Conference Agenda
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Daily Overview |
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S21: Didactics of Philosophy & Public Philosophy 1 Location: 22.01 2B Session Chair: Bettina Bussmann | |
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1:30pm - 2:15pm
Was soll bei einer Urteilsbildung eigentlich gebildet werden? Unterrichtliche Urteilsbildungen im Spannungsfeld zwischen epistemischer und didaktischer Angemessenheit Johannes Gutenberg University Mainz, Germany Die Beförderung von Urteilskompetenz stellt eines der wichtigsten Ziele des Philosophie- und Ethikunterrichts dar. Entsprechend gilt auf unterrichtspraktischer Ebene das Prinzip der Urteilsbildung als philosophiedidaktischer Standard: Schüler:innen, so die Überlegung, erwerben nur dann die Kompetenz, angemessene Urteile zu schwierigen Fragen zu bilden, wenn sie genau dies in unterrichtlichen Kontexten regelmäßig einüben. Aus erkenntnistheoretischer Sicht wirkt dieses Prinzip jedoch problematisch: Schließlich scheint es vorauszusetzen, dass Lernende in kürzester Zeit fundierte und wohlbegründete Urteile zu hochkomplexen Problemfragen fällen können, die selbst unter professionellen Philosoph:innen kontrovers sind. Ich möchte eine Lösung für die hier drohende Spannung zwischen didaktischer und epistemischer Angemessenheit unterrichtlicher Urteilsbildungen vorschlagen. Dieser Vorschlag besteht im Kern in einer spezifischen Interpretation dessen, was unter einem philosophischen Urteil in unterrichtlichen Kontexten überhaupt verstanden werden sollte. Konkret werde ich dafür argumentieren, dass unterrichtliche Urteilsbildungen sowohl auf didaktischer als auch auf epistemischer Ebene völlig angemessen sein können, insofern unter Urteilen in diesem Zusammenhang keine Überzeugungen, sondern Akzeptanzen verstanden werden. Die entscheidende Idee ist dabei, dass vor dem Hintergrund einer solchen Interpretation epistemische Normen der rationalen Überzeugungsbildung überhaupt nicht ohne Weiteres auf unterrichtliche Urteilsbildungsprozesse übertragen werden müssen, da Akzeptanzen – im Gegensatz zu Überzeugungen – in ihrem normativen Profil durch kontextuell variable Ziele bestimmt sind. | |

