Conference Agenda
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Daily Overview |
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S56: Political Philosophy & Philosophy of Law 4 Location: 22.01 2C Session Chair: Christian Neuhäuser | |
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1:30pm - 2:15pm
Neoliberale Kritik an Gerechtigkeitsforderungen – ein Selbstwiderspruch? Technische Universität Dortmund, Germany Die marktwirtschaftlichen Praktiken zugrundeliegende Profit-Orientierung ist immer wieder Gegenstand von Kritik. Besonders zu Kriegs- und Krisenzeiten, in denen sich soziale Ungleichheit verschärft, fordern viele eine stärkere Besteuerung von besonders hohen Gewinnen. Gegner staatlicher Interventionen lehnen aus Gerechtigkeitsforderungen abgeleitete Eingriffe in die unternehmerische Freiheit ab. Diese Ablehnung folgt einer zentralen Kritik, die neoliberale Theorien gegenüber wohlfahrtsökonomischen Ansätzen formulieren, nämlich, dass diese a) normative Forderungen stellen, obwohl die Kenntnis von Gerechtigkeitsprinzipien epistemisch fraglich ist und b) auf starken Idealisierungen beruhen, die auf reale Umstände nicht übertragbar sind (Friedman, 1961; Eucken, 1952). Diese Kritik fußt auf einem Selbstwiderspruch neoliberaler Theorien, die ein anti-normativistisches und nicht-ideales Selbstverständnis haben. Aus diesem heraus erheben sie Anspruch auf Handlungsanleitung: Ihre zentrale Aufgabe sehen sie in der Suche nach jenen Rahmenbedingungen, die – anstelle größtmöglicher politischer Freiheit – maximale ökonomische Freiheit zum Ideal erheben. Das neoliberale Selbstverständnis als nicht-ideale und anti-normativistische Theorie gründet dabei gerade auf der Ablehnung eines kollektiven Erkenntnisgewinns, auf den wohlfahrtsökonomische Ansätze verweisen (Samuelson, 1947). Für eine politische Handlungsanleitung bedarf es aber sowohl mit Blick auf ideale Gerechtigkeits- als auch auf ideale Wirtschaftstheorien eines deliberativen Entscheidungsprozesses zur fallspezifischen Anwendung der aus Idealtheorien entnommenen Prinzipien (O`Neill, 1987). Hierin liegt ein zentraler Selbstwiderspruch. | |

