Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter: Impulse für die Lehrer:innenbildung (LELEDIZ)
25.02.2026 - 26.02.2026 | JKU Linz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Ses2d: Co-Creation und praxisnahe KI-Bildung Ort: BR 2 Chair der Sitzung: Michael Himmelsbach | |
| Präsentation 1 | |
Ein elektronisches Labortagebuch zur Verarbeitung von Lerngelegenheiten im Schulpraktikum 1: JKU Linz, Österreich; 2: Private Pädagogisches Hochschule der Diözese Linz Kontinuierlicher Kompetenzaufbau in den unterschiedlichen Säulen (Fachwissen, Fachdidaktisches Wissen, Pädagogisches Wissen bzw. Technologisches Wissen) ist eine zentrale Aufgabe der Lehrer:innenbildung. Dabei muss dies über einen konzeptionellen Wissensaufbau hinausgehen und anwendungsbezogene Aspekte in der Praxis müssen ebenfalls im Rahmen des Studiums vermittelt werden. Das Konzept Professional Vision stellt dabei einen vielversprechenden Ansatz dar (Stürmer et al. 2015). Im Bereich der Lehrkräftebildung meint Professional Vision die Fähigkeit relevante Situationen im Klassenzimmer zu bemerken und zu interpretieren (Seidel und Stürmer 2014). Seidel und Stürmer (2014) legen dazu ein Modell vor, welches auf Bemerken (Noticing) und Interpretieren (Reasoning) fußt. Noticing beschreibt dabei, ob Lehrkräfte aufmerksam auf Ereignisse im Unterricht werden, die das Lehren und Lernen von Schüler:innen positiv oder negativ beeinflusst. Reasoning wird in diesem Modell in (1) Beschreiben, (2) Erklären und (3) Vorhersagen unterteilt. Ähnlich zum kontinuierlichen Aufbau kognitiver Kompetenzen, dürfte sich Professional Vision annähernd linear im Studium entwickeln (Eßling et al. 2023). Neben den kognitiven Fertigkeiten hängt Professional Vision aber auch von weiteren individuellen Voraussetzungen und von der Nutzung von Lerngelegenheiten (Stürmer et al. 2015) sowie von persönlichen Beliefs (z.B. lehr-lerntheoretischen Überzeugungen, Eßling et al. 2023) ab. Gerade die pädagogisch-praktischen Studien, eine Phase in der österreichischen Sekundarstufenlehrkräftebildung, in der fachdidaktische, bildungswissenschaftliche und praktische Inhalte und Erfahrungen gleichzeitig gemacht werden, eignen sich zur Entwicklung von Professional Vision. Um flexible Wissenensstrukturen aufzubauen, sollte prozedurales Wissen in bedeutsamen Lernsituationen erworben werden, das mit praktischen Beispielen verknüpft wird (Nückles & Renkel, zit. nach Seidel et al. 2024). Beobachtungsaufträge in den PPS können diesen Aufbau besonders unterstützen, da hier das Noticing auf einen besonderen (und vorgegebenen) Unterrichtsfokus gelenkt wird. Das Beschreiben der Situation erfolgt auf Basis der Beobachtung (Boer und Reh 2012) und das Erklären und Vorhersagen kann mit Hilfe von Theorie-Praxis-relationierenden Methoden stattfinden. Eine Methode ist dabei das elektronische Labortagebuch eLabFTW der Universität Linz. Die Lehrveranstaltungsleitung kann dabei Beobachtungsfoki in Form von Experimenten anlegen und mit Hilfe von Prompts die Studierenden beim Noticing in der Praxis unterstützen. Studierende können in ihrem persönlichen Bereich Beobachtungsnotizen anfertigen und erste Schritte des Reasonings in Form der beschreibenden Beobachtung anfertigen. Ziel dieses Beitrages ist die Klärung der Frage, wie Studierende diese digitale Unterstützung zur Nutzung der Lerngelegenheit Unterrichtsbeobachtung wahrnehmen. Dazu wird mit Studierenden, die eLabFTW freiwillig zur Erfüllung des Arbeitsauftrages verwendet haben, ein qualitatives Interview geführt und mit dem Grad des Erklärens und Vorhersagens im schriftlichen Bericht in Verbindung gebracht. Daraus sollen Erkenntnisse für den Einsatz derartiger Tools in der Hochschullehre gewonnen werden. | |
