Conference Agenda
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Daily Overview |
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S27: Aesthetics 1 Location: 23.02 U1.22 Session Chair: Jochen Briesen Session Chair: Lisa Katharin Schmalzried | |
| Presentation 3 | |
3:45pm - 4:30pm
Können objektiv-nichtwirkliche Entitäten erfunden werden? Universität Münster, Philosophisches Seminar, Germany Die platonistische Partei hat sich in der werkontologischen Diskussion des letzten Jahrhunderts immer wieder auf Freges Begriff des Objektiv-Nichtwirklichen bezogen. Doch während Freges paradigmatische Kandidaten für Objektiv-Nichtwirklichkeit (Begriffe, Zahlen und Gedanken) als ewig bzw. außerzeitlich gelten, erscheinen Werke als per definitionem geschaffen; sie haben folglich einen Anfang in der Zeit. Wenn aber – wie es von hier aus den Anschein haben kann – Objektiv-Nichtwirklichkeit Außerzeitlichkeit impliziert, dann müsste eine platonistische Werkontologin den prima facie absurden Schluss ziehen, dass auch Werke, so wie Begriffe, Zahlen und Gedanken, in Wahrheit keinen Anfang in der Zeit hätten, und dass sie also durch ihre jeweilige Autorin gar nicht erfunden, sondern lediglich gefunden würden. Ich argumentiere, dass dieser Schluss vorschnell ist: Freges Argument für die Objektiv-Nichtwirklichkeit von Entitäten erzwingt keineswegs eine Außerzeitlichkeit derselben. Frege nennt vielmehr diejenigen Entitäten objektiv-nichtwirklich, die zwar nicht als solche sinnlich wahrnehmbar sind, die aber in unserer diskursiven Praxis immer schon als objektiv vorausgesetzt werden. Ich zeige, dass sich dieses Argument in der Tat auf Werke (als geschaffene Entitäten) übertragen lässt. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, dass Werke sowohl objektiv-nichtwirklich als auch erfunden sein können. Der Vortrag untersucht die Konsequenzen dieser Position für die Begriffe von Autorschaft, Erstmanifestation und Werkidentität. | |

