Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter: Impulse für die Lehrer:innenbildung (LELEDIZ)
25.02.2026 - 26.02.2026 | JKU Linz
Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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Ses5d: KI, Prompting und digitale Sprachressourcen in der Lehrer:innenbildung Ort: BR 3 Chair der Sitzung: Ines Deibl | |
| Präsentation 3 | |
Englisch lehren und lernen mit VOICE: das digitale Englisch als lingua franca Korpus als pädagogische Ressource Johannes Kepler Universität, Österreich Angewandte linguistische Forschung hat in Bezug auf den Sprachunterricht das Ziel, relevante linguistische Konzepte und Inhalte für sprachpädagogische Zwecke zu vermitteln (Widdowson, 2003, p. 8). Im Zeitalter der Digitalisierung kann dies auch bedeuten, online verfügbare linguistische Daten für Stakeholder im Sprachlehr- und -lernbereich, wie zum Beispiel Lehrkräfte oder Entwickler*innen von Unterrichtsmaterialien und Lehrbüchern, aufzubereiten. In diesem Paper stellen wir das letzte Update (3.0) des digitalen und open-access-verfügbaren Sprachkorpus Vienna-Oxford International Corpus of English (VOICE) (VOICE, 2021) vor. VOICE besteht aus transkribierten Englisch als Lingua Franca (ELF) Konversationen. Das Update hatte zum Ziel, das Online-Korpus weiterzuentwickeln, um dessen Nutzbarkeit für Linguist*innen sowie Sprachpädagog*innen stabil zu gewährleisten bzw. auf eine möglichst benutzerfreundliche Weise zugänglich zu machen. Wir illustrieren, welche neue Such- und Filtermöglichkeiten das Korpus Nutzer*innen für eine niederschwellige und pädagogisch sinnvolle Anwendung im Klassenzimmer bieten kann (siehe Osimk-Teasdale et al., 2021). Beispiele für Anwendungen sind die Verwendung von Transkripten und Audiodateien zur Erweiterung der Sprachkompetenz. Die Diversität der Daten kann dabei dazu beitragen, die Adaptabilität und Flexibilität der Lernenden im Umgang mit variablen sprachlichen Kontexten zu erhöhen, wie es vor allem im Gebrauch von Englisch als globalem Kommunikationsmittel von Vorteil ist. Weiters diskutieren wir, wie das Korpus in der Lehramtsausbildung derzeit bereits zur Anwendung kommt. Es wird beispielsweise als Datengrundlage für empirische Proseminar- und Seminararbeiten zur Untersuchung einer Vielzahl linguistischer Phänomene verwendet, wie unter anderem lexikalische Innovationen oder Phänomene transkultureller Kommunikation und Mehrsprachigkeit. Neben den aktuellen Möglichkeiten, die VOICE 3.0 Online nach dem letzten Update bietet, diskutieren wir, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, um Sprachkorpora—insbesondere ELF Korpora—auf die Nutzung in der Sprachpädagogik zuzuschneiden. Korpusannotation, als die Anreicherung von Korpustexten mit zusätzlicher Information, stellt eine dieser Möglichkeiten dar. Bisher hatte pädagogisch angelegte Korpusannotation häufig unter dem Begriff der Fehlerannotation vorwiegend das Ziel, Abweichungen von Normen des Erstsprachgebrauchs zu identifizieren und hervorzuheben. Im Gegensatz zu einem solchen defizitär orientierten Ansatz kann Korpusannotation jedoch auch verwendet werden, um kreative morphosyntaktische Prozesse zu veranschaulichen (Osimk-Teasdale & Dorn, 2016) oder kommunikative Prozesse hervorzuheben, die zum Gelingen von Interaktionen beitragen und demzufolge im Sprachgebrauch der Lernenden gefördert werden sollten (Riegler, 2023). Ein Schema für eine solche pragmatische Annotation wurde kürzlich entwickelt (Riegler, 2025) und könnte unter anderem mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) in Korpusdaten implementiert werden. KI Technologien standen bei der ursprünglichen Entwicklung von VOICE nicht zur Verfügung, deren Potenzial könnte jedoch für weitere angewandte linguistische Forschung weitreichend sein. | |
