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Sitzungsübersicht
Sitzung
D9‒S27: Der Einfluss von Geschwistern auf die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
Zeit:
Donnerstag, 26.03.2020:
9:00 - 10:45

Ort: S27

Präsentationen

Der Einfluss von Geschwistern auf die Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Chair(s): Carina Schönmoser (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., Deutschland), Claudia Karwath (Otto-Friedrich-Universität Bamberg), Ebru Balaban-Feldens (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., Deutschland)

DiskutantIn(nen): Christine Schmid (Leuphana University of Lüneburg)

Laut Bronfenbrenner´s ökosystemischen Ansatz der menschlichen Entwicklung, gilt die Familie als erste Bildungsinstitution: Diese bildet nicht nur den ersten Kontakt zwischen einem Individuum und seinem sozialen Umfeld, sondern zugleich auch den engsten Bezugsrahmen eines Individuums (Bronfenbrenner & Morris 2006). Damit formt die Familie die entscheidenden Bedingungen für Lern- und Bildungserfolge der nächsten Generation (Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen des BMFSFJ 2005).

Neben den Eltern, können auch Geschwister eine wichtige Rolle für die Entwicklung eines Individuums spielen. Obwohl mehr als zwei Drittel der Kinder in Deutschland mit mindestens einem Geschwisterkind aufwachsen, wurde den Geschwistern in der Bildungsforschung bisher wenig Bedeutung beigemessen. Dabei gelten Geschwisterbeziehungen als einzigartig: Anders als andere soziale Beziehungen beginnen sie mit der eigenen Geburt oder der Geburt eines Geschwisterkindes, haben dabei etwas schicksalhaftes, da man sich einander nicht aussuchen kann, währen ein ganzes Leben lang und sind damit die längsten sozialen Beziehungen, die eine Person eingehen kann (Cicirelli 1995).

Dieses Symposium beleuchtet unterschiedliche Geschwisterfaktoren und deren Einfluss auf den Bildungserfolg und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus interdisziplinärer Perspektive. Hierzu werden anhand von drei Beiträgen unterschiedliche Phasen des Bildungs- und Entwicklungsprozesses untersucht und auf wichtige Faktoren hingewiesen, die für den Bildungs- als auch den Entwicklungsweg von zentraler Bedeutung sind.

Der erste Beitrag betrachtet den Einfluss von Geschwister- und Familienkonstellationen auf den Bildungserfolg, wobei Geschwister als Quelle kulturellen Kapitals betrachtet werden. Die Autorin untersucht, inwiefern Bildungserfolg und Erfahrung älterer Geschwister einen Einfluss auf die Aspirationen des Kindes, auf dessen schulisches Selbstkonzept und auf motivationale Aspekte haben. Anhand von Strukturgleichungsmodellen wird der detaillierte Einfluss der beobachteten Variablen auf den Übergang in eine höhere Schule der Sekundarstufe I gezeigt.

Die verbleibenden Beiträge stellen den Einfluss von Geschwisterbeziehungen in den Vordergrund: Im zweiten Beitrag stehen Geschwisterbeziehungen und deren Einfluss auf die Schulintegration von geflüchteten Jugendlichen im Mittelpunkt. Dabei wird die Wichtigkeit von Geschwisterbeziehungen für geflüchtete Jugendliche in den Fokus gerückt und die Unterstützung älterer Geschwister bei der Schulintegration und dem Schulerfolg von Jugendlichen betrachtet.

Schließlich beschäftigt sich der letzte Beitrag mit der moralischen Entwicklung von sechsjährigen Kindern, wobei der Einfluss von Geschwisterbeziehungen und Freundschaftsbeziehungen verglichen wird: Die Ergebnisse der halbstandardisierten Interviews mit den Kindern deuten auf eine unterschiedliche moralische Entwicklung in Abhängigkeit der beiden Beziehungen hin.

Zusammenfassend verweisen alle drei Beiträge auf den relevanten Einfluss von Geschwisterkindern auf die Bildung und Entwicklung eines Individuums zu unterschiedlichen Lebensabschnitten. Vor diesem Hintergrund wäre nicht nur ein steigendes Forschungsinteresse für den Einfluss von Geschwistern innerhalb von Familien wünschenswert, sondern auch deren Neubewertung innerhalb der Bildungsforschung. Einen ersten Schritt in diese Richtung möchten wir mit diesem Symposium bieten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Effekte von Geschwistern auf den Gymnasialübergang

Elena Wittmann
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., Deutschland

Soziale Ungleichheiten im Bildungssystem sind gut belegt. Allerdings bieten Indikatoren wie der berufliche Status der Eltern, das Einkommen oder der Bildungsstand eine eher begrenzte Perspektive auf die Auswirkungen der Herkunftsfamilie (Stoye 2016). Dieses Problem kann durch die Verwendung von Informationen über die Bildungswege und -erfolge von mehr als einem Geschwisterkind in einer Familie überwunden werden. Bildungserfahrungen von Geschwistern prägen nicht nur die Kinder selbst, sondern auch ihre Eltern (Grgic & Bayer 2015). Durch die Berücksichtigung von Geschwistern ist es also möglich, einen zuverlässigeren Effekt der Herkunftsfamilie zu erhalten.

