Conference Agenda
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Daily Overview |
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S54: Metaethics, Rationality & Decision Theory 5 Location: 23.01 3B Session Chair: Irina Schumski | |
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1:30pm - 2:15pm
Moralische Wahrnehmung jenseits des Fundamentalismus Universität Siegen, Germany Theorien der moralischen Wahrnehmung (MW) besagen, dass wir Wahrnehmungserfahrungen mit moralischem Inhalt haben können. Wenn ich etwa wahrnehme, wie Jugendliche eine Katze anzünden, dann kann ich wahrnehmen, dass das, was die Jugendlichen tun, falsch ist. Ich werde dafür argumentieren, dass Theorien der MW auch dann attraktiv bleiben, wenn die MW keine fundamentistische Funktion für unser moralisches Wissen beanspruchen kann. Im ersten Teil des Vortrages werde ich darlegen, warum Theorien der MW gemeinhin als attraktiv gelten. Erstens wird ihnen eine fundamentistische Funktion für unser moralisches Wissen zugeschrieben. Zweitens stimmen sie mit der phänomenologischen Unmittelbarkeit singulärer moralischer Urteile überein. Im zweiten Teil werde ich dafür argumentieren, dass das plausibelste Modell der MW auf das Konzept der cognitive penetration zurückgreift: Die MW kommt dadurch zustande, dass moralische Überzeugungen den Wahrnehmungsinhalt nicht-trivial beeinflussen. Dadurch wird die MW aber epistemisch abhängig von der penetrierenden Überzeugung und verliert ihre fundamentistische Funktion. Im dritten Teil zeige ich, dass Theorien der MW dennoch attraktiv bleiben: Nicht nur bleibt trotz cognitive penetration ihre phänomenologische Unmittelbarkeit erhalten, sondern durch Rückgriff auf die Theorie der Affordanzen lässt sich auch ein plausibler Zugang zur moralischen Motivation entwickeln. | |

