Conference Agenda
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Daily Overview |
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S62: Philosophy of Religion 1
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1:30pm - 2:15pm
Wishful believing? Intellektuelle Redlichkeit und Tugendhats anthropologische Religionskritik Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Germany Viele Ansätze der Religionskritik, prominent vertreten durch Marx und Freud, möchten religiöse Überzeugungen nicht auf ontologischer Ebene kritisieren, sondern auf rein epistemologischer: Gott mag zwar existieren, wir haben aber keine guten Gründe an seine Existenz zu glauben. In eben diesem Sinne bezieht auch Tugendhat mit seiner Religionskritik Position, genauer gesagt seine Kritik am Monotheismus. Diese entwickelt er dabei im Kontext seiner anthropologischen und tugendethischen Arbeiten. Menschen, verstanden als "Ich-Sager", werden zwangsläufig mit ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Die Tugend der intellektuellen Redlichkeit wiederum fordert uns auf, nicht etwas zu glauben, nur weil es mit angenehmen Folgen (Hoffnung, Freude, Beruhigung) verbunden ist. Angesichts der Entwicklung unseres Weltwissens, so Tugendhat, können religiöse Überzeugungen aber nur als genau das verstanden werden: Wunschdenken. Von Autoren wie Freud will sich Tugendhat nun aber dadurch unterscheiden, mit moderaten anthropologischen Annahmen zur Verfassung des Menschen zu operieren, um sich so dem Vorwurf zu entziehen, allzu voraussetzungsreiche Prämissen zu unterstellen, die seine Religionskritk begründen. Doch selbst wenn man Tugendhats Anthropologie und Tugendethik akzeptiert, zeigt sich, dass er religionstheoretisch allzu gewichtige Annahmen impliziert, die seine Religionskritik letztlich auch zumindest in ihrer Stärke scheitern lassen. 2:15pm - 3:00pm
CANCELLED Was ist Religion und wie können wir Religion global denken? – Eine streng analytische Antwortsuche mit Wittgenstein University of Kassel, Germany Der Begriff „Religion“ ist umstritten und nur schwer zu definieren. Zudem scheint es keinen univoken Begriff zu geben, sondern nur analoge und vielleicht auch teils lediglich äquivoke Religionsbegriffe. Ziel meines Beitrags ist diesen Schwierigkeiten mit einem Wittgensteinschen Ansatz beizukommen. Die zentrale These meines Beitrags ist, dass wir Religion als Lebensmuster denken müssen und uns von einer irrigen Suche nach dem Wesen der Religion befreien müssen. Statt (platonische) Wesensschau zu betreiben und nach einer invarianten Definition der Religion zu suchen, müssen wir die Religion als Lebensmuster verstehen und uns Klarheit über ihre Grammatik verschaffen. Die Religion ist keine Lehre und keine Theorie, sondern eine Beschreibung eines tatsächlichen Vorgangs im Leben des Menschen. Religion ist somit ein anthropologisches Phänomen, das sich empirisch seit den Anfängen der Menschheit nachweisen lässt, etwa als Hoffnung auf eine andere, jenseitige Welt und auf ein mögliches Weiterleben nach dem Tod oder als betend-bittende Verehrung eines göttlichen oder heiligen Wesens. Religion ist ein Lebensmuster im menschlichen Lebensteppich. Lebensmuster bilden die Grundlage für eine Wortverwendung und bezeichnen nach Wittgenstein Regelmäßigkeiten sprachlichen und nicht-sprachlichen Handelns, welche mit gewissen Variationen im Leben der Menschen wiederkehren, von ihnen als zusammengehörige Einheiten aufgefasst und darum mit einem Wort benannt werden. 3:00pm - 3:45pm
Postreligiöse Metaphysik für moralische Verbesserung? Zur epistemischen Bedeutung psychischer Wirksamkeit in der Moralphilosophie von Iris Murdoch Georg-August-Universität Göttingen, Germany Mit Iris Murdoch lässt sich auf eine Weise über den Zusammenhang von Religion und Moral nachdenken, die eine Lücke im zeitgenössischen philosophischen Diskurs füllt: ihr geht es nicht um die Begründung von Moral, etwa unter Verweis auf einen göttlichen Gesetzesgeber, sondern um die Bedeutung von metaphysischen Annahmen für die praktische Herausforderung, ein moralisch gutes Leben zu führen. Sie ist der Überzeugung, dass es von meinem ganz grundlegenden Bild der Welt und des Menschen darin abhängt, wie gut ich mich tatsächlich moralisch verbessern kann. Ihr eigenes moralphilosophisches Projekt ist zu verstehen als das Angebot eines solchen metaphysischen Hintergrundbildes, das 1. in vieler Hinsicht von Religion inspiriert ist, aber letztlich ohne die für religiöse Weltbilder typischen starken metaphysischen Annahmen (etwa die der Existenz Gottes) auskommen will, und 2. im Hinblick auf die praktische Frage besonders wirksam sein soll. Ich verteidige Murdochs Vorgehen gegen das Bedenken, sie würde praktische Erwägungen geltend machen, wo nur epistemische gelten dürfen, in Auseinandersetzung mit einem aktuellen erkenntnistheoretischen Ansatz des Religionsphilosophen Paul Moser: eine Metaphysik, die Annahmen über die moralisch transformative Kraft der von ihr stipulierten zentralen Größe (das Gute bzw. Gott) enthält, darf sich auch an ihrer tatsächlichen psychischen Wirksamkeit im Hinblick auf moralische Verbesserung messen lassen. 3:45pm - 4:30pm
CANCELLED Very Short Gödelian Ontological Proofs University of Greifswald, Germany Based on a variant of Bjørdal's (1999) definition of positivity (DP), I will show that the possibility part of Gödel's ontological proof can be achieved using only the axiom of non-positivity of not being identical with itself (A) and that with another variant of DP even the necessity proof can be given with axiom A alone. | ||

