SSRE-SGL-annual conference 2026
June 17-19, 2026
St.Gallen University of Teacher Education
Conference Agenda
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SYMP 22: Transitions within the field of education for people with health conditions – the visibility and invisibility of chronic conditions as a BRIDGE to education and participation
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Übergänge im Feld einer Pädagogik bei Krankheit – Un/Sichtbarkeit chronischer Erkrankungen als BRÜCKE zu Bildung und Teilhabe Die pädagogische Auseinandersetzung mit Krankheit gewinnt angesichts wachsender chronischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter zunehmend bildungstheoretische Relevanz. Besondere Aufmerksamkeit erfordert dabei die Unsichtbarkeit vieler dieser Erkrankungen, welche Übergänge zwischen Gesundheitszuständen, Teilhabeformen und pädagogischen Zuständigkeiten strukturell erschwert. Das Symposium beleuchtet diese Übergänge im Feld einer Pädagogik bei Krankheit als mögliche Brücke zu einer Bildung und Teilhabe an Lernprozessen unter erschwerten Bedingungen von Krankheit. Eine erfolgreiche Bewältigung dieser Übergänge ist sodann Chance für Wachstum und positive Entwicklung, während Nicht-Bewältigung das Risiko negativer Entwicklungsverläufe erhöht (Beelmann 2000; Griebel/Niesel 2011).Im Fokus steht das Spannungsfeld zwischen subjektiven Krankheitserfahrungen, strukturellen Bedingungen von Bildungsinstitutionen und fachlichen Konzepten, die auf gelingende Teilhabe qua Transition zielen. Dabei werden theoretische Zugänge und empirische Einblicke aus den vier Beiträgen des Symposiums zusammengeführt, um das Potenzial einer pädagogischen Perspektive sichtbar zu machen. Erste Ergebnisse des Movetia-Projekts-Brücken sowie der Rückblick auf das abgeschlossene Movetia-Projekt Pädagogik bei Krankheit und Spitalschulpädagogik bilden die Brücke der Beiträge. Der erste Beitrag stellt das Projekt BRÜCKEN vor, das krankheitsbedingte schulische Übergänge von Kindern und Jugendlichen mit akuten oder chronischen Erkrankungen systematisch in den Blick nimmt. Wechsel zwischen Klinik-/Spitalschule, Regelschule sowie Heim- und Hausunterricht sind häufig unzureichend strukturiert und begünstigen Lernrückstände, soziale Isolation und Stigmatisierung. BRÜCKEN nutzt ein praxisorientiertes, partizipatives Mixed-Methods-Design; eine D-A-CH-weite Online-Befragung, Fokusgruppen und partizipative Verfahren münden in eine digitale Handreichung und ein Online-Tool, die Lehrpersonen bei der evidenzbasierten Gestaltung und Koordination von Übergängen unterstützen. Der zweite Beitrag entfaltet Transitionen als bislang oft nur implizit reflektiertes Strukturprinzip einer Pädagogik bei Krankheit. Bildungsprozesse unter Bedingungen von Krankheit werden als mehrdimensionale, nicht-normative und selten lineare Übergangsprozesse gefasst, in denen biografische, emotionale, soziale und institutionelle Ebenen verschränkt sind. Im Zentrum steht die Frage, wie pädagogische Fachkräfte an Schnittstellen unterschiedlicher Systeme Orientierung und Kontinuität ermöglichen können, ohne biografische Offenheit zu verengen oder Ambivalenzen vorschnell aufzulösen. Der dritte Beitrag stellt ein qualitativ-interpretatives, partizipatives Forschungsprojekt vor, das schulische Übergänge von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen aus ihrer Perspektive untersucht. Mit der Methode Photovoice dokumentieren und reflektieren die Schüler:innen ihre Erfahrungen mithilfe von Fotografien und Erzählungen; thematische Analysen arbeiten subjektiv bedeutsame Barrieren, förderliche Faktoren und Ressourcen heraus und dienen als