In " Cultural Reproduction and Social Reproduction" beschreibt Bourdieu das kulturelle Kapital als "sprachliche und kulturelle Kompetenz und jenes Verhältnis von Vertrautheit mit der Kultur, das nur durch die Erziehung in der Familie hergestellt werden kann, wenn sie die dominante Kultur überträgt" (1973: 80; eigene Übersetzung). Ausgangspunkt einer sozialen Karriere sind die primären Lebensbedingungen (vor allem im familiären Kontext), die durch die Weitergabe des Kapitals eine ganz erhebliche prägende Wirkung haben. Die Eltern geben das Kapital an ihre Kinder weiter und beeinflussen damit die Bildung des Habitus des Kindes. Neben den Eltern können auch Geschwister als Vermittler des kulturellen Kapitals fungieren. Ältere Geschwister haben bereits in der Schule kognitive Fähigkeiten erworben, die auch das jüngere Geschwisterkind erwerben muss, um in der Schule erfolgreich zu sein. Diese könnten in der Interaktion von den älteren an die jüngeren Geschwister weitergegeben werden (Helbig 2013; Grgic & Bayer 2015). Da das ältere Geschwisterkind den Übergang in die höhere Sekundarschule bereits erlebt hat, ist es zweitens denkbar, dass relevante Informationen vom älteren Geschwisterkind an die Eltern weitergegeben werden und so zu höheren Aspirationen für das jüngere Geschwisterkind führen (Helbig 2013; Grgic & Bayer 2015).

In dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit die Geschwisterkonstellation im Haushalt den Übergang auf das Gymnasium beeinflusst. Neben dem Effekt der Geschwisterzahl wird auch untersucht, inwieweit ältere Geschwister den Übergang zum Gymnasium beeinflussen. Das heißt, es wird analysiert, ob die besuchte Schulform oder der erworbene Schulabschluss der älteren Geschwister mit dem Eintritt ins Gymnasium zusammenhängt. Darüber hinaus wird der Fokus auf die Mechanismen gelegt, die diesen Assoziationen zugrunde liegen. Es wird untersucht, wie und wo sich der Bildungserfolg und die Erfahrung der älteren Geschwister auf die Aspirationen und anderen motivationalen Variablen sowie den Bildungserfolg der jüngeren Geschwister vor Beginn der Sekundarstufe I auswirken. Aspirationen, Anstrengungsbereitschaft und motivationale Variablen können als Teil eines bildungsbezogenen Habitus des Kindes gesehen werden (Dumais 2002).

Basierend auf NEPS-Daten der Startkohorte 2 (Blossfeld, Roßbach & von Maurice 2011) werden diese Zusammenhänge im Rahmen eines Strukturgleichungsmodells untersucht. Mit Hilfe dieser Methode ist es möglich, komplexe Pfadmodelle mit latenten Variablen zu kombinieren, um zu untersuchen, wie der Bildungsprozess mit Geschwistern zusammenhängt oder zusammenhängen könnte. Erste Ergebnisse zeigen, dass ein älteres Geschwisterkind, das ein Gymnasium besucht oder eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, die Wahrscheinlichkeit des Übergangs zum Gymnasium erhöht. In einem nächsten Schritt sollen diese Ergebnisse nun sukzessive um weitere Faktoren erweitert werden, von denen angenommen wird, dass sie im Kontext des familiären Hintergrunds eine wichtige Rolle spielen.

 

Einfluss der Geschwisterbeziehung auf die schulische Integration von Jugendlichen mit Fluchthintergrund

Ebru Balaban-Feldens, Michael Bayer
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., Deutschland

Bildung kann als wichtiger Motor für Integration und gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten betrachtet werden. Da Bildungserfolg häufig auch von familiären Ressourcen abhängig ist und das Ausmaß vorgenommener Bildungsinvestitionen zwischen Familien unterschiedlich sein kann, stellen Familien einen wichtigen Einflussfaktor für die schulische Integration ihrer Kinder sowie für deren Teilhabechancen im deutschen Bildungssystem dar.

