
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit - DGSA 2026
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach - 24./25.4.2026
Vorkonferenz für Promovierende am 23./24.4.2026
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
| Datum: Donnerstag, 23.04.2026 | |
| 9:00 - 22:00 | Vorkonferenz |
| Datum: Freitag, 24.04.2026 | |
| 9:00 - 10:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen vor der Tagung: Fachgruppe Bewegung, Sport & Körper Ort: S 104 |
| 9:00 - 10:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen vor der Tagung: Fachgruppe Diversität und Intersektionalität Ort: S 103 |
| 9:00 - 10:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen vor der Tagung: Fachgruppe Internationale Soziale Arbeit Ort: S E02 |
| 9:00 - 10:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen vor der Tagung: Fachgruppe Soziale Arbeit und Digitalisierung Ort: S E03 |
| 9:00 - 10:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen vor der Tagung: Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s Ort: S 102 |
| 9:00 - 10:30 | Vorkonferenz II |
| 10:00 - 11:00 | Ankommen / Tagungungsanmeldung Ort: W E26 - Foyer |
| 11:00 - 11:40 | Tagungseröffnung / Grußworte: Tagungseröffnung / Grußworte Ort: V1 |
| 11:40 - 12:20 | Keynote 1: Keynote 1 Ort: V1 |
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Nicht ohne uns - Soziale Arbeit in bedrängten demokratischen Verhältnissen tifs Forschungsinsitut, Hochschule Esslingen Zusammenfassung Immer schon sind spezifische Umgangsweisen mit Ungleichheit zentrale Bestandteile der demokratischen Gesellschaft und bestimmen Grundlagen der Sozialen Arbeit. Eine konfliktorientierte Herangehensweise kann sie leichter erkennbar machen, was an Prinzipien der Gemeinwesenarbeit und feministisch orientierter Sozialer Arbeit beispielhaft verdeutlicht wird. Die aktuellen verschärfenden Veränderungen in den Lebenswelten der Adressat_innen spiegeln sich in den Folgen für die Soziale Arbeit – als Infragestellungen ebenso wie in neuen Herausforderungen. |
| 12:20 - 13:00 | Keynote 2: Keynote 2 Ort: V1 |
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Unter Druck – Mandate Sozialer Arbeit im Kontext rechtsautoritäter Verschiebungen Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten Zusammenfassung Soziale Arbeit ist in ihrer Praxis tief in wohlfahrtsstaatliche Widersprüche und Grenzziehungen eingebunden. Ihre Mandate bilden ein dauerhaftes strukturelles Spannungsfeld. Rechtsautoritäre Verschiebungen ordnen Zugehörigkeiten und Ressourcen neu und bringen die Profession in tiefe Widersprüche. Internationale Forschung zeigt, dass Sozialarbeiter*innen darauf häufig mit öffentlich unsichtbaren Strategien wie Schweigen oder verdecktem Widerstand reagieren, um Handlungsspielräume zu sichern. Diese Strategien können jedoch zugleich zu Entpolitisierung beitragen. |
| 13:00 - 13:30 | Pause 1 / get-together: Pause 1 / get-together Ort: Z E35/36 - Catering |
| 13:00 - 19:00 | Posterausstellung: Posterausstellung Ort: S 304 |
| 13:30 - 15:00 | Panel 01 Ort: S E02 |
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Hochschullehre als Demokratiepädagogik: Selbstvergewisserung und Herausforderungen in polarisierten Zeiten Zusammenfassung Gesellschaftliche Polarisierungen erschweren das Verständigen über universelle Gerechtigkeit. Konflikte werden unter- oder übermoralisiert, eskalieren oder werden vermieden. An Hochschulen geraten normative Themen Sozialer Arbeit wie Diversität und Gerechtigkeit unter Legitimationsdruck. Die Entwicklungen verweisen auf veränderte Diskurse und Praxen und machen auch in Seminaren eine disziplinäre Selbstvergewisserung erforderlich. An Beispielen aus der Hochschule diskutiert das Panel Möglichkeiten und Notwendigkeiten demokratischer Kontroversen in Professionalisierungsprozessen Sozialer Arbeit. Beiträge des Symposiums Demokratiepädagogik und disziplinäre Selbstvergewisserung – Sozialarbeitslehre im Spannungsfeld gesellschaftlicher Polarisierung Der Beitrag stellt Theorieansätze vor, mit denen sich Polarisierungen sowie Über- und Untermoralisierungen als Herausforderungen für eine demokratiepädagogisch orientierte Hochschullehre reflektieren lassen. Er diskutiert, wie Professionalisierung sowie die Herausbildung von Haltungen, über Erinnerungsarbeit, Erfahrung von Konflikten, Perspektivenverschränkung, Bündnisarbeit und Grenzsetzungen im Umgang mit Differenzen und Desinformation angestrebt wird. Entsolidarisierungserfahrungen in der Hochschullehre – Empirische Collage und Diskussion von Handlungsmöglichkeiten Auf Basis einer Collage typischer Episoden aus der Hochschullehre werden Herausforderungen und Konfliktlinien in Professionalisierungsprozessen sichtbar gemacht. Diese werden vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Diskursveränderungen sowie der in Beitrag 1 dargestellten theoretischen Perspektivenanalysiert. In der anschließenden Diskussion wird mit dem Auditorium nach Handlungsmöglichkeiten für kritische Hochschullehre gefragt. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 02 Ort: S E03 |
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Politische Einmischung als Wissenschaftler*in. Selbstvergewisserungen in autoritären Zeiten (Austauschformat mit kurzen Inputs) Zusammenfassung Als Wissenschaftler*innen in der Sozialen Arbeit ist es unsere Aufgabe, Prozesse autoritärer Verschiebungen zu verstehen und auf dieser Grundlage Kritik daran zu üben, faktenbasiertes Wissen zur Verfügung zu stellen, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zu nutzen. Wir mischen uns auf verschiedenen Ebenen in politische Prozesse ein und laufen dabei auch Gefahr selbst zur Angriffsfläche zu werden. Mit dem Panel bieten wir einen Raum der Reflexion, der Selbstvergewisserung, des Erfahrungsaustauschs und der Strategieentwicklung, der uns stärkt. Beiträge des Symposiums Rechte Einflussnahmen auf Soziale Arbeit – empirische Befunde und Handlungsstrategien Der erste Beitrag des Panels beleuchtet aktuelle Studien zu rechten Einflussnahmen auf die Soziale Arbeit. Zunehmend werden Fachkräfte und Wissenschaftler*innen, die sich kritisch äußern, angegriffen. Die autoritäre und diffamierende Diskurslage führt zu Bedrohung, Stress und Rückzug. Daraus ergibt sich die Frage, welche Handlungsstrategien demokratische Werte und kritische Positionen in Profession und Disziplin zu sichern vermögen. Und letztlich gilt es kritisch in den Blick zu nehmen, welche Verschiebungen innerhalb der Sozialen Arbeit zur Normalisierung diffamierender Diskurse beitragen. Zur Notwendigkeit von Methoden kritisch-reflexiver Professionalität in der Lehre der Sozialen Arbeit Welche Formate, Methoden, Techniken und Räume kann die Profession Soziale Arbeit nutzen, um adressatinnen*orientiert im Kontext autoritärer Verschiebungen handlungsfähig zu bleiben? Und wie können wir die Hochschullehre entsprechend gestalten, um kritisch-reflexive Professionalität gemeinsam mit Studierenden zu entwickeln? Diesen Fragen geht der zweite Beitrag des Panels nach und bietet anhand feministischer und sozialpsychiatrischer Zugänge Grundlagen für die Diskussion. Beamtenneutralität vs. Wissenschaftsfreiheit? Rechtliche Einordnung der Grenzen des Sagbaren für verbeamtete Professor*innen Wo liegen die Grenzen des Sagbaren für verbeamtete Wissenschaftler*innen? Als Beamt*innen sind wir der länderspezifisch differierend ausgestalteten Neutralitätspflicht unterworfen. Wir werden dabei zur Mäßigung aufgefordert. Als Wissenschaftler*innen genießen wir Wissenschaftsfreiheit. Doch wie weit reicht diese? Wenn die Grenzen und Möglichkeiten nicht klar sind, besteht die Gefahr, dass wir aus Angst oder vorauseilendem Gehorsam still bleiben. Der Beitrag zeigt anhand von Beispielen, welche Möglichkeiten und Grenzen uns die teils widersprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen bieten. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 03 Ort: S 102 |
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Kommunale Radikalisierungsprävention. Potenziale und Grenzen raumbezogener Soziale Arbeit Zusammenfassung Radikalisierung bleibt eine zentrale Herausforderung für Demokratien und die Soziale Arbeit spielt zu ihrer Prävention eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren hat sich ein eigenes Praxisfeld der Radikalisierungsprävention entwickelt und auch Kommunen setzen dabei zunehmend auf gesellschaftspolitische und koordinierte Ansätze vor Ort. Das eröffnet Chancen, bringt aber auch Spannungen mit sich. Im Panel werden Ergebnisse empirischer Studien, die an der FH Münster zu räumlichen Perspektiven auf Radikalisierung und Prävention durchgeführt wurden, vorgestellt und diskutiert. Beiträge des Symposiums Radikalisierung und Raum. Einsichten und Forschungsbedarf Alltagsorte prägen Lebenschancen und können diese auch begrenzen. Studien zeigen, dass räumliche Bedingungen die Anfälligkeit für Radikalisierung beeinflussen können. Der Beitrag fasst internationale Forschung zu Raum und Radikalisierung zusammen und präsentiert Ergebnisse des Projekts „Radikalisierende Räume“. Auf Basis von Umfragen, Interviews und ethnografischen Analysen werden räumliche Faktoren islamistischer Radikalisierung aufgezeigt und ein praxisnaher Ansatz sozialräumlicher Prävention für die Soziale Arbeit vorgestellt. Kommunale Radikalisierungsprävention in Deutschland. Empirische Befunde und Implikationen für die Soziale Arbeit Ausgehend von der Implementierung diverser politischer Förderprogramme werden Kommunen spezifisch dazu angeregt Handlungskonzepte zur Radikalisierungsprävention zu entwickeln. Dabei werden Kommunen zunehmend als eigenständige und gleichzeitig übergeordnete Akteure in der Angebotslandschaft vor Ort verstanden. Basierend auf der bundesweiten Analyse lokaler Handlungskonzepte und zwei vertiefenden Fallanalysen beleuchtet der Beitrag die Erkenntnisse zur Konzeptionalisierung der lokalen Präventionsstrategien und verdeutlicht die Rolle der Sozialen Arbeit in verschiedenen Handlungsfeldern. Prävention trotz oder wegen des Rechtsrucks? Ergebnisse und Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung zur Novellierung des lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus der Stadt Dortmund. Dortmund galt lange als Zentrum der rechtsextremen Szene in NRW, besonders im Stadtteil Dorstfeld. Durch zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Strategien und Polizeiarbeit wurde die Szene deutlich zurückgedrängt. Doch rechtsextreme und antisemitische Einstellungen wirken weiter – oft in der Mitte der Gesellschaft. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse aus Befragungen und Interviews zum lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus und zeigt, wie Soziale Arbeit Prävention im analogen und digitalen Raum weiterentwickeln kann. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 04 Ort: S 103 |
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Wächter oder Wackelkandidat? Fachkräfte der Sozialen Arbeit zwischen professionellen Ansprüchen und fehlenden Demokratiekompetenzen. Zusammenfassung Die spannungsreiche gesellschaftliche Situation verdeutlicht den Bedarf an Fachkräften, die ihren Adressat*innen differenziert, nicht polarisierend und partizipativ handelnd begegnen. Die Entwicklung einer solchen Professionalität gerät jedoch auf mehreren Ebenen unter Druck: Ein hierarchisches Schulsystem bereitet auf ein Studium vor, das zunehmend selbst Verwertungslogiken unterworfen ist, der Fachkräftemangel fördert die Vernachlässigung von Reflexionswissen. Simplifizierende, gesellschaftskritische Überlegungen großflächig ausblendende Deutungen gewinnen so auch in der Praxis an Bedeutung. Beiträge des Symposiums Demokratie und Schule Ausgehend von den Überlegungen zur Schaffung einer demokratischen Grundlage für das Studium der Sozialen Arbeit richtet sich der erste Beitrag von Selma Haupt und Nina Jann zunächst an die Bedingungen partizipativer Beteiligung von Schüler*innen. Basierend auf empirischen Daten werden dazu die Erfolgsfaktoren von Beschwerdeverfahren im mikrostrukturellen Setting Schule erörtert und deren Anschlussfähigkeit für die hochschulische Bildung Sozialer Arbeit diskutiert. Demokratiebildung im Studium Sozialer Arbeit Im Beitrag von Carolin Auner und Julia Breuer-Nyhsen werden zwei empirische Studien vorgestellt, die den Fokus explizit auf die akademische Ausbildung in der Sozialen Arbeit legen. Dabei wird untersucht, ob und in welchem Umfang Studierende Kompetenzen entwickeln, die sie befähigen, eine professionelle Arbeitsbeziehung auf der Grundlage einer demokratischen Haltung aufzubauen. Darüber hinaus wird diskutiert, welche Lerngelegenheiten innerhalb von Bildungseinrichtungen geschaffen werden müssen, um diesen Anliegen gerecht zu werden. Demokratiekompetenzen und Praxis Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre verdeutlichen, dass zwischen theoretischen Ansprüchen und praktischem Handeln gravierende Unterschiede vorherrschen. Die Gründe dafür sind vielfältig und werden im Beitrag von Jutta Harrer-Amersdorffer zunächst empirisch fundiert als auch weiterführend thesenhaft diskutiert. Hierbei steht die Frage nach den fachlich eingeforderten und praktisch umsetzbaren Demokratiekompetenzen und Mandatierungen innerhalb der strukturellen Handlungspraxis Sozialer Arbeit im Zentrum. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 05 Ort: S 104 |
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Strategien politischen Handelns Sozialer Arbeit im Kontext gesellschaftlicher (Ent-)Demokratisierungsprozesse Zusammenfassung Soziale Arbeit nimmt als politische Akteurin eine aktive Rolle im Kontext antidemokratischer Entwicklungen in Politik und Gesellschaft ein. Ihre professionellen Orientierungen, z.B. soziale Gerechtigkeit, halten sie dazu an, sich autoritären Verschiebungen zu widersetzen. So beleuchtet das Panel Strategien politischen Handelns in der Sozialen Arbeit anhand von empirischen Beispielen im Kontext von Sozialhilfekürzungen, dem Jugendhilfeausschuss und der Hochschullehre. Es wird diskutiert, wie diese den aktuellen antidemokratischen Entwicklungen und autoritären Eingriffen entgegenwirken können. Beiträge des Symposiums Das Fachgremium Jugendhilfeausschuss als demokratische Arena? Politische Soziale Arbeit in kommunalen Gremien wie dem Jugendhilfeausschuss und die Bedeutung informeller Strukturen sind bislang wenig erforscht (u.a. Bogumil/Holtkamp 2013). J. Birwer widmet sich den Desideraten, indem sie das Gremium des Jugendhilfeausschusses als Fallbeispiel heranzieht, um dessen politischen Prozesse und Strukturen zu erforschen. Im Zentrum ihrer Analyse stehen für diesen Beitrag die demokratischen Strukturen und Prozesse, die sie im Rahmen ihrer 1,5-jährigen Feldphase mithilfe der Situationsanalyse nach Clarke et al. (2018) analysiert und interpretiert. Zur Rolle eines politischen Auftrags Sozialer Arbeit in der Hochschullehre in Zeiten demokratiefeindlicher gesellschaftlicher Entwicklungen Politische Bildung gewinnt in Zeiten demokratie- und menschenfeindlicher Tendenzen in Politik und Gesellschaft an Relevanz. Inwiefern sich Hochschullehrende zu einem politischen Auftrag Sozialer Arbeit positionieren und inwiefern sie einen solchen in ihrer Lehre thematisieren und damit zur politischen Bildung zukünftiger Fachkräfte beitragen, zeigen die Ergebnisse der quantitativen Studie (2024/2025). Darüber hinaus finden sich Hinweise auf mögliche Einflussfaktoren in Bezug auf die Thematisierung politischer Lehrinhalte. Politisches Handeln in der Sozialen Arbeit: Strategien im Widerstand gegen Sozialhilfekürzungen in der Schweiz In dieser qualitativen Fallstudie wird das politische Handeln von Sozialarbeitenden im Kontext geplanter Sozialhilfekürzungen im Kanton Bern (2012–2019) untersucht. Basierend auf problemzentrierten Interviews mit 38 in diesen politischen Prozess involvierten Sozialarbeitenden wurden deren politische Strategien mittels thematischer Analyse untersucht. Die Studie dokumentiert, wie sich die Sozialarbeitenden unter anderem mittels medialer Öffentlichkeitsarbeit, Koalitionsbildung und Einbindung von Adressat:innen gegen den Abbau sozialstaatlicher Leistungen engagierten. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 06 Ort: S 201a |
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Schuldner*innen zwischen Politik und Wirtschaftsinteressen Zusammenfassung Die Verschuldung der Privathaushalte und wie diese gesellschaftlich gerahmt wird ist aus Perspektive der Sozialen Arbeit immer schon als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels zu sehen. Nicht nur der Weg in die Verschuldung, sondern auch der Weg aus den Schulden ist von politisch definierten Normen und Verfahren geprägt. Diese regeln vordergründig das Verhältnis zwischen Schuldner*innen und Gläubiger*innen. Sie sind zugleich Ausdruck politischer Stimmungslagen, wie mit Lebenssituationen von Menschen umgegangen werden soll, die etwas schuldig bleiben. Beiträge des Symposiums Soziale Arbeit zwischen Entschuldung und Haftung - Insolvenzregime zwischen Markt und Gna-de In welchem Zusammenhang stehen politische Regime und Insolvenzregime und welche Interdependenzen zeigen sich hierzu jüngst im europäischen Raum. Es stellt sich die Frage, in welchen politischen Konstellationen zukünftig der Wind für Schuldner*innen rauer wird. Institutionelle Verhandlung von Verschulung in der Sozialen Arbeit Der Beitrag richtet sich auf die institutionelle Verhandlung von Überschuldung in der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund aktueller politischer Strömungen und gesellschaftlicher Entwicklungen. Wahrnehmungen und Haltungen von überschuldeten Personen im Kontext institutioneller und gesellschaftlicher Regelungen Eine Längsschnittuntersuchung verweist auf retrospektive Wahrnehmungen und Haltungen von überschuldeten Personen aus der Mittelschicht im Zusammenhang mit dem Insolvenzverlauf und ihrer Rolle als Schuldner*innen, die deren erschütterte soziale Identität und damit einhergehende Verunsicherung offenbaren und in Konsequenz Herausforderungen für die Soziale Arbeit mit Blick auf eine Gesellschaftsschicht aufzeigen, die lange Zeit als «Garant für eine stabile Demokratie»[1] galt. [1] https://www.hss.de/publikationen/buergerliche-mitte-und-demokratie-pub2307/ |
| 13:30 - 15:00 | Panel 07 Ort: S 201b |
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Zwischen Paternalismus und Empowerment – Reflexionen zur partizipativen Forschung in der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Während Soziale Arbeit auf der einen Seite mit zunehmenden demokratiefeindlichen Entwicklungen und autoritären Verschiebungen konfrontiert ist, zeigt sich auf der anderen Seite mit dem Konzept der partizipativen Forschung die wachsende Bestrebung, eine Demokratisierung der Wissensproduktion und Enthierarchisierung zwischen Forschenden und „Beforschten“ zu realisieren. Das Panel nimmt diese Entwicklungen zum Anlass, um anhand aktueller Arbeiten Spannungsfelder partizipativer Forschung zu diskutieren und eine verantwortungsvolle, selbstreflexive Forschungspraxis anzuregen. Beiträge des Symposiums „Hier wird niemand ausgegrenzt!“ – Reflexionen zu konflikthaften Situationsdynamiken in der partizipativen Archivierungsforschung im Heimerziehungskontext Partizipative Forschung benötigt Planung und ist dennoch nur bedingt planbar. Forschungssituationen werden zwar vorarrangiert, gleichwohl verlaufen sie eigendynamisch und kontingent. Der Beitrag reflektiert dies auf der Grundlage einer Studie, die mit jungen Menschen und Fachkräften der Heimerziehung digitale Gemeinschaftsarchive entwickelte. Exemplarisch aufgezeigt wird die Kontingenz anhand der Analyse und Reflexion einer umfassend geplanten Auftaktveranstaltung, die nicht nur konflikthafte Situationsdynamiken, sondern auch unerwartete Rolleneinnahmen der Forschenden veranschaulicht. Ethnografische Perspektiven auf Situationen veranstalteter Partizipation - Zur kritischen Reflexivität partizipativer Forschungspraxis Partizipative Forschung in der Sozialen Arbeit wird als Ansatz demokratischer Wissensproduktion diskutiert, steht jedoch auch in der Kritik, epistemische Ungleichheiten zu reproduzieren. Eine aktuelle ethnografische Studie zeigt, dass veranstaltete Partizipation als soziale Arena verstanden werden kann, in der Ressourcenverteilung, Machtbeziehungen und Ausschlüsse verhandelt werden. Perspektiven auf deren Materialität, soziale Differenzierungen, widerständige Praktiken und ambivalente Akteur*innenrollen werden im Ansinnen einer kritischen Reflexivität vorgestellt. Partizipative Forschung und Empowerment: (Wie) Lassen sich die Erwartungen an das Empowerment der Beteiligten in Projekten partizipativer Forschung einlösen? Partizipative Forschung und Empowerment sind ausgesprochen voraussetzungsvolle Konzepte mit Schnittmengen: sie zielen auf eine Korrektur von Machtasymmetrien, wollen soziale Ungleichheiten reduzieren und die Realisierung gleicher Rechte fördern. Der Beitrag beleuchtet das Verhältnis zwischen beiden Konzepten und bietet erste Antworten auf die Frage, welche Bedingungen erfüllt sein sollten, damit Empowerment in Projekten partizipativer Forschung eine Chance auf Umsetzung hat. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 08 Ort: S 202 |
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Antifaschismus als Berufsethos? – Politische Ausdeutungen Sozialer Arbeit zwischen Anspruch und Wirklichkeit Zusammenfassung In der professionspolitischen Auseinandersetzung mit Sozialer Arbeit und Rechtsextremismus wird oft eine normative Setzung angenommen: Soziale Arbeit sei aufgrund ihrer menschenrechtlichen Fundierung per se unvereinbar mit extrem rechten Positionen. Empirische Befunde zeigen jedoch, das Sozialarbeitende in der Praxis diese Unvereinbarkeit nicht so eindeutig teilen (können). Im Panel beleuchten wir dieses Spannungsfeld aus verschiedenen Perspektiven: Theoretisch-konzeptionelle Anschlussfähigkeiten, Befunde zu politischen Einstellungen von Fachkräften und Handlungsperspektiven. Beiträge des Symposiums Was vom Unvereinbarkeitsgebot bleibt – zum Einfluss extrem rechter ‚Metapolitik‘ auf die Soziale Arbeit Soziale Arbeit ist laut ihrem Anspruch unvereinbar mit extrem rechten Einstellungen. Wie der Vortrag zeigt, gibt es jedoch eine lange Kontinuität (extrem) rechter Ausdeutungen Sozialer Arbeit. Hinzukommen Normalisierungsbestrebungen durch extrem rechte ‚Metapolitik‘ – etwa begriffliche und emotionale Umdeutungen. Der Vortrag diskutiert, inwiefern der ‚Rechtsruck‘ auch das Denken und Fühlen von Fachkräften, Studierenden und Lehrenden prägt und wie professionell damit umgegangen werden kann. Das Politische bei Studierenden Sozialer Arbeit Politik, Einstellungen zu Sozialpolitik und politisches Engagement werden unter Studierenden der Sozialen Arbeit vermehrt diskutiert. Eine Panelstudie an zwei bayerischen Hochschulen befragte 2024/25 alle Erstsemester (n=363) zu politischer Orientierung, Engagement und Demokratieverständnis. Die Kohorten werden im dritten und sechsten Semester erneut befragt, um Entwicklungen abzubilden. Vergleiche mit der Bevölkerung und älteren Befragungen sind ab April 2026 möglich und liefern interessante Einblicke. Gemeinwesenarbeit als transformativer Impuls – Demokratiebildung und nachhaltige Finanzierung in ländlichen Räumen unter Druck Ländliche Räume stehen unter Druck rechtsextremer Gruppierungen, zivilgesellschaftliches Engagement wird angegriffen. Gemeinwesenarbeit (GWA) fördert Beteiligung „von unten“ und unterstützt (Stövesand 2019) – wie unsere Sekundäranalyse eines Praxisbeispiels zeigt – transformative Lernprozesse (Mezirow 1997), durch die sich das Demokratieverständnis wandelt: Beteligte entwickeln sich von reaktiven zu selbstbestimmten Akteur:innen. Zugleich macht das Beispiel deutlich, dass nachhaltiges Engagement von einer stabilen und kontinuierlichen Finanzierung abhängig ist. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 09 Ort: S 203 Chair der Sitzung: Anne van Rießen, DGSA e.V., Deutschland |