Grundlage für konkrete Unterstützungsbedarfe und praxisnahe Handlungsempfehlungen für Lehrpersonen und Schulen. Der vierte Beitrag rückt das bislang wenig beleuchtete Phänomen der Unsichtbarkeit chronischer Erkrankungen in den Fokus und zeigt dessen Konsequenzen für Bildungsteilhabe und pädagogisches Handeln. Unsichtbarkeit wird einerseits als Wissens- und Wahrnehmungslücke, andererseits als sozialer Prozess der Verkennung oder Ausblendung konzeptualisiert. Empirisch wird das Thema über eine meta-ethnografische Studie internationaler Arbeiten erschlossen, deren thematische Analyse Unsichtbarkeit als vielschichtige Diskrepanzerfahrung beschreibt – insbesondere als Diskrepanz zwischen Erleben und Erscheinen, zwischen Können und Wollen sowie zwischen Sein und Sollen – und so Ansatzpunkte für einen reflexiven Umgang mit dem „Unsichtbaren“ eröffnet. Zusammengeführt zeigen die vier Beiträge, dass eine Pädagogik bei Krankheit ihre Wirksamkeit dort entfaltet, wo Übergänge bewusst gestaltet und Unsichtbarkeiten reflexiv bearbeitet werden. Die Verbindung von theoretischen Konzepten, empirischen Einsichten und praxisorientierten Entwicklungsarbeiten macht deutlich, dass gelingende Bildungsteilhabe unter Bedingungen von Krankheit eine sensible, kooperative und reflexive pädagogische Haltung erfordert, die die Perspektiven der betroffenen Kinder und Jugendlichen systematisch einbezieht. Zugleich wird sichtbar, dass es tragfähiger Strukturen bedarf – etwa in Form digital unterstützter Übergangsinstrumente, institutionell verankerter Leitlinien und interprofessioneller Kooperation –, um diese Haltung im Schulalltag anschlussfähig zu machen. Das Symposium verdeutlicht damit, dass eine bildungstheoretisch fundierte, transdisziplinär ausgerichtete Pädagogik bei Krankheit nicht nur individuelle Unterstützung bereitstellt, sondern einen wichtigen Beitrag zu Schulentwicklung, Lehrer:innenbildung und Bildungspolitik leisten kann. Insgesamt wird so erkennbar, dass die konsequente Fokussierung auf Transitionen und Unsichtbarkeiten ein zentrales Potenzial für eine lernförderliche, faire und inklusionsorientierte Bildungslandschaft für chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche birgt. Presentations of the Symposium Projektvorstellung BRÜCKEN - Beyond Pädagogik bei Krankheit Theoretischer Hintergrund und Relevanz Kinder und Jugendliche mit chronischen oder akuten Erkrankungen erleben komplexe, nicht-normative schulische Übergänge zwischen Klinik-/Spitalschule, Regelschule sowie Heim- und Hausunterricht. Fehlende strukturierte Verfahren erhöhen das Risiko für Lernrückstände, soziale Isolation und Stigmatisierung und gefährden Bildungsbiografien. Das Projekt adressiert diese Lücke und zielt darauf, schulische Integration und Teilhabe in der Schweiz nachhaltig zu stärken und zugleich übertragbare Modelle für andere Länder bereitzustellen. Im Zentrum stehen praxisnahe, digitale und interaktive Materialien (Handreichung, Online-Tool) sowie eine internationale Vernetzung, die Expertise und Strategien aus der D-A-CH-Region bündelt. Fragestellung • Wie können Lehrpersonen schulische Übergänge von erkrankten Schüler:innen professionell, sensibel und wirksam begleiten? • Welche digitalen, modularen Instrumente unterstützen Planung, Durchführung und Evaluation dieser Übergänge? • Wie werden die Ergebnisse über die Projektlaufzeit hinaus in Strukturen, Richtlinien und Netzwerken des Schweizer Bildungssystems verankert? Forschungsdesign und Ansatz Das Projekt folgt einem praxisorientierten, partizipativen Mixed-Methods-Design. Befragungen, Fokusgruppen und Methoden wie Photovoice mit Lehrpersonen, betroffenen