Conference Agenda
Overview and details of the sessions of this conference. Please select a date or location to show only sessions at that day or location. Please select a single session for detailed view (with abstracts and downloads if available).
|
Daily Overview |
| Session | ||
F1: Die Verantwortung der Fachphilosophie für das Lehramt
Fachpolitisches Forum. Organised by Anne Burkard (University of Göttingen), Almut von Wedelstaedt (Bielefeld University)
| ||
| Session Abstract | ||
|
Wenn es um Philosophie- und Ethiklehrkräfte geht, werden mit Blick auf das Studium häufig Defizite hervorgehoben: Angehende Lehrkräfte könnten nicht genug, sie wüssten nicht genug, und das, was sie können und wissen, sei das Falsche für den Unterricht. Lehramtsstudierende klagen über die Praxisferne des Philosophiestudiums, Lehrende an den Hochschulen klagen über Forderungen nach mehr Übersichtswissen und Ausbilder:innen im Referendariat klagen darüber, dass die Universitäten die Studierenden ohne ausreichende fachliche Basis in die zweite Ausbildungsphase entlassen. Selbst wenn nicht alle Klagen berechtigt sein mögen, gibt diese Lage ausreichend Anlass zu fragen, wie sich die Situation verbessern ließe. Da für alle Lehrämter an weiterführenden Schulen die größten Studienanteile in den Fachwissenschaften liegen, möchten wir nach der Verantwortung der Philosophie für das Lehramt fragen. Was sollten angehende Lehrkräfte bezogen auf philosophische Gegenstände und Methoden am Ende ihres Studiums wissen und können? Wie, in welchen Veranstaltungsformaten und mit welchen hochschuldidaktischen Ansätzen könnten sie dies am besten lernen? Sollte das Studium etwa gezielter exemplarisch ausgerichtet sein oder sollten Lehrende sich darum bemühen, mehr Wissen und Können zur eigenständigen Orientierung zu vermitteln? Und wie ließen sich lehramtsbezogene Ansprüche konstruktiv mit denen der nicht-lehramtsbezogenen Studiengänge vermitteln? Das Fachpolitische Forum umfasst nach einer Einführung in das Thema drei Impulsvorträge sowie eine anschließende Diskussion mit Gästen und Publikum. Programm: 14:00-14:10 Einführung 14:10-14:30 Vortrag 1 14:30-14:50 Vortrag 2 14:50-14:55 Pause 14:55-15:15 Vortrag 3 15:15-15:55 Allgemeine Diskussion 15:55-16:00 Abschluss | ||
| Presentations | ||
Vorbereitet auf den Praxisschock? – Was Philosophielehrer:innen im Klassenzimmer brauchen Humboldt-Gymnasium / 8.SPS Berlin Reinickendorf, Germany Philosophieren mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – brauchen angehende Lehrer:innen dafür wirklich Kant-Lektüre und Logik-Kurse? Oder ist es nicht besonders wichtig, über relevante fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten zu verfügen, um mit jungen Menschen zu philosophieren, statt bloß Befindlichkeiten auszutauschen? Welche fachphilosophischen Kenntnisse und Fähigkeiten sind es, die wirklich entscheidend sind, wenn der „Praxisschock“ im Klassenzimmer kommt? Ethik bzw. Philosophie zu unterrichten ist keine leichte Aufgabe – was vermittelt werden soll, ist weniger kanonisiert als in den meisten anderen Fächern, auch winkt am Ende der Unterrichtsstunde selten die eine richtige Lösung. Dies wird von angehenden Lehrkräften oft als herausfordernd empfunden. Wichtig ist es also, sie (auch) fachlich auf diese Herausforderungen möglichst gut vorzubereiten. Vorgestellt werden die Ergebnisse einer Befragung: Wie gut fühlen sich Lehramtsanwärter:innen fachlich auf ihren Beruf vorbereitet? Was hätten sie sich von ihrer Ausbildung an der Universität noch gewünscht? Was hat ihnen geholfen? Davon ausgehend wird darüber nachgedacht, welche Erwartungen die Fachphilosophie im Rahmen eines Lehramtsstudiums überhaupt erfüllen kann, aber auch, welche sie erfüllen muss, um ihrer Verantwortung für angehende Lehrkräfte – und damit auch für die Schüler:innen und die Schule als Ort philosophischer Öffentlichkeit – gerecht zu werden. Fachphilosophische Seminare: Bessere Angebote für Lehramtsstudierende? HU Berlin, Germany Fachwissenschaftliche Veranstaltungen sind der Kern der Lehramtsausbildung. Die Vorlesungen und Seminare sind an vielen philosophischen Instituten Lehramts- und Nicht-Lehramtsstudiengängen zugeordnet. Lehramtsstudierende äußern zuweilen, dass ihre Bedürfnisse dabei zu wenig berücksichtigt werden. Stimmt das? Sollte man etwas dagegen unternehmen? Und wenn ja, was? Der Philosophie- und Ethikunterricht stellt sehr hohe fachliche Ansprüche an Lehrkräfte. Es stimmt also nicht, dass Lehramtsstudierende weniger können und wissen müssen als andere Studierende. Es gibt aber Aspekte, die für Lehramtsstudierende besonders wichtig sind. Dies umfasst einerseits eine gezielte Förderung methodischer Fähigkeiten, die auch für die Schule bedeutsam sind, wie etwa argumentative Fähigkeiten. Bei der Lehrplanung sollte außerdem darauf geachtet werden, dass für den schulischen Unterricht besonders relevante Inhalte auch in der universitären Lehre abgedeckt sind. Zudem sollten die philosophischen Fragen, von denen die Seminare ausgehen, so formuliert werden können, dass sie nicht nur an ein rein akademisches Publikum vermittelbar sind. Darüber hinaus ist es möglich, auch in fachwissenschaftlichen Seminaren spezielle Lerngelegenheiten für Lehramtsstudierende zu schaffen, etwa in Form von Studienleistungen, mit denen sie die Transformation fachwissenschaftlicher Inhalte für den Unterricht üben können. „Wir lernen nicht für die Schule, sondern für… die Universität?“ – Zum Sinn und Zweck philosophischer Bildung PH Ludwigsburg - University of Education, Germany Das Fach Philosophie lebt an vielen deutschen Hochschulen in einer Spannung: Einerseits sichert die große Zahl an Lehramtsstudierenden vielen Philosophischen Instituten ihre Größe oder gar Existenz. Andererseits gelten Lehramtsstudierende hinter vorgehaltener Hand bisweilen als Studierende zweiter Klasse. Dem Ruf nach schulrelevanten Inhalten begegnen manche durch Verweis auf die Freiheit der Lehre. Schließlich bilden Philosophische Seminare nicht für aktuelle Bildungspläne aus, sondern lehren ihr Fach! Nicht Schul- oder Lebensdienlichkeit, sondern philosophische Bildung ist das Ziel! Doch was sagt es über uns und unser Bildungssystem aus, wenn wir diese Ziele als Alternativen statt als Teile eines gemeinsamen Projekts denken: entweder Bildung oder Bezug zu Schule und Lebenswelt? Bildung lässt sich verstehen als die freie und reflektierte Wahl eines Selbst-Welt-Verhältnisses. Philosophie ist ein Teil der Welt, zu der sich das Selbst durch Bildung ins Verhältnis setzt. Wer Philosophieren als einen Teil seines Selbst erkennt und bejaht, erwirbt und lebt philosophische Bildung. Dieses Ziel können Schule und Hochschule gleichermaßen verfolgen. Im Vortrag werden philosophiedidaktische Ansätze dafür vorgestellt, wie dies gelingen kann. | ||