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Angriff von innen? Wie Soziale Arbeit in der Wohnungslosenhilfe ihr eigenes Selbstverständnis als Menschenrechtsprofession unterminiert Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Deutschland Zusammenfassung Aufgrund von auf- und abwertenden Deutungsmustern über Adressat*innen im Handlungsfeld der niedrigschwelligen Wohnungslosenhilfe entsteht ein Zwei-Klassensystem der ordnungsrechtlichen Unterbringung. Die Herstellung von Differenzen im Zuge eines un/doing differences ist folgenreich, weil diejenigen Personengruppen, die als weniger vulnerable angesehen werden, in menschenunwürdigen Notunterkünften untergebracht werden. Die Missachtung der universellen Menschenrechte wird rationalisiert, in dem den schlechter behandelten Menschen individuelle Defizite und Abweichungen zugeschriebenen werden. Grundsicherungsbezieher*innen als Feindbild? Klassismuskritische Perspektiven auf Soziale Arbeit im Zeitalter autoritärer Politiken TH Nürnberg / Fakultät Sozialwissenschaften, Deutschland Zusammenfassung Der Vortrag analysiert die Konstruktion von Grundsicherungsbeziehenden als Feindbild im Kontext autoritärer Verschiebungen und zunehmender (extrem) rechter Einflussnahme. Aufbauend auf einer klassismuskritischen Perspektive (Seeck 2022, Seeck/Steckelberg 2024) wird gezeigt, wie sich Ungleichheitsverhältnisse im Feld der Sozialen Arbeit verdichten. Der Vortrag reflektiert, inwiefern Soziale Arbeit sowohl von diesen autoritären Tendenzen betroffen ist als auch selbst zu ihrer Reproduktion beiträgt, und diskutiert machtkritische Perspektiven die Klassismus aktiv entgegenwirkt. Sozialleistungsansprüche von Nicht-Staatsbürger*innen und die autoritäre Transformation des Rechtsstaats: Herausforderungen für die Asyl- und Migrationsberatung Universität Osbabrück, Deutschland Zusammenfassung Migrantische Leistungsansprüche wurden in den letzten drei Jahrzehnten über die Legislative dann ausgeweitet, wenn dies ökonomischen Interessen entsprach. Über die Judikative erhielten Migrant*innen dagegen neue Zugänge in Bereichen, in denen dies nicht im Vordergrund stand. Politisch wird nun aber eben diese (Verfassungs-)Rechtsprechung durch legislative und exekutive Entscheidungen angegriffen. Als Teil einer Menschenrechtsprofession haben Sozialarbeiter*innen den Auftrag, entsprechendes rechtswidriges Behördenhandeln systematisch zu konfrontieren und ggf. gegen Fehlbescheide zu klagen. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 10 Ort: S 204 |
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Transformation denken zwischen Menschenrechten und planetaren Grenzen – Normative Orientierungen Sozialer Arbeit in autoritären Zeiten. Ein gemeinsames Panel der DGSA-Sektion Theorie- und Wissenschaftsentwicklung sowie der Fachgruppen Ethik und Soziale Arbeit und Klimagerechtigkeit und sozial-ökologische Transformation. Zusammenfassung Im Panel wird in verschiedenen Impulsvorträgen zunächst skizziert, warum soziale und ökologische Problemlagen im Zusammenhang verstanden und transformativ bearbeitet werden müssen (Ingo Stamm, Martin Schneider). Zur Frage steht dann im Anschluss, ob und wie Soziale Arbeit auf handlungstheoretischer (Stefan Borrmann), organisationaler (Barbara Schramkowski) und auch curricularer Ebene (Lisa Dörfler) auf die vielfältigen Herausforderungen, die damit einhergehen, vorbereitet ist. Der zweite Teil des Panels ist diskursiv angelegt und dient dem vertiefenden Austausch unter allen Teilnehmer*innen. Beiträge des Symposiums Planetar denken und frei sein. Welche Konsequenzen hat die Transformation des räumlichen und zeitlichen Weltverhältnisses für die Soziale Arbeit? Der Beitrag untersucht, wie das Konzept des Anthropozäns und das daraus hervorgehende planetarische Denken die Ethik der Sozialen Arbeit herausfordern. Aufbauend auf Ansätzen von Bruno Latour, Dipesch Chakrabarty und Eva von Redecker wird argumentiert, dass planetare Grenzen als empirische Normativitäten verstanden werden können. Daraus ergeben sich zentrale Fragen für die Soziale Arbeit: Wie lassen sich menschenrechtliche Normen durch ökologische Leitplanken ergänzen, das Donut-Modell (Kate Raworth) praktisch umsetzen und Beiträge zu einem transformierten Freiheitsverständnis leisten? Die Bedeutung des Konzepts Planetary Health für die Soziale Arbeit Das Konzept Planetary Health zeigt auf, wie die menschliche Gesundheit von der Gesundheit der Ökosysteme abhängt und betont ökologische Nachhaltigkeit als Grundlage für Menschenrechte. Es steht in Verbindung mit internationalen Ansätzen wie Planetary Well-Being oder Sustainable Well-Being. Für die Soziale Arbeit ergeben sich zentrale ethische Fragen: Wie kann sie ihre Verantwortung angesichts globaler Umweltkrisen wahrnehmen und den Schutz der Umwelt sowie zukünftiger Generationen sichern? Der Vortrag skizziert das Konzept und seine Bedeutung für die Soziale Arbeit in Grundzügen. Menschenrechte im Post-Anthropozän: Muss die normative Orientierung Sozialer Arbeit neu gedacht werden? Soziale Arbeit beruft sich seit den 1990er Jahren auf Menschenrechte als normative Grundlage. Diese Orientierung wird durch neue Mensch-Natur-Relationen (Posthumanismus, Post-Anthropozentrismus, neuer Materialismus) sowie durch die Ausweitung auf Umwelt- und Kollektivrechte herausgefordert. Der Input skizziert diese Entwicklungen und fragt, welche normativen Rahmen unter den Bedingungen autoritärer Verschiebungen in westlichen Demokratien weiterhin tragfähig begründet werden können. Implementierung ökologischer Menschenrechte: Best Practice Beispiele aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe Die ökologische Krise hat Umwelt- und Klimaschutz als Aufgaben des Sozialsektors in den Fokus gerückt und damit auch seine Verantwortung für Transformation. Best Practice aus Einrichtungen der Jugendhilfe, die über qualitative Interviews erfasst wurden, visualisieren ihre Handlungsspielräume auf verschiedenen Ebenen. Dabei wird das Engagement seitens der Einrichtungen mit dem anwaltschaftlichen Mandat für Kinderrechte begründet. Bedeutsam für den Transformationsprozess sind u.a. Fähigkeiten von Fachkräften transformativ zu denken und die positiven Folgen der Transformation zu fokussieren. Ökologische Transformationen als Impuls für die Curricula der Sozialen Arbeit Die ökologischen Krisen verändern die Praxis Sozialer Arbeit. Deshalb müssen angehende Sozialarbeitende bereits im Studium für die gesundheitlichen und sozialen Folgen der Krisen sowie die Notwendigkeit der Transformation der Einrichtungen und Organisationen sensibilisiert werden und entsprechendes Handlungswissen vermittelt bekommen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) fordert deshalb in einem offenen Brief an die Hochschulen Sozialer Arbeit im Sommer 2025, ökologische Aspekte stärker in die Curricula zu verankern, um Studierende gut auf die Praxis vorzubereiten. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 11 Ort: S 301 |
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Menschenfeindliche Verschwörungserzählungen und -ideologien: Auswirkungen im sozialen Nahraum und Herausforderung für Beratung und politische Bildung Zusammenfassung Menschenfeindliche Verschwörungserzählungen und –ideologien tragen zu Radikalisierungsprozessen in wachsenden Teilen der Bevölkerung bei, wodurch der gesellschaftliche Zusammenhalt bis auf die Ebene des sozialen Nahraums betroffen ist. Dies stellt eine Herausforderung auch für die Soziale Arbeit dar. In diesem Panel werden empirische Ergebnisse des Projekts RaisoN auf Basis von Befragungen erörtert mit dem Ziel, Auswirkungen der Einstellungs- und Handlungsmuster von Verschwörungsgläubigen auf Betroffene in sozialen Nahräumen und Konsequenzen für die Bildungs- und Beratungspraxis aufzuzeigen. Beiträge des Symposiums Auswirkungen von Verschwörungserzählungen und –ideologien in sozialen Nahräumen auf das Alltagsleben Betroffener Sofern Verschwörungserzählungen Bestandteil von Verschwörungsideologien sind, kann dies im sozialen Nahraum u.a. zu psychosozialen Belastungen führen. Der Beitrag widmet sich der Frage, welche Auswirkungen Einstellungs- und Handlungsmuster von Verschwörungsgläubigen in sozialen Nahräumen auf davon betroffene Familienmitglieder, Freund:innen und andere nahestehende Personen haben können. Mittels eines Fallbeispiels und weiterer qualitativer Befragungsergebnisse aus Betroffenen- und Fachkräfteperspektive werden Ausmaß und Varianzbreite psychischer, sozialer und weiterer Auswirkungen gezeigt. Perspektive Soziale Arbeit und Beratung Die Studie RaisoN untersucht auch, wie soziale Beratungsstellen mit Ratsuchenden umgehen, deren Angehörige völkisch-autoritären, rassistischen oder antisemitischen Verschwörungsideologien anhängen. Die Ergebnisse zeigen erhebliche professionelle Herausforderungen bei der Dechiffrierung solcher Narrative und der Entwicklung adäquater Unterstützungsstrategien. Auf Grundlage quantitativer und qualitativer Daten werden Dynamiken sozialer Desintegration, Risiken für den sozialen Nahraum sowie institutionelle Handlungslogiken im Kontext sozialarbeiterischer Beratung untersucht. Perspektive politische Bildung und Soziale Arbeit Spezialisierte Angebote zum Umgang mit Verschwörungsideologie befinden sich an der Schnittstelle zwischen Beratung, politischer Bildung und Sozialer Arbeit. Wie ist das Feld spezialisierter Angebote gegen Verschwörungsideologie strukturell aufgestellt? Wo können Angebote hinsichtlich Verschwörungsideologie am besten inhaltlich andocken? Wie können sie in zivilgesellschaftlichen Strukturen und oder Hochschulen nachhaltig verankert werden? Welche Bedarfe und Möglichkeiten gibt es im Bereich allgemeiner Bildungsangebote, Schulen, Ausbildung von Sozialarbeiter:innen und der Lehrer:innenbildung? |
| 13:30 - 15:00 | Panel 12 Ort: S 302 |
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Zwischen Reproduktion und Irritation: Soziale Arbeit im Spannungsfeld antifeministischer Narrative Zusammenfassung Das Panel begreift Antifeminismus als Ausdruck autoritärer gesellschaftlicher Entwicklungen und untersucht die Soziale Arbeit als Ort, an dem diese Dynamiken aufgegriffen, verstärkt oder irritiert werden. Fokussiert wird, wie antifeministische Narrative in der Praxis wirksam sind, sich in Begriffe wie Kindheit und Familie einschreiben und professionelle Routinen prägen. Sie werden dabei nicht allein als äußere Einflüsse, sondern als historisch und strukturell verankerte Diskurse verstanden. Analysiert werden Prozesse ihrer (Re-)Produktion sowie Strategien des Widerstands. Beiträge des Symposiums „Bild des bedrohten Kindes“ als antifeministische Legitimationsstrategie mit langer Tradition In unserem Beitrag zeigen wir die lange Tradition des Narrativs der vermeintlichen Kindeswohlgefährdung als antifeministische Strategie auf. Wir analysieren die hinter dieser Strategie liegende Motivation von konservativen Familienpolitiken der 1980er Jahre bis zu heutigen rechten Mobilisierungen und zeigen, wie die Bezugnahme auf das „Kindeswohl“ patriarchale Ordnungen re-stabilisiert. Darüber hinaus richten wir den Blick auf die visuelle Dimension dieser Diskurse und untersuchen, wie Bilder – etwa das ‚unschuldige Kind‘ oder die ‘bedrohte Mutter‘ – ästhetische Evidenzen herstellen. Kinder- und Jugendhilfe im Fadenkreuz des Antifeminismus: Angriffe auf die parteiliche Mädchenarbeit und professionelle Handlungsnotwendigkeiten Am Beispiel der parteilichen Mädchen*arbeit zeigt der Beitrag exemplarisch auf, wie Handlungsfelder der Sozialen Arbeit im Zuge antifeministischer Diskursverschiebungen in ihrer Legitimität und ihrem Selbstverständnis herausgefordert werden. Dabei wird deutlich, wie die Diskursverschiebung nicht nur konkrete Handlungsfelder, sondern auch grundlegende professionsethische Fragen berührt. Auf der Basis der Analyse werden mögliche Handlungsstrategien und Positionen entwickelt, die einen reflektierten Umgang mit antifeministischen Herausforderungen ermöglichen sollen. Der Allgemeine Soziale Dienst als Resonanzraum gesellschaftlicher Normverschiebungen?! Dieser Beitrag adressiert das Handlungsfeld des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD). Erste empirische Eindrücke legen nahe, dass Deutungen über Familie, Elternschaft und Verantwortung die professionellen Entscheidungen der Fachkräfte im ASD mitstrukturieren. Diese beeinflussen die Wahrnehmung von Konflikten, Gefährdung und Sorgerecht. Fokussiert wird, ob und wie dabei antifeministisch konnotierte Deutungen wirksam werden und Entscheidungsprozesse beeinflussen. Dies wirft Fragen nach demokratischer und reflexiver Professionalität im ASD auf. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 13 Ort: Z E34 |
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Forschung im Kontext demokratiefeindlicher Entwicklungen Zusammenfassung Das Panel der Sektion Forschung thematisiert Spannungsfelder, die entstehen, wenn Forschung in einem gesellschaftlichen Klima zunehmender Demokratiefeindlichkeit stattfindet. Anhand dreier Beiträge werden Herausforderungen, Schutzbedarfe und ethische Fragen beleuchtet: der Zugang zu forschungskritischen Gruppen (Brandstetter & Hille), Schutzkonzepte für Forschende (Köttig) sowie der Umgang mit Personen, die (potenziell) Opfer demokratiefeindlicher Gruppen sind oder durch Forschung werden können (Unterkofler et al.). Beiträge des Symposiums Gestaltung von Zugängen zu forschungskritischen und/oder schwer erreichbaren Gruppen Forschung in der Sozialen Arbeit steht qua ihrer Disziplin vor der Herausforderung, schwer erreichbare und forschungskritische Gruppen einzubeziehen. Unsere Forschungen zeigen eine Überrepräsentation städtischer, forschungsaffiner Teilnehmender, da der Zugang zu bspw. forschungskritischen, ländlichen und marginalisierten Gruppen durch institutionelle sowie individuelle Barrieren erschwert ist. Anhand eigener Studien in unterschiedlichen Feldern diskutieren wir Strategien zur Gestaltung diverser Zugänge, reflektieren systematische Hürden und hinterfragen forschungspraktische Routinen kritisch. Schutzkonzepte für Forschende Forschung und Lehre geraten zunehmend in den Fokus rechter Aufmerksamkeit und Angriffe gegen Wissenschaftler:innen nehmen zu. Insbesondere auf Forschungen in Themenbereichen wie Geschlecht, sexuelle Orientierung und sexualisierte Gewalt oder in Praxisfeldern wie frühkindliche Erziehung, Migration oder politische Bildung geraten ins Visier. Forschende und Institutionen, an denen Forschungen durchgeführt werden, sind in unterschiedlicher Weise betroffen. Im Rahmen des Vortrags werden Maßnahmen vorgestellt und diskutiert, die Forschende entwickeln können, um sich vor Bedrohungen zu schützen. Forschung im Kontext demokratiefeindlicher Bedrohungen: Überlegungen zum Umgang mit Risiken für Forschungsteilnehmende Ehrenamtliche und Fachkräfte in der Integrations- und Migrationsarbeit sind zunehmend Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt. Migrationskritische Stimmung erschwert ihre Arbeit und macht demokratisches Engagement selbst zum Risiko. Der Beitrag diskutiert, vor dem Hintergrund eines geplanten Forschungsprojekts, forschungsethische Fragen: Wie kann geforscht werden, ohne Teilnehmende zusätzlich zu gefährden? Welche Schutzmaßnahmen müssen können getroffen werden? Der Beitrag lädt zu kollegialem Austausch über die besondere Verantwortung der Forschung im Kontext autoritärer Verschiebungen ein. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 14 Ort: Z E33 |
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Perspektiven auf autoritäre Programmatiken from below. Zusammenfassung Im Panel werden zwei empirische Forschungen und ein Praxisprojekt vorgestellt, in denen Menschen selbst zu Wort kommen, über die im Kontext autoritärer Verschiebungen viel geredet wird: Drogen konsumierende Menschen in Wohnungsnot, Empfänger:innen von Leistungen nach dem SGB II sowie sog. Systemsprenger:innen. Durch den Perspektivwechsel möchten wir darstellen, wie Menschen in von Ausschließung charakterisierten Situationen ihren Alltag gestalten, und diskutieren was dehumanisierenden Debatten aus Perspektive subjektorientierter Forschung und Sozialer Arbeit entgegengebracht werden kann. Beiträge des Symposiums Zwischen autoritärer Aggression und Kritik – Perspektiven und Umgangsweisen von Nutzer*innen der Sozialen Arbeit im Kontext von Erwerbslosigkeit Der Beitrag fragt ausgehend von einer empirischen Studie zu Perspektiven von Nutzer*innen der Sozialen Arbeit im Kontext von Erwerbslosigkeit (Dierkes 2022) danach, was autoritäre Dynamiken für diese Menschen bedeuten, wie sie diese in der Sozialen Arbeit selbst spüren und welche Umgangsweisen damit entwickelt werden. Autoritäre Aggression und Zustimmung zu einer nationalistisch-rassistischen Konfiguration des Wohlfahrtsstaates lassen sich ebenso rekonstruieren wie historisch informierte, kritische Perspektiven, die hellsichtig vor den Gefahren autoritärer Entwicklungen warnen. Autoritäre Diskurse umdrehen: Alltägliche Bemühungen um Stabilität von Opiat konsumierenden Menschen in Wohnungsnot Vor dem Hintergrund zunehmender Sicherheits- und Ordnungsdiskursen im öffentlichen Raum fokussiert der Beitrag die subjektorientierte Perspektive von Menschen, die dort ihren Lebensmittelpunkt haben und illegale Substanzen konsumieren - eine Personengruppe, die dadurch vermehrt von Ausschluss und Stigmatisierung betroffen ist. Im Vordergrund stehen die Perspektiven auf ihre Lebenssituation, ihre alltäglichen Bemühungen der Stabilisierung ihres Lebens und die damit zusammenhängende (Nicht)Nutzung sozialarbeiterischer Angebote, um den genannten dehumanisierenden Diskursen entgegenzutreten. „Die Hoffnung liegt in den Widersprüchen“ (Thomas Brasch) - Partizipation advokatorisch fördern am Beispiel eines Praxisprojektes für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarfs in Sachsen Für die sog. „Systemsprenger*innen“ etablieren sich zunehmend repressive Betreuungsformen. An Hand von zwei Praxisbeispielen der „Fachstelle Re:Connect – Clearing und begleitende Beratung bei komplexem Hilfebedarf von Kindern und Jugendlichen in Sachsen“ soll gezeigt werden, wie die Entmündigung von Betroffenen durch eine Orientierung an den Selbstdeutungen verhindert werden kann und erfolgversprechende Alternativen möglich werden. Allerdings müssen die Fachkräfte, die die Partizipation der Betroffenen unterstützen, selber mit Machtmissbrauch und Exklusionsprozessen rechnen. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 15 Ort: S E01 |
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Autoritäre Entwicklungen und demokratische Praxis: Antifaschistische Perspektiven Sozialer Arbeit Zusammenfassung Das Panel untersucht autoritäre Verschiebungen als Ausdruck tiefgreifender ökonomischer und gesellschaftlicher Krisen. Im Mittelpunkt stehen in den Vorträgen theoretische Analysen von Individualisierung und Faschisierung, Konzepte antifaschistischer Wirtschafts- und Reproduktionspolitik sowie die Rolle der Sozialen Arbeit als demokratische Praxis zur Stärkung sozialer Gerechtigkeit, Teilhabe und Widerständigkeit. Beiträge des Symposiums Antifaschistische Theoriearbeit in Krisenzeiten: Ökonomische und gesellschaftliche Bedingungen autoritärer Verschiebungen Autoritäre Verschiebungen und Demokratiefeindlichkeit gelten oft als Reaktionen auf soziale Abstiegsängste. Dieser Ansatz greift jedoch zu kurz, da er Ursachen sozialer Ungleichheit und die Rolle wirtschaftsliberaler Akteure ausblendet. Demgegenüber zeigt Janette Otterstein gesellschaftstheoretische Analysen von Individualisierung und Faschisierung auf, die diese sozioökonomische Grundlagen einbeziehen. Sie plädiert für eine Debatte, die ökonomische, soziale und politische Prozesse zusammendenkt, um aktuelle Phänomene von Faschisierung ganzheitlich zu erfassen und entgegenzuwirken. Antifaschistische Wirtschafts- und Reproduktionspolitik: Eine sinnvolle Forderung aus Sicht der Sozialen Arbeit? Der Beitrag diskutiert antifaschistische Wirtschaftspolitik nach Isabella Weber und deren Folgen für die Soziale Arbeit. Neben Preiskontrollen, öffentlichen Investitionen und Umverteilung werden sozialpolitische Maßnahmen als Mittel betrachtet, um Krisendynamiken und Faschisierung entgegenzuwirken. Im Fokus steht die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Stabilisierung gesellschaftlicher Teilhabe durch ausfinanzierte Hilfesysteme und Investitionen in Care-Strukturen. Bedrohung für die Demokratie – Beiträge der Sozialen Arbeit zu einem stärkeren sozialen Zusammenhalt Angesichts der Bedrohung der Demokratie werden theoretische und forschungspraktische Überlegungen angestellt und Anregungen für die sozialraumbezogene Soziale Arbeit gegeben. Zum einen wird die Notwendigkeit der Erweiterung des Demokratiebegriffs im Rahmen einer prozess- und ergebnisorientierten Demokratietheorie begründet. Zum anderen werden daraus Anforderungen an die empirische Forschung im Sinne einer Civic Science abgeleitet. Schließlich wird das Methodenspektrum der Sozialen Arbeit durch die Zusammenarbeit mit der politischen Bildung als aufsuchende politische Bildung erweitert. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 16 Ort: S 101 |
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Alltagsrassismus in Kontexten des Alter(n)s und die Aufgabe der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Alltagsrassismus, der von älteren Menschen ausgeht, stellt eine bislang wenig erforschte Herausforderung für Theorie und Praxis Sozialer Arbeit dar. Im Spannungsfeld von Alter(n), Differenz und Macht werden dabei Fragen nach professioneller Haltung, Bildungsprozessen und institutioneller Verantwortung virulent. Das Panel beleuchtet, wie Soziale Arbeit rassismuskritische Perspektiven in der Arbeit mit älteren Menschen integrieren, reflexive Lernräume eröffnen und zur Entwicklung einer diskriminierungssensiblen Praxis beitragen kann. Beiträge des Symposiums Alltagsrassismus – (K)ein Thema in den Kontexten des Alter(n)s?! Ein Beitrag zur Professionalisierung Sozialer Arbeit Der Beitrag untersucht, in welcher Form Alltagsrassismus als autoritäre Verschiebung im Kontext sozialer Alten- und Quartiersarbeit sichtbar wird. Als tief verankertes Strukturprinzip wirken subtile Praktiken der Ausgrenzung und koloniale Imaginationen. Empirisch stützt sich der Beitrag auf autoethnografische Feldnotizen aus der Quartiersarbeit und es wird gezeigt, wie ältere Adressat*innen, Fachkräfte und Kooperationspartner*innen Rassismus normalisieren und Soziale Arbeit damit selbst zur Stabilisierung autoritärer Formationen beiträgt. Zur Relevanz einer rassismuskritischen Geragogik für die sozialarbeiterische Praxis Der Beitrag beleuchtet die Notwendigkeit rassismuskritischer politischer Bildung mit älteren Menschen – ein bislang vernachlässigtes Feld der Sozialen Arbeit. Er verbindet rassismuskritische Ansätze mit geragogischen Prinzipien. Ziel ist, Lernräume zu schaffen, in denen ältere Menschen als aktive Lernende Rassismus reflektieren und gesellschaftliche Teilhabe stärken können. So wird eine Leerstelle gefüllt, die für Demokratie, Profession und Forschung von hoher Relevanz ist. Alltagsrassismus priorisieren und besprechbar machen – Zwei methodische Ansätze aus der Praxis der Offenen Altenarbeit Rassismus durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche und ist damit auch in der Sozialen Altenarbeit präsent, woraus sich spezifische Anforderungen an den Bildungsauftrag in diesem Handlungsfeld ergeben. In unserer Arbeitspraxis im Zentrum 60plus in Essen haben sich zwei methodische Ansätze als besonders wirksam herausgestellt, um veralltäglichte Nanorassismen und andere Praktiken der Exklusion anzugehen: eine erfahrungsbasierte Methode zur Förderung der Religionssensibilität sowie ein Praxisbeispiel aus der Systemischen Biografiearbeit, die wir zur Verfügung stellen möchten. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 17 Ort: V2 |
