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Sitzungsübersicht
Sitzung
M11‒S26: Schreibförderung im Fachunterricht der Sekundarstufe I - Empirische Ergebnisse einer interdisziplinären Interventionsstudie
Zeit:
Mittwoch, 25.03.2020:
11:15 - 13:00

Ort: S26

Präsentationen

Schreibförderung im Fachunterricht der Sekundarstufe I - Empirische Ergebnisse einer interdisziplinären Interventionsstudie

Chair(s): Martin Lang (Universität Duisburg-Essen, Deutschland)

DiskutantIn(nen): Michael Becker-Mrotzek (Universität zu Köln)

Schreiben ist für viele Lernende eine Herausforderung im schulischen Alltag. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Umgang mit Schriftlichkeit eine Vielfalt an sprachlichen und kognitiven Kompetenzen erfordert, die weit mehr umfassen als die Fähigkeiten lesen und schreiben zu können.

Der enge Zusammenhang von Schriftlichkeit, Denken und reflexivem Lernen ist in den letzten beiden Jahrzehnten in den Fokus der Fachdidaktiken gerückt. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der internationalen Schulleistungsstudien, die die herausragende Bedeutung schriftsprachlicher Fähigkeiten – d.h. textueller Kompetenzen jenseits der Alphabetisierung – für den Bildungserfolg und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (OECD, 2006) nachgewiesen haben. Die enge Kopplung zwischen familiärem sozioökonomischen Status (SES) und sprachlichen Fähigkeiten (Niklas & Schneider, 2013) ist sowohl für monolingual deutsche als auch mehrsprachige Kinder und Jugendliche belegt. Vor diesem Hintergrund besteht die gesellschaftliche Herausforderung darin, allen Kindern und Jugendlichen eine schulische Schreib- und Lesesozialisation zu ermöglichen und durch eine sprachbewusste Vermittlung von Wissensbeständen und fachlichen Konzepten Chancengerechtigkeit zu befördern. Bildungspolitisch resultiert aus diesen Befunden somit die langfristige Aufgabe, eine fachübergreifende und fachspezifische Sprachbildung und Sprachförderung curricular zu etablieren.

Bislang liegen allerdings im deutschsprachigen Raum nur wenige empirische Befunde vor, die Aussagen über den Zusammenhang von Schreiben und fachlichem Lernen zulassen. Praxisrelevante und empirisch validierte fachdidaktische Unterrichtsmodelle zu einer lernwirksamen Schreibförderung im Fachunterricht (im Überblick Schmölzer-Eibinger & Thürmann, 2015) existieren kaum.

An dieser Stelle setzt das interdisziplinäre BMBF-Projekt SchriFT („Schreiben im Fachunterricht der Sekundarstufe I unter Einbeziehung des Türkischen“; Förderkennzeichen 01JM1405) an. Nachdem in der ersten Projektphase („SchriFT I“; 2014-2017) der Ist-Stand der fachspezifischen Schreibfähigkeiten von 1.718 Schülerinnen und Schülern in den Fächern Physik, Technik, Politik und Geschichte erhoben und mit fachlichen Kompetenzen und weiteren sprachlichen und demografischen Faktoren korreliert wurde, steht in der zweiten Projektphase („SchriFT II“; 2017-2020) nun die Entwicklung, Durchführung und Evaluation fachspezifischer Interventionen zur Schreibförderung im Mittelpunkt.

Im Symposium werden zunächst im ersten Vortrag (Enzenbach/Fischer/Roll/Krabbe) fächerübergreifende Ergebnisse aus dem Projekt „SchriFT I“ für alle beteiligten Fächer vorgestellt, bevor im Anschluss ein vertiefter Einblick in die Ergebnisse aus dem Fach Physik gegeben wird. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fähigkeit Textsorten fachlich angemessen zu verfassen, für alle beteiligten Fächer am stärksten mit fachsprachlichen Fähigkeiten (r = [.56***; .62***]) und Fachwissen (r = [.37***; .54***]) zusammenhängt.

