Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter: Impulse für die Lehrer:innenbildung (LELEDIZ)
25.02.2026 - 26.02.2026 | JKU Linz
Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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Ses3b: Bildung neu denken: Regionale Co-Creation, individuelle Lernwege und professionelle Praxis Ort: BR 1 Chair der Sitzung: Gabriele Schauer | |
| Präsentation 3 | |
Fachfremder Unterricht im digitalen Zeitalter: Herausforderungen und Chancen für die Professionalisierung von Lehrkräften JKU Linz, Österreich Der Lehrkräftemangel, sowohl in Österreich als auch international, führt zu einer wachsenden Zahl fachfremd unterrichtender Lehrpersonen. Obwohl fachfremder Unterricht (FFU) häufig als Herausforderung betrachtet wird, birgt er zugleich erhebliches Potenziale für die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften. Das Unterrichten in fachfremden Bereichen kann zur Erweiterung des professionellen Selbstkonzepts beitragen (Hobbs, 2020), indem Lehrpersonen fachliche Grenzen überwinden und neue didaktische Kompetenzen erwerben. Die berufliche Identitätsbildung ist dabei eng mit der methodischen und inhaltlichen Weiterentwicklung verknüpft. Vor diesem Hintergrund kommt auch einem reflektierten Einsatz digitaler Medien eine wachsende Bedeutung zu. Dieser Beitrag untersucht, wie die (Berufs-)Biografie von Lehrpersonen den Umgang mit FFU prägt und zugleich, wie FFU die (Berufs-)Biografie beeinflusst. Zudem werden Strategien analysiert, die Lehrkräfte nutzen, um fachfremden Unterricht erfolgreich zu gestalten. Leitende Forschungsfragen sind:
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden narrative Interviews mit 16 fachfremd unterrichtenden Lehrpersonen geführt. Die Auswertung erfolgte mittels Reflexiver Grounded Theory. Die Ergebnisse zeigen, dass die Motivation von Lehrkräften eine zentrale Rolle spielt und sich in verschiedenen Phasen der beruflichen Entwicklung widerspiegelt. Berufswahlmotive prägen dabei die Einstellung der Lehrkräfte von Beginn an. Im professionellen Selbstverständnis beeinflussen Autonomie sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung die Motivation im FFU. Schließlich zeigt sich darin auch, wie stark Lehrkräfte bereit sind, sich im FFU weiterzubilden und neue Kompetenzen zu erwerben. Zudem wird deutlich, dass die befragten Lehrpersonen digitale Medien vor allem zur Unterrichtsvorbereitung nutzen, unabhängig davon, ob sie fachfremd oder fachkonform unterrichten. Der spezifische Einsatz von KI spielt dabei bislang keine herausragende Rolle, was darauf hinweist, dass digitale Technologien im fachfremden Unterricht nicht anders oder häufiger eingesetzt werden als im fachkonformen Unterricht. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, die individuellen Bedürfnisse fachfremd unterrichtender Lehrkräfte stärker zu berücksichtigen, da sich je nach motivationaler Einstellung unterschiedliche Professionalisierungsbedarfe ergeben. Vor diesem Hintergrund erscheint eine kritische Reflexion bestehender Rahmenbedingungen im Lehramtsstudium, wie etwa Quotenregelungen oder interdisziplinäre Ausbildungswege, unabdingbar. Ergänzend dazu sollten gezielte Fortbildungsprogramme konzipiert werden, die nicht nur fachliche und didaktische Kompetenzen stärken, sondern auch die Fähigkeit fördern, digitale Medien und KI als integrale Bestandteile moderner Unterrichtsgestaltung einzusetzen. Solche Maßnahmen könnten einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Qualität des FFU leisten und Lehrkräfte gezielt auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Bildungslandschaft vorbereiten. | |
