Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Hauptvortrag
Blinde Flecken einer wiedervereinigten Mathematikdidaktik
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| Zusammenfassung der Sitzung | ||
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Bildungsreformen sind besonders interessante Momente in der Bildungsgeschichte, da Bildungsziele formuliert, Bildungsideale und pädagogische Paradigmen erläutert werden und zugleich ein kritischer Blick in die Vergangenheit geworfen wird, um Reformbemühungen zu begründen. In den 1950er bis 1970er Jahren gab es in vielen westeuropäischen Ländern, den USA und auch in den Ländern des Ostblocks Bestrebungen, die Schulmathematik der Oberstufe zu modernisieren und die wachsende Kluft zur höheren Mathematik zu verringern. Die Untersuchung ost- und westdeutscher Reformbemühungen ist besonders interessant. Die gemeinsame Bildungstradition erlaubt Bezüge und Vergleichbarkeit, gleichzeitig verdeutlichen Unterschiede die Rolle kulturhistorischer, ideologischer und institutioneller Bedingungen. In Ostdeutschland wurde durch den Mathematikbeschluss (1962) praxisnahe Entwicklungsforschung durch die Bildungspolitik verstärkt gefördert und zentral gesteuert. Die westdeutsche Mathematikdidaktik orientierte sich stark an internationalen Entwicklungen, sowie ihrer Institutionalisierung und Etablierung als Wissenschaftsdisziplin. Der Vortrag gibt Einblicke in Ziele und Verläufe der Reformbemühungen in Ost- und Westdeutschland und zeigt deren Bedeutung für das aktuelle Selbstverständnis einer sich als gesamtdeutsch verstehenden Mathematikdidaktik. | ||
| Externe Ressource: https://gdm2026.uni-wuppertal.de/de/programm/hauptvortraege/ |