Aus den Befunden ergibt sich die Fragestellung, inwiefern der Ausbau fachlicher und fachsprachlicher Textsortenfähigkeiten durch eine gezielte und funktionale Vermittlung im Fachunterricht möglich ist (Gürsoy & Roll, 2018; Wickner, 2018). Diese Fragestellung wurde im Projekt „SchriFT II“ untersucht, wobei die Koordination und die Vergleichbarkeit zwischen den Fächern über die Förderung der gleichen kognitiv-sprachlichen Handlungsmuster (Beschreiben, Erklären, Begründen) hergestellt wurde. Das Design und die Ergebnisse dieser Fragestellung werden in den zwei weiteren Vorträgen des Symposiums vorgestellt.

Im zweiten Vortrag des Symposiums (Lang/Çiklaşahin) werden Befunde einer Interventionsstudie zur Förderung von Schreibfähigkeiten im Fach Technik berichtet. Dabei steht die sprachliche Handlung des Beschreibens im Fokus. Für das Beschreiben zeigen sich im Fach Technik Verbesserungen in der sprachlichen Handlungskompetenz nach der Intervention (N=200). Die für das Fach Technik gewonnen Erkenntnisse werden zudem in Bezug zu den Befunden im Fach Politik gesetzt.

Im dritten Vortrag des Symposiums (Manzel/Forkarth) steht dann das Erklären als Teilprozess der Textsorte politisches Urteil im Politik-/GL-Unterricht im Mittelpunkt. Anhand einer qualitativen Betrachtung ausgewählter Schülertexte und durch eine quantitative Auswertung der Textprodukte mittels eigens entwickeltem Kategoriensystem wird gezeigt, über welche Fähigkeiten Schülerinnen und Schüler mit Blick auf die fachspezifische sprachliche Handlung des Erklärens verfügen. Ein Fächervergleich mit Befunden aus dem Fach Technik ist ebenfalls vorgesehen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Schreiben im Fachunterricht anhand von Textsorten

Christine Enzenbach1, Hans E. Fischer1, Heike Roll1, Heiko Krabbe2
1Universität Duisburg-Essen, 2Ruhr-Universität Bochum

Textsorten bedingen sprachlich-kognitive Handlungsmuster wie Beschreiben, Erklären oder Begründen. Daher sind sie ein wichtiges Werkzeug, um mit wiederkehrenden fachlichen Problemstellungen umzugehen und fachliche Inhalte adäquat und angemessen darzustellen (Bachmann & Becker-Mrotzek, 2017). Textsorten haben eine fachliche und fachdidaktische Funktion und vernetzen systematisch fachliche und sprachlichen Prozesse (Beese & Roll, 2015).

Im Forschungsprojekt „SchriFT – Schreiben im Fachunterricht der Sekundarstufe I unter Einbeziehung des Türkischen“ werden schriftsprachliche Handlungsmuster von Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 an Gesamtschulen in NRW empirisch analysiert. Die Analyse erfolgt in den Fächern Geschichte, Physik, Politik und Technik jeweils anhand von schulisch relevanten Textsorten (Geschichte: historisches Sachurteil, Politik: Schaubildanalyse, Technik: technische Analyse, Physik: Versuchsprotokoll und Deutsch & Türkisch: Bauanleitung).

Im Vortrag werden zuerst fächerübergreifende Ergebnisse aus dem Projekt SchriFT I an einer Stichprobe von n = 1.718 für alle beteiligten Fächer vorgestellt. Die Ergebnisse (siehe Abbildung 1) zeigen, dass die Fähigkeit Textsorten fachlich angemessen zu verfassen, am stärksten mit fachsprachlichen Fähigkeiten (r = [.56***; .62***]) und Fachwissen (r = [.37***; .54***]) zusammenhängt. Das Schreiben von fachspezifischen Textsorten hängt außerdem in geringerem Ausmaß mit fächerübergreifenden Textsortenfähigkeiten zusammen (r = [.24***; .35***]), die üblicherweise im Deutschunterricht vermittelt werden.

