Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter: Impulse für die Lehrer:innenbildung (LELEDIZ)
25.02.2026 - 26.02.2026 | JKU Linz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Ses3b: Bildung neu denken: Regionale Co-Creation, individuelle Lernwege und professionelle Praxis
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AI Education Accelerator: Regionale Co-Creation als Motor für Lehrer:innenbildung und Unterrichtspraxis 1Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz; 2Smartfeld, Schweiz Ziele und Fragestellungen Die digitale Transformation und der Einzug generativer Künstlicher Intelligenz (AI) verändern schulisches Lernen ebenso wie die Anforderungen an die Lehrer:innenbildung. Ziel des Beitrags ist es zu zeigen, wie regionale Co-Creation mit Lehrpersonen neue Impulse für die Professionalisierung im Umgang mit digitalen Medien und für eine zukunftsorientierte MINT-Unterrichtspraxis liefert. Leitfragen sind:
Methodik Schlussfolgerung: Regionale Co-Creation-Ansätze wie der AI Education Accelerator verbinden Medienpädagogik und Lehrer:innenbildungsforschung, indem sie nicht nur AI Literacy, sondern vor allem MINT-Kompetenzförderung in den Mittelpunkt stellen. Damit wird ein Modell aufgezeigt, wie disziplinäre Lehrer:innenbildung im dynamisch-digitalen Zeitalter interdisziplinär wirksam weiterentwickelt werden kann. Individuell-flexibel studieren und wirksam lernen, aber wie? – Curriculare Innovationen an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich im digitalen Zeitalter Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Schweiz Dass der Einsatz digitaler Medien für das Lehren und Lernen an Hochschulen in Zeiten rasanter Entwicklungen und schnellem Wandel in Berufswelt, Gesellschaft und Technologie unabdingbar ist, scheint offensichtlich. Wie ein solcher Einsatz aktuellen Ansprüchen nach Flexibilität und Individualisierung gerecht werden und dabei gleichzeitig wirksames Lernen ermöglichen kann, ist jedoch eine komplexere Frage von hoher Relevanz. Genau dieser Frage wurde sich an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich angenommen, indem neugestaltete Bachelor-Curricula in den Bereichen Logopädie und Psychomotoriktherapie seit einem Jahr praktisch umgesetzt werden. Die neuen Curricula basieren auf modernen hochschuldidaktischen Elementen, die auf die Förderung sowohl von Fachkompetenzen als auch von Selbstlernkompetenzen und Future Skills sowie auf die Verknüpfung mit Querschnittsthemen wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) abzielen (Broadbent & Poon, 2015; Ehlers, 2020; Rieckmann, 2021; Weber, 2004). In einem spezifischen fallbasierten Blended-Learning Design wird für Studierende individuelles und flexibles Lernen ermöglicht. Zu Beginn jedes Moduls wählen die Studierenden einen Fall aus, welchen sie mittels fallbasierten Lernens bearbeiten und der sie über den gesamten Lernprozess begleitet (Tönnissen et al. 2024). Asynchrone Lernangebote in Form von digitalen Lernumgebungen stellen aufbereitetes Professionswissen bereit, das auf unterschiedlichem Niveau didaktisch aufbereitet ist (siehe u.a. Arnold et al., 2018). Ergänzend dazu haben die Studierenden Gelegenheit, Fragen zu ihrem selbstständig erarbeiteten Wissen zu stellen, ihr Wissen selbst zu prüfen und sich mit Peers sowie Lehrenden auszutauschen. Die synchronen Online- oder Präsenzlernangebote werden in Form von Workshops nach dem Flipped-Classroom-Prinzip (Talbert 2017) realisiert, in denen sich die Studierenden auf Grundlage der asynchron erarbeiteten Inhalte aktiv in den Diskursraum einbringen und sich dabei in die Professions- und Wissenschaftssprache einsozialisieren und diese praktizieren. Für den Studiengang Logopädie wurden dreizehn und für den Studiengang Psychomotoriktherapie zehn digitale Lernumgebungen entwickelt, davon sind vier übergreifend und stehen beiden Studiengängen offen. Sie sind curricular durch eine professionsorientierte Struktur verankert und durch Module mit klar