Conference Agenda
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Daily Overview |
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S41: History of Philosophy 2 Location: 23.01 3C Session Chair: Kristina Engelhard | |
| Presentation 2 | |
2:15pm - 3:00pm
Infinite Urteile bei Kant Universität Oldenburg, Germany In Kants Augen unterscheidet sich das sogenannte infinite Urteil „Steine sind unsterblich“ nicht nur strukturell, sondern auch inhaltlich vom verneinenden Urteil „Steine sind nicht sterblich“, weil es mehr besagt, als dass es Steinen an Sterblichkeit mangelt. Laut Strobach besteht dieses Mehr darin, dass ein Objekt, das unter einen negierten Begriff fällt, unter den zugehörigen nichtnegierten Begriff fallen könnte. Diese Deutung ist allerdings mehreren Problemen ausgesetzt. So stimmt sie nicht mit Kants Diktum überein, dass die Kategorie Limitation aus der Verbindung der Kategorien Negation und Realität entspringt. Ich stelle deshalb eine Interpretation vor, die sich aus der „traditionellen Begriffstheorie“ herausziehen lässt, wie sie Kant zugeschrieben wurde. Nach dieser Theorie sind Begriffe in Gattung-Art-Hierarchien organisiert, die durch „logische Einteilung“ entstehen. Dementsprechend gehören die Dinge, die unter einen Begriff und seine Negation fallen, zu einer gemeinsamen Gattung, die beide Begriffe in ihrer Anwendung einschränkt. Abschließend wird dem Einwand begegnet, dass diese Interpretation – anders als die von Strobach – keine allgemeine Regel für die Ermittlung der einschränkenden Gattung bietet. Tatsächlich stimmt dies mit unserer Verwendung negierter Begriffe überein: Wer einen Begriff und die Kopulanegation beherrscht, beherrscht damit noch nicht den zugehörigen negierten Begriff, weil dafür eben auch die relevante Gattung bekannt sein muss. | |