Abbildung 1: Darstellung der korrelativen Zusammenhänge für alle Fächer SchriFT I

Im Anschluss wird ein vertiefter Einblick in die Ergebnisse aus dem Fach Physik gegeben. Die Daten beziehen sich auf eine Stichprobe von 303 Schülerinnen und Schülern, die jeweils Textprodukte (Versuchsprotokoll & Bauanleitung) im Physik- und Deutschunterricht verfasst und Tests zum methodischen und konzeptuellen naturwissenschaftlichen Denken und zum Fachwissen bearbeitet haben. Anhand eines Strukturgleichungsmodells werden die Zusammenhänge zwischen den Fähigkeiten eine Textsorte im Physik- und Deutschunterricht zu verfassen, dem naturwissenschaftlichen Denken und dem Fachwissen dargestellt. Es zeigt sich, dass das Fachwissen (β =.23***; .59***) und das naturwissenschaftliche Denken (β = [.17**; .27***]) einen mittleren Einfluss auf die Fähigkeit haben, ein Versuchsprotokoll im Physikunterricht zu schreiben. Die Fähigkeit, eine vergleichbare Textsorte (Bauanleitung) im Deutschunterricht zu verfassen, hat demgegenüber einen geringeren Einfluss (β = n.s.; .24***) (Boubakri, Krabbe & Fischer, 2018).

Aus den dargestellten Ergebnissen ergibt sich die Fragestellung, inwiefern der Ausbau fachlicher und fachsprachlicher Textsortenfähigkeiten durch eine gezielte und funktionale Vermittlung im Fachunterricht möglich ist (Gürsoy & Roll, 2018; Wickner, 2018). Diese Fragestellung wurde im SchriFT II Projekt untersucht, wobei die Koordination zwischen den Fächern über die Förderung der gleichen kognitiv-sprachlichen Handlungsmuster hergestellt wurde. Das Design und die Ergebnisse des SchriFT II Projektes werden in den zwei weiteren Vorträgen des Symposiums vorgestellt.

 

Schreiben mit dem textsortenbasierten Lehr-Lern-Zyklus im Technikunterricht - Effekte einer (interdisziplinären) Interventionsstudie

Anil Ciklasahin, Martin Lang
Universität Duisburg-Essen

Wenn von Sprache im Fach, insbesondere von Sprache im Technikunterricht gesprochen wird, werden häufig lexikalische Besonderheiten auf der Wortebene durch die häufige Verwendung von fachspezifischem Vokabular assoziiert. Im Fach Technik erwachsen durch die Komplexität der technikspezifischen Fachsprache und die Forderung einer altersgerechten Vermittlung für Lernende und Lehrende jedoch vermehrte Herausforderungen im Schulalltag, die weit über die Lexik hinausgehen. Um das Ziel des sprachbildenden Technikunterrichts zu erreichen, wird im BMBF-Projekt „SchriFT II – Schreiben im Fachunterricht der Sekundarstufe I unter Einbeziehung des Türkischen“ eine quasi-experimentelle Feldstudie zur Wirksamkeit textsortenbasierter Sprachbildungsmaterialien in der siebten und achten Jahrgangsstufe an Gesamtschulen in NRW durchgeführt. Durch die Orientierung an fachspezifischen, funktionalen Textsorten wird u.a. im Fach Technik eine fachspezifische und fächerübergreifende durchgehende Sprachbildung (u.a. Beese & Roll 2015) ermöglicht.

Dem Schreiben im Technikunterricht wird bislang sowohl in den schulischen Curricula als auch in der gegenwärtigen Unterrichtspraxis kaum Zeit und Beachtung geschenkt. An diesem Befund setzt das Projekt SchriFT im Hinblick auf die Sprachbildung im Fach an: Die fachspezifische Textsorte Technische Analyse ermöglicht die systematische Verzahnung von Sprache und Schriftlichkeit im Technikunterricht und fordert die Realisierung der sprachlichen Handlungen des Beschreibens und Erklärens. Sie dient der Vermittlung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, der Aufbaustruktur und der Funktionsweisen der technischen Teil- und Gesamtsysteme (vgl. Henseler & Höpken 1996, Hüttner 2002, Schmayl 2013).