Kindern/Jugendlichen und Expert:innen erfassen Bedarfe, Gelingensbedingungen und Schwachstellen. Eine quantitative Online-Erhebung im D-A-CH-Raum systematisiert Lehrpersonenwissen und erlaubt Vergleiche. Die Ergebnisse fliessen in (a) eine digitale Handreichung mit Leitlinien, Checklisten, Fallbeispielen und audiovisuellen Inhalten für Aus-/Weiterbildung und Selbststudium, (b) ein Online-Tool mit anpassbaren Gesprächsanregungen und Materialien für Übergangsgespräche und Koordination sowie (c) Workshops und Qualifizierungen. Dissemination erfolgt über Publikationen, Tagungen, digitale Plattformen und bildungspolitische Dialoge; ein transnationales Netzwerk verknüpft Klinik- und Regelschulen, Hochschulen und Fachnetzwerke. Erwartete Ergebnisse und Bedeutung • Verbesserte Qualität der Übergänge durch strukturierte, evidenzbasierte Abläufe und klare Rollen zwischen Schulen und Kliniken. • Professionalisierung von Lehrpersonen durch digitale Tools und Handreichung, die diagnostische, didaktische, organisatorische und beratende Kompetenzen erweitern. • Reduktion von Bildungsungleichheiten durch sensible, adaptive Übergangsprozesse, die Teilhabe und Lernentwicklung stärken. • Langfristige Implementierung durch Integration der Ressourcen in kantonale Richtlinien, Lehrer:innenbildung und Schulentwicklung sowie kontinuierliche Evaluation. • Internationale Transferfähigkeit durch aufbereitete Good-Practice-Modelle und Publikationen. Das Projekt besitzt Pionier- und Leuchtturmcharakter, da es krankheitsbedingte Übergänge erstmals multiprofessionell und international als eigenständigen pädagogischen Bereich adressiert. Es verbindet verschiedene Schulstufen und Bildungsbereiche, berücksichtigt die sprachliche Vielfalt der Schweiz und schafft durch Kooperation mit Partnern in Deutschland und Österreich sowie Netzwerken wie HOPE internationale Anschlussfähigkeit. Fazit Das Projekt soll inklusive Schulentwicklung durch wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, digitale Tools und verlässliche Strukturen stärken und somit einen relevanten Beitrag zu Chancengerechtigkeit und nachhaltiger Teilhabe leisten. Literatur Elbracht, S., Schroeder, R., Höglinger, K., Willke, M., & Gingelmaier, S. (2025). Lehrkräfte an Klinikschulen: Eine reflexive thematische Analyse professioneller Anforderungen im Licht des COACTIV-Modells. Empirische Pädagogik, 39 (3), 282–302. Elbracht, S., Langnickel, R., Lieberherr, B., Hoanzl, M. & Gingelmaier, S. (2023). Pädagogik bei Krankheit (PbK) als Handlungsfeld der ESE-Pädagogik? Eine wissenssoziologische Diskursanalyse der Pädagogik bei Krankheit [peer-reviewed]. Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE), 5(5), 50-69. https://doi.org/10.35468/6021-04 Jurkic, A., Link, P.-C., & Willke, M. (2024). Spitalschulen - (k)ein Neuland für die Forschung. Heilpädagogik aktuell, 42, 8. Langnickel, R., Thiele, A., Sommer, N., Turner, A., & Link, P.-C. (Hrsg.). (2025). Empirische Pädagogik. Zeitschrift zu Theorie und Praxis erziehungswissenschaftlicher Forschung. VEP. Piegsda, F., Link, P.-C., Rossmanith, S., & Kötzel, A. (2020). Eine Schule für besondere Lebenslagen auf Zeit. Schulische Zentren für Pädagogik bei Krankheit im Kontext von Transitions- und Inklusionsprozessen. Zeitschrift für Heilpädagogik, 71 (2), 58–71. Zur Relevanz von Transitionen im Feld einer Pädagogik bei Krankheit Bildungsprozesse im Kontext von Krankheit sind in besonderer Weise von Übergängen, Unterbrechungen und Neuorientierungen geprägt. Krankheit wirkt dabei nicht nur als individueller Einschnitt, sondern als strukturierendes Moment pädagogischer Biografien und institutioneller Praxis. Transitionen