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Autoritäre Verschiebungen und demokratiefeindliche Entwicklungen im Jugendalter. Ansätze für politische Jugendbildung im Kontext Sozialer Arbeit. Zusammenfassung Bezüglich der Lebensphase Jugend bestehen große gesellschaftspolitische Herausforderungen: Aufwachsen in Krisenzeiten, rechtsextreme Einstellungen im Jugendalter und soziale Ungleichheiten in Zusammenhang mit sozialer Klasse, Migration und Geschlecht nehmen zu. Beiträge des Symposiums Jugend, gesellschaftliche Entwicklungen und politische Bildung. Aufgaben und Herausforderungen für die Soziale Arbeit. In dem einführenden Vortrag werden entlang verschiedener Jugendstudien aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen sowie damit einhergehende Herausforderungen für junge Menschen analysiert, die sich bei diesen u. a. durch Zukunftsängste und Sorgen in Bezug auf Politik, Klima, Wohnen oder Bildung zeigen und Demokratiefeindlichkeit verstärken. Politische Jugendbildung wird als Querschnittsaufgabe und Bildungsangebot der Sozialen Arbeit verstanden, das durch alltagsbezogene Erfahrungen Gestaltungsspielräume schafft. Radikalisierungsprävention im Kontext Sozialer Arbeit – professionelle Haltung in Zeiten autoritärer Verschiebungen Demokratie steht unter Druck und Radikalisierung(-sprävention) ist Teil der Debatten, die Gewalt, Hass und Hetze thematisieren. Der Vortrag verortet Radikalisierungsprävention als Arbeit an Demokratie und friedlichem Zusammenleben innerhalb der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession: Auf individueller Ebene, wenn Soziale Arbeit mit radikalisierten Personen auf freiwilliger oder angeordneter Basis agiert. Sowie wenn Struktur- und Lobbyarbeit für vulnerable Gruppen und soziale Problemlagen professionsethisch einer von Verhinderungslogik geprägten Sicherheitspolitik gegenüberstehen. Ungleichwertigkeitsideologien in migrantisierten Jugendmilieus mit Türkeibezug als Herausforderung für die Soziale Arbeit und politische Jugendbildung Der Vortrag beleuchtet extrem rechte Einstellungen und Ungleichwertigkeitsideologien in migrantisierten Jugendmilieus mit Türkeibezug. Im Fokus stehen Ursachen wie Rassismus, Diskriminierung, Identitätssuche und transnationale Einflüsse. Ziel ist es, Dynamiken zu verstehen und Präventions- sowie Interventionsansätze für Soziale Arbeit und politische Bildung in der postmigrantischen Gesellschaft aufzuzeigen. |
| 13:30 - 15:00 | Panel 18 Ort: V1 |
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Vom Handeln in und Umgang mit Diskriminierungsverhältnissen und Gewalterfahrungen: Perspektiven von Sozialarbeitenden und Betroffenen zwischen Prekarität, Widerstand und Empowerment Zusammenfassung Das Panel der DGSA-Fachgruppe Migraas beleuchtet Soziale Arbeit im Kontext von Ungleichheitsverhältnissen aus zwei Perspektiven: Handeln von Sozialarbeiter:innen im Handlungsfeld Flucht*Migration sowie Empowermentprozesse von Betroffenen rechter Gewalt. Anhand empirischer Studien zu Sozialer Arbeit in Aufnahmeeinrichtungen, zur Beratungsarbeit mit Menschen in Duldung und zu Empowermentprozessen von Betroffenen rechter Gewalt wird nach Spannungsfeldern, Möglichkeiten und Begrenzungen beruflichen Handelns in Mandatskonflikten gefragt. Beiträge des Symposiums Autoritäre Verschiebungen im Asylregime: Mandatskonflikte und Handlungsmöglichkeiten Sozialer Arbeit in Aufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete Der Beitrag analysiert, auf Grundlage einer qualitativen Studie in Bayern und Berlin, das berufliche Handeln von Sozialarbeiter*innen in Aufnahmeeinrichtungen unter den Bedingungen des Asylregimes. Autoritäre Verschiebungen im Asylregime gehen mit verschärften Restriktionen für die Lebensführung von Geflüchteten sowie für Hilfeleistungen Sozialer Arbeit einher. Soziale Arbeit ist in einem je spezifischen konflikthaften Mandatsgefüge situiert, das ihre wahrgenommenen Handlungsspielräume prägt, aber ihr Handeln nicht determiniert. Politische Soziale Arbeit bei autoritären Verschiebungen: Widerständiges Handeln in der Beratungspraxis mit Menschen in Duldung Der Beitrag untersucht, wie politisch-orientierte Sozialarbeiter:innen in der Beratungsarbeit mit Menschen in Duldung unter restriktiven Bedingungen auf verschiedenen Ebenen politisch handeln. Auf Basis qualitativer Interviews und einer Grounded-Theory-Analyse werden neben Handlungen auf der Mikro- und Meso/Makro-Ebene auch informelle, wenig sichtbare Mikro-Praktiken mit Einfluss auf die politische Ebene in den Blick genommen. Gezeigt wird, wie sich Theorien Politischer Sozialer Arbeit und Spannungen im Triple-Mandat im Kontext autoritärer Verschiebungen neu ausformen. Soziale Arbeit – Ressource in Empowermentprozessen von Betroffenen rechter Gewalt? In der Bundesrepublik Deutschland existiert das Phänomen rechte Gewalt seit ihrer Gründung, gleichzeitig gibt es genauso lange Menschen, die sich dagegen zur Wehr setzen. In den letzten Jahren wurden Initiativen von Betroffenen gegründet, die auf ganz unterschiedliche Weise Kämpfe führen. Fernab der Öffentlichkeit leisten Menschen in ihrem Alltag Widerstand, indem sie sich an Orten mit rechter Hegemonie nicht einschüchtern lassen. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Rolle Sozialer Arbeit, ob diese und inwiefern sie eine Ressource in Empowermentprozessen von Betroffenen darstellt. |
| 15:00 - 15:30 | Pause 2 / get-together: Pause 2 / get-together Ort: Z E35/36 - Catering |
| 15:30 - 17:00 | Panel 19: Posterpräsentationen Ort: S 304 |
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"Juze ist Zuhause!" - postmigrantische Fragestellungen an die offene Jugendarbeit Universität Innsbruck, Österreich Zusammenfassung Das Forschungsprojekt zur offenen Jugendarbeit untersucht Jugendzentren aus postmigrantischer Perspektive als Orte, an denen Zugehörigkeit und alltägliche Praktiken der Differenz verhandelt werden. Mit einem qualitativen Forschungsansatzes soll die institutionelle Praxis mit den subjektiven Erfahrungen der Jugendlichen verknüpft werden. Im Fokus stehen die Wirkung von Rassismuskritik und Diversitätsbewusstsein in der Praxis sowie die Entstehung von Selbst- und Fremdzuschreibungen zwischen Anerkennung und Ausgrenzung. Ziel ist es, aktuelle Herausforderungen und Potenziale sichtbar zu machen. Altern mit Opioidabhängigkeit Hochschule Fulda Zusammenfassung Reduziert man den Prozess des Alterns nicht ausschließlich auf biologische Abbauprozesse, drängt sich die Frage über Vorstellungen des Alter(n)s sowie die Ausgestaltung der Lebensphase „Alter“ auf. Das Dissertationsprojekt setzt sich mit dem Alter(n) und der sozialen Teilhabe von opioidabhängigen Menschen in der Substitutionsbehandlung auseinander. Ziel ist es, Alter(n)sbilder sowie Teilhabeerfahrungen mithilfe biographischer – narrativ fundierter – Interviews zu rekonstruieren. Die Forschungsarbeit befindet sich aktuell in der Erhebungsphase. Ausbildung im Bereich der empirischen Sozialforschung im Studium der Sozialen Arbeit Universität Kassel Zusammenfassung Das Studium der Sozialen Arbeit verfolgt als eine zentrale Aufgabe die wissenschaftliche Sozialisation angehender Professionsangehöriger. Eine wichtige Rolle nimmt dabei die Ausbildung im Bereich der empirischen Sozialforschung ein. Die Promotion fokussiert diesen Bereich und frage nach Forschungseinstellungen Sozialarbeitsstudierender sowie ihre Motivation zu Forschungsseminaren und ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugungen in diesen Kursen. Die Studie bedient sich dafür eines quantitativen Forschungszugangs. Demokratiebildung Hochschule Düsseldorf, Deutschland Zusammenfassung Demokratiebildung (Education for Democracy bzw. EfD), soll zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie beitragen. Das EU-Projekt DEMOCRAT wirft einen Blick auf die Bildungspraktiken und -materialien im Hinblick auf ihre Wirksamkeit beim Erwerb demokratischer Kompetenzen bei Schüler*innen. In europäischen Partnerländern fanden Pilotprojekte der Demokratiebildung statt. Daraus ist ein Good Practice Überblick entstanden, der im Rahmen der Tagung gezeigt werden kann. Das Poster soll helfen, Formate der Demokratiebildung aufzuzeigen. Die Ausbildungsstätten der Sozialen Arbeit im NS-Staat EvH Bochum/PK NRW, Deutschland Zusammenfassung Ungebrochene und nie ausreichend reflektierte Kontinuitätslinien – inhaltlich wie personell – von der Weimarer Republik, über den Nationalsozialismus bis ins geteilte Deutschland, dominieren an unterschiedlichen Ausbildungsstätten der Sozialen Arbeit und im Fachdiskurs bis in die Gegenwart den Ist-Zustand des professionshistorischen Interesses. Der Beitrag möchte ebenjenes Desinteresse der Sozialen Arbeit und ihrer Ausbildungsstätten an der eigenen Geschichte im Nationalsozialismus problematisieren und die Verstrickungen zwischen sozialen Fachschulen und NS-Staat aufzeigen. Die Auseinandersetzung mit Metatheorien durch Studierende der Sozialen Arbeit: Eine Untersuchung an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen am Standort Münster Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Deutschland Zusammenfassung Die qualitative Studie beleuchtet, wie sich Bachelor- und Masterstudierende der Sozialen Arbeit an der KatHO Münster mit Metatheorien auseinandersetzen. Im Fokus stehen subjektive Perspektiven auf die Relevanz von Metatheorien für Wissenschaft und Praxis, Gelingensfaktoren und Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit ihnen sowie im Weiteren die Anschlussfähigkeit an die eigene Biografie und professionelle Identität. Die Ergebnisse machen außerdem Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit Blick auf das Verständnis von der Wissenschaftlichkeit Sozialer Arbeit zwischen den Gruppen sichtbar. Die politische Praxis der Sozialen Arbeit im Sozialraum des Hamburger Hauptbahnhof Universität Hamburg, Deutschland Zusammenfassung Das Dissertationsvorhaben untersucht am Beispiel des Hamburger Hauptbahnhofs, wie Sozialarbeitende ordnungs- und sozialpolitische Entwicklungen im Sozialraum deuten, darauf reagieren und mit produzieren. Mit der Situationsanalyse nach Adele Clarke werden Deutungen, Konfliktlinien und professionelle Strategien empirisch rekonstruiert. Die Studie leistet einen Beitrag zur empirischen Erforschung und Weiterentwicklung politischer Praxis der Sozialen Arbeit im Sozialraum im Kontext autoritärer Verschiebungen des Sozialen. Dissertationsstand Promotionszentrum Soziale Arbeit Hessen, Deutschland Zusammenfassung In meinem Promotionsvorhaben untersuche ich die Zusammenarbeit von Sozialer Arbeit und Rechtsanwält*innenschaft in den Kämpfen junger geflüchteter Menschen um ihre (Menschen-)Rechte. Damit leiste ich einen Beitrag, die aktive Rolle Sozialer Arbeit in diesen Kämpfen sichtbar zu machen. Die Studie basiert auf empirischen Daten, die im Rahmen einer qualitativ angelegten Untersuchung im Stil der Grounded Theory erhoben und ausgewertet wurden. Ich habe verschiedene Interviews geführt, Beobachtungen vorgenommen, Hintergrundgespräche geführt sowie relevante Dokumente identifiziert und analysiert. Engagement unter (un-)gleichen Bedingungen: Erkenntnisstand zum zivilgesellschaftlichen Engagement von Menschen mit Beeinträchtigungen Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland Zusammenfassung Zivilgesellschaft basiert auf der aktiven Beteiligung und dem Engagement von Bürger*innen, das zugleich Rahmenbedingungen braucht, die Mitgestaltung ermöglichen (BMAS 2021). Für Menschen mit Beeinträchtigungen bleibt Engagement jedoch oft schwer zugänglich. Strukturelle Barrieren, fehlende Anwerbung und die starke Bindung an Einrichtungen der Behindertenhilfe erschweren eine gleichberechtigte Mitgestaltung (Shandra 2017; Rosenkranz & Görtler 2015). Obwohl erste Forschung existiert, ist über ihre Erfahrungen im Engagement noch wenig bekannt (Röh & Meins 2021). Geschichte Schreiben – Beratung als co-kreativer Schreibprozess HAWK Fakultät Soziale Arbeit, Deutschland Zusammenfassung Welche Bedeutung haben Geschichten für das Individuum, das Miteinander und die Gesellschaft? Narrative bestimmen unserer Leben und unser Verständnis der Wirklichkeit, doch wer bestimmt über Narrative? Das Projekt Geschichte Schreiben richtet sich an Menschen, deren Geschichten selten oder gar nicht erzählt oder gehört werden. Es eröffnet einen Raum für Menschen als Expert:innen für ihr eigenes Leben und ruft zu einem Diskurs auf, der jenseits von Spaltung und Moralisierung über die eigene Lebenswelt hinaus die Geschichten hinter den Meinungen zeigt. Handlungsansätze der Hochschulsozialarbeit im Umgang mit Diskriminierung. Ergebnisse aus einem Modellprojekt an der Hochschule Nordhausen. Hochschule Nordhausen, Deutschland Zusammenfassung Das Poster stellt Praxisansätze der Hochschulsozialarbeit - als junges Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit - zur Bekämpfung von Diskriminierung vor. Anhand konkreter Beispiele werden präventive Maßnahmen, Empowerment-Strategien sowie institutionelle Herausforderungen dargestellt. Ziel ist es, Anregungen für eine reflektierte und wirksame sozialarbeiterische Praxis an Hochschulen zu geben und Austausch unter Fachkräften zu fördern. Handlungssicherheit stärken – Soziale Arbeit im Kinderschutz bei weiblicher Genitalverstümmelung SAIDA International e.V., Deutschland Zusammenfassung Rund 129 000 Mädchen und Frauen in Deutschland sind von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) betroffen oder gefährdet. Das Poster zeigt, welche Rahmenbedingungen Fachkräfte brauchen, um im Kinderschutz handlungssicher zu bleiben: gesetzliche Verankerung, verbindliche Fortbildung, multidisziplinäre Kooperation und verlässliche Finanzierung. Es versteht Prävention und Unterstützung bei FGM als Prüfstein demokratischer Gestaltungskraft und als Kern professioneller Verantwortung der Sozialen Arbeit. Handlungsspielräume durch intersektionalen Gewaltschutz erweitern Europa-Universität Flensbugrg, Deutschland Zusammenfassung Das Poster stellt anhand empirischer Ergebnisse aus episodischen Interviews dar, wie trans*, inter* und nicht-binäre Jugendliche intersektionale Diskriminierung erleben und wie sie Agency im Umgang damit herstellen. Die Ergebnisse zeigen, dass bestehende Gewaltschutzkonzepte um ein intersektionales Verständnis von Gewalt erweitert werden müssen, um autoritären Verschiebungen entgegenzuwirken, Handlungsspielräume aller Jugendlichen in verschiedenen Kontexten der Jugendhilfe zu erweitern und Schutz vor diskriminierenden Praktiken auch innerhalb der Sozialen Arbeit zu gewährleisten. Inklusion unter Druck: Stigma-Analysen im Kontext wachsender Demokratiefeindlichkeit PFH Göttingen, Deutschland Zusammenfassung
Die Studie untersucht anhand einer Diskursanalyse von Kommentaren auf X, wie sich Stigmatisierung und Diskriminierung bestimmter Gruppen im Diskurs zur „Tagesschau in Einfacher Sprache“ entwickelt haben. Ausgangspunkt ist Goffmans Stigma-Theorie. Die Sendung wird seit ihrem Start (Juni 2024) kontrovers diskutiert. Anfangs wurden besonders Menschen mit Behinderungen und Migrationsgeschichte angegriffen. Im Lauf eines Jahres verschob sich der Diskurs in Richtung politischer Gegner. Die Analyse zeigt, wie die autoritäre Verschiebungen des Sozialen im digitalen Sozialraum vonstatten gehen kann.
Kollektive Erinnerungsarbeit mit Studierenden: Möglichkeiten für (selbst-)kritische Reflexionen in Bezug auf Diskriminierung und Sozialer Ungleichheit? Pädagogische Hochschule Freiburg, Deutschland Zusammenfassung Das Poster stellt zur Diskussion, inwiefern Kollektive Erinnerungsarbeit im Rahmen eines Forschungsprozesses mit Studierenden der Sozialen Arbeit, (selbst-)kritische Reflexionsanlässe bezüglich Diskriminierung und Sozialer Ungleichheit im Studium, im eigenen Denken und Handeln und für die zukünftige Praxis in Sozialer Arbeit und Forschung ermöglicht. Es werden Überlegungen zu sich eröffnenden Potenzialen für die Professionalisierung, Studiumsgestaltung, Forschung und Wissensproduktion der Sozialen Arbeit angestellt sowie Herausforderungen, Widersprüche und Grenzen deutlich gemacht. Machtverhältnisse als Reflexionsfeld professioneller Verantwortung: Eine qualitative Studie zu Praxis, Perspektiven und Ausbildung in der Sozialen Arbeit FH OÖ, Österreich Zusammenfassung Die qualitative Studie untersucht Machtverhältnisse als Reflexionsfeld professioneller Verantwortung in der Sozialen Arbeit. In drei Phasen werden Perspektiven von Sozialarbeitenden, Adressat*innen und Lehrenden/Curricula analysiert. Im Fokus stehen strukturelle, institutionelle und politische Machtformen im Kontext des Tripelmandats. Erste Ergebnisse zeigen Ambivalenzen und Spannungen zwischen normativen Ansprüchen und organisationalen Vorgaben. Die Posterpräsentation stellt zentrale Ergebnisse der ersten Phase vor und diskutiert diese im Kontext autoritärer Verschiebungen des Sozialen. Namen und Narrative: KI-generierte Therapieberichte zwischen Neutralität und Bias – Eine experimentelle Analyse AI-Systemen im Kontext Sozialer Arbeit Neukirchener Erziehungsverein, Neukirchener Jugendhilfeinstitut, Deutschland Zusammenfassung Künstliche Intelligenz gewinnt in der Sozialen Arbeit an Bedeutung – als Unterstützung, aber auch als Quelle möglicher Verzerrungen. Die Studie untersucht, wie KI-Modelle Therapieberichte unterschiedlich formulieren, wenn nur der Name einer beschriebenen Person variiert. Zehn geschlechtsneutrale Fallvignetten aus der Jugendhilfe wurden mit 15 Namensvarianten kombiniert und ausgewertet. Analysiert werden sprachliche und inhaltliche Unterschiede, um Bias-Muster zu erkennen und deren Bedeutung für eine reflektierte, ethisch verantwortbare Nutzung von KI in der Sozialen Arbeit zu diskutieren. Neutralität als Herausforderung in der außerschulischen politischen Jugendbildung TU Dresden, Deutschland Zusammenfassung Forderungen nach 'Neutralität' sind für die (außerschulische) politische Jugendbildung keine Seltenheit. Sie werden über u.a. politische Diskurse adressiert und können als Versuche der Delegitimierung kritischer Bildungspraxis gewertet werden. Der geplante Beitrag sellt die Ergebnisse aus einer qualitativen Erhebung im Kontext dieses Spannungsfeldes vor. Geklärt werden soll die Frage, wie Neutralitätseinforderungen in der Praxis der außerschulischen politischen Jugendbildung verfasst sind, wie sie von Praktiker*innen bewertet werden und welche Handlungsstrategien es im Umgang mit diesen gibt. Politische Bildung in der Sozialen Arbeit mit erwachsenen Menschen mit Lernschwierigkeiten Hochschule Landshut, Deutschland Zusammenfassung Skizziert wird das Promotionsprojekt „Politische Bildung in der Sozialen Arbeit mit erwachsenen Menschen mit Lernschwierigkeiten“. Ziel ist es, durch ein qualitatives Forschungsdesign, einen empirischen Beitrag zur Fundierung politischer Bildung in der Sozialen Arbeit mit erwachsenen Menschen mit Lernschwierigkeiten zu leisten. Das Poster ermöglicht den Dialog über kritische politische Bildung in alltäglichen Kontexten Sozialer Arbeit und ermöglichende sowie verunmöglichende Praktiken von Akteur*innen im Feld der „Behindertenhilfe“; auch mit Blick auf autoritäre Verschiebungen des Sozialen. Praxiserfahrungen analysieren - Handlungsfähigkeit entwickeln: Gesellschaftskritische Professionalisierung im Studium Sozialer Arbeit Universität Hamburg, Deutschland Zusammenfassung Diese qualitativ-rekonstruktive Studie untersucht, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse in der Professionalisierung Sozialer Arbeit sichtbar gemacht werden können. Studierende analysieren im Rahmen eines Hochschulseminars ihre Praxiserfahrungen mit der Kollektiven Erinnerungsarbeit. Ziel ist es, Lehr- und Forschungsprozesse so zu gestalten, dass gesellschaftskritische Reflexionen angeregt und kollektives Handeln gefördert werden. Die Ergebnisse sollen Impulse für eine gesellschaftskritische Hochschulbildung liefern. Unterstützung und Demokratie – Eine Analyse des Diskurses zur Sozialen Arbeit und zum Bürgerschaftlichen Engagement Hochschule München, Deutschland Zusammenfassung Ein demokratisches System ist entscheidend für die Soziale Arbeit und für die Unterstützung durch eine aktive, organisierte Zivilgesellschaft. Literaturbasiert werden Herausforderungen und Verantwortungsbereiche für beide Unterstützungsformen aufgrund demokratiegefährdender Kräfte dargestellt. Ergänzend hierzu wird der wissenschaftliche Diskurs zur Sozialen Arbeit und zum Bürgerschaftlichen Engagement durch Key-Word-Research in Literaturdatenbanken auf Demokratiebezüge hin analysiert. Vom Verlust des Sozialen: Wie das Wirtschaftssystem unsere Gesellschaft ins Autoritäre treibt Hochschule für Gesellschaftsgestaltung, Deutschland Zusammenfassung Das Poster zeigt, wie marktförmige Logiken des Neoliberalismus und die dazu gehörigen ökonomischen Narrative das Soziale verändern und autoritäre Denkweisen begünstigen. Aufbauend auf Prof. Dr. Walter Ötsch und Prof. Dr. Silja Graupe wird deutlich, dass die Logik des Marktes die Demokratie aushöhlt, autoritäre Muster stärkt, Verantwortung individualisiert und Ungleichheit stärkt. Damit gerät die Demokratie selbst unter Druck: Das Fundament der Gesellschaft, die Demokratie wird aufgebrochen. Wie gehen Fachkräfte der sog. „Behindertenhilfe“ mit extrem rechter ableistischer Gewalt um? Forschungsdesign des praxeologisch-wissenssoziologischen Dissertationsprojektes Insitut für Rechtsextremismusforschung (IRex), Universität Tübingen, Deutschland Zusammenfassung Die Posterpräsentation skizziert das Forschungsdesign meines Dissertationsprojektes. Es wird untersucht, welche Handlungsorientierungen die Fachkräfte der sog. „Behindertenhilfe“ im Umgang mit (potentieller) extrem rechter Gewalt zeigen. Mittels Dokumentarischer Methode der Interpretation als Erhebungs- und Auswertungsmethode sollen Gruppendiskussionen durchgeführt werden. Diese werden entsprechend der Suchstrategie nach der lokalhistorischen Bearbeitung an Orten mit Gedenkstätten der sog. NS „Euthanasie“, sowie an Orten mit extrem rechten Tötungsdelikten seit 1990 umgesetzt. Antifeminismus auf Social Media OST - Ostschweizer Fachhochschule, Schweiz Zusammenfassung Antifeminismus als gesellschaftliches Phänomen und Social Media als Einflussfaktor werden im Beitrag zusammengeführt. Anhand einer Kritischen Diskursanalyse (durchgeführt in meiner Masterthesis) konnten antifeministische Themen, Ereignisse und Akteur:innen auf der Plattform Instagram sichtbar gemacht werden. Daraus wurden antifeministische Strategien abgeleitet, welche zur Rolle der Sozialen Arbeit und möglichen Handlungsoptionen auf politischer, gesellschaftlicher und individueller Ebene überleiten. Einige Aspekte werden vorgestellt und sollen anschliessend vertiefter diskutiert werden. Soziale Landwirtschaft als Praxisfeld demokratischer Resilienz im peripheren Raum Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Deutschland Zusammenfassung Soziale Landwirtschaft stärkt Demokratie im peripheren Raum, indem sie Teilhabe und Inklusion durch Kooperation von Sozialarbeit und Landwirtschaft fördert. Empirische Studien des Forschungsprojekt SoLaBay zeigen: Sie schafft Begegnungsorte für demokratische Praxis, stellt in peripheren Regionen dezentrale Angebote der Daseinsversorgung und deckt strukturelle Ungleichheiten auf. Gleichzeitig behindern Bürokratie und mangelnde Förderung ihr Potenzial zur Stärkung der lokalen Solidarität und Resilienz. Das Projekt entwickelt praxisnahe Empfehlungen, wie diese Hemmnisse überwunden werden. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 20 Ort: S E03 |