Die Interventionsstudie wurde für das Fach Technik an insgesamt fünf Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen von acht Lehrpersonen durchgeführt. 322 Probanden (N=185 Kontrollgruppe, N=137 Interventionsgruppe) nahmen an der Intervention teil und zeigten im Prä-Post-Test technikspezifische Textsortenfähigkeiten der Textsorte Technische Analyse. Weiterhin wurden Testinstrumente eingesetzt, die das technische Fachwissen, die bildungssprachlichen Kompetenzen, die soziobiographischen Daten und die Kompetenz des figuralen Denkens erheben. Die Studie zielt darauf ab, Interventionseffekte auf der Ebene der Textsortenfähigkeiten der Lernenden und der Realisierung der sprachlichen Handlungen im Fachkontext zu analysieren.

Anknüpfend an den ersten Vortrag werden Besonderheiten der sprachlichen Handlung des Beschreibens im Fach Technik analysiert. Das Beschreiben verkettet sprachliche Handlungen und beabsichtigt, dem Adressaten einen Gegenstand oder einen Sachverhalt „in seiner Oberflächenform […] möglichst genau darzustellen, so dass er sich eine Vorstellung davon bilden und Form und Funktionalität […] damit verknüpfen kann“ (Hoffmann 2016, S.535). Die Anforderungen des Beschreibens im Technikunterricht umfassen konkrete „Merkmale, Eigenschaften, Vorgänge, Systeme, Methoden in Einzelheiten fachsprachlich richtig mündlich oder schriftlich wieder[zu]geben“ (VDI 2007, S.25).

Für das Beschreiben zeigen sich im Fach Technik Verbesserungen in der sprachlichen Handlungskompetenz nach der Intervention (N=200). Der Mittelwert zwischen beiden Messzeitpunkten steigt bei der Interventionsgruppe von 11,94 auf 13,90 Punkte. Das entspricht einer Steigerung von 7,52 Prozentpunkten.

Ergänzend erfolgt ein qualitativer Vergleich mit den Befunden zur sprachlichen Handlung Beschreiben im Fach Politik, der Aufschluss über fächerübergreifende Gemeinsamkeiten und Unterschiede geben soll.

 

Schreiben mit dem textsortenbasierten Lehr-Lern-Zyklus im Politikunterricht - Effekte einer (interdisziplinären) Interventionsstudie

Sabine Manzel, Claudia Forkarth
Universität Duisburg-Essen

Die Bedeutung von Sprache ist zunehmend in den Fokus von Unterrichtsforschung gerückt und hat auch Einzug in den Diskurs der Politikdidaktik gehalten (Oleschko 2012; Vollmer & Thürmann 2010). Im Politikunterricht werden Fachinhalte über Sprache – u.a. in Form von geschriebenen Texten – vermittelt. Mündliche Diskussionen sind weiterhin Hauptbestandteil im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht, obgleich Textarbeit als zentral bei der Vermittlung des Politischen gesehen wird (Weißeno 1993). Schreiben und Schreibförderung ist nicht alleinige Aufgabe des Deutschunterrichts, sondern muss im Fach eingeübt werden (Roll, Gürsoy & Boubakri 2016). Ausgehend vom Fach selbst, seinen typischen Textsorten und Fachkonzepten (Weißeno et al. 2010) soll eine explizite Auseinandersetzung mit Sprache, die das fachliche Lernen stützt, angeregt werden (Lengyl 2016).