In den klassischen Zugängen der sozialen Ungleichheitsforschung sind es vor allem sozialstrukturelle Aspekte wie Bildungshintergrund oder Beruf der Eltern bzw. die damit in Zusammenhang stehenden kulturellen, sozialen und ökonomischen Ressourcen von Familien (Diehl et al. 2016), die in ihrer direkten oder über Bildungsaspirationen vermittelten (Becker 2010) Wirkung auf schulische Leistungen untersucht werden.

Wenig ist hingegen über die genaueren Wirkprozesse dieser Ressourcen bekannt. Vermutet werden kann, dass die Art und Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie eine wichtige Rolle spielen.

Sowohl bei Familien mit Fluchthintergrund als auch bei Familien mit Migrationshintergrund kann zudem vermutet werden, dass die Geschwisterbeziehungen eine besondere Bedeutung haben. Da die Eltern meist wenig über das deutsche Bildungssystem wissen, können das Vorhandensein von Geschwistern und die Beziehungsqualität zwischen diesen auswirkungsreich für die schulische Integration sein.

Darüber hinaus ist auch bekannt, dass Eltern aus nicht-westlichen Kulturkreisen im Vergleich zu einheimischen Familien einen starken Fokus auf ein kollektivistisches Wertesystem legen, das stark auf der Interdependenz der Familienmitglieder beruht. In westlichen Industrienationen zeichnet sich das Familienzusammenleben hingegen eher durch unabhängige familiäre Bindungen und einen höheren Individualismus aus (Cicirelli 1994). Für die Betrachtung der Zielgruppen wird der Fokus auf die in Deutschland lebenden Flüchtlinge gelegt, die aus nicht-westlichen Ländern stammen und in denen familiärer Zusammenhalt häufig wichtiger ist, als in der autochthonen Bevölkerung.

Aus einigen wenigen qualitativen Studien ist bekannt, dass die Unterstützung durch Geschwister in Migrantenfamilien mit einer hohen Kinderanzahl aus nicht-westlichen Herkunftskulturen (wie z. B. Algerien, Marokko oder der Türkei) förderlich für den Bildungserfolg sein können, da sie z. B. den Mangel an elterlicher Hilfe in Schulangelegenheiten teilweise kompensieren können (Boos-Nünning & Karakasoglu 2005; Moguérou & Santelli 2015; Crul 2000). Ältere Geschwister können als positive Vorbilder für ihre jüngeren Geschwister fungieren, wenn sie selbst einen erfolgreichen Bildungsweg eingeschlagen haben. Gerade wenn die elterliche Unterstützung geringer ausgeprägt ist, können Geschwister aus diesen Kulturen dazu neigen, familiäre Normen und Werte in vertretender Funktion ihrer Eltern zu übernehmen und auf ihre jüngeren Geschwister zu übertragen (Schnell et al. 2015).

Vor diesem Hintergrund soll folgender übergeordneter Fragestellung nachgegangen werden: Welchen Einfluss haben Geschwisterbeziehungen auf die schulische Integration von Jugendlichen mit Fluchthintergrund? Zur Klärung der Frage wird zunächst theoretisch begründet, warum Geschwisterkinder eine zentrale Bedeutung für Jugendliche mit Fluchthintergrund spielen können. Bei der Betrachtung familiärer Ressourcen werden migrationsspezifische Faktoren wie z. B. Sprachbarrieren, Informationsdefizite und fluchtspezifische Faktoren wie z.B. Kriegserfahrungen, Traumata oder Trennung von Eltern berücksichtigt. Für die empirische Bearbeitung der leitenden Fragestellung wird mit den Daten des Projektes Refugees in the German Educational System (ReGES) gearbeitet. Die Daten beinhalten eine Anzahl an unterschiedlichen Herkunftsländern, die den Fokus auf Jugendlichen ab 14 Jahren legen. Im Zuge der Erhebungen wurde das Konstrukt Geschwisterbeziehungen auf unterschiedlichen Dimensionen (emotionale Unterstützung, materielle Unterstützung, soziale Unterstützung, wertschätzende Unterstützung) erfasst, die die Unterstützungsleistungen berücksichtigen. Das Konstrukt schulische Integration kann z. B. über die Schulform, die Schulnote, den Schulabschluss sowie über die subjektive Zufriedenheit mit der Schule abgebildet werden. Familiäre Ressourcen, wie z. B. Bücher im Herkunftsland vor der Flucht werden als Kontrollvariablen in das Modell einbezogen. Die differentielle Analyse des Einflusses von Geschwisterbeziehungen in Familien mit Fluchthintergrund ermöglicht nicht nur einen genaueren Blick auf die Wirkpfade von Ressourcen in Familien in besonderen Lebenslagen, sondern bietet darüber hinaus auch bildungspolitisch relevante Erkenntnisse über innerfamiliale Kompensationspotentiale im Hinblick auf schulische Teilhabe und Integration.