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Sozialraum. Planung. Demokratie – Wie demokratische Lern– und Handlungsspielräume in Kommunen eröffnet und ausgestaltet werden können. Zusammenfassung Sozialplanung und Soziale Arbeit sind gefordert, gemeinsam ihre demokratische Rolle (neu) zu definieren und auf soziale Spaltungen und autoritäre Tendenzen zu reagieren. Während Soziale Arbeit Räume kollektiver Verständigung und Teilhabe schafft, entwickelt reflexive Sozialplanung die strukturellen Voraussetzungen dafür. Im Zusammenspiel beider entstehen Orte solidarischer Begegnung und gleichberechtigter Aushandlung – Grundlagen einer Sozialpolitik, die Demokratie nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet. Beiträge des Symposiums Sozialraumsensible Partizipationsförderung als Praxis gruppenübergreifender Solidarität Der Beitrag zeigt am Beispiel der sozialraumsensiblen Partizipationsförderung, wie Soziale Arbeit demokratische Handlungsspielräume eröffnet. In lokalen Kontexten ermöglicht sie Begegnung, gemeinsame Problembearbeitung und Interesseninterpretation und -vertretung über Gruppengrenzen hinweg. So wird Demokratie im Alltag wieder erfahrbar und als Praxis verstanden, die Solidarität auch unter Ungleichen ermöglicht und Ideologien der Ungleichwertigkeit und autoritären Spaltungen entgegensteht. Reflexive Sozialplanung als Voraussetzung ausgleichender und demokratischer Sozialraumorganisation Der Beitrag fragt, welche Anforderungen an Sozialplanung gestellt werden müssen, damit diese nicht zu einem Instrument autoritärer oder rein ökonomischer Steuerung wird. Reflexive Planung nimmt Wirkungslogiken, Einsparungsziele und sozialräumliche Orientierungen kritisch in den Blick und versteht Planung als demokratische Aushandlung. So entsteht ein Gegenmodell zur politisch-administrativen Steuerung, dass die Voraussetzungen für eine sozialraumsensible Demokratieförderung, eine ausgleichende Sozialpolitik vor Ort und eine solidarische Praxis in der Sozialen Arbeit strukturell absichert. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 21 Ort: S 102 |
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Widersprüche, Aushandlungen und Brüche in autoritär verdichteten Räumen Zusammenfassung Die Beschäftigung mit antidemokratischen Entwicklungen ist auch in der Sozialen Arbeit eine populäre Debatte, Konstatierungen der autoritären Verschiebung erscheinen uns jedoch differenzierungsbedürftig. Im Panel fokussieren wir daher auf komplexe Dynamiken in spezifischen Kontexten. Wir hinterfragen Erzählungen des „Rechtsrucks“ als hegemoniale Verschiebung des Sozialen und verweisen auf ambivalente Folgen solcher Erzählungen: Sie können extrem rechte Machtpositionierungen stützen und den Blick für widerständige Praktiken in alltäglichen (auch professionellen) Aushandlungsprozessen verdecken. Beiträge des Symposiums Widerständige Jugendliche gegen Rechts Konstatierungen einer gesellschaftlichen autoritären Verschiebung rücken aktuell auch verstärkt Etikettierungen ‚der Jugend‘ als rechtsoffen bis hin zu neonazistisch in den Blick. Soziale Arbeit knüpft daran mit der Formulierung von Bedarfen an. Diese Perspektivierung droht jedoch, Personen aus dem Blick zu verlieren, die sich gegen ebenjene autoritären Hegemoniebestrebungen wehren. Unter Rückgriff auf Erkenntnisse des Forschungsprojekts BEWARE werden hier Erfahrungen von jungen Menschen fokussiert, die sich im Rahmen ihres Engagements gegen Rechts Angriffen und Einhegungen entgegenstellen. Lokale Gemengelagen verstehen – Herausforderungen und Strategien demokratischer Jugendarbeit in autoritär verdichteten Räumen In vielen Gemeinwesen stehen Fachkräfte der Offenen Jugendarbeit unter Druck – politisch wie auch strukturell. Dennoch sind verkürzte Narrative von völkisch-autoritären Verschiebungen wenig hilfreich, um deren Situation in konkreten Gemeinwesen zu erörtern. Im Beitrag werden diese Dynamiken differenziert betrachtet und in Diskussion gebracht. Anhand konkreter Beispiele aus der Beratungspraxis der AGJF Sachsen e. V. soll einerseits verdeutlicht werden, welchen Herausforderungen professionelles Handeln unterworfen ist, und andererseits, welche widerständigen Praxen Fachkräfte darin entwickeln. Zur Rolle kommunaler Verwaltungen in lokalen Interventionsdynamiken um Jugendarbeit Viele Studien verweisen auf einen zunehmenden Druck ‚von rechts‘ auf Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit. Im Beitrag möchten wir auf Grundlage einer multilokalen Untersuchung von Dynamiken um Interventionen in die Jugendarbeit eine differenzierende Perspektive auf lokale Manifestationen und Aushandlungen werfen. Dabei schauen wir insbesondere auf die Schnittstellen von Verwaltung zu Fachpraxis und Fachpolitik und weisen auf Ambivalenzen, Brüche und Widersprüchlichkeiten in den lokalen administrativ-kommunalpolitischen Konstellationen hin. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 22 Ort: S 103 Chair der Sitzung: Till Seidemann, Internationale Hochschule Würzburg, Deutschland |
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„Der Sozialraum ist der Nährwert für demokratische Arbeit“. Demokratie und Demokratiearbeit in Zeiten autoritärer Verschiebungen – Ergebnisse von Situations- und Ressourcenanalysen in acht Kommunen in NRW SO.CON/Hochschule Niederrhein, Deutschland Zusammenfassung Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer kommunal vergleichenden Situations- und Ressourcenanalyse in acht nordrheinwestfälischen Kommunen. Im Fokus stehen demokratiefeindliche Entwicklungen und abwertende Deutungsmuster, Bedrohungs- und Belastungslagen für demokratiefördernde Akteur:innen (inkl. Sozialarbeitende) sowie lokale Ressourcen, Kompetenzen und Schutzkonzepte. Vor dem Hintergrund eines menschenrechtsbasierten Professionsverständnisses werden auf Basis triangulierter empirischer Daten mehrdimensionale Handlungsempfehlungen diskutiert. Lehrforschungsprojekt: Ressourcen für Resilienz gegen rechts Hochschule Magdeburg-Stendal, Deutschland Zusammenfassung Die Rückkehr der sog. Baseballschlägerjahre wird angesichts zunehmender rechter Gewalt diskutiert. Die Akzeptierende Jugendarbeit jener Zeit wird kritisiert, weil sie die Jugendlichen, die nicht rassistisch, rechtsextrem und brutal waren, zu wenig beachtet hat. In einem Lehrforschungsprojekt mit Studierenden im BA Soziale Arbeit wurden Zeitzeugeninterviews mit damals Jugendlichen geführt. Ziel war es, durch ein besseres Verständnis von deren Perspektiven Erkenntnisse für die Soziale Arbeit heute zu gewinnen. Im Beitrag werden das Lehrforschungsprojekt und Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Kommunalpolitische Strategien im Umgang mit Rechtsextremismus im Landkreis Sonneberg Zusammenfassung Die qualitative Studie zu kommunalpolitischen Strategien im Umgang mitn Rechtsextremismus im Landkreis Sonneberg befasst sich mit den Reaktionen kommunaler Akteur:innen auf den deutlichen Anstieg rechtsextremer Gewalt nach der Amtsübernahme von Landrat Sesselmann (AfD) im Jahr 2023. Im Fokus steht die Frage, welche Strategien Mitglieder des Kreistags Sonneberg gegen Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt verfolgen. Hierfür wurden leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Vertreter:innen aller im Kreistag vertretenen Parteien – außer AfD, FDP und FW – geführt. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 23 Ort: S 104 |
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Extrem rechte Einflussnahmen auf die Soziale Arbeit – Empirische Einblicke und Praxistransfer aus verschiedenen Bundesländern Zusammenfassung Die Soziale Arbeit ist vielfach von den autoritären Verschiebungen betroffen: Anfeindungen von außen sowie extrem rechts beeinflusste Praxen in der Sozialen Arbeit gefährden ihre normativen und institutionellen Grundlagen. Unser Interesse gilt den Positionierungen und Gegenstrategien von Akteur*innen der Sozialen Arbeit. Im Panel nähern wir uns dem Phänomen von drei Seiten: wie stellen die Untersuchungen zu (extrem) rechten Einflussnahmen in NRW und Bayern vor. Zudem blicken wir auf zwei Felder rechter Einflussnahmen: den „Kinderschutz“ sowie Lehre und Studium der Sozialen Arbeit. Beiträge des Symposiums Extrem rechte Einflussnahmen auf die Praxis der Sozialen Arbeit in NRW und in Bayern – Studienergebnisse im Vergleich Wir stellen die Studienergebnisse zu extrem rechten Einflussnahmen in NRW (Gille/Jagusch 2019) und der laufenden Studie in Bayern vor. Anhand von drei Typen rechter Einflussnahmen (extern, intern, eigene Angebote) zeigen wir, wie sich aktuelle hegemoniale Verschiebungen im Feld der Sozialen Arbeit artikulieren. Uns interessiert, wie Praktiker*innen rechte, autoritäre und antidemokratische Einflussnahmen zurückweisen. Schließlich diskutieren wir praktische Konsequenzen für die Soziale Arbeit als „normative[r] Handlungswissenschaft“ (DGSA 2025) wie als Demokratie- und Menschenrechtsprofession. Exemplarischer Praxisbereich: Rechte Landnahmen im Feld des Kinderschutzes Der Vortrag analysiert Formen extrem rechter Einflussnahmen auf den Kinderschutz aus einer doppelten Perspektive: erstens hinsichtlich kindeswohlrelevanter Gefährdungen im familialen Kontext, zweitens in Bezug auf die strategische Instrumentalisierung des Kinderschutzdiskurses durch extrem rechte Akteure zur Erzeugung gesellschaftlicher Anschlussfähigkeit. Auf Grundlage aktueller Forschungsprojekte werden Mechanismen der Ideologisierung und Diskursverschiebung sowie ihre Implikationen für Prävention, Intervention und Professionalisierung im Kinderschutzsystem untersucht. Extrem rechte Einflussnahmen auf Lehre und Studium der Sozialen Arbeit in Bayern Im Forschungsprojekt RESAG untersuchen wir (extrem) rechte Einflussnahmen auf die Soziale Arbeit in Bayern. Dabei beziehen wir auch die Institution Hochschule systematisch mit ein. Wie nehmen Forschende, Lehrende und Studierende der Sozialen Arbeit rechte Einflussnahmen wahr? Wie artikulieren sich rechte Diskurse im Hochschulkontext und wie wirken sie sich auf die Soziale Arbeit und ihre institutionellen wie normativen Rahmenbedingungen aus? Zugleich fragen wir auch nach den Gelingensbedingungen einer erfolgreichen menschenrechtsorientierten und demokratischen Praxis an den Hochschulen. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 24 Ort: S 201a |
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Gesellschaft demokratisch gestalten: Impulse aus der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Differenz-, Diskriminierungs- und Ungleichheitsverhältnisse sind tief in gesellschaftlichen Strukturen eingebettet und Ergebnis jahrhundertelanger sozialer, politischer und ökonomischer Entwicklungen. Diese Strukturen führen zu systematischen Ausschlussmechanismen und verstärken soziale Disparitäten. Gleichzeitig stellen diese Verhältnisse immer mehr demokratische Strukturen infrage. In diesem Panel werden unterschiedliche Perspektiven, Diskurse und Möglichkeiten zur Umsetzung demokratischer Prozesse innerhalb der Sozialen Arbeit aufgezeigt und diskutiert. Beiträge des Symposiums Anti-Feministische und transexkludierende Positionen als charakteristisches ‚Battlefield‘ autoritärer Verschiebungen Anhand des Handlungsfelds der Geschlechtlichkeit möchte der Beitrag anschaulich machen, wie durch anti-feministische & transexkludierende Positionen Deutungsmacht ausgeübt & soziale Teilhabe begrenzt wird. Für die professionelle Praxis entstehen hier Konfliktlinien: Fachkräfte müssen zwischen ihrem Schutzauftrag, emanzipatorischen Ansprüchen & institutionellen Vorgaben jonglieren. (Potenzielle) Nutzer*innen erfahren häufig Ausschluss & Pathologisierung. Der Vortrag möchte vor diesem Hintergrund empirische Beispiele mit solidarischen Handlungspraxen im Kontext der Sozialen Arbeit verbinden. Demokratieerfahrungen ermöglichen – junge Aktivist:innen im Blick Rekonstruierte Demokratieerfahrungen junger Fridays for Future Aktivist:innen stehen im Zentrum der vorgestellten empirischen Forschung. Es hat sich gezeigt, dass die Befragten durch sehr bedeutsame Erfahrungen eine Suchbewegung vollziehen, die als Passagen des Politischen bezeichnet werden können. Es eröffnet sich ein demokratischer Möglichkeitsraum, in dem Reflexionen und Auseinandersetzungen sowohl mit Gesellschaft, Politik und der eigenen Bewegung stattfinden und so eine politische Subjektivierung ermöglicht wird. Hier zeigt sich eine Relevanz für eine Politische Theorie Sozialer Arbeit. Demokratische Praxen der außerschulischen Jugendbildung als Counterpart autoritärer Verschiebungen Angesichts zunehmender Demokratiefeindlichkeit und rechter Gewalt thematisiert der Beitrag das demokratische Potenzial außerschulischer Jugendbildungsarbeit. Junge Menschen gilt es verstärkt in den Blick zu nehmen, weil sich bei ihnen einerseits eine Zunahme rechtspopulistischer und (extrem) rechter autoritärer Orientierungen abzeichnet und andererseits, weil sie eine zentrale Rolle für eine demokratische Zukunft einnehmen. Der Beitrag diskutiert die Bedeutung demokratiefeindlicher Entwicklungen für Soziale Arbeit und mögliche Antworten der Profession Sozialer Arbeit. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 25 Ort: S 201b |
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Abwertende, punitive und autoritäre Einstellungen in der Studierendenschaft der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Das Panel befasst sich mit abwertenden, punitiven und autoritären Einstellungen und Deutungsmustern innerhalb der Studierendenschaft der Sozialen Arbeit, die einer professionellen Haltung entgegenstehen. Vorgestellt werden Studienergebnisse, die Aufschluss darüber geben, warum und wie häufig diese Einstellungen vorkommen, auf welche Entstehungsfaktoren sie zurückzuführen sind und wie sie empirisch erfasst werden können. Auf dieser Basis wird gemeinsam mit dem Publikum diskutiert, wie Hochschulen darauf reagieren können. Beiträge des Symposiums Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei Studierenden der Sozialen Arbeit Die Ergebnisse einer quantitativen Erhebung (N=482) unter Verwendung der Items der Mitte-Studie ergaben abwertende Einstellungen von Studierenden der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik insbesondere in den Bereichen Migration und Arbeits- sowie Obdachlosigkeit. Vorgestellt wird die Konzeptionierung einer darauf aufbauenden, neu konzipierten Langzeitstudie, die sich der Frage widmet, welche professionsethisch herausfordernden Einstellungen und Begründungsmuster bei Studierenden der Sozialen Arbeit in der Praxis vorliegen, um sie sicht- und adressierbar zu machen. Professionelle Haltung von Studierenden der Sozialen Arbeit in der diversifizierten Studien-gangslandschaft (NeuStAf) Präsentiert werden erste Ergebnisse des NeuStAF-Projekts, das die Diversifizierung des Studiums der Sozialen Arbeit zum Anlass nimmt und untersucht, inwiefern die professionelle Haltung von Studierenden am Ende des Studiums über unterschiedliche Studiengangsformate und Hochschulträger variiert. Basierend auf einer bundesweiten Online-Befragung werden folgende Aspekte beleuchtet: (1) die Verbreitung von Deutungsmustern, die einer professionellen Haltung entgegenstehen, (2) deren Variation über verschiedene Formate oder Träger und (3) die Determinanten, die mögliche Unterschiede erklären können. Plenumsdiskussion: Wie können Hochschulen einer professionellen Haltung entgegenstehenden Einstellungen im Studium der Sozialen Arbeit begegnen? An die Inhalte der Vorträge schließt sich die Frage nach dem Umgang mit abwertenden, punitiven und autoritären Einstellungs- und Deutungsmustern angehender Fachkräfte, die einer professionellen Haltung entgegenstehen, in hochschulischen Lehr- und Lernsettings an. Ansätze wie die Ächtung, Konfrontation und Dekonstruktion sollen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit diskutiert, reflektiert und ggf. erweitert werden. Der Schwerpunkt der Plenumsdiskussion liegt sowohl auf der Identifizierung sinnvoller didaktischer Ansätze als auch auf der Schaffung empowernder Lernräume. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 26 Ort: S 202 Chair der Sitzung: Kathrin Aghamiri, FH Münster, Deutschland |
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Jugendarbeit in ländlichen Räumen unter Druck? Universität Bamberg, Deutschland Zusammenfassung Jugendarbeit ist in ländlichen Räumen oft die Sache von Vereinen, Verbänden und Initiativen. Diese sind wie die Soziale Arbeit als „als Verdichtung eines Kräfteverhältnisses“ (Wagner 2022, 13) zu verstehen und damit hoch politische Gebilde. Wie entwickelt sich dieses Feld also, wenn sich dieses Kräfteverhältnis deutlich nach rechts verschiebt? Dieser Frage ging das Forschungsprojekt DIYhoch3 im Rahmen seiner Untersuchung zur Ermöglichung und Unterstützung selbstorganisierter Jugendkultur im Dreiländereck Sachsen-Thüringen-Bayern nach. Der Beitrag diskutiert zentrale Ergebnisse dieser Forschung. Polizei als Partnerin der stationären Erziehungshilfen? Deutungen junger Menschen von Polizeikontakten im Spiegel autoritärer Verschiebungen des Sozialen 1HAW Hamburg; 2Universität Siegen, Deutschland Zusammenfassung Das DFG-Projekt „HeiP“ untersucht die Rolle von Polizeikontakten in der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Vorstudien haben bereits auf die Initiierung disziplinierender Polizeieinsätze durch Fachkräfte hingewiesen. Der bundesweite Fachkräftesurvey zeigt deren hohe Relevanz und Korrelationen mit restriktiven pädagogischen Orientierungen. Unsere Interviews mit jungen Menschen offenbaren ambivalente Erfahrungen zwischen Unterstützung und Diskriminierung. Diese Befunde werden im Kontext autoritärer Verschiebungen vorgestellt. „Es gibt keine geheimen Orte, es gibt keine Orte zum Alleinsein“ Bericht über das Lehrforschungsprojekt Schutzkonzept für Geflüchtetenunterkunft aus Kinderperspektive Hochschule Düsseldorf, Deutschland Zusammenfassung Seit dem Sommersemester 2024 läuft das viersemestrige Lehrforschungsprojekt Schutzkonzept für Geflüchtetenunterkünfte aus Kinderperspektive an der Hochschule Düsseldorf. In diesem Projekt entwickeln Studierende für eine konkrete Geflüchtetenunterkunft ein Schutzkonzept, implementieren es, werten es aus und nehmen dabei insbesondere die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen in den Blick. Die Projektleiterinnnen schildern in ihrem Vortrag u. a. die nicht zuletzt politischen Entscheidungen geschuldeten Herausforderungen und die Erkenntnisse, die sich im Rahmen dieses Projektes ergeben. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 27 Ort: S 203 |
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Geschlecht, Jugend und extreme Rechte: Wissensproduktion zwischen Beratungsarbeit und re-konstruktiver Forschung Zusammenfassung Im Rahmen des Panels wird entlang rekonstruktiver Forschung, Perspektiven der mobilen Beratungsarbeit gegen Rechtsextremismus sowie gemeinsamer Wissensproduktion gefragt, wie die Verschränkung von Geschlechterverhältnis und extremer Rechter sowie die rechte Radikalisierung Jugendlicher zu verstehen sind und welche Formen gemeinsamer Wissensproduktion und Intervention notwendig sind. Im Rahmen dessen werden Herausforderungen ungleicher Anerkennung zwischen Wissenschaft und Praxis beleuchtet. Beiträge des Symposiums Rechte geschlechterpolitische Selbstpositionierungen in Sozialen Medien In diesem Beitrag wird sich der biographischen Genese rechter geschlechterpolitischer Selbstinszenierungen in Sozialen Medien gewidmet. Anhand von empirischen Fallbeispielen werden rechte geschlechterpolitische Positionierungen auf zwei Ebenen in den Blick genommen: es wird sich a) der medialen Selbstpräsentation im Rahmen des Accounts gewidmet und b) wird anhand biographischer Fallrekonstruktionen auf Basis von Interviews mit den Accountbetreiber*innen gezeigt, wie die geschlechterpolitische Positionierung mit biographisch gewachsenen Handlungs- und Deutungsmustern verknüpft ist. Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus – Radikalisierung von Jugendlichen online und auf der Straße : Auch im deutschsprachigen Raum sind Jugendliche dem Einfluss von frauenverachtenden Gruppierungen wie den Incels, Pick-Up Artists oder anderen Bewegungen innerhalb der Mannosphäre ausgesetzt. Oftmals bietet solcher Content den Einstieg in rechtsextreme Erfahrungswelten. Kinder und Jugendliche sind heute aber rechten Einstellungen auch in ihren Familien oder durch den politischen Diskurs ausgesetzt. Die Mobile Beratung erlebt die Folgen dieser Einflüsse in der Beratungsarbeit – die Anfragen aus den Handlungsfeldern Schule/Kinder- und Jugendarbeit nehmen seit zwei Jahren deutlich zu. Kein Transfer, sondern Aushandlung: Gemeinsame Wissensproduktion zu Geschlecht und extremer Rechter Ziel des Beitrags ist eine Annäherung an die Frage, wie gemeinsame Wissensproduktion zwischen Wissenschaft und Praxis im Umgang mit der extremen Rechten und Geschlechterverhältnissen gelingen kann. Es wird die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis im Verbund GERDEA reflektiert. Im Beitrag wird die Praxis als eigenständiger Ort der Wissensproduktion betrachtet und die Frage gestellt, wie trotz ungleicher Ressourcen, Anerkennungs- und Machtverhältnisse Wissen mit und nicht allein über die Praxis produziert werden kann. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 28 Ort: S 204 |
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Digitale Transformationsprozesse als Motor autoritärer, demokratiefeindlicher Verschiebungen des Sozialen? Zusammenfassung Mit den zunehmend demokratiefeindlichen, den Rechts- und insbesondere Sozialstaat unterminierenden Entwicklungen geht für die Soziale Arbeit auch die Frage nach einer Absicherung der digitalen Räume einher: So können etwa Adressat:innen und Fachkräfte Ziele digitaler Gewalt werden. Andererseits können digitale Strukturen produktiv gewendet und durch die Soziale Arbeit aktiv (mit-)gestaltet werden. Das Panel der Fachgruppe Soziale Arbeit und Digitalisierung möchte Impulse versammeln, welche das Tagungsthema unter besonderer Berücksichtigung digitaler Transformationsprozesse in den Blick nehmen. Beiträge des Symposiums Digitale Gewalt als autoritäre Verschiebung des Sozialen. Risiken, Resilienz und Innovationspotenziale in der Sozialen Arbeit Digitale Gewalt gegen Fachkräfte der Sozialen Arbeit ist ein wachsendes, bisher wenig erforschtes Phänomen. Sie intensiviert bestehende Gewaltverhältnisse und verweist auf autoritäre Machtverschiebungen, die demokratische Grundlagen und professionsethische Prinzipien bedrohen. Erste empirische Ergebnisse zeigen: Sozialarbeitende erleben digitale Anfeindungen in vielfältiger Form, entwickeln jedoch zugleich individuelle und institutionelle Strategien. Ziel ist es, innovative Schutzkonzepte zu identifizieren, die Resilienz stärken und partizipative Antworten ermöglichen. “Digitalisierung der Lebenswelt”- um jeden Preis? Fragen nach einem theoretischen Update an Thierschs Lebensweltorientierung im Kontext von Demokratiererosion Digital Streetwork hat sich als Reaktion auf die fortschreitende Digitalisierung der Lebenswelt etabliert. Ursprünglich zur Prävention demokratiefeindlicher Inhalte entwickelt, wird der Ansatz heute auch in anderen Bereichen der Sozialen Arbeit angewendet. Die Projekte adressieren Kommunikationsrisiken wie Hate Speech, Desinformation und Cybermobbing sowie die Folgen digitaler Mediennutzung, wie Einsamkeit und psychische Gesundheitsprobleme. Theoretisch stützt sich der Ansatz auf die lebensweltorientierte Soziale Arbeit, die die Digitalisierung als ambivalente Kraft beschreibt. Mediatisierte jugendliche Lebenswelten im Spannungsfeld demokratiefeindlicher Dynamiken in sozialen Medien – Perspektiven der Sozialen Arbeit Jugendliche Lebenswelten sind mediatisiert und werden zunehmend von sozialen Medien geprägt, in denen demokratiefeindliche Diskurse und affektive Dynamiken wirken. Der Beitrag stellt dar, wie Jugendliche diese veränderten digitalen Aushandlungsräume erleben und welche Verantwortung in Begegnung der Sozialen Arbeit zukommt. Als lebensweltorientierte Profession wird ihr die Aufgabe zuteil, sowohl kritische Medienkompetenz als auch demokratische Partizipationsfähigkeit zu fördern als auch die Resilienz gegenüber demokratiefeindlichen Tendenzen im digitalen Raum zu stärken. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 29 Ort: S 301 |