treten somit nicht randständig, sondern als zentrales Organisationsprinzip pädagogischen Handelns in Erscheinung, bleiben jedoch im Feld der Pädagogik bei Krankheit häufig nur implizit thematisiert. Erziehungswissenschaftlich werden Transitionen als mehrdimensionale, prozesshafte Phänomene verstanden, in denen biografische, soziale, emotionale und institutionelle Ebenen miteinander verschränkt sind. Im Kontext von Krankheit sind Übergänge dabei selten linear oder eindeutig abschließbar. Vielmehr zeigen sie sich als offene, teils wiederkehrende Prozesse, die von Unsicherheit, Ambivalenz und begrenzter Planbarkeit geprägt sind. In Erweiterung der öko-systemischen Vorstellungen von Griebel und Niesel 2011, S. 37.ff.) werden krankheitsbezogene Transitionsprozesse als nicht-normative, sektorenübergreifende Übergänge zwischen pädagogischen, familiären und medizinisch dominierten Systemen verstanden (Thiele et al 2024, S. 165). Transitionen verweisen hier weniger auf klar definierte Zielzustände als auf fortlaufende Aushandlungen von Orientierung, Zugehörigkeit und Bildungsbeteiligung unter veränderten Bedingungen. Das Feld der Pädagogik bei Krankheit ist durch eine hohe Übergangsdichte gekennzeichnet. Pädagogische Prozesse finden in wechselnden pädagogischen Räumen statt und stehen in enger Verschränkung mit medizinischen und psychosozialen Dynamiken. Transitionen betreffen daher nicht nur institutionelle Wechsel, sondern ebenso die pädagogische Beziehung, subjektive Sinnzuschreibungen sowie Erfahrungen von Kontinuität und Diskontinuität. Damit geraten Spannungsverhältnisse zwischen Stabilisierung und Offenheit sowie zwischen Normalisierung und Anerkennung von Vulnerabilität in den Fokus. Vor diesem Hintergrund lassen sich Transitionen als zentrale Gestaltungsaufgabe pädagogischer Professionalität begreifen. Pädagogische Fachkräfte agieren in Übergangssituationen an Schnittstellen unterschiedlicher Systeme und Erwartungshorizonte. Ihr professionelles Handeln ist darauf ausgerichtet, Orientierungsangebote bereitzustellen, ohne biografische Offenheit zu verengen, und Kontinuität zu ermöglichen, ohne Ambivalenzen vorschnell aufzulösen. Transitionen fungieren somit als verdichtete Arenen professioneller Selbstreflexion, Kooperation und Verantwortung. Der Beitrag versteht Transitionen nicht primär als zu bewältigende Problemphasen, sondern als analytischen und normativen Bezugspunkt einer Pädagogik bei Krankheit. Eine prozessuale Perspektive auf Übergänge ermöglicht es, pädagogisches Handeln unter Bedingungen von Unsicherheit, Vulnerabilität und Offenheit theoretisch zu schärfen und weiterzuentwickeln. Literatur Elbracht, S., Link, P.-C., Kreuzer, T., & Langnickel, R. (2026). Professionalisierung und Psychiatrie/Klinik. In R. Markowetz, T. Hennemann, D. C. Hövel, & G. Casale (Hrsg.), Handbuch Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung (S. 1248–1252). Beltz Juventa. Griebel, W.; Niesel R. (2011): Übergänge verstehen und begleiten. Transitionen in der Bildungslaufbahn von Kindern. Cornelsen. Langnickel, R., Markowetz, R., Elbracht, S., Gingelmaier, S., Hövel, D. C., Hoanzl, M., Falkenstörfer, S., Dos Santos Gomes, L. A., & Link, P.