Conference Agenda
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Daily Overview |
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S24: Applied Ethics 2 Location: 23.03 U1.65 Session Chair: Susanne Boshammer Session Chair: Oliver Hallich | |
| Presentation 4 | |
3:45pm - 4:30pm
„Das ist doch krank!“ Zur moralischen Notwendigkeit der Entstigmatisierung von nichtsuizidaler Selbstverletzung Georg-August-Universität-Göttingen, Germany In meinem Vortrag argumentiere ich für die Notwendigkeit einer Neukonzeption des Phänomens der nichtsuizidalen Selbstverletzung (NSSV), indem ich die moralische Dimension möglicher diskursiver Effekte bestehender NSSV-Konzeptionen aufzeige. Meine These lautet, dass NSSV-Konzeptionen, die auf medizinisch signifikante Formen von NSSV beschränkt sind, verdeckte normative Hintergrundannahmen implizieren, die Selbstverletzungen sowie Verhalten, das diese evoziert, qua der Kategorisierung als NSSV als nicht-gesund, als deviant und als krank setzen, und dass hierdurch Stigmata gegenüber Betroffenen verstärkt werden können. Daraus leite ich ab, dass eine adäquate NSSV-Konzeption nicht auf medizinisch signifikantes Verhalten beschränkt sein und NSSV somit nicht prima facie pathologisiert werden sollte. Stattdessen schlage ich vor, NSSV als ein Kontinuum menschlichen Verhaltens und als genuin heterogen aufzufassen. Hierzu lege ich argumentativ dar, dass (1) neben medizinischen auch gesellschaftliche Konzeptionen von Krankheit sowie von Elementen dieser Kategorie existieren, die negative moralische Implikationen aufweisen, und (2) dass gesellschaftliche NSSV-Konzeptionen per se unter der Kategorie Krankheit verortet sind. Wenn (2) zutrifft, dann weisen gesellschaftliche NSSV-Konzeptionen durch (1) notwendigerweise negative moralische Implikationen auf, wodurch Betroffene Stigmatisierungen erfahren. Um dem entgegenzuwirken, plädiere ich für eine Neukonzeption von NSSV, die NSSV nicht per se pathologisiert, sondern zunächst wörtlich auffasst. | |