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„Sexualisierte Gewalt im Kontext autoritärer Dynamiken“ Zusammenfassung Das Panel beleuchtet die Verflechtung von sexualisierter Gewalt und autoritären Dynamiken. Einerseits bilden autoritäre Kontexte einen Nährboden für sexualisierte Gewalt als Menschenrechtsverletzung. Zugleich wird die Thematik von rechten Strömungen instrumentalisiert, etwa in Kinderschutzdiskursen oder Debatten um sexuelle Bildung. Das Panel bringt Forschung, Betroffenenperspektiven und professionsbezogene Reflexion zusammen. Diskutiert wird, wie Soziale Arbeit demokratische Reflexion, Betroffenenbeteiligung, Menschenrechte und Machtkritik als Antworten auf diese Entwicklungen gestalten kann. Beiträge des Symposiums “Kritisch ambitionierte Soziale Arbeit im Kontext sexualisierter Gewalt - Machtverhältnisse reflektieren und Betroffene als Expert*innen beteiligen” In diesem Beitrag verdeutlichen wir die Zusammenhänge zwischen sexualisierter Gewalt als Ausdruck von Machtmissbrauch und autoritären Dynamiken als Risiko Gewalt und Missbrauch zu erleben. Betroffenenbeteiligung in Aufarbeitungsprozessen wird als ein Weg herausgestellt, der Sprachräume eröffnet und soziale Teilhabe ermöglicht. „Autoritäre Dynamiken und institutionelle Gewalt: Erfahrungen aus der Haasenburg“ Am Beispiel der Haasenburg werden autoritäre Dynamiken, institutionelle Gewalt und gruppendynamische Prozesse analysiert, die sexualisierte und körperliche Gewalt ermöglichten. Der Beitrag zeigt, wie sich Machtverhältnisse in pädagogischen Einrichtungen verselbständigen, zu automatisierten Abläufen werden und Fachkräfte wie Betroffene in ein autoritäres System einbinden. Zugleich wird reflektiert, wie im Nachgang mit den Betroffenen umgegangen wurde und welche strukturellen Unterschiede zwischen Ost und West fortwirken. „Kinderrechte und Kinderschutz im Fokus rechter Ideologien" Kinderrechte sind Menschenrechte und stehen für Schutz, Förderung und Beteiligung. In Politik und Gesellschaft gewinnen sie an Bedeutung, doch rechte Akteur:innen instrumentalisierten das Thema. Begriffe wie „Frühsexualisierung“, „Genderwahn“ dienen als Angriffe auf sexuelle Bildung und demokratische Grundwerte. Beispiele wie AfD-Kinderschutzkonferenz zeigen, wie Emotionen politische Debatten prägen und menschenrechtliche Grundlagen untergraben. Die Soziale Arbeit muss Kinder als Rechtssubjekte schützen, demokratische Prinzipien verteidigen und wissenschaftlich fundierte Praxis sicherstellen. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 30 Ort: S 302 |
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Extrem rechte Gewalt im Kontext der sog. Behindertenhilfe, Un_Sichtbarkeit und Gegenwehr Zusammenfassung Die extrem rechten Angriffe auf Bewohner*innen einer Wohnstätte und auf die Geschäftsstelle der Lebenshilfe Mönchengladbach 2024 stellen lediglich ein Beispiel dar, mit dem sich Auswirkungen autoritärer Entwicklungen auf die Soziale Arbeit illustrieren lassen. Solche und weitere Formen extrem rechter, behindertenfeindlicher Gewalt seit den 1990er Jahren, der fachliche Umgang sowie damit verbundene Gegenwehr-Formen, stellen ein Forschungsdesiderat dar, dem sich das Projekt MAVIOPA (Hochschule Düsseldorf & Uni Tübingen) widmet. Im Panel werden erste empirische Ergebnisse vorgestellt. Beiträge des Symposiums Behindertenfeindliche, extrem rechte Gewalt im Kontext der sog. Behindertenhilfe Behindertenfeindliche, extrem rechte Gewalt gegen Menschen mit Behinderung und Fachkräfte der Behindertenhilfe tritt in unterschiedlichen Formen auf und ist nicht immer eindeutig als solche zuzuordnen. Ziel des Beitrages ist es, die Bandbreite autoritärer Bedrohungen gegen Menschen mit (kognitiver) Behinderung seit den 1990ern – einschließlich digitaler Gewalt – sichtbar zu machen. In den Fokus rücken die Auswirkungen dieser Gewalt auf Betroffene sowie Prozesse der kollektiven Viktimisierung und die Bedeutung der Gewalt für Versuche der gesamtgesellschaftlichen Durchsetzung rechter Ideologie. Extrem rechte Massenvernichtungsandrohungsgewalt gegen Menschen mit kognitiven Behinderungen im Postnazismus Der Vortrag nimmt die extrem rechten Übergriffe im Kontext der sog. Behindertenhilfe in Mönchengladbach 2024 zum Ausgangspunkt und diskutiert mit Galtung (1972) und Reemtsma (2013) die Grenzen der gewalttheoretischen Trennung zwischen psychischer und physischer Gewalt, um die Bedeutung im Rahmen autoritärer Verschiebungen herauszuarbeiten. Zur Kontextualisierung wird ein Blick in die deutsche Geschichte von „Eugenik“/ „Rassenhygiene“ und die „Euthanasie“-Verbrechen in der Nazizeit geworfen. Als begriffliche Alternative wird „Massenvernichtungsandrohungsgewalt“ (Leidinger 2026) vorgeschlagen. Un_Sichtbarkeit, Formen von Gegenwehr und Protest gegen behindertenfeindliche, extrem rechte Gewalt gegen Menschen mit kognitiven Behinderungen und die sog. Behindertenhilfe Der Beitrag untersucht Handlungsoptionen der Sozialen Arbeit im Kontext rechter Gewalt gegen Menschen mit Behinderung. Analysiert werden fachliche Maßnahmen von Einrichtungen, deren soziale und politische Aktivitäten, öffentliche Kommunikation und Protestformen seit den 1990er Jahren. Ziel ist ein systematisierender Überblick über bisherige Umgangsweisen und Strategien zur Unterstützung Betroffener sowie zu Handlungsoptionen der politischen Positionierung der Sozialen Arbeit. Dazu werden v.a. Fachbeiträge, Medienberichte sowie Gruppendiskussionen und Interviews mit Fachkräften ausgewertet. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 31 Ort: Z E34 Chair der Sitzung: Katja Jepkens, Hochschule Düsseldorf, Deutschland |
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Algorithmisch reproduzierter Ableismus in KI-generierter Sprache - Analyse ableistischer Muster und partizipative Entwicklung eines Prüf-Tools Hochschule Bielefeld (HSBI), Deutschland Zusammenfassung KI-gestützte Service-Chats werden im Alltag relevanter und (zunehmend) auch in sozialen Dienstleistungs- und Verwaltungsprozessen eingesetzt. Dabei zeigt sich, dass KI-Systeme ableistische Sprachmuster reproduzieren, Menschen mit Behinderung fragwürdig adressieren oder in besondernde Systeme verweisen. Im Projekt ABLE (Aktion Mensch, HSBI, wonk.ai) wurde ein Regelwerk zur Erkennung ableistischer Sprache entwickelt – partizipativ mit Menschen mit Behinderungserfahrungen. Ergebnis ist ein Prüf-Tool, das ableistische Muster sichtbar macht und sensible KI-Interaktionen fördert. Wer schweigt, macht mit? Über den Umgang mit Hate Memes unter Studierenden der Sozialen Arbeit TH Köln, Deutschland Zusammenfassung Der zunehmende Einfluss demokratiefeindlicher Strömungen an Hochschulen wirft die Frage auf, wie stabil demokratische Werte in Studiengängen der Sozialen Arbeit verankert sind. Eine besondere Herausforderung zeigt sich in humoristisch verpackten, menschenfeindlichen Inhalten wie Hate Memes, die auch in studentischen Chatgruppen kursieren. Was geschieht in solchen Gruppen – und warum? Der Beitrag stellt zwei Studien zu (Nicht-)Reaktionen, Gruppendynamiken, sozialen Normen und Freundschaften vor. Demokratiefeindliche Resonanzräume auf TikTok: Rechte Strategien digitaler Einflussnahme und Handlungsoptionen der Kinder- und Jugendarbeit BTU Cottbus-Senftenberg, Deutschland Zusammenfassung Social-Media-Plattformen wie TikTok dienen rechten Akteur*innen als Resonanzräume, um Jugendliche anzusprechen, demokratische Institutionen zu delegitimieren und Radikalisierungsprozesse zu verstärken. Anhand einer beispielhaften Analyse von Beiträgen des AfD-Politikers Maximilian Krah werden Mechanismen wie Framing, Jugendansprache und Reichweitentreiber illustriert. Des Weiteren diskutiert der Vortrag die (potenziellen und tatsächlichen) Handlungsstrategien der Kinder- und Jugendarbeit und beleuchtet die strukturellen und pädagogischen Herausforderungen, die diesen Strategien gegenüberstehen |
| 15:30 - 17:00 | Panel 32 Ort: Z E33 |
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Zwischen Widerstand und Transformation – solidarische, abolitionistische und partizipative Perspektiven Zusammenfassung Angesichts autoritärer Verschiebungen entwickelt Soziale Arbeit vielfältige politische Handlungsstrategien. Im Panel werden drei Perspektiven einer solidarisch-emanzipatorischen Sozialen Arbeit erörtert. Dabei werden theoretische Überlegungen zu einer abolitionistisch-polizeikritisch ausgerichteten Sozialen Arbeit mit Forschungsergebnissen zu Handlungsstrategien von Sozialarbeiter:innen, die mit Migrant:innen und Wohnungslosen arbeiten, sowie mit Erkenntnissen aus der Erforschung der Nutzer:innen-Partizipation im Verwaltungskontext kritisch diskutiert. Beiträge des Symposiums Abolitionistische Zugänge in der Sozialen Arbeit – Ambivalenzen und Möglichkeiten Ausgehend von einer strukturierten Literaturanalyse werden abolitionistische Theorien in Bezug auf ihre Möglichkeiten für eine emanzipatorische, diskriminierungskritische und gerechtigkeitsorientierte Soziale Arbeit vorgestellt. Kern abolitionistischer Zugänge ist die Suche nach Möglichkeiten, strafende staatliche Institutionen durch verbesserte strukturelle Bedingungen und die kollektive Handlungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Akteur_innen zu ersetzen. Die damit verbundenen Widersprüche, Ambivalenzen und Chancen werden kritisch zur Diskussion gestellt werden. Politisches Handeln der Sozialen Arbeit gegen autoritäre Ausschlüsse: Strategien im Kontext von Migration und Wohnungslosigkeit Autoritäre Verschiebungen manifestieren sich in strukturellen Ausschlüssen vulnerabler Gruppen. Menschen mit prekärem Aufenthaltsstatus und Wohnungslose erleben systematische Diskriminierung und Leistungsverweigerung. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse eines Forschungsprojekts, das politische Handlungsstrategien von Sozialarbeiter:innen in der Gesundheitsversorgung ohne Krankenversicherung, Wohnungsnotfallhilfe und Straßensozialarbeit untersucht. Die Analyse zeigt differenzierte Strategien: Niedrigschwelligkeit und Empowerment, advokatorisches Handeln und Netzwerkarbeit sowie Lobbying. Ambivalente Partizipation? Politische Mikropraktiken und Aushandlungsprozesse zwischen Nutzer*innen und Verwaltung und die Rolle Sozialer Arbeit Der Beitrag analysiert politische Handlungsstrategien Sozialer Arbeit im Verwaltungskontext anhand zweier Projekte zu Nutzer*innenpartizipation. Im Fokus stehen Spannungsfelder und Potenziale partizipativer Prozesse mit von Armut und Ausgrenzung betroffenen Menschen. Diskutiert werden politische Mikropraktiken, solidarische Aushandlungsprozesse und Widersprüche an der Schnittstelle von Verwaltung, Sozialer Arbeit und Selbstvertretung – als Beitrag zu einer reflexiven und demokratiepolitisch engagierten Sozialen Arbeit. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 33 Ort: S E01 |
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Rechte, autoritäre Dynamiken, Männlichkeit und Soziale Arbeit Zusammenfassung Die Kategorie Männlichkeit besitzt innerhalb autoritärer Ideologie und Mobilsierung eine besondere Bedeutung. In der Konstruktion richtiger Männer kann an weit verbreitete gesamtgesellschaftliche Diskurse angeknüpft werden. Gleichwohl ist zu konstatieren, dass eine kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeit und rechtsextremer Ideologie im Kontext von Fragen sozialpädagogischen Handelns häufig ausbleibt. Das Panel beleuchtet aus drei Perspektiven die Relevanz der Kategorie Männlichkeit für ein kritisches Professionsverständnis in Zeiten autoritärer Bestrebungen. Beiträge des Symposiums Überblick: Männlichkeit, Autoritarismus/Rechtsextremismus und Soziale Arbeit Es gibt einen evidenten Zusammenhang von Rechtsextremismus und Männlichkeit. Soldatische Männlichkeit spielt in ganz unterschiedlichen Spektren der Neuen und alten extremen Rechten eine herausragende Rolle. Die Anrufung einer „wehrhaften“, „kampfbereiten“ und „natürlichen“ Männlichkeit fungiert als wichtiges Tool für die Rekrutierung von (jungen) Männern für die extreme Rechte. Der Beitrag benennt Misogynie und Antifeminismus als tief verankert und zentral für Radikalisierungsprozesse von (jungen) Männern. Alltägliche Männlichkeiten. Professionelle und andere Praxen angesichts völkisch-autoritärer Verdichtungen Junge Menschen treffen in ihrer Lebenswelt auf unterschiedliche Männlichkeitsangebote und –anforderungen, die sie je nachdem als funktional in ihre Alltagsgestaltung übernehmen. Den Rahmen hierfür bilden aktuell autoritäre Verdichtungen und völkische Normalisierungsprozesse. Mit ihnen gehen autoritäre und völkische Anrufungen an Männlichkeit einher. Eine demokratisch und emanzipatorisch ambitionierte Pädagogik ist angehalten, Dimensionen eines professionellen Habitus männlichkeitskritisch zu entfalten und eine geschlechterreflexive Konkretisierung von Subjekt- und Lebensweltansätzen vorzunehmen. Praktiken der Autorisierung. Rechte Hegemonie, Männlichkeit und sozialpädagogisches Handeln im Winzerclub der 1990er Jahre Der Winzerclub gilt in der Entstehungsgeschichte des NSU als wichtiger Anlaufpunkt für rechte Jugendliche. Die Einrichtung wurde Anfang der 1990er Jahre durch die Vision eines anti-autoritären Schon- und Schutzraums geprägt. Diese Vision trifft im Verlauf der 1990er Jahre in Form rechter Jugendlicher auf autoritäre Ideologien. Im Vortrag wird die Unterwerfung der Fachkräfte unter die autoritären Hegemonieansprüche der rechten Jugendlichen als "Praktiken der Autorisierung" (Baader 2018, S. 88) aus männlichkeitstheoretischer Perspektive betrachtet. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 34 Ort: V2 |
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Diversität und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit als Antwort auf autoritäre Verschiebungen: Theorie, Forschung, Praxis Zusammenfassung Das Panel beleuchtet Diversität und Intersektionalität als theoretische, empirische und praxisorientierte Antworten der Sozialen Arbeit auf autoritäre Verschiebungen. Im Fokus stehen theoretische Fundierungen, empirische Befunde zu jugendlichem Engagement für Demokratie in Ost und West sowie praxisnahe Ansätze diversitätssensiblen Handelns in Bildungseinrichtungen. Gemeinsam zeigen die Beiträge, wie Soziale Arbeit demokratische Werte, Teilhabe und Chancengerechtigkeit in polarisierten Gesellschaften stärken kann. Beiträge des Symposiums Theoretische Verortung von Diversität und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit und Implikationen für die Praxis in autoritären Kontexten Der Begriff Diversität und damit verbundene Handlungskonzepte geraten durch rechte, autoritäre und menschenfeindliche Diskurse unter Druck. Vor dem Hintergrund dieser Angriffe möchte der Beitrag Diversität und Intersektionalität als Querschnittsthema einer menschenrechtsorientierten Sozialen Arbeit theoretisch verorten und Möglichkeiten der praktischen Implementierung aufzeigen. Die Integration von Diversitäts- und Intersektionalitätskonzepten auf deskriptiver, normativer, analytischer und reflexiver Ebene kann sowohl den theoretischen Diskurs als auch die Praxis Sozialer Arbeit bereichern. Initiativen junger Menschen für Demokratie und Diversität in strukturschwachen urbanen/ländlichen Räumen in Ost und West im Vergleich Im Vortrag stellen wir Initiativen junger Menschen für Demokratie und Diversität in strukturschwachen urbanen und ländlichen Räumen vor. Im Mittelpunkt stehen – trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte in Ost- und West-Deutschland – gemeinsame Anliegen, Interessen und Strategien für eine diverse, demokratische Gesellschaft. Neben demokratischem Engagement als Abwehr gegen demokratiefeindliche, autoritäre Tendenzen geht es auch um subtile Veränderungen im Alltag. Sichtbar werden Handlungsmöglichkeiten junger Menschen, ihre Sprache des Protests und ihre Strategien des Dazwischenagierens. Diversitätssensibles Handeln in Kindertageseinrichtungen und Offenen Ganztagsgrundschulen: Ein Beitrag zur Chancengerechtigkeit in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft? Mit dem sozialarbeiterischen Ziel der Herstellung von Chancengerechtigkeit befasst sich mein empirisches Transferprojekt mit der Bedeutung von Diversität und Möglichkeiten einer sensibleren Gestaltung des Umgangs mit Diversität in der (früh-)pädagogischen Praxis. Im Rahmen des Panels möchte ich erste Ergebnisse meines empirischen Transferprojekts vorstellen, diskutieren, inwiefern ein auf Wissenstransfer ausgerichteter Zugang soziale Ungleichheit tatsächlich abbauen kann und eine thematisch fokussierte Austauschplattform zu Diversität als Ungleichheitsarena innerhalb Sozialer Arbeit schaffen. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 35 Ort: S 101 |
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Wie demokratisch ist der Wohlfahrts-Korporatismus? Zusammenfassung In (neo-)korporatistischen Systemen werden organisierte Interessen über institutionalisierte Aushandlungsprozesse an politischen Entscheidungen regelhaft beteiligt. Wohlfahrtsverbände können so an sozialpolitischen Reformprozessen mitwirken. Die Machtposition der Wohlfahrtsverbände ist jedoch historisch kontingent und es ist fraglich, ob sie tatsächlich im Sinne eines politischen Mandats als Interessenvertretung für marginalisierte Gruppen agieren. Hinterfragt werden soll auch, inwiefern die Anliegen von Klient*innen und Sozialarbeiter*innen an der Basis innerverbandlich Gehör finden. Beiträge des Symposiums Korporatismus und Autoritarismus Der Wortursprung des Korporatismus (lat. corpus = Körper) deutet bereits an, dass das Konzept ambivalent zu bewerten ist. Auf der einen Seite ist es Ausdruck eines komplexen Institutionensettings im entwickelten Sozialstaat, das unterschiedlich enge Formen der Einbindung kennt und insofern flexibel hinsichtlich der Praxis institutioneller Inklusion ist. Auf der anderen Seite ist der Korporatismus Manifestation des exklusiven Autoritatismus und insofern als demokratiegefährdend anzusehen. Beide Aspekte werden im Vortrag skizziert und hinsichtlich aktueller Erfordernisse bewertet. Lobbying als demokratische Interessenvertretung? Lobbying scheint für Wohlfahrtsverbände unter den Bedingungen von Ökonomisierung, Pluralisierung und Mediatisierung die naheliegende Strategie der Vertretung und Durchsetzung von Interessen. Lobbying steht aber auch unter dem Verdacht, Partikularinteressen zu fördern, der Gemeinwohlorientierung zu schaden, das demokratische Gleichheitsprinzip zu untergraben, intransparent und partizipationsfeindlich zu sein. Der Vortrag erörtert Notwendigkeit und Chancen professionellen Lobbyings durch die Wohlfahrtsverbände und versucht das demokratische Potential des Soziallobbyings herauszuarbeiten. Korporatistische Policy Practice Die Debatte um „policy practice“ in der Sozialen Arbeit fokussiert meist auf individuelles politisches Handeln. Dieser Beitrag betont die Rolle kollektiver Akteure, insbesondere von Wohlfahrtsverbänden, die stellvertretend für individuelle Sozialarbeiter*innen politisch agieren. Auf Basis des Projekts DemSoz zeigen wir, wie Wohlfahrtsverbände im Zusammenspiel mit Sozialarbeiter*innen an der Basis Interessen armutsbetroffener Menschen in Reformprozessen vertreten. Unsere Analyse macht deutlich, dass Wohlfahrtsverbände als politische Akteure bisher unterschätzt wurden. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 36 Ort: V1 |
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Wie Fachkräfte in der Sozialen Arbeit Familien und soziale Ungleichheit wahrnehmen und adressieren Zusammenfassung In der Sozialen Arbeit mit Familien begegnen Fachkräfte einer Vielfalt an Familienformen in unterschiedlichen sozialen Problemlagen. Viele der Familien sind von sozialer Ungleichheit betroffen. Drei Beiträge aus der DGSA Fachgruppe Elter(n)schaft und Familienarbeit diskutieren Wahrnehmungshaltungen sowie Adressierungsweisen von Fachkräften und Institutionen mit Blick auf Familienleitbilder, Armutslagen und Entscheidungsfindungen in Teams. Hierbei steht im Zentrum die Frage, welche Familien in welcher Weise adressiert werden und ob sich dabei autoritäre Verschiebungen offenbaren. Beiträge des Symposiums Familienbilder und -leitbilder in der Sozialen Arbeit: Ein internationales Scoping Review über professionelle Rollen und Werte in Zeiten konservativer Gegenreaktionen Familienbilder und -leitbilder prägen die Praxis Sozialer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien entscheidend. Zunehmende Vielfalt und politische Veränderungen definieren den Begriff „Familie“ neu, während konservative und traditionalistische Konzepte wiederaufleben und Interventionen und Normen beeinflussen. Mit Hilfe eines internationalen Scoping Reviews wird untersucht, wie Sozialarbeiter „Familie“ konstruieren und wie Professionalität gefördert werden kann. Zum Umgang mit Ambiguität in Falldiskussionen in Teams der Kinder- und Jugendhilfe Der Beitrag diskutiert, wie Teams der Kinder- und Jugendhilfe Fälle bearbeiten, in denen hohe Ambiguität besteht. Um als Team trotz aufkommender Dilemmata und unterschiedlicher Sichtweisen handlungsfähig zu bleiben, gilt die Kompetenz, Ambiguität zu bearbeiten, als relevant. Es wird dargestellt, wie unterschiedliche Teams dieselbe Fallvignette und insb. Dilemmata und Mehr-/Uneindeutigkeiten wahrnehmen und bearbeiten. Gegenübergestellt werden unterschiedliche Bearbeitungsweisen auf der Teamebene, trotz übergreifend ähnlicher Problemwahrnehmungen und Adressat:innenkonstruktionen. Thematisierung von Armutslagen in Familienzentren – zwischen Chancen und Grenzen Anhand von Fokusgruppen wird in Familienzentren untersucht, wie Armut vonseiten der Fachkräfte thematisiert wird. Diese Daten werden situationsanalytisch ausgewertet und zur Diskussion gestellt. Der Beitrag verfolgt die These, dass die Thematisierung von Armut ermöglicht, soziale Ungleichheit als strukturelles statt individuelles Problem zu adressieren und gleichzeitig der Verschiebung hin zu autoritären Entwicklungen entgegenwirken kann, indem entsprechende Narrative widerlegt werden. |
| 15:30 - 17:00 | Panel 37 - ad hoc Panel |
| 17:30 - 19:00 | Mitgliederversammlung der DGSA Ort: V1 |
| 17:30 - 19:00 | Offenes Tagungsfenster I - Zeitrahmen für parallele offene Angebote Ort: S 201b |
| 17:30 - 19:00 | Offenes Tagungsfenster II - Zeitrahmen für parallele offene Angebote Ort: S 301 |
| 20:00 | Abendveranstaltung/get-together Ort: Gebäude Z |
| Datum: Samstag, 25.04.2026 | |
| 8:30 - 9:00 | Ankommen Ort: W E26 - Foyer |
| 8:30 - 13:15 | Posterausstellung: Ort: S 304 |
| 9:00 - 9:40 | Keynote 3: Keynote 3 Ort: V1 |
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Die angespannte Mitte – zwischen Demokratiefeindlichkeit und Demokratieengagement Hochschule Niederrhein Zusammenfassung Einflussnahmen von Rechtsaußen nehmen zu und sind auch in der Sozialen Arbeit spürbar. Auch wenn der Anteil jener mit geschlossen rechtsextremem Weltbild wieder rückläufig ist, teilt fast ein Viertel der Bevölkerung demokratiegefährdende Positionen. Die klare Mehrheit sieht dies mit Sorge, viele, die sich für die Demokratie engagieren, sind selbst Bedrohungen ausgesetzt. Die Folgen dieser Entwicklung reichen von Angst bis Ansporn, von Ratlosigkeit, Mitschwimmen bis Gewaltbilligung.Der Vortrag berichtet von Ergebnissen der neuen Mitte-Studie und aus Projekten zu Bedrohung und Demokratiearbeit. |
| 9:40 - 10:20 | Keynote 4: Keynote 4 Ort: V1 |
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WIR SIND HIER (WE ARE HERE): Spaces for Individual and Collective Grief and Resistance Network for Remembrance, Change, and Education (NEVA e.V.) Zusammenfassung
WIR SIND HIER (WE ARE HERE) first launched as a digital artwork by the Kunstverein in Hamburg in 2022 and soon afterwards as a model project of the Federal Agency for Civic Education in Germany from 2022-2023. Today, WIR SIND HIER continues to claim spaces of remembrance in public space through the voices and demands of survivors and families of victims of racist and antisemitic violence.