-C. (2026). Klinikschulen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. In R. Markowetz, T. Hennemann, D. C. Hövel, & G. Casale (Hrsg.), Handbuch Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung (S. 1146–1150). Beltz Juventa. Thiele, A., Bootsmann, J., Lübbehusen, C., Pelikan, F., & Scholz-Wemken, S. (2024). Programme zur Ausgestaltung krankheitsbezogener schulischer Transitionsprozesse von Schüler: innen mit chronisch-somatischen Erkrankungen. Sonderpädagogische Förderung heute (2), 165-179. Kinder als Expert:innen – Photovoice als Zugang zu subjektiven Perspektiven auf Übergangsprozesse Theoretischer Hintergrund und Relevanz Schulische Übergänge stellen für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen eine besondere Herausforderung dar. Wechsel zwischen Klinikschule und Regelschule sind nicht nur organisatorisch komplex, sondern berühren Fragen von Teilhabe, Identität und Bildungsbiografie. Forschung zeigt, dass fehlende strukturierte Übergangsprozesse Bildungsungleichheiten verstärken und psychosoziale Belastungen erhöhen (Wikel & Markelz, 2023; Riccio et al., 2021). Bisherige Ansätze fokussieren vor allem institutionelle Perspektiven; die Sicht der betroffenen Kinder bleibt oft unterrepräsentiert. Diese Untersuchung setzt hier an und erfasst Übergangsprozesse aus der Perspektive der Schüler:innen selbst. Ziel ist es, ihre Erfahrungen, Bedarfe und Ressourcen sichtbar zu machen und daraus praxisnahe Empfehlungen für Lehrpersonen und Schulen abzuleiten. Damit sollen Bildungsungleichheiten reduziert und inklusive Schulkonzepte gestärkt werden. Fragestellung Wie erleben Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen den Übergang zwischen unterschiedlichen Schulformen? Welche Hindernisse und förderlichen Faktoren identifizieren sie selbst? Welche Unterstützungsbedarfe ergeben sich daraus für Lehrpersonen und schulische Akteure? Forschungsdesign und Methode Die Studie folgt einem qualitativ-interpretativen Ansatz mit partizipativer Orientierung. Zentrale Methode ist Photovoice (Wang & Burris, 1997; Latz, 2017), die es den Kindern ermöglicht, ihre Erfahrungen visuell und narrativ zu dokumentieren. Nach einer systematischen Literaturaufarbeitung und Entwicklung des Forschungsdesigns werden teilnehmende Kinder und Jugendliche rekrutiert. Sie erstellen Fotos, die ihre Übergangserfahrungen symbolisieren, und reflektieren diese in Interviews. Die Daten werden anschließend qualitativ ausgewertet (thematische Analyse), um Muster in den Erfahrungen, Herausforderungen und Ressourcen zu identifizieren. Die Ergebnisse fließen in praxisnahe Handlungsempfehlungen und die Entwicklung von Unterstützungsbausteinen für Lehrpersonen ein. Das Design berücksichtigt ethische Standards (Datenschutz, Einwilligung, Genehmigung durch Schulbehörden) und bindet die Perspektive der Kinder als Expert:innen konsequent ein. Erwartete Ergebnisse und Bedeutung • Direkte Erfassung der Perspektiven von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen in schulischen Übergangsprozessen. • Identifikation zentraler Barrieren und förderlicher Faktoren, die den Übergang erleichtern oder erschweren. • Praxisnahe Handlungsempfehlungen und Good-Practice-Beispiele für Lehrpersonen und schulische Akteure, basierend auf den realen Erfahrungen der Kinder. • Publikation und Transfer: Ergebnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht, auf Tagungen präsentiert und für digitale Verbreitung aufbereitet. • Langfristige Wirkung: Die Erkenntnisse sollen in bestehende Bildungsstrukturen integriert werden, um Schulen für die besonderen Bedürfnisse chronisch erkrankter Schüler:innen zu sensibilisieren und inklusive Konzepte nachhaltig zu stärken. Literatur Latz, A. (2017). Photovoice research in education and beyond: A practical guide from theory to exhibition. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781315523070 Riccio, C. A., et al. (2021). School reintegration for youth with health-related conditions. Contemporary School Psychology, 25(1), 1–12. https://doi.org/10.1007/s40688-021-00376-3 Wang, C., & Burris, M. A. (1997). Photovoice: Concept, methodology, and use for participatory needs assessment. Health Education & Behavior, 24(3), 369–387. https://doi.org/10.1177/109019819702400309 Wikel, K. C., & Markelz, A. M. (2023). School Reentry Plans for Students with Chronic Illness: A Literature Review. Research, Advocacy, and Practice for Complex and Chronic Conditions, 41(1), 22–44. https://doi.org/10.14434/rapcc.v41i1.31767 Unsichtbarkeit als Herausforderung der Bildungsteilhabe – Theoretische Zugänge und empirische Einblicke zur Unsichtbarkeit chronischer Erkrankungen und ihrer Bedeutung für die Pädagogik Chronische Erkrankungen bleiben häufig unsichtbar – mit tiefgreifenden sozialen und pädagogischen Konsequenzen. So kann Unsichtbarkeit die Wahrnehmung der Bedarfe chronisch erkrankter Kinder und Jugendlicher in pädagogischen Kontexten erschweren und damit Auswirkungen auf die Bildungsteilhabe nach sich ziehen. Pädagogisches Handeln operiert damit stets auch mit einem Nicht-Wissen über das Unsichtbare – und steht zugleich vor der Aufgabe, dieses ernst zu nehmen und bei der Gestaltung pädagogischer Prozesse zu berücksichtigen. Der Beitrag widmet sich diesem bislang konzeptuell wie empirisch wenig beachteten Phänomen und nähert sich der Unsichtbarkeit chronischer Erkrankungen aus theoretischer und empirischer Perspektive. Die theoretische Annäherung erfolgt aus Perspektiven der Philosophie, Medizinethik, Anthropologie und Disability Studies und zeigt, dass Unsichtbarkeit sowohl als epistemisch-praktische Wissens- und Wahrnehmungslücke (etwas ist unsichtbar) als auch als sozialer Prozess der Verkennung, Verleugnung oder Ausblendung (etwas wird unsichtbar gemacht) verstanden werden kann (Höglinger & Falkenstörfer, 2025). Die empirische Annäherung erfolgt durch eine meta-ethnografische Studie nach eMERGe (France et al., 2019), bei der zehn internationale Studien ausgewertet wurden, die über Erkenntnisse zum Phänomen der Unsichtbarkeit im Leben mit einer chronischen Erkrankung berichtet hatten. Die Feinanalyse erfolgte mittels thematischer Analyse nach Braun & Clarke (2006, 2022) und zeigt, dass sich Unsichtbarkeit in vielschichtigen Diskrepanzerfahrungen manifestiert. Hierbei konnten drei übergreifende Themen identifiziert werden (Höglinger & Falkenstörfer, 2025): • Unsichtbarkeit als Diskrepanz zwischen Erleben und Erscheinen • Unsichtbarkeit als Diskrepanz zwischen Können und Wollen • Unsichtbarkeit als Diskrepanz zwischen Sein und Sollen Im Vortrag werden die Ergebnisse beider Annäherungsversuche vorgestellt und hinsichtlich ihrer konzeptuellen Erkenntnisse zum Phänomen der Unsichtbarkeit synthetisiert. Ziel ist es, die Lebensrealitäten chronisch erkrankter Menschen sichtbar zu machen und Implikationen für einen pädagogischen Umgang Unsichtbarem abzuleiten. Literatur Braun, V., & Clarke, V. (2006). Using thematic analysis in psychology. Qualitative Research in Psychology, 3(2), 77 101. https://doi.org/10.1191/1478088706qp063oa Braun, V., & Clarke, V. (2022). Thematic analysis: A practical guide. California,, CA: SAGE. France, E. F., Cunningham, M., Ring, N., Uny, I., Duncan, E. A. S., Jepson, R. G., Maxwell, M., Roberts, R. J., Turley, R. L., Booth, A., Britten, N., Flemming, K., Gallagher, I., Garside, R., Hannes, K., Lewin, S., Noblit, G. W., Pope, C., Thomas, J., Vanstone, M., Higginbottom, G. M. A. & Noyes, J. (2019). Improving reporting of meta-ethnography: The emerge reporting guidance. Psycho-oncology, 28 (3), 447 458. Höglinger, K. & Falkenstörfer, S. (2025). Zur Unsichtbarkeit chronischer Erkrankungen und ihrer Bedeutung für die Pädagogik: Eine meta-ethnographische Studie. In. Empirische Pädagogik, 39 (39), 335-355. | ||
