Conference Agenda
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Daily Overview |
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S45: Epistemology 5 Location: 23.21 U1.97 Session Chair: Nadja El Kassar Session Chair: Rico, Hauswald | |
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3:00pm - 3:45pm
Die Wahrheitsfähigkeit personaler Selbstverständnisse Universität Luzern, Schweiz Der Vortrag argumentiert dafür, dass sich personale Selbstverständnisse kohärenztheoretisch konzeptionieren lassen und damit wahrheitsfähig sind. Um dieser These nachzugehen, wird exemplarisch Linda M. Alcoffs kohärenztheoretischer Ansatz aus Real Knowing (1996|2018) herangezogen und auf personale Selbstverständnisse angewendet werden. Das Konzept des Selbstverständnisses entspringt der narrativistischen Debatte und bezeichnet das Verständnis einer Person davon, wer sie ist. Während in dieser Debatte implizit angenommen wird, dass es richtige und ‚falsche‘ Selbstverständnisse gebe, bleibt fraglich, woran sich der Wahrheitswert von Selbstverständnissen bemessen lässt. Denn es gibt mindestens zwei Herausforderungen für eine erkenntnistheoretische Konzeption von Selbstverständnissen: Die Fehleranfälligkeit autobiografischer Erinnerungen und die Produktivität des Selbstverstehens. Der Vortrag zeigt, dass sich diese Herausforderungen jedoch bewältigen lassen, wenn man eine Kohärenztheorie wie die von Alcoff nutzt. Alcoff schlägt mit dem „Immanenten Realismus“ einen Ansatz vor, der abzubilden vermag, wie Wissen in einem politisierten Kontext tatsächlich produziert wird. Sie begreift Wahrheit dabei als emergente Eigenschaft aller Elemente, die in einem spezifischen Kontext involviert sind. In diesem Sinne lassen sich personale Selbstverständnisse nach Alcoff als Kohärenzmenge beschreiben, die aus der Interaktion zwischen Realität und Menschen entsteht. Der Vortrag konkludiert damit, dass es mit Alcoffs Ansatz prinzipiell möglich ist, Selbstverständnisse als wahrheitsfähig zu konzipieren. | |

