Conference Agenda
Overview and details of the sessions of this conference. Please select a date or location to show only sessions at that day or location. Please select a single session for detailed view (with abstracts and downloads if available).
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Daily Overview |
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S48: Applied Ethics 3
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2:15pm - 3:00pm
Unselfish Reasons to Have Children University of Oxford, United Kingdom It seems appropriate to esteem parents for having and raising children, which suggests that there are reasons to have children that are not self-interested. This paper characterizes these reasons. I argue that there are reasons to have children that are neither self-interested nor moral. It is sometimes argued that the value of the human species generates reasons to have children in order to preserve the human species. Yet this view not only fails to illuminate our typical esteem for parents; it also faces the objection that such reasons are not concerned with what ultimately matters: individuals. I argue that there are non-self-interested reasons to have children that depend upon one's subjective appreciation of having a child, and I contribute to illuminating the more general idea that there are non-self-interested "reasons of love" that depend on one's subjective attraction. I develop a view of reasons of love according to which only individuals are worthy of love. 3:00pm - 3:45pm
Das bist Du mir schuldig! Über Dankbarkeit von Kindern gegenüber Eltern Uni Potsdam, Germany Seit 2020 müssen Kinder für pflegebedürftige Eltern Unterhalt zahlen bei 100.000 Euro Jahresbruttoeinkommen. Müssten Kinder das auch ohne gesetzliche Verpflichtung aus Dankbarkeit tun, wenn sie können? Mit dieser Frage macht der Vortrag die Kategorie supererogativer Handlungen für die Angewandte Ethik attraktiv. 1. Schulden Kinder Dankbarkeit? 1.1. Wäre Undankbarkeit gegenüber Eltern Verbrechen (Hume), müsste sie bestraft werden. 1.2. Wäre Dankbarkeit Rechtspflicht (Mill), könnten Eltern Dankbarkeitsbezeugungen einfordern, womit der ästhetische Mehrwert von Dankbarkeitsempfindungen verloren ginge. 1.3. Wäre Dankbarkeit Tugendpflicht (Kant), könnte sie unvernünftig ausufern. 2. Weil man das (vgl. 1) vernünftigerweise nicht wollen kann, ist Dankbarkeit gegen Eltern nicht Pflicht (Bleisch 2017), sondern Kandidat für freiwillige Supererogation. 2.1. Falls Dankbarkeit existentielle Interessen (z.B. Lebenspläne) gefährdet, ist sie Ultraerogation. Darum dürften Eltern noch nicht einmal bitten. 2.2. Weil Dankbarkeit i.d. Regel keine existentiellen Interessen gefährdet, ist sie Anstandserogation, die man klugerweise tun sollte. 3. Einschränkungen. 3.1. Dankbarkeit ist reziproke Anstandserogation, weil eine Wohltat vorausgegangen sein muss. Das bloße Ins-Sein-Setzen ist keine Wohltat. 3.2. Es kann unzumutbare Ultraerogation sein, den Eltern Vergehen verzeihen zu müssen. 3.3. Man darf aus Dankbarkeit keine Verbrechen begehen. 3.4. Bei konkurrierenden Verpflichtungen können moralische Dilemmata. entstehen. 3:45pm - 4:30pm
Intimität - der relationale Kern von Privatheit für Menschen mit Demenz Heinrich-Heine Universität, Germany Obwohl Menschen mit Demenz immer wieder darauf hinweisen, dass Privatheit für sie ein wichtiges Gut darstellt, finden sie in der Diskussion um Privatheit so gut wie keine Berücksichtigung. Dies liegt an zentralen Annahmen auf begrifflicher wie normativer Ebene, die dazu führen, dass viele Theorien keine adäquaten Aussagen über die Privatheit von Menschen mit Demenz treffen können. Auf normativer Ebene liegt dies insbesondere in der Verknüpfung von Autonomie und Privatheit begründet, die zwar richtig und wichtig ist, allerdings all diejenigen außer Acht lässt, die nicht (länger) autonom sein können. Das gilt besonders auch für Menschen mit Demenz, die im Laufe der Erkrankung die kognitiven Fähigkeiten verlieren, die für Autonomie notwendig sind. Deshalb sollten wir unseren Blick stattdessen auf die emotionalen Fähigkeiten lenken, die auch bis in die späte Phase der Erkrankung hinein intakt bleiben. Diese sind entscheidender Teil intimer Erfahrungen, die in ihrem Vollzug wiederum auf Privatheit angewiesen sind, weil Privatheit den Ausschluss externer Blicke und Perspektiven ermöglicht. Mit einem Rückbezug auf Intimität lässt sich deshalb auch für Menschen mit Demenz ein Schutz ihrer Privatheit begründen, selbst wenn sie nicht mehr zu autonomen Handeln in der Lage sind. | ||

