Conference Agenda
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Daily Overview |
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S58: Philosophy of Mind and Action Theory 6 Location: 23.03 01.41 Session Chair: Nikola Kompa | |
| Presentation 3 | |
3:00pm - 3:45pm
Was ist eine zweite Natur und wie erwerben wir sie? Martin Luther Universität Halle-Wittenberg, Germany McDowell unterscheidet bekanntlich zwischen einer biologischen ersten Natur und einer kulturellen zweiten Natur des Menschen, mit dem Ziel, die Natürlichkeit der Vernunft zu sichern, indem sie im Sinne der zweiten Natur als ein Kulturphänomen ausgewiesen wird. Was aber berechtigt McDowell, die Kultur als eine zweite Natur zu fassen? Er selbst betrachtet beide Naturen als zwei Arten eines Genus, deren Einheit er rein negativ durch ihre gemeinsame Abgrenzung vom Übernatürlichen bestimmt. Dies ist jedoch unzureichend, da es noch eine zweite Art des Nicht-Natürlichen gibt, die McDowell vernachlässigt: das Künstliche. Um dieses Defizit zu beheben, verorte ich daher die zweite Natur zunächst im Spannungsverhältnis von Natur und Artefakt bei Aristoteles, um zu zeigen, dass sie sich von der ersten darin unterscheidet, dass sie zwar ebenso ein inneres Bewegungsprinzip ist, aber kein angeborenes, sondern ein erworbenes. Hierin liegt eine Analogie zu Artefakten, die ihre Form ebenfalls erwerben, indem sie durch eine äußere Ursache in Form gebracht werden. Um Artefakt und zweite Natur voneinander abzugrenzen, bedarf es daher eines anderen Sinns von 'erworben', den nur der Begriff der Erziehung bereitstellen kann. McDowells szientistische Konzeption der ersten Natur gestattet ihm aber letztlich nur einen Begriff von Erziehung als Abrichtung, als kausale Konditionierung durch den Erzieher. | |