WIR SIND HIER is a project by Talya Feldman under the auspices of the Network for Remembrance, Change, and Education (NEVA e.V.) in Munich. |
| 10:20 - 10:45 | Preisverleihungen, Dankesworte: Preisverleihungen, Dankesworte Ort: V1 |
| 10:45 - 11:15 | Pause 3 / get-together: Pause 3 / get-together Ort: Z E35/36 - Catering |
| 11:15 - 12:45 | Panel 38 Ort: S E02 |
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Rechtsextremismus macht nicht halt vor nationalen Grenzen: Ansätze für die Soziale Arbeit in der Gegenwartsgesellschaft Zusammenfassung Gegenwärtige Spielarten von grenzüberschreitendem Rechtsextremismus mit Türkeibezug und ihre Relevanz für die Theoriebildung und Profession der Sozialen Arbeit werden aus drei Perspektiven beleuchtet und diskutiert. Der transnationale Kontext wird besonders berücksichtigt. Die zentrale Frage, die sich hier stellt, ist die nach der Wechselwirkung ökonomischer, politischer und sozialer Dynamiken, die das Erstarken extrem rechter Akteur:innen mit Türkeibezug begünstigen und möglichen Interventionen, die den extrem rechten Aktionsradius schmälern. Hierin ist auch die Soziale Arbeit verstrickt. Beiträge des Symposiums Rechtsextremismus(-forschung) revisited: Konzeptionelle Überlegungen für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Ülkücü Bewegung Ein konzeptioneller Vorschlag für eine Auseinandersetzung mit transnationalen Formen von Rechtsextremismus am Beispiel der Ülkücü Bewegung wird diskutiert. Akteur:innen der extremen Rechten mit Türkeibezug agieren weitgehend unbehelligt. Spezifische Bedingungen hierfür werden beleuchtet. Dazu gehören Strategien der Akteur:innen, Kontextbedingungen im Lokalen, diskursive Auseinandersetzungen mit Migration und Rassismus. Vorgeschlagen wird die Analyseperspektive Rechtsextremismus in der postmigrantischen Gesellschaft, die für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit fruchtbar gemacht werden kann. Islamismus, Rechtsextremismus und Soziale Arbeit: Transnationale Perspektiven Der Beitrag untersucht die Verflechtungen von Sozialer Arbeit, Rechtsextremismus und islamistischen Bewegungen in der Türkei und im transnationalen Raum zu Deutschland. Islamistische Gruppen nutzen fehlende sozialarbeiterische Strukturen und bieten Sozialhilfe, um Menschen für ihre religiösen und politischen Ziele zu gewinnen. Türkeistämmige Migrant*innen werden häufig instrumentalisiert und als finanzielle Ressource genutzt. Der Beitrag beleuchtet diese Spannungsfelder und diskutiert, wie Soziale Arbeit ihre professionelle und demokratische Eigenständigkeit wahren kann. Türkeibezogener Rechtsextremismus als Herausforderung für die Praxis – Erfahrungen aus der Fachstelle türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) Der Beitrag stellt die Arbeit der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus (FaTRex) vor, die als bundesweite Anlaufstelle eine zentrale Lücke in der Prävention schließt. Türkischer Rechtsextremismus wird bislang nur punktuell und projektbezogen bearbeitet. FaTRex reagiert auf konkrete Bedarfe: fehlende Sensibilisierung, unzureichende Unterstützung Betroffener und unzureichende Vernetzung. Am Beispiel der Zusammenarbeit mit Beratungsstellen in NRW wird gezeigt, wie Fachpraxis und Betroffenenperspektiven verbunden werden können. Zum Schluss: Lernpotenziale zwischen Praxis und Wissenschaft. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 39 Ort: S E03 Chair der Sitzung: Kathrin Aghamiri, FH Münster, Deutschland |
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Extrem rechte Gewalt und Politik gegen Hilfe- und Unterstützungsstrukturen für LGBTIQ-Personen: Umgangsweisen, Gegenstrategien und politisches Bewusstsein betroffener Akteur*innen Hochschule Fulda, Deutschland Zusammenfassung Auch in Deutschland nehmen extrem rechte Mobilisierungen gegen die Sichtbarkeit und Gleichstellung von LGBTIQ-Personen zu. Neben Gewalt gegen Personen geraten auch queeraffirmative Angebote und Einrichtungen der Sozialen Arbeit ins Visier rechter Gewalt. In Kleinstädten und im ländlichen Raum bedroht die AfD zudem Förderstrukturen queerer Sozialer Arbeit. Der Vortrag präsentiert Befunde aus einer Pilotstudie, die anhand qualitativer Interviews untersucht, wie betroffene Akteur*innen auf Angriffe reagieren, Gegenstrategien entwickeln und wie sich ihr politisches Bewusstsein dabei verändert. Freiwillige als Zielscheibe – Schutzkonzepte und Freiwilligenmanagement als Handlungsstrategien in autoritären Zeiten Frankfurt University of Applied Sciences, Deutschland Zusammenfassung Demokrakratie- und Menschenfeindlichkeit trifft zunehmend auch Freiwillige und Engagierte, bzw. Freiwilligenagenturen als Organisationen, in denen Freiwillige sich organisieren (können). Unter Bezugnahme auf eine Umfrage zur Erarbeitung und des Wirkungsgrades von Schutzkonzepten für und in Freiwilligenagenturen wird gefragt, inwiefern Konzepte und Wissensbestände der Sozialen Arbeit Freiwillige im Zuge von Freiwilligenmanagement und Gemeinwesenarbeit gegen demokratiefeindliche Entwicklungen schützen und bei der (Selbst-)Organisierung unterstützen kann. Unter Beschuss – Delegitimierung, Diffamierung, Bedrohungen, fehlender Schutz und Rückhalt. Promotionszentrum Soziale Arbeit Hessen, Deutschland Zusammenfassung Die Soziale Arbeit mit geflüchtete Menschen ist in besonderer Weise gefordert, wenn Menschenrechte offen in Frage gestellt werden. Zugleich stehen Trägerorganisationen und Sozialarbeitende, die mit geflüchtete Menschen arbeiten, massiv unter Beschuss und ihre Arbeit wird delegitimiert, diffamiert – und kaum noch finanziert. Der Vortrag beleuchtet den Kampfbegriff der politischen Neutralität sowie Gefahren, die von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss ausgehen, in welchem sensible Daten der sächsischen Zivilgesellschaft und Trägerorganisationen der Sozialen Arbeit gesichtete wurden. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 40 Ort: S 102 |
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Wem gehört Wissen? Demokratisierung von Publikationskultur in der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Das Publikationswesen der Sozialen Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen einer potenziell ungleichheitsreproduzierenden Struktur hinsichtlich Platzierung und Zugänglichkeit von Wissen und der zentralen Rolle für die Professionalisierung. Die Soziale Arbeit beschäftigt sich zunehmend mit Fragen der sozialarbeitswissenschaftlichen Informationsinfrastruktur (Bredow et al. i.E.), in der Fachzeitschriften ein zentrales Medium darstellen (Brielmaier 2023). Das Panel befasst sich vor diesem Hintergrund mit Fragen einer Demokratisierung der Publikationskultur in der Sozialen Arbeit. Beiträge des Symposiums Peer Review-Verfahren als demokratische Praxis? Das Peer-Review-Verfahren steuert die Vergabe wissenschaftlicher Publikationsplätze und sichert Qualität. Zugleich kann es bestehende Machtverhältnisse und Ausschlüsse im Wissenschaftsbetrieb reproduzieren. Die Fachzeitschrift „Soziale Arbeit“ (DZI) reflektiert ihr eigenes Peer-Review-Verfahren, legt Kennzahlen offen und gibt dem notwendigen Diskurs um wissenschaftliche Informationsinfrastruktur Raum. Demokratisierung von Veröffentlichungspraxen. Anforderungen an eine Forschungszeitschrift zur Sozialen Arbeit Ergebnisse einer Befragung der DGSA-Mitglieder zeigen, dass ein großer Bedarf an einer Zeitschrift „Forschung in der Sozialen Arbeit“ besteht, da Forschungsergebnisse häufig entweder gar nicht in wissenschaftlichen Fachzeitschriften oder aber in disziplinfremden publiziert werden. Der Beitrag stellt die Ergebnisse der methodenkombinierten Befragung zur Diskussion. Erste konzeptionelle Überlegungen umfassen ein offenes Publikationsformat sowie alternative (teil-)offene Reviewverfahren, die stärker community-orientiert ausgerichtet sein sollen. Wissen(szugänge) selbst machen – dime-sozial.de Der Beitrag reflektiert die Gründung der Open-Access-Fachzeitschrift dime-sozial.de, die einen neuen Raum für Diskurse und Wissensbestände zu Digitalisierungsfragen in der Sozialen Arbeit eröffnet. Im Entstehungsprozess wird deutlich, wie eng die Idee von Teilhabe und Wissenszugang mit ökonomischen und strukturellen Fragen verknüpft ist. Aus der Anbindung an einen genossenschaftlich organisierten Verlag ergeben sich neue Wege und Fragen im Verhältnis von Profession, Wissen und Öffentlichkeit der Sozialen Arbeit. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 41 Ort: S 103 |
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Soziale Arbeit dein Demokratie-Freund und Helfer!? Ein Plädoyer dafür, den kritischen Blick nicht nur auf das Außen, sondern auch auf das Innen zu richten. Zusammenfassung Wir thematisieren in diesem die Rolle der Sozialen Arbeit in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um demokratische Teilhabe. Dabei richten wir den Blick nicht nach außen, sondern nach innen und diskutieren, wie Soziale Arbeit sich als demokratiefördernde Instanz verstehen kann und welche Aufgaben sich im Kampf um Teilhabechancen ergeben. Ausgangspunkt hierfür stellt Nancy Frasers Konzept der „Politik der Bedürfnisinterpretation“, das als Analysefolie für eine demokratiefördernde, selbstkritische Soziale Arbeit dient. Ergänzend vertiefen zwei Kurzvorträge aktuelle empirische Forschungen. Beiträge des Symposiums Zur Konzeption von Leistungen in der Sozialen Arbeit – In wie fern trägt Soziale Arbeit zur Entpolitisierung sozialer Problemlagen bei? Die Konzipierung sozialstaatlicher Hilfen erfolgt in der Regel ohne den Einbezug der potentiellen Inanspruchnehmenden. Deren Bedürfnisse werden im Kontext bestimmter sozialpolitischer Programme und Verwaltungsvorgaben ‚bearbeitet‘ und – in der Lesart des juristisch-administrativen-therapeutischen Staatsapparats (JAT) von Nancy Fraser – durch dieses Vorgehen entpolitisiert. Wird der JAT als Analysefolie für das Handeln Sozialer Arbeit angelegt, können hierdurch Brüche und Widersprüche aufgezeigt werden und Selbstreflexion ermöglicht werden. „Ihr hättet mich früher fragen sollen“-Teilhabechancen und Soziale Arbeit: Ein Blick auf ein Spannungsfeld im Kontext von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen erleben die Behindertenhilfe oft als wenig partizipativ, was einer Gefährdung demokratischer Prozesse bedeutet. Soziale Arbeit steht vor der Herausforderung, ihr Tun – mit einem Blick nach Innen – kritisch zu reflektieren. Obwohl die UN-BRK seit 2009 die volle Teilhabe fordert, bleibt diese in der Praxis oft unerfüllt. Soziale Arbeit muss sich selbst fragen, wie sie aktiv für soziale Gerechtigkeit eintreten und Ent-hinderungshilfe befördern kann. „Es gab ein paar, die wirklich rebellisch waren“ - Soziale Arbeit und Aushandlungsprozesse um die Bedürfnisse von Adressat:innen Soziale Arbeit hat sich konzeptionellen Grundlagen wie Empowerment und Partizipation verschrieben und möchte sich an der Lebenswelt der Adressat:innen orientieren. Ein an diesen Ansätzen und Konzepten orientiertes Tun sah sich mit der Zuständigkeit für die Umsetzung und der Kontrolle der Einhaltung der Coronamaßnahmen herausgefordert. Anhand des Forschungsprojekts „Soziale Altenarbeit in stationären Einrichtungen während der Corona-Pandemie“ wird die Rolle Sozialer Arbeit im Spannungsfeld der Bedürfnisse der Bewohner:innen und der Um- und Durchsetzung der Coronamaßnahmen diskutiert. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 42 Ort: S 104 |
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Erfahrung von Ausschließung und die Arbeit an (politischer) Teilhabe entkoppelter Jugendlicher. Ergebnisse zweier partizipativer Forschungsprojekte.“ Zusammenfassung Das Panel präsentiert die Ergebnisse zweier partizipativer Forschungsprojekte, die an der Hochschule Düsseldorf und an der ev. Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie Hamburg durchgeführt werden bzw. wurden . An beiden Projekten haben Vertreter_innen von „MoMo – The voice oft he disconnected Youth“ als Co-Forschende mitgewirkt. Inhaltlich werden Erfahrungen von sozialer Ausschließung entkoppelter Jugendlicher thematisiert und wie die Arbeit an (politischer) Teilhabe durch die Selbstorganisation erschwert wird, aber dennoch gelingt. Beiträge des Symposiums MOMOS HuiS – Soziale Ausschließung, Erfahrungen der Missachtung und politische Orientierung von entkoppelten Jugendlichen.“ Im Rahmen des Projektes „MOMOs HuiS – Zur Lage der entkoppelten Jugendlichen in Hamburg“ werden qualitative und quantitative Daten erhoben und ausgewertet. Die qualitativen Daten zeigen, dass die Jugendlichen die Erfahrung machen, dass sich (staatliche) Institutionen gegenüber ihren Interessen und Bedürfnissen wenig responsiv zeigen. Stattdessen thematisieren die Jugendlichen immer wieder, dass sie sich gesellschaftlich und sozial ausgeschlossen fühlen. Bedingungen und Formen politischen (?) Engagements von entkoppelten Jugendlichen Dass sich die Momos als Selbstvertretung von Straßenjugendlichen überhaupt zusammenfinden und gegen ihren Ausschluss engagieren, ist höchst unwahrscheinlich. Denn der gesellschaftliche Ausschluss ist mit zahlreichen Hürden verbunden, die auch das zivilgesellschaftliche Engagement erschweren. In einem zweijähren Forschungsprojekt untersucht die Hochschule Düsseldorf deswegen gemeinsam mit den Momos Essen, welche Barrieren ihr Engagement behindern, was ihr Engagement trotz der Barrieren stützt und welche zentralen Handlungsformen die Momos in ihrem Engagement entwickeln. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 43 Ort: S 201a |
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Zur Dialektik der autoritären Verschiebungen im Innen und Außen der Felder Heimunterbringung, Offene Jugendarbeit und Mobile Beratung Zusammenfassung Soziale Arbeit ist gefordert, sich mit den autoritären und menschenverachtenden Eingriffen externer Akteur:innen und auch aus der eigenen Mitte zu beschäftigen. Diese Gleichzeitigkeit wirkt herausfordernd und prägend, ist aber kein neues Phänomen. Durch ausgewählte Beispiele richtet dieses Panel einen kritischen Blick auf die Widersprüche in Bezug auf Autoritarismus und Professionalisierung und stellt die Frage, wie die Praktiker:innen das dialektische Verhältnis zwischen Theorie und Praxis in Zeiten autoritärer Tendenzen gestalten und reflektieren. Beiträge des Symposiums Autoritäre Verstrickungen: Zur doppelten Delegitimierung Sozialer Arbeit von Innen und Außen In der Verbreitung autoritärer Narrative sind neben rassistischen Debatten auch solche um Asozialität oder sonstige Ideologien der Ungleichwertigkeit nicht weit. Die Eingriffe kommen auch in der Sozialen Arbeit nicht nur von einem vermeintlichen Außen, sondern ebenso aus dem Innen der Disziplin. Anhand ausgewählter Beispiele aus der Heimunterbringung wird dieser historisch fortwährende Kampf und das Ringen um Professionalisierung nachgezeichnet. Die Entwicklungen lassen eine anti-autoritäre Soziale Arbeit notwendig werden, die ich im Sinne fachlicher Haltung zu entfalten versuche. Grauzonenprofession – Über das Bleiben im autoritären Feld Ausgehend von biographisch-narrativen Interviews beleuchtet der Beitrag, wie Fachkräfte seit den 1990er Jahren mit rechter Gewalt, staatlicher Abwesenheit und institutioneller Kälte konfrontiert sind. Diese Erfahrungen zeigen eine Grauzonenprofession: Zwischen Anspruch auf Menschenrechte und prekären Arbeitsrealitäten entstehen Mikropraktiken des Widerstands. Gleichzeitig verdeckt die Selbstbeschreibung als Menschenrechtsprofession oft fehlende Rückendeckung. So wird Soziale Arbeit am Vorabend autoritärer Entwicklungen zu einem Ort, an dem Pathos und Ohnmacht eng ineinandergreifen. Konflikte um Demokratie? Zur Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus und ihren Widersprüchen Der Vortrag bearbeitet die Frage, inwiefern in Sozialer Arbeit autoritäre Verschiebungen wirken und bearbeitet werden können. Er basiert auf einer empirischen Forschung im Feld der Mobilen Beratung gegen rechts, in dem eine Diskursfeldanalyse sowie leitfadengestützte Interviews durchgeführt wurden. Dabei stellt der Beitrag fest, dass Mobile Beratung autoritäre Bewegungen als Bewegungen gegen aktuelle demokratische Herrschaft thematisieren und bearbeiten kann, die Widersprüche von Demokratie und demokratischen Institutionen jedoch tendenziell dethematisiert. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 44 Ort: S 201b |
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Demokratiefördernde, menschenrechtsorientierte Gemeinwesenarbeit und autoritäre Verschiebungen des Sozialen Zusammenfassung Panel der Sektion Gemeinwesenarbeit Die Gemeinwesenarbeit (GWA) fördert demokratische Strukturen und gerät gleichzeitig durch (extrem) rechte Einflussnahme unter Druck. Zunehmende demokratiefeindliche Entwicklungen fordern eine Gemeinwesenarbeit, die an gesellschaftlicher Diversität, Partizipation und Menschenrechten orientiert ist heraus. Die Fachkräfte finden verschiedene Antworten mit diesen Herausforderungen umzugehen. Die Beiträge sind als explorativer Input gedacht um anschließend mit den Teilnehmenden GWA-Praxis zu reflektieren. Beiträge des Symposiums Spannungsfelder in partizipativen Projekten mit Heranwachsenden Anhand des Forschungsprojektes „Partizipation von Kindern und Jugendlichen in außerschulischen Projekten“ wollen wir uns im Panel mit Chancen und Herausforderungen im Community Organizing mit Jugendlichen beschäftigen. Die beiden Spannungsfelder 1. Demokratische Prozesse und Selbstwirksamkeitserfahrungen und 2. Zwischen Partizipation und Vorstrukturierung werden referiert. Der Beitrag möchte einen Impuls geben um anschließend die Best Practices Beispiel nach den genannten Kriterien zu reflektieren. Politisches Handeln von Fachkräften der gemeinwesenorientierten Stadtteilarbeit - Eine empirische Untersuchung zur Bedeutung politischen Handelns in der Gemeinwesenarbeit in Hamburg, Berlin und Köln Aus dem Promotionsprojekt werden erste Typen von Haltungen im Gemeinwesen Tätiger dargestellt, die im Kontinuum von individuell menschlicher Zugewandtheit bzw. Kollektivierung von Interessen eingeordnet werden können. Aspekte der Politikgestaltung und Möglichkeiten der Einflussnahme, wie etwa Politisches Handeln, werden in unterschiedlich starker Ausprägung abhängig von verschiedenen Voraussetzungen dargestellt und als Entwurf einer ‚Theorie der Gemeinwesenorientierung‘ präsentiert. Handlungsorientierung und fachliche Rahmung der Bearbeitung von (extrem) rechten Einflussnahmen in der Gemeinwesenarbeit. Die Gemeinwesenarbeit ist insbesondere in Sozialräumen mit (extrem) rechten Dominanzbestrebungen herausgefordert. Im Vortag werden empirische Befunde zu Handlungsorientierungen von Gemeinwesenarbeiter*innen im Umgang mit rechten Einflussnahmen vorgestellt und im Verhältnis der unterschiedlichen Ansätze der Gemeinwesenarbeit diskutiert. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 45 Ort: S 202 |
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Autoritären Tendenzen begegnen: Lehre zur Demokratieförderung für eine Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession in ländlichen Räumen Zusammenfassung Zunehmende antidemokratische Tendenzen fordern die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession heraus. In strukturschwachen Regionen geraten demokratische Werte und Menschenrechte unter Druck. Fachhochschulen im ländlichen Raum erreichen viele Studierende mit starker regionaler Bindung. Aus dieser Verbundenheit ergibt sich die Verpflichtung, menschenrechtsorientierte Haltungen im Studium gezielt zu stärken und demokratische Kultur in den Regionen nachhaltig zu fördern. Im Panel werden 3 Lehrprojekte vorgestellt und diskutiert, die diese Zielsetzung methodisch-didaktisch unterschiedlich umsetzen. Beiträge des Symposiums TeilHaben – Demokratieförderung in ländlichen Räumen der Sozialen Arbeit in Mittelsachsen. Im Beitrag wird das Werkstattkonzept zur kritischen Jugend- und Erwachsenenbildung vorgestellt, das politische, kulturelle und ästhetische Bildung mit sozialarbeiterischer Praxis verbindet. Studierende erproben Konzepte gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und antidemokratische Haltungen. Lokale NS-Geschichte, Opferperspektiven und Erinnerungskultur in Mittelsachsen dienen als praxisnaher Zugang. Exkursionen und Präsenzveranstaltungen schaffen Erfahrungsräume für Demokratie, Menschenrechte und Teilhabe und fördern die Reflexion der eigenen Haltung für die Arbeit in ländlichen Sozialräumen. Zwischen Erinnerung und Gegenwart: Antisemitismus, soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Verantwortung. Im Seminar „Zwischen Erinnerung und Gegenwart: Antisemitismus, soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Verantwortung“ setzten sich Studierende mit Fragen sozialer Gerechtigkeit und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinander. Im Fokus stand Antisemitismus in seinen historischen und aktuellen Formen. In Kooperation mit dem Ausstellungsprojekt „Sukkot Mittweida“ der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 wurden künstlerische Zugänge genutzt, um neue Perspektiven auf jüdisches Leben, Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen. Internationalization@Home in der Sozialen Arbeit. Das internationale Blended Learning-Programm „Crossing Borders“ Im Beitrag wird das Konzept von Internationalization@Home vorgestellt und die Notwendigkeit der Integration entsprechender Maßnahmen in das Studium der Sozialen Arbeit herausgearbeitet. Anschließend wird das „Crossing Borders“-Programm der Hochschule Mittweida als Maßnahme der Internationalisierung zu Hause vorgestellt, in dem die ethisch-normativen Grundprinzipien der Menschenrechte seit über 20 Jahren Grundlage internationaler Zusammenarbeit bilden. Es werden Entwicklungen des Programms skizziert und Potentiale zu demokratiefördernden und ideologiekritischen Wirkungen herausgearbeitet. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 46 Ort: S 203 |
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Antifeminismen als Dimensionen autoritärer Verschiebungen des Sozialen – Herausforderungen und Strategien in Praxisfeldern der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Antifeminismen und antifeministische Bewegungen sind in den letzten Jahren europaweit erstarkt und folgen den gemeinsamen Zielen geschlechterwissenschaftliche Erkenntnisse zu negieren und gleichstellungspolitische Errungenschaften zu bekämpfen. Dabei lässt sich eine Diskursverschiebung aus rechtspopulistischen und rechtsextremen in konservative und bürgerliche Milieus beobachten, sodass antifeministische Positionen gesellschaftliche Wirkungen entfalten. Das Panel fokussiert diese Wirkungen auf feministisch geprägte Fachpraxis und diskutiert praktische Konsequenzen und mögliche Gegenmaßnahmen. Beiträge des Symposiums Antifeminismen im Kontext kapitalistischer und patriarchaler Strukturen: Eine kritische Analyse der Sozialen Arbeit im Frauen*- und Kinderschutz Antifeminismus gewinnt gesellschaftlich an Bedeutung und wirkt als reaktionäre Antwort auf feministische Gleichstellungsbestrebungen. Der Beitrag beleuchtet, wie solche Strömungen die Soziale Arbeit in Frauen*- und Kinderschutzhäusern beeinflussen. Dabei werden kapitalistisch-patriarchale Strukturen, prekäre Arbeitsbedingungen und die Abwertung feministischer Praxis thematisiert. Auch sozialpolitische sowie gesetzliche Rahmenbedingungen wie das Gewaltschutz- und das Gewalthilfegesetz werden kritisch auf ihre Wirksamkeit und Ausschlüsse marginalisierter Gruppen geprüft. Antifeminismen im Fußball: Spielrecht von trans*, inter* und nicht-binären* Personen als Schauplatz antifeministischer Auseinandersetzungen Besonders in Bezug auf Geschlecht und Inklusion wird der Fußball als populärste Sportart weltweit zunehmend zum Schauplatz antifeministischer Diskurse. Am Beispiel des Spielrechts von trans*, inter* und nicht-binären* (tin*) Personen untersuchen wir von der internationalen bis zur lokalen Ebene, wie Antifeminismen im Fußball in institutionellen Routinen, Regelinterpretationen und Verantwortungsdiffusion wirkt. Best-Practice-Beispiele belegen gleichzeitig, dass Inklusion möglich ist, wenn Fußball sich klar gegen antifeministische Ideologien positioniert. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 47 Ort: S 204 |
