SSRE-SGL-annual conference 2026
June 17-19, 2026
St.Gallen University of Teacher Education
Conference Agenda
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Daily Overview |
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DISK 08: Changes in teachers’ work? – Different stakeholders’ perspectives on a topical issue
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Veränderungen in der Arbeit von Lehrpersonen? – Verschiedene Akteursperspektiven zu einem aktuellen Thema In der heutigen globalisierten Welt verändern sich Anforderungen an berufliche Tätigkeiten grundlegend – so auch in der Schule, sei es durch Digitalisierung und KI, das Streben nach Chancengerechtigkeit in Zeiten von Inklusion, durch sich wandelnde Eltern- und Schüler:innengenerationen. Diverse Schulreformen in den letzten zwei Jahrzehnten in der Schweiz wie das HarmoS-Konkordat, der Lehrplan 21, die Einführung inklusiver Schulen sowie die Einführung von Tagesschulen (vgl. Swissuniversities, 2021), haben die Aufgaben, Funktionen und Zuständigkeiten von Lehrpersonen erweitert. Neben ihren traditionellen pädagogischen Kernaufgaben wie der Unterrichtsgestaltung und der individuellen Förderung von Schüler:innen übernehmen Lehrpersonen zunehmend Verantwortung in der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams oder Zusatzfunktionen z.B. als ICT-Expert:in oder Praxislehrperson (vgl. Abächerli & Leutwyler, 2018, Schwendimann, 2020). Im LCH-Berufsleitbild 2024 werden Lehrpersonen nicht mehr nur als „qualifizierte Fachpersonen für Lehren und Lernen“ bezeichnet, sondern als „pädagogische Führungspersonen“ definiert (vgl. LCH, 2024). Die internationale TALIS-Studie (2018) macht darauf aufmerksam, dass sich nicht nur die Arbeit von Lehrpersonen verändert hat, sondern auch ihre Berufsrolle und der Berufsstand. Allerdings fehlt dieser Studie der Bezug zum schweizerischen Bildungskontext (vgl. OECD, 2020). Dem Desiderat einer nationalen Untersuchung, die sowohl die Auswirkungen genannter Veränderungen auf die alltägliche Arbeit von Lehrpersonen untersucht als auch eine (Neu)Konzeption von Professionalität andenkt, begegnet das Projekt Professionalität 2.0. Handlungsfelder und Anforderungen von Lehrpersonen in der Schule von heute und morgen (PHZH 2024-2028). Folgende Fragen sind leitend:
Das Projekt bezieht die Sichtweise verschiedener Akteursgruppen ein, allen voran Lehrpersonen der Volksschulen, Ausbilder:innen, insb. Mentor:innen und Vertreter:innen der Lehrer:innenverbände. Alle Akteursgruppen werden in Fokusgruppen-Workshops mit verschiedenen Impulsen und Methoden nach ihrer Sichtweise, ihren Erfahrungen und Überlegungen befragt. Es liegen Audiografien von insgesamt 16 Fokus-Gruppenworkshops und 3 Einzelinterviews, sowie Metapläne zur Lehrer:innenbildung von morgen vor, die zurzeit mit unterschiedlichen qualitativen Analyseverfahren ausgewertet werden (Inhaltsanalyse, Grounded Theory, Dokumentarische Methode). Wie die bisherigen Befunde aus der Inhaltsanalyse (Kuckartz & Rädiker, 2022) belegen, werden von den Lehrpersonen eng an ihrem Arbeitsalltag ausgerichtet, verschiedene Anforderungsbereiche aufgerufen, die sich im Wesentlichen auf die Themen veränderte Schüler:innen- und Elternschaft, zugenommene Kommunikation sowie Inklusion beziehen. Über alle Zyklen hinweg finden sich Hinweise, dass die zunehmende Beanspruchung im Wesentlichen aus einer Verschiebung von ihrem eigentlichen Kerngeschäft Unterricht hin zu Aufgaben, die sich im «Drumherum» bewegen, resultiert, während andere Veränderungen (Z.B. Klapp, Kooperation im Team) auch Entlastung ermöglichen. Von Seiten befragter Vertreter:innen des LCH, die als Klassenlehrpersonen in verschiedenen Kantonen tätig sind, wurde hervorgehoben, dass ein wichtiger Einflussfaktor bei der Qualität der Schulleitung liegt. Befragte Mentor:innen verschiedener PHs hinterfragen wiederum den eher als negativ gerahmten Aspekt von Veränderung und plädieren für einen offenen und flexiblen Umgang mit den Wandlungen im Schulalltag, womit sie zugleich eine wichtige Voraussetzung benennen, über die zukünftige Lehrpersonen verfügen müssten. Schulische Mentor:innen, die eine Brückenfunktion zwischen PH und Schule einnehmen, weisen auf die Relevanz von Fachwissen hin, aber auch sie sehen in den überfachlichen Kompetenzen eine wichtige Ressource für den Lehrberuf von heute und morgen. Dieser letzte Punkt eint alle befragten Akteursgruppen. Im Diskussionsforum möchten wir ausgewählte Befunde zur Diskussion stellen. Dabei interessiert uns a. wie die Befunde zu den genannten Anforderungsbereichen im aktuellen Bildungsdiskurs einzuordnen sind, aber auch wo Leerstellen zu finden sind. b. Wie die in den Metaplänen aufgeführten Vorstellungen von Inhalten für die Lehrer:innenbildung von morgen an den aktuellen Professionalitätsdiskurs anschliessen und welche Hinweise wir hieraus für die Weiterentwicklung unserer Studiengänge an den PHs enthalten. | ||