Interdisziplinär erhobene Befunde zeigen, dass fehlende literale Kompetenzen im fachlichen Kontext einen Chancennachteil für schulischen Erfolg und gesellschaftliche Partizipation darstellen (Schmölzer-Eibinger/Thürmann 2015; Kayser & Hagemann 2012). Die epistemische Funktion des Schreibens als Werkzeug des Lernens und zur Wissenskonstruktion wird betont (Weis 2013). Schon Ergebnisse aus dem Projekt SchriFT I (Vortrag 1) haben einen Zusammenhang von fachsprachlichen Fähigkeiten und Fachwissen in Bezug auf die Bewältigung textsortenspezifischer Schreibaufgaben herausgestellt. Darüber hinaus bestätigen Weißeno & Eck (2013), dass sich eine fachspezifische Sprachförderung vorteilhaft auf das Fachwissen auswirkt. Insgesamt gibt es bislang jedoch wenig theoretische und empirische Befunde, die sich konkret mit dem Schreiben im Politikunterricht beschäftigen.

Im Vortrag werden Befunde einer Interventionsstudie (Pre-Post-Design) vorgestellt, die ca. neun Unterrichtswochen umfasst und die die textsortenbasierte Schreibfähigkeit im Politikunterricht untersucht. Mit einer Stichprobe von siebten und achten Klassen an Gesamtschulen in NRW (n=280) wurden die fachspezifischen, textsortenbasierten Schreibfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler, das Fachwissen sowie weitere Variablen wie Intelligenz oder politisches Interesse erhoben. Ziel ist es, Interventionseffekte auf das schriftliche Beschreiben, Erklären und Begründen der SuS ausfindig zu machen und das Modell des textsortenbasierten Lehr-Lern-Zyklus (u.a. Taufik 2009) als Schreibförderkonzept für den Fachunterricht (Hallet 2013) zu evaluieren. Es wird angenommen, dass die Intervention positive Effekte auf die schriftliche Kompetenzentwicklung hat.

Während der zweite Vortrag sich der sprachlichen Handlung des Beschreibens am Beispiel der Technischen Analyse als Textsorte für den Technikunterricht widmet, steht hier das Erklären als Teilprozess der Textsorte politisches Urteil im Politik-/GL-Unterricht im Vordergrund. Die politische Urteilsfähigkeit gilt als eine von vier zentralen Kompetenzen, die SuS im Politikunterricht ausbilden sollen (Detjen et al. 2012) und ist dementsprechend Ausgangslage für die Studie. Im Vortrag sollen die jeweilige sprachliche Handlung sowie fachspezifische Ausdifferenzierungen beleuchtet werden. Dies erfolgt qualitativ anhand von konkreten Schülerbeispielen und durch eine quantitative Auswertung der Textprodukte im Pre- und Posttest anhand eines eigens entwickelten Kategoriensystem. So soll geklärt werden, wie SuS im Politikunterricht im Rahmen der Textsorte politisches Urteil, schriftlich erklären und worin hier Unterschiede zu den Textprodukten im Technikunterricht bestehen. Damit einher gehen nicht zuletzt auch unterschiedliche Anforderungen der Fächer an das Erklären. Gleichermaßen gilt das Erklären jedoch als eine wesentliche Schlüsselqualifikation (Osborne & Patterson 2011) und muss im Unterricht explizit gelernt werden (Kulgemeyer 2014). Im GL-/Politikunterricht richtet sich das Erklären vor allem auf ein „Erkläre-Warum“, indem nach Gründen für eine Situation/ein Verhalten gesucht wird. Dabei wird stets multiperspektivisch gedacht. Das Erklären im Technikunterricht bezieht sich hier vielmehr auf die Erklärung einer Funktion im technischen System. Die sich in den beiden Fächern ergebenen Ergebnisse bieten spannende Diskussionen und Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Disziplinen, vor dem Kontext einer gemeinsamen Ausgangslage.

Erste Ergebnisse einer Teilstichprobe zum schriftlichen Erklären (n=106) im Politikunterricht liegen vor.

Berechnungen zu den Interventionseffekten in Bezug auf die Bewältigung der Teilaufgaben sowie unterschiedlicher Kontrollvariablen liegen bis zur Tagung vor.