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Soziale Arbeit im Nationalsozialismus – Erinnern. Reflektieren. Positionieren Zusammenfassung Auf der Grundlage wissenschaftlicher Formate der letzten Jahre (Tagungen, Publikationen, bundesweite Ringvorlesung 2025/26, Mitarbeit in der Enzyklopädie Soziale Arbeit Online) soll der Diskurs um die Verstrickung Sozialer Arbeit in das Herrschaftssystem des NS-Staates und deren Beteiligung an den Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus fortgesetzt und danach gefragt werden, wie sich die Soziale Arbeit aktuell und zukünftig zu antidemokratischen, autoritären und menschenfeindlichen gesellschaftspolitischen Entwicklungen sowie eigenen Diskriminierungs- und Ausgrenzungsmechanismen positionieren kann. Beiträge des Symposiums Soziale Arbeit und Nationalsozialismus. Überlegungen zum Verhältnis von Brüchen und Kontinuitäten Ausgehend von der Feststellung, dass die Einbindung Sozialer Arbeit in das Herrschaftssystem des NS-Staates und die meist widerspruchslose Beteiligung von Fachkräften an den Verbrechen des Regimes auf Denkweisen, Strukturen und Handlungslogiken beruhten, die lange vor der politischen Zäsur von 1933 zum alltäglichen Repertoire professionellen Handelns gehörte, fragt der Beitrag von Sven Steinacker aus längerfristiger historischer Perspektive nach dem Verhältnis von Brüchen und Kontinuitäten Sozialer Arbeit im NS-Staat. Öffentliche Fürsorgerinnen im Spannungsfeld von Auslese und „Ausmerze“ – fachliche Spezifika auf dem Gebiet der Gefährdetenfürsorge Dargestellt wird das fachliche Handeln von Pflegeamtsfürsorgerinnen in der NS-Zeit. Das Handlungsfeld war geprägt von einem auf dem Konzept professionalisierter Mütterlichkeit beruflichen Selbstverständnis und verwoben mit Sexualitätsdiskursen. Die Entkriminalisierung von Prostitution von 1927 hatte zur Folge, dass die „gefährdeten“ Mädchen und Frauen unter Kontrolle der Gefährdetenfürsorge gestellt wurden. Es kam zu einer Radikalisierung gegenüber dieser Zielgruppe. Unter dem eugenischen Paradigmenwechsel sah sich die Zielgruppe umfassend von der Kategorisierung „minderwertig“ bedroht. Erinnerungsarbeit zum Nationalsozialismus in der Sozialen Arbeit – Orientierung für die Gegenwart und Zukunft Der Vortrag skizziert Ergebnisse aus sozialgeschichtlichen Forschungs- und Erinnerungsprojekten, die den Widerstand in der Sozialen Arbeit während der nationalsozialistischen Zeit (mit-) untersuchten. Angesichts der Zunahme von rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräften in der Gegenwart wird aufbauend die Frage nach der Notwendigkeit zum Widerstand aufgeworfen. Im Vortrag und in der anschließenden Diskussion soll danach gefragt werden, ob der von einer kleinen Minderheit im Nationalsozialismus geleistete Widerstand heute Orientierung für die Soziale Arbeit geben kann. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 48 Ort: S 301 Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland |
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Autoritäre Verschiebungen des Sozialen im Kontext von Arbeitsmigration in der Altenpflege: Perspektiven Sozialer Arbeit auf betriebliche Integration und Rassismuskritik Hochschule Magdeburg-Stendal MIASA-Projekt, Deutschland Zusammenfassung Das Projekt MIASA untersucht, warum in Sachsen-Anhalt trotz zunehmender Anwerbung internationaler Pflegekräfte der Anteil migrantischer Fachkräfte besonders niedrig bleibt. Erste Ergebnisse verweisen auf strukturelle und betriebliche Integrationsbarrieren, die mit rassifizierenden Zuschreibungen, bürokratischen Hürden und ökonomischen Steuerungslogiken verflochten sind. Zugleich zeigen Einrichtungen progressive Ansätze solidarischer Teamkultur, die Lernimpulse für eine demokratische, reflexive und rassismuskritische Soziale Arbeit bieten. „Exklusive Inklusion: Widersprüche bei der Umsetzung der UN-BRK in Zeiten autoritärer Verschiebungen am Beispiel chronisch suchtkranker Menschen“ Hochschule Landshut, Deutschland Zusammenfassung Die UN-BRK hat die Teilhabe der Menschen mit Behinderungen zum Ziel (Kardorff 2010; DIMR 2010). Kommunale Aktionspläne sollen dies lebensweltnah und partizipativ verwirklichen (Deutscher Verein 2011). Doch es zeigt sich, dass hierbei nicht alle Menschen mit Behinderungen Berücksichtigung finden (Bertelmann et al. 2025a). Gerade Menschen mit chronischen Suchterkrankungen werden stattdessen zunehmend aus öffentlichen Gemeinwesen exkludiert und verfolgt (Rauschert et al. 2022; DGPPN 2015; Steinke 2022). Der Beitrag arbeitet Zusammenhänge zu den autoritären Verschiebungen des Sozialen heraus Berufliche Teilhabe unter neoreaktionären Vorzeichen: Professionalität(en) der Eingliederungshilfe 1BTU Cottbus-Senftenberg, Deutschland; 2HAW Hamburg Zusammenfassung Der Beitrag befasst sich mit der Professionalität von Fachkräften in den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Das Handlungsfeld ist nicht zuletzt aufgrund der kontemporären Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik geprägt von Widersprüchen und Herausforderungen. Auf Basis einer Rekonstruktion der Handlungsorientierungen anhand von Gruppendiskussionen mit Fachkräften wird in den Blick genommen, inwieweit neoreaktionäre gesellschaftliche Verschiebungen die Praxis der Professionellen beeinflussen und welcher Strategien sich diese im Umgang mit den handlungsfeldinhärenten Paradoxien bedienen. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 49 Ort: S 302 |
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Social Work and the Far Right in European Democracies: an international comparison of the influence of the far right on social work in Hungary, Austria and Germany. Insights into a trinational research project Zusammenfassung SoFRiED investigates far right influences on social work and what consequences these have for practice and profession as well social policy regulations in Germany, Austria and Hungary. Therefore, the study is decepting far right influences on and within social work, their forms and manifastations in every participating EU states. The research aims to strengthen the institutionalization of data-based counter-reactions in social work profession and discipline. The panel provides insights into the theoretical framework, the mixed-methods-methodology of the research project and its results to date. Beiträge des Symposiums Social Work and the Far Right in European Democracies (SoFRiED) – research aims and goals, methodological framework and challenges of international comparison The ongoing research project SoFRiED (02/2025-01/2027) investigates far right influences on social work and what consequences these show for practice, profession and for social policy regulations in Germany, Austria and Hungary. Therefore, the study is exploring far right influences on and within social work, their forms and manifestations in all participating EU states. The panel provides insights into the theoretical framework of the research project, the mixed-methods-methodology and the methodological challenges of international comparison to date. SoFRiED findings – Quantitative and qualitative results on far right influences in social work in three EU states The aim of the session is to link the theoretical model of far-right influences on social work in Germany (Gille/Krüger/Wéber 2022: 57) to the empirical findings from the participating EU states in order to understand how far-right ideologies and populist discourse shape social work practice. The international comparison focus on contrasting country-specific narratives, institutional resources and state regulations in social work and social policy with the aim to explore the dimensions of deprofessionalisation of social work practice and profession and to institutionalize countermeasures. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 50 Ort: Z E34 |
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Lagerbildung und die Krise emanzipatorischer Vorstellungen in der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Das Panel fragt, wie Hochschulen und Wissenschaftler*innen dazu beitragen können, dass kritisch-universalistische Professions- und Disziplinverständnisse der Sozialen Arbeit angesichts der Krise politischer Emanzipationsvorstellungen, politischen Lagerbildungen und vereinseitigenden Aufmerksamkeiten für Rassismus oder Antisemitismus weiterentwickelt werden. Analysiert werden „Vibe Shifts“ im disziplinären Feld und ihre Auswirkungen auf Anerkennung, Solidarität und Menschenrechtsorientierungen. Ziel ist die Stärkung einer reflexiven, verbindenden Professionskultur. Beiträge des Symposiums Subjektivierungen diskursiver Lagerbildung und vereinfachender Binaritäten – Rekonstruktion einer queer-jüdischen Perspektive Der Beitrag analysiert, wie Lagerbildungen im israelisch-palästinensischen Konflikt auch Deutungskonflikte um Rassismus und Antisemitismus zutage brachte, wobei soziale Kategorien oft fälschlicherweise auf eine postkoloniale Binarität von "weißen" Unterdrückenden und "rassifizierten" Unterdrückten reduziert werden. Aus einer queer-jüdischen Perspektive wird dargelegt, wie diese Logik der gegenseitigen Konkurrenz und Vereinfachung paradoxerweise Schutzräume für mehrfach marginalisierte Menschen aushöhlt und ihr Vertrauen in solidarische Bündnisse zersetzt. Notwendigkeit und vorläufiges Scheitern von Verbindungen zwischen Rassismus- und Antisemitismuskritik Die Suche nach Verbindungen zwischen rassismus- und antisemitismuskritischer Theorie und Praxis ist angesichts des Aufstiegs der äußersten Rechten notwendig. Im Kontext des eskalierenden Nahostkonfliktes ist sie allerdings fast zum Erliegen gekommen. Der Beitrag betrachtet auf der Basis empirischer Forschungen in Berlin und Sachsen-Anhalt einige Determinanten und Folgen dieses vorläufigen Scheiterns daran, kollektive Handlungsfähigkeit in emanzipatorischer Perspektive zu organisieren. ***wird nachgereicht*** ***wird nachgereicht*** |
| 11:15 - 12:45 | Panel 51 Ort: Z E33 |
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Weiterentwicklung des Forschungsethikkodex der DGSA Zusammenfassung Im Panel der Forschungsethikkommission (FE-K) sollen die Anregungen zur Weiterentwicklung des Forschungsethikkodex (DGSA 2020), aus den Fachgruppen und Sektionen vertieft werden. Deren Vorschläge dienen als Basis des Impulsbeitrages, der in das Panel im Format eines Worldcafés einführt und einen Überblick zu den Inhalten der Thementische gibt. Gegenstand der Thementische bilden also die Bedarfe der Weiterentwicklung des Forschungsethikkodexes vor dem Hintergrund gegenwärtiger Verschiebungen des Sozialen als Folge politischer Diskurse und Eingriffe in Kontexten Sozialer Arbeit. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 52 Ort: S E01 |
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Raus aus den Hochschulen! – Demokratieförderung durch dauerhafte Kontaktzonen zwischen Hochschulen, Praxiseinrichtungen und multidiversen Nachbarschaften Zusammenfassung Die gesellschaftliche Verantwortung von Hochschulen sowie ihre demokratiefördernde Funktion werden im Kontext der 3rd Mission und wachsender Wissenschaftsskepsis betont (vgl. CHE 2024, HBdV 2025). Der Sozialen Arbeit kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Das Panel fokussiert dauerhafte Kooperationsformate zwischen Hochschule, Praxis und Nachbarschaften. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie demokratische Aushandlungsräume gestaltet werden können, die integraler Bestandteil des Studiums sind und zugleich in Nachbarschaften konkret wirksam werden. Beiträge des Symposiums Community Health Labor Veddel: Mit partizipativer Community-Forschung kollaborative Bildungsräume im Stadtteil und gesundheitliche Versorgung demokratisieren Das Community Health Labor Veddel ist eine langfristige Kooperation von HAW Hamburg, dem multiprofessionellen solidarischen Stadtteilgesundheitszentrum Poliklinik Veddel und der Nachbarschaft. Das CHL Veddel verbindet Forschung, Bildung, Versorgung und Aktivismus für soziale Gerechtigkeit. Ziel ist, datenbasiert soziale und gesundheitliche Ungleichheit anzugehen und neue Ansätze für Community-Based Health Care in Deutschland zu entwickeln. Auch angesichts, dass das Thema gesundheitliche Versorgung zunehmend in rechts-populistischen Debatten steht, erhält diese Arbeit besondere Relevanz. 2. Stadtteillabor Bochum-Hustadt: Community-Forschung zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und demokratischer Teilhabe Im Stadtteillabor Bochum-Hustadt forschen Wissenschaftler*innen, Studierende und Nachbar*innen gemeinsam zu gesundheitsbezogenen Themen. Am Beispiel des transnationalen Forschungsprojektes „Empower“, welches Wohnbelastungen in multidiversen Nachbarschaften und das Wohnumfeld als Ort der Selbstinklusion von Migrant*innen untersucht hat, zeigt der Beitrag auf, wie partizipative Forschung in kollektive Handlungsmacht übergehen kann. Stadtteilforscher*innen entwickeln durch die Forschung Sprecher*innenpositionen, wodurch ihre politische Teilhabe auf lokaler Ebene befördert wird. Werkstattbericht: Soziale Arbeit als Urbane Praxis in Berlin Marzahn-Hellersdorf: Mit künstlerischen Interventionen und Community Organizing solidarische Nachbarschaften stärken Dieser Werkstattbericht gibt Einblicke in drei exemplarische Kooperationsprojekte des Campus Transferale der ASH Berlin, in denen mit Hilfe bildender Kunst, mit Methoden des Transformativen Community Organizing sowie in Form einer neuen Lehrkooperation mit dem 'Kiosk of Solidarity' gearbeitet wird. Er reflektiert, wie Hochschule in der multidiversen Nachbarschaft von Marzahn-Hellerdorf (in der auch rechte Einstellungsmuster deutlich vorhanden sind), demokratiefördernde Austauschräume herstellen kann. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 53 Ort: S 101 |
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Krieg und Frieden: Positionen der Sozialarbeit Zusammenfassung Zum Problemfeld des Autoritarismus gehört auch die Debatte um eine „neue Kriegstüchtigkeit“ und die Ausweitung der Ausgaben für das Militär sowie die „Einschwörung“ auf mögliche kriegerische Konflikte. Darin bekommen Diskurse um den Erhalt und Gestaltung von Frieden eine wachsende Bedeutung. In diesem dialektischen Verhältnis von Krieg und Frieden nimmt Soziale Arbeit seit ihrer Professionalisierung eine besondere Rolle ein. Ihre Positionen und Ambivalenzen greift das Panel auf, indem es Frieden multiperspektivisch denken und Herausforderungen Sozialer Arbeit reflektieren will. |
| 11:15 - 12:45 | Panel 54 Ort: V2 |
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Antisemitismus im Sozialraum Schule – Herausforderungen für und in der Schul- und Jugendsozialarbeit Zusammenfassung Trotz der breiten gesellschaftspolitischen Diskussionen zum Ausmaß, zur Verbreitung und zu gezielten Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten gegen die unterschiedlichen Formen des Antisemitismus bei Jugendlichen und im Sozialraum Schule liegen bislang kaum verlässliche Fakten und hinreichend auswertbare Daten für die Problemwahrnehmungen und Handlungsroutinen von Sozialarbeiter:innen vor. Gleichzeitig sind Sozialarbeiter:innen gefragt und herausgefordert, pädagogisch mit dem Thema umzugehen, Wissen bereitzustellen, einzuordnen, auch Konflikte zu moderieren und Prävention zu leisten. Beiträge des Symposiums Perspektiven im Kontrast. Kurzvorstellung des BMBFSFJ-Verbundprojekts „Antisemitismus im Kontext Schule. Perspektiven von jüdischen und nicht-jüdischen Jugendlichen, Lehrkräften und der Sozialarbeit“ Das BMBFSFJ-Verbundprojekt zielt auf eine empirische Grundlage für die Weiterentwicklung einer professionalisierten Auseinandersetzung mit den Herausforderungen rund um Antisemitismus im Sozialraum Schule. Das Forschungsdesign erfasst die Perspektiven von Jugendlichen, Lehrkräften und der Schul- und Jugendsozialarbeit und ermöglicht es, jüdische und nicht-jüdische Problemwahrnehmungen zu kontrastieren. Die Erkenntnisse aus qualitativen Interviews und und quantitativen Befragungen der Akteursgruppen greifen ineinander. Perspektiven nicht-jüdischer Schul- und Jugendsozialarbeit:innen Im schulischen wie im außerschulischen Bereich werden Schul- und Jugendsozialarbeiter:innen adressiert, um auf antisemitische Vorfälle, Konflikte oder Präventionsanliegen zu reagieren. Sie begleiten Prozesse der Wertebildung, reflektieren diskriminierende Haltungen und schaffen Räume, in denen antisemitische Einstellungen thematisiert und bearbeitet werden können. Vor diesem Hintergrund werden, basierend auf qualitativen Interviews, ausgewählte Motive und Dynamiken von nicht-jüdischen Schul- und Jugendsozialarbeiter:innen vorgestellt und diskutiert. Perspektiven jüdischer Fachkräfte Die Befunde werden mit ersten Erkenntnissen zur Frage, mit welchen Problemwahrnehmungen, Herausforderungen und Handlungsoptionen jüdische Fachkräfte im Sozialraum Schule konfrontiert sind, kontrastiert. Diese nehmen potentiell eine dreifache Rolle ein: als professionelle Pädagog:innen, selbst Betroffene sowie Eltern jüdischer Jugendlicher. Ist ihre jüdische Identität bekannt, werden sie zudem von außen als Expert:innen für Antisemitismus adressiert und mit der Erwartung konfrontiert, bestehende Herausforderungen im Umgang mit Antisemitismus zu lösen. Ins Gespräch gehen – Annahmen, Folgen und Effekte einer vergleichenden Kontrastierung jüdischer und nicht-jüdischer Perspektiven für die Soziale Arbeit Wir laden zu einem gemeinsamen Austausch im Workshop-Format über Annahmen, Folgen und Effekte einer vergleichenden Kontrastierung jüdischer und nicht-jüdischer Perspektiven für die Soziale Arbeit ein. Wie ordnen die Anwesenden aus ihrer jeweiligen Expertise und Erfahrung die Befunde ein, welche Erfahrungen machen sie in der Arbeit mit Studierenden und ggf. Fachkräften der Sozialen Arbeit, welche Hinweisen geben die Erkenntnisse für die Soziale Arbeit in Theorie und Praxis, ebenso für die Aus- und Weiterbildung? |
| 11:15 - 12:45 | Panel 55 Ort: V1 |
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Von Grenzüberschreitungen zu autoritären Tendenzen. Wie Organisationskulturen demokra-tiefeindliche Entwicklungen fördern. Zusammenfassung Anhand organisationaler Kulturen werden Grenzüberschreitungen auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebene in den Blick genommen. Beitrag 1 beleuchtet zwischenmenschliche Interaktionen in Hochschule und Praxis. Beitrag 2 untersucht radikale öffentliche Äußerungen christlicher Akteure im Sozialraum. Beitrag 3 fokussiert den „Sanften Autoritarismus“, der als neuer Regierungsstil die Demokratie gefährdet. Deutlich wird, dass auf allen Ebenen Menschen in autoritäre Grenzverschiebungen verstrickt sind – als aktiv Handelnde, als beobachtend nicht Einschreitende oder als von Grenzüberschreitungen Betroffene. Beiträge des Symposiums Grenzüberschreitungen als Bestandteil organisationaler Kultururen Der Anspruch der Sozialen Arbeit, Demokratie zu fördern, zeigt sich insbesondere auch in der Aufgabe, Menschen zu Partizipation zu ermächtigen sowie Diskriminierung und Exklusion entgegenzuwirken. Gleichzeitig finden sich in Organisationen Sozialer Arbeit Phänomene, die selbst zur Reproduktion autoritärer, gewaltförmiger Praxen beitragen, so in Form von sexuell übergriffigen Äußerungen oder Verhalten. Es wird dargelegt, wie Grenzüberschreitungen in Organisationen Sozialer Arbeit alltäglich stattfinden, oft unbenannt und bleiben und somit die Basis für weiterführende Grenzverschiebungen bilden. „Moral“ als Machtinstrument Einige evangelikale Akteur*innen nutzen ihre christlichen Moralvorstellungen und die Praktiken der christlichen Kirche, um ihre autoritären Ansichten einem breiten Publikum nahe zu bringen. Dabei setzen sie Themen, die in das gesellschaftliche Leben und die Soziale Arbeit hineinwirken, wie Deutungen, welche Sexualität, welches Familienbild und welches Frauenbild das richtige ist. Menschen mit anderen Lebensweisen und anderen Meinungen werden als „Sünder*innen“ dargestellt. Der Vortrag zeigt Mechanismen anhand rekonstruktiv ausgewerteter öffentlicher Auftritte evangelikaler Vertreter*innen. Über das Aufkommen eines neuen Regierungsstils „Sanfter Autoritarismus“: Lässt sich So-ziale Arbeit als kritische Ontologie der Gegenwart im Kontext der Organisationskulturen konzeptualisieren? Gegenwärtig lässt sich das Aufkommen eines neuen Regierungsstils „Sanfter Autoritarismus“ (Shalini Randeria) beobachten. Er beschreibt einen schleichenden Prozess, wie Institutionen liberaler Demokratien mit den demokratischen Mitteln untergraben werden. Vor dem Hintergrund der Gegenwartsdiagnose stellt sich die Frage: Lässt sich Soziale Arbeit als „kritische Ontologie der Gegenwart“ (Foucault, Hark, Meißner) konzeptualisieren? Der Beitrag stellt die Anforderungen an die Organisationskulturen der Sozialen Arbeit vor, die sich aus der Verbindung der beiden theoretischen Konzepte ergeben. |
| 12:45 - 13:15 | Pause 4 / get-together: Pause 4 / get-together Ort: Z E35/36 - Catering |
| 13:15 - 14:45 | Panel 56 Ort: S E02 |
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Kinder- und Menschenrechte machen stark! – Kinder- und Menschenrechte stark machen! Zusammenfassung Das Panel diskutiert, wie Soziale Arbeit, verstanden als Menschenrechtsprofession, in Zeiten autoritärer Verschiebungen und demokratiefeindlicher Dynamiken Kinder- und Menschenrechte als rechtlich bindende Grundlage umsetzen kann. Anhand der aufsuchenden Jugendarbeit, des Transferzentrums Kinderrechte & Kinderschutz und der Fachgruppe Menschen- und Kinderrechte wird gezeigt, wie Anerkennung, Teilhabe, Schutz und Machtkritik im Alltag verwirklicht werden können und warum Menschenrechte stark machen und stark gemacht werden müssen. Beiträge des Symposiums Das übersehende politische Bildungspotential der aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit Mobile Jugendarbeit besitzt ein oft unterschätztes politisches Bildungspotenzial. Durch ihren direkten Zugang zu Lebenswelten junger Menschen wirkt sie wie ein Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen und erkennt früh, wo Exklusion, Ungleichheit, antidemokratische Narrative auf Resonanz stoßen sowie Potenziale für Solidarität und kritische Reflexion. In diesem non-formalen Kontext entsteht politische Bildung im gemeinsamen Aushandeln von Erfahrungen, Haltungen und Beziehungen – alltäglich, situativ, oft unbenannt, aber wirksam für demokratische Orientierung und Menschenrechtsbewusstsein. „Kinderrechte und Kinderschutz im Kontext autoritärer Verschiebungen“ – Das Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz MV Das Transferzentrum Kinderrechte & Kinderschutz der Universität Rostock verbindet Wissenschaft, Praxis und Adressat:innen und ist in einen sozialräumlichen Kontext zunehmender autoritärer und demokratiefeindlicher Dynamiken angesiedelt. In dialogischen Formaten, Forschung und Praxisentwicklung werden Kinderrechte als normativer Rahmen sozialpädagogischen Handelns verankert. So entstehen Räume für Reflexion, Solidarität und die Anerkennung von Vielfalt und Kinderrechten sowie einer demokratischen Kultur. Jetzt erst recht! Die Fachgruppeninitiative zu Menschen- und Kinderrechten in der DGSA Menschenrechte bilden ein Fundament Sozialer Arbeit. Angesichts autoritärer Tendenzen und menschenfeindlicher Diskurse braucht es eine klare menschenrechtsorientierte Perspektive in Praxis, Forschung und Lehre. Die 2025 gegründete DGSA-Fachgruppe Menschen- und Kinderrechte vernetzt Akteur:innen, fördert den fachlichen Austausch und entwickelt Perspektiven für eine kritische, menschenrechtsbasierte Soziale Arbeit. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 57 Ort: S E03 |
