situationsspezifischer Fähigkeiten, Dispositionen und ihrer Zusammenhänge in einer Core-Practices-basierten Lehrer:innenbildung Theoretischer Hintergrund Dialogische Unterrichtsgespräche sind für fachliche und überfachliche Lernprozesse bedeutsam und stellen gleichzeitig eine anspruchsvolle Interaktionspraktik dar, insbesondere für angehende Lehrpersonen (Lin et al., 2025). Studien zeigen, dass diese ihren Fokus häufig stärker auf das eigene Handeln richten, Unterrichtssituationen häufig wenig elaboriert analysieren und professionelles Wissen in komplexen Interaktionssituationen nur begrenzt handlungswirksam einsetzen können (Stürmer et al., 2013). Diese Befunde lassen sich theoretisch im Kompetenzstrukturmodell professioneller Entwicklung nach Blömeke et al. (2015) verorten. Das Modell konzeptualisiert professionelle Kompetenz als Kontinuum, das von kognitiven und affektiv-motivationalen Dispositionen über situationsspezifische Fähigkeiten bis hin zu beobachtbarer Performanz reicht. Zu den Dispositionen zählen dabei Professionswissen – Fachwissen (CK), fachdidaktisches Wissen (PCK) sowie pädagogisch-psychologisches Wissen (PK) – ebenso wie affektiv-motivationale Merkmale. Situationsspezifische Fähigkeiten umfassen die Wahrnehmung, Interpretation und Entscheidungsfindung in konkreten Unterrichtssituationen (König et al., 2025). Während zahlreiche Studien die Wahrnehmung relevanter Unterrichtsereignisse sowie deren Interpretation untersuchen, ist bislang weitgehend ungeklärt, wie angehende Lehrpersonen ihr professionelles Wissen in situativen Entscheidungsprozessen tatsächlich nutzen und inwiefern affektiv-motivationale Dispositionen diese Prozesse beeinflussen (Blömeke et al., 2015). Gerade in anspruchsvollen Interaktionssituationen wie der Führung dialogischer Unterrichtsgespräche könnten letztere massgeblich prägen, wie Situationen gedeutet und welche Handlungsoptionen abgeleitet werden. Insgesamt liegen bislang nur wenige empirische Befunde vor, die sowohl die Entwicklung situationsspezifischer Fähigkeiten als auch deren Zusammenhang mit zugrunde liegenden Dispositionen über den Verlauf der Ausbildung hinweg untersuchen (Blömeke et al., 2015). Der Core-Practices-Ansatz, an dem sich die Ausbildung an einer deutschsprachigen Pädagogischen Hochschule orientiert, bietet ein strukturiertes hochschuldidaktisches Setting, in dem zentrale Handlungsmuster – wie die dialogische Gesprächsführung – systematisch modelliert, eingeübt und reflektiert werden. Durch das zyklische Lernsetting der Kernpraktiken werden situationsspezifische Fähigkeiten gezielt gefördert, indem das Zusammenspiel von Wahrnehmen, Interpretieren und Entscheiden anhand authentischer Unterrichtssituationen (artifacts) in angeleiteten Lerngelegenheiten systematisch eingeübt wird (McDonald et al., 2013). Fragestellung Vor dem theoretischen Hintergrund verfolgt die Studie folgende Fragestellungen:
Forschungsdesign und -methode Die Studie ist als Längsschnittuntersuchung mit drei Erhebungszeitpunkten im Mixed-Methods-Design angelegt. Untersucht werden Studierende der Studiengänge Kindergarten/Primarstufe sowie Sekundarstufe I (N ≈ 250), deren Ausbildung am Core-Practices-Ansatz (McDonald et al., 2013) orientiert ist. Das Forschungsdesign orientiert sich konzeptionell am Kompetenzstrukturmodell nach Blömeke et al. (2015). In der quantitativen Teilstudie werden das professionelle Wissen (CK, PCK, PK) in Bezug auf dialogische Unterrichtsgespräche sowie affektiv-motivationale Dispositionen zu drei Messzeitpunkten (zu Beginn, im Verlauf und am Ende der Ausbildung) mittels Onlinebefragung erhoben. Im qualitativen Studienteil werden im Verlauf der Ausbildung Gruppendiskussionen mit Studierenden zu videobasierten Fallanalysen sowie schriftliche Reflexionen zu digitalen Lernumgebungen erhoben. Ziel ist es, (1) die Wahrnehmung der Studierenden in Bezug auf Interaktionen zwischen Lehrpersonen und Lernenden im Kontext dialogischer Unterrichtsgespräche, (2) deren Interpretation sowie (3) die daraus abgeleiteten situativen Handlungsentscheidungen zu rekonstruieren. Die prozessorientierten Erhebungsformate ermöglichen es, Veränderungen der situationsspezifischen Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum hinweg nachzuzeichnen. Resultate und Bedeutung Zum Zeitpunkt der Einreichung befindet sich das Projekt in der Phase der konzeptionellen Ausarbeitung sowie der Entwicklung der Erhebungsinstrumente. Der Beitrag stellt den theoretischen Bezugsrahmen, die Operationalisierung der zentralen Konstrukte sowie das geplante Forschungsdesign dar. Im Rahmen des Design Labs sollen die Teilnehmer:innen die Herausforderungen und Potenziale (1) der Konzeption des Studiendesigns sowie (2) der Implementierung und Operationalisierung des Kompetenzstrukturmodells von Blömeke et al. (2015) diskutieren. | ||
