Conference Agenda
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Daily Overview |
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S62: Philosophy of Religion 1 Location: 23.03 01.61 Session Chair: Christian Tapp | |
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1:30pm - 2:15pm
Wishful believing? Intellektuelle Redlichkeit und Tugendhats anthropologische Religionskritik Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Germany Viele Ansätze der Religionskritik, prominent vertreten durch Marx und Freud, möchten religiöse Überzeugungen nicht auf ontologischer Ebene kritisieren, sondern auf rein epistemologischer: Gott mag zwar existieren, wir haben aber keine guten Gründe an seine Existenz zu glauben. In eben diesem Sinne bezieht auch Tugendhat mit seiner Religionskritik Position, genauer gesagt seine Kritik am Monotheismus. Diese entwickelt er dabei im Kontext seiner anthropologischen und tugendethischen Arbeiten. Menschen, verstanden als "Ich-Sager", werden zwangsläufig mit ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Die Tugend der intellektuellen Redlichkeit wiederum fordert uns auf, nicht etwas zu glauben, nur weil es mit angenehmen Folgen (Hoffnung, Freude, Beruhigung) verbunden ist. Angesichts der Entwicklung unseres Weltwissens, so Tugendhat, können religiöse Überzeugungen aber nur als genau das verstanden werden: Wunschdenken. Von Autoren wie Freud will sich Tugendhat nun aber dadurch unterscheiden, mit moderaten anthropologischen Annahmen zur Verfassung des Menschen zu operieren, um sich so dem Vorwurf zu entziehen, allzu voraussetzungsreiche Prämissen zu unterstellen, die seine Religionskritk begründen. Doch selbst wenn man Tugendhats Anthropologie und Tugendethik akzeptiert, zeigt sich, dass er religionstheoretisch allzu gewichtige Annahmen impliziert, die seine Religionskritik letztlich auch zumindest in ihrer Stärke scheitern lassen. | |