definierten Lernzielen differenziert. Erste Erfahrungen und Ergebnisse aus der Umsetzung stützen sich sowohl auf quantitative und qualitative Rückmeldungen und Befragungen von Dozierenden als auch von Studierenden. Sie zeigen auf, welche Herausforderungen zu Beginn der Implementation für Dozierende und Studierende bestanden und wie diese Schritt für Schritt überwunden werden. Unser Beitrag legt Grundsätze des innovativen Blended-Learning-Curriculums dar und zeigt gestützt auf empirische Grundlagen auf, was bei der praktischen Umsetzung der digitalen Lernumgebungen an sich aber auch in Kombination mit den anderen didaktischen Elementen berücksichtigt werden sollte, damit individuelles, flexibles Studieren möglich ist und wirksames Lernen gelingt. Fachfremder Unterricht im digitalen Zeitalter: Herausforderungen und Chancen für die Professionalisierung von Lehrkräften JKU Linz, Österreich Der Lehrkräftemangel, sowohl in Österreich als auch international, führt zu einer wachsenden Zahl fachfremd unterrichtender Lehrpersonen. Obwohl fachfremder Unterricht (FFU) häufig als Herausforderung betrachtet wird, birgt er zugleich erhebliches Potenziale für die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften. Das Unterrichten in fachfremden Bereichen kann zur Erweiterung des professionellen Selbstkonzepts beitragen (Hobbs, 2020), indem Lehrpersonen fachliche Grenzen überwinden und neue didaktische Kompetenzen erwerben. Die berufliche Identitätsbildung ist dabei eng mit der methodischen und inhaltlichen Weiterentwicklung verknüpft. Vor diesem Hintergrund kommt auch einem reflektierten Einsatz digitaler Medien eine wachsende Bedeutung zu. Dieser Beitrag untersucht, wie die (Berufs-)Biografie von Lehrpersonen den Umgang mit FFU prägt und zugleich, wie FFU die (Berufs-)Biografie beeinflusst. Zudem werden Strategien analysiert, die Lehrkräfte nutzen, um fachfremden Unterricht erfolgreich zu gestalten. Leitende Forschungsfragen sind:
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden narrative Interviews mit 16 fachfremd unterrichtenden Lehrpersonen geführt. Die Auswertung erfolgte mittels Reflexiver Grounded Theory. Die Ergebnisse zeigen, dass die Motivation von Lehrkräften eine zentrale Rolle spielt und sich in verschiedenen Phasen der beruflichen Entwicklung widerspiegelt. Berufswahlmotive prägen dabei die Einstellung der Lehrkräfte von Beginn an. Im professionellen Selbstverständnis beeinflussen Autonomie sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung die Motivation im FFU. Schließlich zeigt sich darin auch, wie stark Lehrkräfte bereit sind, sich im FFU weiterzubilden und neue Kompetenzen zu erwerben. Zudem wird deutlich, dass die befragten Lehrpersonen digitale Medien vor allem zur Unterrichtsvorbereitung nutzen, unabhängig davon, ob sie fachfremd oder fachkonform unterrichten. Der spezifische Einsatz von KI spielt dabei bislang keine herausragende Rolle, was darauf hinweist, dass digitale Technologien im fachfremden Unterricht nicht anders oder häufiger eingesetzt werden als im fachkonformen Unterricht. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, die individuellen Bedürfnisse fachfremd unterrichtender Lehrkräfte stärker zu berücksichtigen, da sich je nach motivationaler Einstellung unterschiedliche Professionalisierungsbedarfe ergeben. Vor diesem Hintergrund erscheint eine kritische Reflexion bestehender Rahmenbedingungen im Lehramtsstudium, wie etwa Quotenregelungen oder interdisziplinäre Ausbildungswege, unabdingbar. Ergänzend dazu sollten gezielte Fortbildungsprogramme konzipiert werden, die nicht nur fachliche und didaktische Kompetenzen stärken, sondern auch die Fähigkeit fördern, digitale Medien und KI als integrale Bestandteile moderner Unterrichtsgestaltung einzusetzen. Solche Maßnahmen könnten einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Qualität des FFU leisten und Lehrkräfte gezielt auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Bildungslandschaft vorbereiten. | ||
