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Sitzungsübersicht
Sitzung
M14-S17: Sekundärdaten finden und nutzen - das Angebot des Verbunds Forschunsdaten Bildung
Zeit:
Mittwoch, 25.03.2020:
14:30 - 16:15

Ort: S17

Präsentationen

Workshop: Sekundärdaten finden und nutzen-- das Angebot des Verbund Forschungsdaten Bildung

Thomas Lösch1, Sonja Bayer1, Marcus Eisentraut2, Susanne de Vogel3, Malte Jansen4, Aleksander Kocaj4

1DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation; 2GESIS | Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften; 3Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW); 4Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) & Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB)

Zielstellung

Im Kontext der Diskussionen um „Open Science“ und die Belastung von Bildungsinstitutionen durch die wachsende Anzahl von Datenerhebungen, kommt sekundäranalytischer Forschung mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Datensätzen eine bedeutende Rolle in der empirischen Bildungsforschung zu. Ziel des Workshops ist es, Forschende über Möglichkeiten und Methoden von Sekundärdatenanalysen zu informieren und anzuregen, eigene Forschungsprojekte mit vorhandenen Daten zu realisieren. Dabei zielt der Workshop darauf ab, die spezifischen Interessen der Teilnehmenden zu berücksichtigen und das Datenangebot des Verbunds Forschungsdaten Bildung (VerbundFDB) passend dazu zu präsentieren.

Zielgruppe des Workshops sind überwiegend Forschende, die noch keine umfangreichen Kenntnisse und Vorerfahrungen im Bereich der Sekundärdatenanalyse haben. Dazu gehören z. B. Forschende, die am Beginn ihrer Promotion stehen und für die Sekundäranalysen ein relevanter Teil ihrer Qualifikation sein könnte. Ebenso sind Forschende am Ende der Promotion angesprochen, die sich über mögliche Arbeitsfelder nach der Promotion informieren wollen. Schließlich kann der Workshop auch für etablierte Forschende interessant sein, die überlegen, ihre eigenen Themen mit neuen Daten zu beforschen.

Inhalte und Ablauf

Das angestrebte Format hat einen Workshopcharakter, der unter den gegebenen zeitlichen Möglichkeiten informierende Vorträge mit reflektierenden Interaktionen verknüpfen soll. Der Aufbau orientiert sich an zentralen Fragen, die sich in der Analyse von Sekundärdaten stellen. Die folgenden Themen werden behandelt:

  • Einstieg: Forschungsinteressen und Motivation der Teilnehmenden
  • Theoretische Einführung: Definition, Vorteile und Herausforderungen von Sekundärdatenanalysen
  • Beispielhafter Ablauf
  • Fördermöglichkeiten
  • Interessante Daten im VerbundFDB
  • Daten Suchen im VerbundFDB
  • Offene Diskussionsrunde

Einstieg: Forschungsinteressen und Motivation der Teilnehmenden

Zunächst wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, ihre eigene Motivation zur Teilnahme am Workshop darzustellen. Dabei können sie ihre eigenen Forschungsinteressen benennen, ihre eigenen Fragen zu Sekundärdatenanalysen stellen sowie ihre Erwartungen an die Methode der Sekundärdatenanalyse formulieren.

Theoretische Einführung: Definition, Vorteile und Herausforderungen von Sekundärdatenanalysen

Zunächst soll knapp definiert werden, was wir unter sekundäranalytischer Forschung verstehen. Anschließend werden zentrale Vorteile sowie Hürden und Problemfelder von Sekundärdatenanalysen benannt und diskutiert. Beispielsweise wird hier auf die optimale Nutzung von Ressourcen und die zunehmende Schwierigkeit, Schulen für Primärdatenerhebungen zu gewinnen, verwiesen.

Beispielhafter Ablauf

Wie werden Sekundärdatenanalysen durchgeführt? An dem Beispiel einer publizierten Analyse wird verdeutlicht, wie eine Sekundärdatenanalyse ablaufen kann. Es wird kurz dargestellt, welche Daten in der Beispielanalyse genutzt wurden, auf welchem Weg der Zugang zu den Daten stattfand, wie die Daten aufbereitet und schließlich ausgewertet wurden. Dabei wird insbesondere auf Herausforderungen und wichtige Entscheidungen im sekundäranalytischen Forschungsprozess hingewiesen. Ebenso werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Primärforschung herausgestellt.

Fördermöglichkeiten

Mit welchen Ressourcen können Sekundärdatenanalysen durchgeführt werden? Hier wird in einem kurzen Teil auf die Fördermöglichkeiten verschiedener Forschungsförderer verwiesen. Unter anderem wird darauf verwiesen, dass bei der Sachmittelförderungen der DFG und bei Ausschreibungen des BMBF auch die Beantragung sekundäranalytischer Projekte möglich ist. Beispielhaft wird das DFG-geförderte MILES Projekt vorgestellt.

Interessante Daten im VerbundFDB

Wie komme ich an Daten? Die zentrale Herausforderung bei Sekundärdatenanalysen ist es, geeignete Daten zu finden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird der VerbundFDB und dessen Datenangebot vorgestellt. Nach einer einleitenden Darstellung von Zielen und Struktur des VerbundFDB folgt die Darstellung einiger ausgewählter Datenbestände. Hier werden Datenbestände vorgestellt, die ein hohes Nachnutzungspotential haben, um mögliche Anknüpfungspunkte bei den Teilnehmenden anzusprechen. Dabei wird unter anderem auf die wenig bekannten Daten der Studie KuL (Kristen, Stanat, Kogan, Lorenz, Gentrup, & Rahmann, 2018) genauer eingegangen. Die Daten der KuL Studie haben ein hohes Nachnutzungspotenzial, da sowohl Videodaten, Kompetenztests, wie auch umfassende Fragebögen aus mehreren Perspektiven vorliegen. Weiterhin wird das Promoviertenpanel des DZHW vorgestellt (Brandt, Briedis, de Vogel, Jaksztat, Teichmann, 2018). Das Promoviertenpanel hat ein hohes Nachnutzungspotential insbesondere durch die erfasste Stichprobe. In der Studie wurde eine Vollerhebung aller Personen angestrebt, die 2014 eine Promotion in Deutschland abgeschlossen haben.

Daten Suchen im VerbundFDB

Für den Praxisbezug soll beispielhaft einer Suchanfrage nachgegangen werden. So soll den Teilnehmenden gezeigt werden, wie eine zielführende Suchstrategie ablaufen kann.

Offene Diskussionsrunde

Zum Abschluss des Formats soll Teilnehmenden die Möglichkeit zur offenen Diskussion der behandelten Themen gegeben werden. Hier stehen Fragen des Publikums im Vordergrund. Diskussionspunkte könnten eine Bewertung von Sekundärdatenanalysen sein oder Bedarfe von Forschenden, wie sie noch besser bei der Nachnutzung von Datenbeständen unterstütz werden können.