Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
Sitzungsübersicht
Sitzung
F11-S17: Bildungsforschung goes Open Science: Einführung und Vernetzung
Zeit:
Freitag, 27.03.2020:
11:15 - 13:00

Ort: S17

Präsentationen

Bildungsforschung goes Open Science: Einführung und Vernetzung

Jürgen Schneider, Samuel Merk, Sibylle Meissner, Marion Spengler, Lena Brinkmann

Universität Tübingen, Deutschland

Zielstellung
Die Ergebnisse des “Reproducibility Project: Psychology” (Open Science Collaboration, 2015) und die damit einhergehende Diskussion um eine “Replikationskrise” werden im vorliegenden offenen Beitrag zum Anlass genommen die Frage nach dem Optimierungspotential der Forschungspraktiken und -prozesse in den quantitativ-empirischen Bildungswissenschaften zu stellen. In der Psychologie wurden Werte und Praktiken im Sinne der Open Science (z.B. Präregistrierung, Open Data, Reproducible Reporting) als eine Antwort auf die Replikationskrise stark gemacht (Geukes, Schönbrodt, Utesch, Geukes & Back, 2016). Entsprechend veröffentlichten auch zentrale Forschungsfördereinrichtungen Statements zu Open Data (z.B. DFG, 2015), Open Access (z.B. BMBF, 2016) oder zu beidem (z.B. European Commission, 2016a). Open Science Praktiken haben jedoch über die Optimierung empirischer Forschung hinaus weitere Ziele wie etwa eine erhöhte Chancengleichheit beim Zugang zu Wissen oder eine stärkere Partizipation der Gesellschaft am Forschungsprozess (European Commission, 2016b). In manchen Disziplinen (z.B. Medizin, Psychologie) hat die Open Science Bewegung bereits verstärkt Aufmerksamkeit erlangt und zur Etablierung entsprechender Praktiken (z.B. Kaplan & Irvin, 2015) sowie zur Gründung entsprechender Organisationen (z.B. Society for the Improvement of Psychological Science; Open Science Center LMU München) geführt. In den Bildungswissenschaften ist jedoch seit mehreren Jahren kein koordiniertes Engagement für Open Science zu beobachten.

Daher verfolgt der vorliegende Beitrag im offenen Format das Ziel: Notwendigkeit und Potentiale von Open Science in den Bildungswissenschaften zu diskutieren und aktuelle meta-scientifische Erkenntnisse vorzustellen. Als Zielgruppe werden hierbei besonders Forschende angesprochen, die bisher wenig Erfahrung mit Open Science Practices haben. Vernetzung anzubahnen und eine Plattform für den Austausch über Open Science in den Bildungswissenschaften zu initiieren. Dabei sollen Arbeitsgruppen (AGs) gebildet werden, um bedeutende Themen der Open Science in den Bildungswissenschaften zu diskutieren, zu bearbeiten und voranzubringen. Die AGs dienen als Anlaufstelle, das Engagement individuell Forschender zu bündeln, Austausch zu ermöglichen und Synergien zu schaffen. Hier sollen besonders Forschende angesprochen werden, die bereits Erfahrung mit Open Science Practices mitbringen und sich im Rahmen des Beitrags vernetzen wollen.

Inhalte
Der Beitrag gliedert sich inhaltlich in zwei Teile: Einer allgemeinen Einführung in Notwendigkeit und Potentiale von Open Science soll die Netzwerkarbeit in Fokusgruppen folgen. In der allgemeinen Einführung wird darauf eingegangen, welche Begründungslinien die Open Science Community anführt (Fecher & Friesike, 2014), welche Praktiken Open Science definieren (Rentier, 2019) und welche Tools dafür zur Verfügung stehen. Außerdem soll skizziert werden, welche Stakeholder und Anreizstrukturen für gelingende Open Science bedeutsam sind. Im zweiten Teil sollen thematische Fokusgruppen konkrete Aspekte bearbeiten und eine inhaltliche wie institutionelle Perspektive für diese entwickeln. Vorgeschlagene Themen für diese Fokusgruppen sind (der Beitrag soll jedoch offen für weitere Themenvorschläge sein):

- Reproducible Reporting in Educational Science: Möglichkeiten, Empfehlungen, Tools & Workflows

- Organisation eines Barcamps “Open Science in den Bildungswissenschaften”

- Spezifische Herausforderungen für Open Science in der Large Scale Forschung: Von präregistrierten Sekundäranalysen, balancierten α- und β-Fehlern und Co.

- Open Science in den Bildungswissenschaften voranbringen (Sichtbarkeit erhöhen, Commitment steigern, Open Science Initiative am eigenen Institut)

- Publikationssystem transformieren: Alternative Publikationswege, Open Peer Review, TOP-Principles

Ablauf
In einer Präsentation mit anschließender Gelegenheit zu Fragen und Diskussion, werden die Inhalte zur allgemeinen Einführung in Ziele und Praktiken der Open Science abgedeckt.

Danach finden sich die Teilnehmenden in den Fokusgruppen und legen zukünftige Kommunikationsstrukturen fest. Sowohl die Entstehung neuer Fokusgruppen als auch die Arbeit innerhalb dieser wird von den Autorinnen und Autoren des Beitrags moderiert.