Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter: Impulse für die Lehrer:innenbildung (LELEDIZ)
25.02.2026 - 26.02.2026 | JKU Linz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
Ses1a: Kritisches Denken und Mythendekonstruktion Ort: BR 1 Chair der Sitzung: Gabriele Schauer | |
| Präsentation 2 | |
Digitale Interventionen zur Reduktion von Lehr- und Lernmythen: Rolle von Prompts und Lehramtsausbildung Paris Lodron Universität Salzburg, Österreich Ziel und Fragestellungen: Lehr- und Lernmythen sind unter Lehramtsstudierenden weit verbreitet und können die Unterrichtspraxis negativ beeinflussen (Dekker et al., 2012; Ferreira & Rodriguez, 2022). Refutationale Ansätze, beispielsweise in digitale Animationen integriert, reduzieren nachweislich den Mythenglauben (z.B. Autoren, 2024), meist jedoch nur bei einzelnen Mythen (z.B. Kowalski & Taylor, 2009; Menz et al., 2021). Auch das Lehramtsstudium kann die Identifikation einzelner Mythen fördern (z.B. Hughes et al., 2020). Wie der Transfer dieses konzeptuellen Wandels auf andere, inhaltlich verwandte Mythen gefördert werden kann, ist bislang jedoch unklar. Die vorliegende Studie untersuchte daher, inwieweit digitale Refutations-Animationen, kombiniert mit kognitiven Prompts und der Lehramtsausbildung, nicht nur den Glauben an einzelne Mythen verringern, sondern auch den Transfer auf konzeptuell ähnliche Mythen unterstützen. Methodik: Die Studie umfasste 107 Personen (70 weiblich, 36 männlich, 1 divers), davon 51,4% Lehramtsstudierende (Mage = 23.36, SD = 4.05) und 47,7% ohne Lehramtsausbildung (Mage = 33.53, SD = 15.86). Es wurde ein 2 (Prompts vs. keine Prompts) × 2 (Lehramtsstudium vs. kein Lehramtsstudium) Design mit Messwiederholung (Vortest, Nachtest) eingesetzt. Abhängige Variablen waren der Glaube an in der Animation widerlegten und nicht widerlegten Mythen. Die Auseinandersetzung mit Prompts wurde als moderierende Kovariate einbezogen. Nach Angabe ihrer Ausbildung, bewerteten die Teilnehmenden den Wahrheitsgehalt von neun Aussagen auf einer 5-Punkte-Likert-Skala, ohne zu wissen, dass es sich um Mythen handelte. Anschließend widerlegte eine digitale Animation fünf dieser Mythen. Die übrigen vier wurden nicht adressiert. Die Prompts-Bedingung erhielt drei Prompts, die handschriftlich beantwortet werden mussten. Die Keine-Prompts-Bedingung sah die Animation ohne weitere Intervention. Im Nachtest wurden dieselben neun Mythen erneut beurteilt. Die Auseinandersetzung mit Prompts wurde anhand der schriftlichen Antworten auf einer Skala von 1 (Anforderungen nicht erfüllt) bis 3 (Anforderungen übertroffen) bewertet. Ergebnisse und Schlussfolgerung: Eine MANOVA mit Messwiederholung zeigte, dass Prompts den Glauben an in der Animation widerlegte (ηp2= .43) und nicht widerlegte Mythen (ηp2 = .44) signifikant reduzierten. Zwischen Lehramtsstudierenden und Nicht-Lehramtsstudierenden gab es keine signifikanten Unterschiede. Auch die Interaktion von Prompts und Lehramtsstudium war nicht signifikant. Eine ANCOVA ergab, dass die Auseinandersetzung mit Prompts den Glauben an widerlegte (ηp2 = .19) und nicht widerlegte Mythen (ηp2 = .11) positiv beeinflusste. Die Ergebnisse zeigen, dass die Integration kognitiver Prompts in digitale Refutations-Animationen den Glauben an Mythen reduzieren kann – auch bei solchen, die nicht explizit adressiert werden. Entscheidend ist die aktive Auseinandersetzung mit den Prompts innerhalb des digitalen Lernmediums. Das Lehramtsstudium allein scheint keinen Einfluss auf den Glauben an Mythen zu haben. | |