 

Moral in Geschwisterbeziehungen und Freundschaften in der Kindheit

Nina Brück
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Geschwisterbeziehungen und Freundschaften stellen zentrale Entwicklungskontexte für Kinder dar, insbesondere für die moralische Entwicklung (vgl. Dunn 2006). Einerseits stellen beide Beziehungen Räume dar, in denen Kinder moralrelevante Aspekte und Fähigkeiten erlernen wie beispielsweise das Verständnis von Regeln und Normen, Fürsorge und Perspektivübernahme. Andererseits fungieren sowohl Geschwisterbeziehungen als auch Freundschaften als Motive für moralische Verpflichtung (vgl. Montana 1993) und interpersonale Verantwortung (vgl. Keller 1996).

Insbesondere das Teilen als positive moralische Pflicht spielt eine zentrale Rolle in beiden Beziehungen (vgl. Youniss 1984; Dunn 1995). Jedoch unterscheiden sich Geschwisterbeziehungen von Freundschaften u.a. hinsichtlich ihrer Struktur (vgl. Martinez/Howe 2013): im Gegensatz zu Freundschaften sind sie erzwungene Beziehungen (vgl. Onnen 2015). Daher ist anzunehmen, dass beide Beziehungen unterschiedliche Entwicklungskontexte darstellen.

Dementsprechend wurde in der Studie angenommen, dass Kinder sich an moralische Normen aufgrund der konkreten Beziehung binden sowie dass sie sich aufgrund der Bedeutung von Geschwisterbeziehungen ihren Geschwistern gegenüber moralisch verpflichteter fühlen als ihren Freund*innen gegenüber.

83 Kinder zwischen 5 und 6 Jahren wurden in einem halbstandardisierten Interview zu ihren Geschwistern und Freund*innen befragt. Anschließend wurden ihnen 5 Szenarien zu positiven und negativen Pflichten (angelehnt an Keller 1996 und Nunner-Winkler 2007) vorgelegt. Die Szenarien thematisierten einen moralischen Konflikt zwischen der*dem (am meisten gemochten) Freund*in und dem (am meisten gemochten) Geschwister. Die Interviewdaten wurden zunächst in Anlehnung an die skalierende Strukturierung nach Mayring (2015) und die evaluative Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2014) analysiert. Anschließend wurden Kontingenzanalysen berechnet. Dabei wurden signifikante Effekte bei mehrstufigen Variablen über z-Tests mit Bonferroni-Korrektur und standardisierte Residuen aufgeschlüsselt (vgl. Field 2014).

Einerseits zeigen die Ergebnisse der Analysen, dass moralische Verpflichtung und Verantwortung aus der affektiven Bindung an eine Person resultieren. Dementsprechend fungiert die Beziehung als Motiv: die Kinder begründeten ihre Entscheidungen mit der jeweiligen Beziehung. Sanktionen, Regelgeltung oder primär moralische Aspekte wie Fürsorge oder Gerechtigkeit waren nicht ausschlaggebend. In den positiven und positiv strukturierten Pflichten (Teilen, Helfen, Versprechen) wählten die Kinder ihr Geschwister oder ihre*n Freund*in aufgrund der Beziehung zu und der Bindung an diese konkrete Person und die daraus resultierende moralische Verpflichtung. Andererseits verdeutlichen die Ergebnisse, dass bestimmte Beziehungen stärkere moralische Verpflichtungen und Verantwortung beinhalten: die Kinder fühlten sich ihren Geschwistern gegenüber moralisch verpflichteter. Dies wird sowohl am Versuch einen Ausgleich für das Geschwister zu schaffen deutlich, als auch daran, dass trotz des hypothesenkonformen Häufigkeitsunterschieds die Prozentzahl der Kinder, die sich für ihr Geschwister aufgrund der Geschwisterbeziehung entschieden, größer ist als die Prozentzahl der Kinder, die sich für ihre*n Freund*in aufgrund der Freundschaft entschieden. Zudem zeigen die Erwartungen an die eigenen Geschwister sowie ein Verständnis für die Geschwisterbeziehung der*des Freundin*Freundes innerhalb des Szenarios zum Teilen eine stärkere Verpflichtung gegenüber dem Geschwister an.

Damit unterstützen die Befunde den bereits von anderen Studien aufgezeigten Zusammenhang zwischen Moral und Beziehung (vgl. Keller 1996; Dunn 2006; Linke 2012). Zukünftige Forschung im Bereich der moralischen Entwicklung sollte diese Verknüpfung stärker berücksichtigen. Jedoch bedarf die Geschwisterbeziehung als solche, die aus ihr resultierende stärkere moralische Verpflichtung und Verantwortung sowie ihr Einfluss auf soziales Lernen deutlich mehr Forschung und Klärung.