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Soziale Arbeit im Kontext von Behinderungen – theoretische Teilhabe und praktischer Ausschluss – Herausforderungen für Profession und Zielgruppen Zusammenfassung Soziale Arbeit als Disziplin und Profession war lange Zeit im Feld der professionellen Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen nicht sichtbar. Eine neue Fachgruppe zum Thema wird in diesem Panel in Kurzbeiträgen aufzeigen, wie ein noch junges Handlungsfeld der Sozialen Arbeit direkt und unmittelbar von den Folgen autoritärer Transformationen betroffen ist, und was das konkret für die Profession und die Adressat:innen bedeutet. Beiträge des Symposiums Ein-blick in die Historie: Rechte und Sichtbarkeit - und ein allgemeiner Kampf um Zugehörigkeit. Demokratiefeindliche Entwicklungen treffen ein Feld doppelt hart, welches sich erst konstituiert und in Bezug auf Teilhabe ausgestaltet werden will. Aktuell hat sich das Recht so entwickelt, dass Teilhabe möglich sein könnte - die bestehende Praxis sieht sich aber aktuell gesellschaftlichen Bedingungen ausgesetzt, die Rechte aushöhlen und Teilhabe in Frage stellen. Was bedeutet das für die Profession Sozialer Arbeit? Welche Aufgaben gehen damit einher? Autoritäre Dynamiken und ihre Effekte auf Teilhabe und Inklusion. Demokratiefeindliche Verschiebungen bedrohen die Prinzipien Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession in Behinderungskontexten. Menschenrechte und -würde behinderter Menschen werden massiv angegriffen. Der Beitrag fragt nach Effekten neuer Autoritarismen: Wie beeinträchtigen demokratiefeindliche Tendenzen und restriktive Politiken die Prinzipien Sozialer Arbeit? Welche Folgen können für die Adressat*innen ausgemacht werden? Welche ethischen Herausforderungen und Dilemmata ergeben sich hieraus für die Praxis und die Theorie? Inklusion unter Druck: Stigma-Analysen im Kontext wachsender Demokratiefeindlichkeit am Beispiel der "Tagesschau in Einfacher Sprache" Die Studie untersucht die Entwicklung der Stigmatisierung und Diskriminierung bestimmter Gruppen im Diskurs zur „Tagesschau in Einfacher Sprache“. Die Sendung wird seit ihrem Start kontrovers diskutiert. Anfangs wurden besonders Menschen mit Behinderungen und Migrationsgeschichte angegriffen, im Verlauf verschob sich der Diskurs in Richtung politischer Gegner. Die Analyse zeigt, wie autoritäre Verschiebungen des Sozialen im digitalen Sozialraum aussehen kann. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 58 Ort: S 102 |
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Gut aufgestellt? Extrem rechte Einflussnahmen auf Hochschulen der Sozialen Arbeit – Gegenstand, Schutz und Resilienzen für Forschung, Lehre und Profession Zusammenfassung Das Panel beleuchtet die Hochschule als multiperspektivischen Ort mit drei verwobenen Ebenen: als Struktur und Institution, als Qualifizierungsort und als Forschungsstandort der Sozialen Arbeit. Es fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Betroffenheit und Verantwortung – insbesondere als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Schwerpunkte sind die Wahrnehmung von Angriffen auf Hochschulen, die Integration des Themas „extreme Rechte in der Sozialen Arbeit“ in die Lehre sowie der Schutz der Hochschul-Community. Beiträge des Symposiums Verschiebung des Sagbaren? Wahrnehmungen recht(sextrem)er Äußerungen im Kontext des Studiums der Sozialen Arbeit Der Beitrag zeigt, wie Lehrende recht(sextrem)e Äußerungen von Studierenden der Sozialen Arbeit aktiv wahrnehmen. Ausgangspunkt ist ein wachsender Trend zu autoritären Tendenzen, bei unklarer Positionierung der Sozialen Arbeit. Betrachtet werden drei Ebenen : die Bedrohung berufsethischer Grundlagen, der Einfluss auf Studierende und die Gestaltung der Lehre. Deutlich werden die Komplexität der Herausforderungen an die Lehre, die Notwendigkeit klarer Positionierungen der Hochschule sowie präventiver Maßnahmen (Diversität, Antidiskriminierung). Wirksamkeitsforschung ist weiter notwendig. In Seminarraum, Curriculum und Professionsverständnis: Die extreme Rechte in der Sozialen Arbeit als Thema der Hochschulausbildung Der Beitrag skizziert erste Ergebnisse eines Modellprojektes, das bis 2027 strukturierte Angebote der Hochschullehre im Themenfeld „Rechtsextremismusprävention, Rassismuskritik und Antisemitismuskritik in der Sozialen Arbeit“ entwickelt, erprobt und auswertet. Er gibt Einblick in Ableitungen zu den Bedingungen, Möglichkeiten und Herausforderungen einer curricularen Verankerung einschlägiger Lehrangebote. Ausgangspunkt ist der virulente Bedarf und die Notwendigkeit, die Fachlichkeit Sozialer Arbeit bereits im Studium – in den Regelstrukturen der Hochschulqualifizierung – zu stärken. Strukturen der Widerstandsfähigkeit schaffen. Prävention und Antworten zu rechten Landnahmen an Hochschulen der Sozialen Arbeit An Hochschulen richtet sich die Auseinandersetzung mit extrem rechten Positionen meist auf Forschung und Lehre, während die Hochschule als Organisation mit ihren Strukturen und Verpflichtungen häufig unbeachtet bleibt. Der Beitrag fragt, wie Hochschulen durch administrative und strukturelle Maßnahmen resilient gegenüber rechten Einflussnahmen werden können, um ihrer Schutzfunktion gegenüber Mitgliedern gerecht zu werden und ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 59 Ort: S 103 Chair der Sitzung: Kathrin Aghamiri, FH Münster, Deutschland |
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Mapping the field: Türkischer Rechtsextremismus und Ultranationalismus im organisierten Sport 1OTH Regensburg; 2IU Internationale Hochschule Zusammenfassung Unser Projekt Mapping the Field untersucht, wie der bislang wenig erforschte türkisch-rechtsextreme Ultranationalismus – insbesondere die „Grauen Wölfe“ – im organisierten Sport als Resonanzraum für nationalistische Narrative, Männlichkeitsbilder und rechtsextreme Symboliken wirkt und damit neue Herausforderungen für eine demokratieorientierte Soziale Arbeit aufwirft. Lokale Proteste als Zugang zu gesellschaftlichen Spannungen: Eine Analyse von Bürgerinitiativen gegen Geflüchtetenunterkünfte Demokratiezentrum Hessen / Philipps-Universität Marburg, Deutschland Zusammenfassung Bürgerinitiativen gegen Geflüchtetenunterkünfte machen tieferliegende gesellschaftliche Spannungen sichtbar. Sie zeigen Denkweisen, Sorgen und Abgrenzungsnarrative, die über die aktiven Mitglieder hinaus in der Bevölkerung präsent sind. Meine Studie verbindet qualitative Analyse solcher Initiativen mit kommunalen Strukturdaten und liefert ein Instrument, um Konfliktpotenziale frühzeitig einzuordnen, präventive Interventionen zu ermöglichen und demokratiefeindlichen Dynamiken auf kommunaler Ebene vorzubeugen. Autoritäre Positionen in Kitas und professionale Orientierungen pädagogischer Fachkräfte. Eine explorative Untersuchung 1Universität Hamburg, Deutschland; 2IMU Institut Stuttgart; 3N.N. Zusammenfassung Wir untersuchen, wie autoritäre Orientierungen im Kita-Alltag wirken und bearbeitet werden. Ausgangspunkt ist ein Projekt zu Personalstrategien, erweitert um Fragen nach politischen Einstellungen. Die Studie umfasst drei Kitas in Sozialräumen mit hoher AfD-Zustimmung sowie zwei Kitas in einem Trägermodellprojekt zum Umgang mit Rechtsextremismus in Kitas. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel professioneller Orientierungen der Beschäftigten mit strukturellen und organisationalen Bedingungen. Wir stellen erste Ergebnisse vor und diskutieren Folgerungen für alltägliche Praxis und Träger. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 60 Ort: S 104 |
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Geschlechtergerechtes wissenschaftliches Schreiben in der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Die Angriffe auf das „Gendern“ und Verbote der Verwendung von Sonderzeichen sind ein Ausdruck gegenwärtiger demokratiefeindlicher Entwicklungen, sie stellen demokratische Grundwerte infrage und auch wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedeutung von Sprache. Dabei ist eine geschlechtergerechte und inklusive Sprache auch ein wesentliches Element professioneller Sozialer Arbeit, die sich an den Menschenrechten orientiert. Wir diskutieren, was diese Entwicklungen für Disziplin und Profession Sozialer Arbeit sowie für das geschlechtergerechte wissenschaftliche Schreiben bedeuten. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 61 Ort: S 201a |
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Einsamkeit als Risikofaktor für soziale Teilhabe und Demokratieverbundenheit - Impulse für eine teilhabe- und vertrauensfördernde Beziehungsgestaltung in ausgewählten Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit Zusammenfassung Chronische Einsamkeit hat gesundheitliche (Holt-Lunstad et al. 2015) und gesellschaftliche Folgen (Schobin 2022). Junge Menschen mit Einsamkeitserfahrungen zeigen bspw. weniger Demokratieverbundenheit und empfinden geringere Kontrolle über ihr Leben (Das Progressive Zentrum et al. 2023, S. 39). Vereinsamung kann Vertrauen und Partizipation mindern (Schobin 2022, S. 10). Das Panel beleuchtet, wie Soziale Arbeit durch die Förderung von Selbstwirksamkeit, Vertrauen und Teilhabe zur Prävention von Demokratiefeindlichkeit beitragen kann. Beiträge des Symposiums Teilhabe- und vertrauensfördernde Beziehungsgestaltung im Kontext der Arbeitslosenhilfe Einsamkeit kann die Lebenswelten erwerbsloser Menschen prägen. Um sie beim (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, ist eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung entscheidend – insbesondere, um schamsensibel mit Vereinsamungsprozessen umzugehen. Der Beitrag zeigt anhand der Begleitforschung zum Modellprojekt Regionales Präventionszentrum Viersen, wie Einsamkeit die Lebenssituation arbeitsloser Menschen prägt und wie Fachkräfte durch Beziehungsgestaltung dazu beitragen können, sowohl soziale Teilhabe als auch gesundheitliche Stabilisierung zu fördern. Teilhabe- und vertrauensfördernde Beziehungsgestaltung im Kontext von Altenhilfe und Langzeitpflege Chronische Einsamkeit kann die Gesundheit und Lebensqualität signifikant beeinträchtigen. Im Vortrag werden aus pflegewissenschaftlicher und sozialarbeiterischer Perspektive Befunde eines Projektes diskutiert, das den Einsatz digitaler Kommunikationsmittel zur Reduktion von Einsamkeit bei Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Langzeitpflegeeinrichtungen untersucht. Hieraus werden Handlungsempfehlungen für die Langzeitpflege abgeleitet und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf die sozialarbeiterische Praxis zur Förderung von Teilhabe in der Altenhilfe reflektiert. Teilhabe- und vertrauensfördernde Beziehungsgestaltung im Kontext der Wohnungslosenhilfe Einsamkeit und soziale Isolation stellen zentrale Herausforderungen in der Wohnungslosenhilfe dar. Der Vortrag beleuchtet zunächst anhand sekundäranalytischer Befunde, wie Einsamkeit und soziale Isolation von wohnungslosen Menschen erlebt werden und welche psychosozialen Folgen damit einhergehen können. Im Anschluss werden professionstheoretische Fragen über das Selbstverständnis und die Handlungsmöglichkeiten Sozialer Arbeit aufgeworfen, und insbesondere Potenziale einer teilhabe- und vertrauensfördernden Beziehungsgestaltung im Kontext der Wohnungslosenhilfe diskutiert. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 62 Ort: S 201b |
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Panel der FG Internationale Soziale Arbeit: Autoritarismus und Widerstand – das Neue denken und leben Zusammenfassung Dem zunehmenden Autoritarismus wird Widerstand entgegengebracht, um anti-demokratische und anti-feministische Entwicklungen aufzuhalten. Darin werden Emanzipation und gesellschaftliche Neukonzeptionen utopisch vorgedacht und ausprobiert. Im Panel wird hierfür das Modell des Demokratischen Konföderalismus vorgestellt. Ausgehend von einer durch Ideen der Dissenting Social Work inspirierten Internationalen Sozialen Arbeit, werden Perspektiven aus der Kurdischen Freiheitsbewegung diskutiert, um Impulse für die Soziale Arbeit zu gewinnen. Beiträge des Symposiums Staatlicher Autoritarismus in der Türkei versus gesellschaftliche Selbstorganisation für die Lösung sozialer Probleme In der Türkei sind frauenfeindliche, anti-demokratische, despotisch-repressive Staatspraktiken weit etabliert. Gleichzeitig verfolgt die kurdische Bewegung den „Aufruf für Frieden und eine demokratischen Gesellschaft“, der Friedensverhandlungen und eine tiefe Demokratisierung im Sinne des Demokratischen Konföderalismus anstrebt. Frauenorganisationen führen diese Entwicklungen mit an. Ziel ist, Bedingungen zu verhandeln, die die Lösung sozialer Probleme durch eine starke selbstorganisierte Gesellschaft nach dem Prinzip der demokratischen Lösung ermöglicht und nicht dem Staat überläßt. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 63 Ort: S 202 |
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‚Politische Neutralität‘ als Instrument der Disziplinierung (auch) in der Sozialen Arbeit Zusammenfassung ‚Politische Neutralität' hat sich zu einem zentralen Kampfbegriff in bildungs- und sozialpolitischen Debatten entwickelt und fungiert hier als (potentielles) Einfallstor, um die Rolle freier Träger als Teil der Zivilgesellschaft für Prozesse der demokratischen Willensbildung zu diskreditieren. Während die Profession sich an ethisch-normativen Grundprinzipien wie Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit orientiert, suggerieren Neutralitätsanrufungen eine vermeintliche Verpflichtung zur inhaltlichen Indifferenz. Damit werden essentielle Grundlagen professionellen Handelns angegriffen. Beiträge des Symposiums Einfallstor „politische Neutralität“ – (Antidemokratische) Angriffe auf die Zivilgesellschaft Politische Neutralität erweist sich auch für Projekte im Kontext Sozialer Arbeit (Menschenrechte, politische Bildung etc.) zunehmend als scharfes Schwert gegen unliebsame Inhalte und Projektträger. Das Instrument kann letztlich dazu beitragen, professionelle Ansprüche und Wertvorstellungen zu reduzieren und damit die Professionalität infrage zu stellen. Umso wichtiger ist es verstehen, wie zu dieser Lage kommen konnte und was zu tun ist, neue Handlungsperspektiven zu entwickeln. Der Beitrag ordnet und analysiert aus politikwissenschaftlicher Perspektive die Hintergründe und Rahmenbedingungen. Weaponized Neutrality. Zur Prekarisierung professioneller Normativität durch Neutralitätsanrufungen in der Jugendarbeit Die wiederholte Anrufung von ‚Neutralität‘ muss als Herausforderung für sozialarbeiterische Professionalität und Autonomie betrachtet werden. Der Beitrag diskutiert unter Bezug auf empirische Ergebisse problemzentrierter Interviews mit Fachkräften der Jugendarbeit, welche Konfliktlinien sich hier ergeben: Neben Bestärkungseffekten werden deutlich auch Verunsicherungen ob der Anerkennung einer professionellen Norm von ‚Nicht-Neutralität' artikuliert, auch Affirmationen und Integrationen eines vermeintlichen ‚Neutralitätsgebotes' in das Professionsverständnis sind rekonstruierbar. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 64 Ort: S 203 |
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Panel der Sektion Klinische Sozialarbeit: Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend als Beitrag zur Demokratieförderung Zusammenfassung Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt richtet den Blick in die Vergangenheit, um Menschenrechtsverletzungen aufzuklären, Verantwortung für das Unrecht zu übernehmen und Erkenntnisse für Schutz- und Hilfeprozessen zu gewinnen. Wir möchten uns darüber austauschen, wie Aufarbeitungsprozesse dazu beitragen, marginalisierten Stimmen einen Raum zu geben und damit intersektionalen Ungleichheitsdimensionen entgegenzuwirken sowie eine offene demokratische Gesellschaft zu fördern. Es geht um eine Selbstverständigung anhand verschiedener Beispiele und ihre Bedeutung für die Profession und Disziplin. Beiträge des Symposiums Die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs und ihre Bedeutung für die Demokratieförderung Wie kann Aufarbeitung epistemischer Ungerechtigkeit entgegenwirken sowie demokratische Teilhabe und Würde für alle ermöglichen? Diesen Fragen soll am Beispiel der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs nachgegangen werden. Diese ruft alle Menschen auf, über erfahrene sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend zu berichten. Im Sinne epistemischer Gerechtigkeit sollen dabei vor allem auch Zielgruppen angesprochen werden, deren Stimmen sonst überhört werden. Forschungsprojekt: ehemalige Heimkinder im Alter Für viele Menschen, die in ihrer Kindheit Gewalt innerhalb autoritärer Strukturen erlebt haben, ist die Vorstellung im Alter erneut in Kontakt mit institutioneller Unterstützung kommen zu müssen, beängstigend. Der Beitrag fokussiert die subjektive Perspektive von ehemaligen Heimkindern, die Herausforderungen und Sorgen, die sie in Bezug auf Pflege im Alter berichteten und Wünsche im Hinblick auf eine gelungene Versorgung. Deutlich wird die Notwendigkeit von traumasensibler und bedürfnisorientierter Pflege. Diese benötigt und beinhaltet zugleich einen Beitrag zu gesellschaftlicher Aufarbeitung. Die Debatte um „Missbrauch mit dem Missbrauch“ als (Strategie des) Antifeminismus Der Aufbau einer Versorgungsstruktur für Betroffene sexualisierter Gewalt und ihren Angehörigen in den 1980er und 1990er Jahren wurde mit einer Gegenbewegung konfrontiert, die vor allem die feministischen Akteur*innen und ihre konzeptionellen Anliegen attackierte. Die Debatte wird mit der Bezeichnung „Missbrauch mit dem Missbrauch“ markiert. Der Beitrag beleuchtet die Auseinandersetzung um sexualisierte Gewalt in dieser Phase und fragt nach den Facetten des Antifeminismus, die darin wirkmächtig werden konnten, sichtbar geworden sind oder im Nachgang als solche Strategien erfasst werden können. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 65 Ort: S 204 |
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Praxis als Positionierung. Eine gemeinsame Spurensuche zum Praxisverständnis in der Sozialen Arbeit. Zusammenfassung Das Panel lädt dazu ein, Praxis als gemeinsame Spurensuche in der Sozialen Arbeit zu erkunden. Ausgangspunkt ist das im Band „Ein Glossar zum Praxisverständnis Sozialer Arbeit“ versammelte Nachdenken über Praxis als Form der Positionierung. In dialogischen Beiträgen werden unterschiedliche Zugänge zu Praxis als Handeln, Erfahrung und Lernen vorgestellt, reflektiert und gemeinsam diskutiert, wie Praxis in aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen wirksam wird, Handlungsspielräume eröffnet und zur aktiven Mitgestaltung anregt. Beiträge des Symposiums Praxis als gemeinsame Spurensuche In einem ersten Schritt wollen wir als Herausgeber:innen des Bandes und Sprecher:innen der Fachgruppe aufzeigen, wie sich die gemeinsame Spurensuche nach unterschiedlichen Praxisverständnissen Sozialer Arbeit bisher gestaltet hat. Der Fokus liegt einerseits auf der theoretischen Rahmung dieser Spurensuche und andererseits auf der Vielfalt wie auch den Verbindungen der erarbeiteten Praxisverständnisse. Im Mittelpunkt steht dabei das Verständnis von Praxis als Positionierung – als theoretische wie praktische Herausforderung. Praxis als Geschehen, Erfahrung, Handeln und Lernen Im zweiten Schritt werden die unterschiedlichen im Band versammelten Praxisverständnisse in den Blick genommen. In einem dialogischen Format eröffnen die Autor:innen(gruppen) ihre jeweiligen Zugänge und Verständnisse von Praxis als Geschehen, als Erfahrung, als Handeln und als Lernen. Dabei entsteht Raum für den Austausch über Verbindungen und Unterschiede der Perspektiven – auch im Hinblick darauf, inwiefern sich darin Formen von Positionierung in Theorie und Praxis zeigen. Praxis als Positionierung Im dritten Schritt richten wir den Blick auf die Frage, wie Praxis als Form der Positionierung in gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen wirksam wird. Diskutiert wird, wie Professionelle und Institutionen Sozialer Arbeit auf autoritäre Verschiebungen des Sozialen und demokratiefeindliche Entwicklungen reagieren – und welche Handlungsspielräume sich für eine demokratische und widerständige Praxis eröffnen. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 66 Ort: S 301 |
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Die Bedeutung von Geschlecht für extrem rechte Agitation in Forschung und Praxis Sozialer Arbeit Zusammenfassung In den letzten Jahrzehnten kann zunehmend beobachtet werden, dass Geschlechterthemen für extrem rechte Agitation – auch im Kontext Sozialer Arbeit – bedeutsamer werden. In diesem Panel werden einführend Herausforderungen vorgestellt mit denen Soziale Arbeit im Rahmen von Forschung und Praxis konfrontiert wird. Es soll dann anhand des Praxisfeldes Frauenhausarbeit genauer auf die Dynamiken eingegangen werden, welche sich daraus ergeben. Beiträge des Symposiums Gegenwärtige Herausforderungen im Kontext von Rechtsextremismus, Sozialer Arbeit und Geschlecht Ausgehend von der gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung der Gleichzeitigkeit von Retraditionalisierungstendenzen in Geschlechterverständnis und den (feministische) Bemühungen, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen und weiterzuentwickeln, soll in diesem Beitrag auf die Bedeutung von Geschlecht in der extremen Rechten eingegangen werden und in welcher Weise und mit welchen Auswirkungen die gesellschaftliche Situation genutzt wird. Konsequenzen und Herausforderungen die sich daraus für (eine vielfaltsbewusste) Soziale Arbeit ergeben werden vorgestellt. Von Angriff bis Zusammenarbeit – Frauenhäuser im Fokus (extrem) rechter Diskurse In ihrem Streben nach kultureller Hegemonie nutzt die (extreme) Rechte auch gezielt Themen der Sozialen Arbeit als Schauplatz der Ausdeutung von Wirklichkeit. Unterschiedliche Arbeitsfelder sind in je spezifischer Weise von Delegitimierungs- und/oder Ausdeutungsversuchen betroffen. Dieser Beitrag beschäftigt sich beispielhaft mit den vielfältigen (extrem) rechten Diskursen rund um Frauenhausarbeit. Diese ist nicht ausschließlich Ziel antifeministischer Angriffe. Verknüpft mit ethnosexistischen und transfeindlichen Positionen lassen sich auch Vereinnahmungen und gar Schulterschlüsse beobachten. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 67 Ort: S 302 |
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Neuere Entwicklungen des Promotionsrechts an HAWen in Deutschland – wo stehen wir, was brauchen wir? Zusammenfassung In einzelnen Bundesländern wurde HAWen das Promotionsrecht in unterschiedlicher Ausgestaltung zugesprochen. Im Rahmen des Panels der Fachgruppe Promotionsförderung soll anhand von Erfahrungen in den Bundesländern Bayern und Berlin Umsetzungen des Promotionsrechts an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften reflektiert werden. Nach zwei Inputvorträgen werden an drei Thementischen mögliche Schritte und Forderungen aus Sicht unterschiedlicher Stakeholder (Doktorand*innen, Disziplin und Institutionen) diskutiert, um diese in den künftigen strategischen Diskurs innerhalb der DGSA zu integrieren. Beiträge des Symposiums Das Promotionsrecht für Berliner HAWen ist (derzeit) unbrauchbar – Anmerkungen (nicht nur) aus sozialarbeitswissenschaftlicher Perspektive Gegenwärtig wird bundesweit das Promotionsrecht für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften diskutiert und in einzelnen Bundesländern wie Hessen, Nordrhein-Westfahlen, Sachsen-Anhalt u.a. bereits umgesetzt. In Berlin wurde am 10.04.2025 durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege eine Rechtsverordnung erlassen, die vorsieht, dass an forschungsstarken HAWen Promotionszentren eingerichtet werden können. Mit der Ausgestaltung dieser Rechtsverordnung gehen jedoch mehrere Probleme einher, die im Rahmen des Panels dargestellt und in ihren Konsequenzen erörtert werden sollen. Promovieren in der Sozialen Arbeit – Über den Aufbau eines Promotionszentrums Mit dem Aufbau des gemeinsamen Promotionszentrums „Sozial- und gesundheitswissenschaftliche Gestaltung von Transformationsprozessen“ der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (Hochschule) in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften München (HM) und der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (OHM) soll zukünftig Promovierenden ein geeignetes wissenschaftliches Umfeld angeboten werden, um an einer HAW eigenständig zu forschen und einen Doktorgrad zu erwerben. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 68 Ort: Z E34 |
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Klimaschutzbehinderung und Klima(un)gerechtigkeit – Transformationsimpulse für die Soziale Arbeit Zusammenfassung Das Panel gibt Einblick in Formen der Klimaschutzbehinderung – insbesondere von Rechtsaußen – und zeigt anhand der Wärmewende Konfliktpotenziale zwischen ökologischer Transformation und sozialer Gerechtigkeit. Wissen um diese Hindernisse ist zentral, um die Transformation im Sozialsektor zu fördern. Was Soziale Arbeit tut und tun kann, wird an Best-Practice-Beispielen aus Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie der Hochschullehre zum Thema Klimagerechtigkeit und Wasser nachgezeichnet. Beiträge des Symposiums Behinderungen von Klimaschutz – ein Thema für die Soziale Arbeit Der Vortrag gibt einen Überblick über Phänomene und Ausprägungen von Klimaschutzbehinderung (Climate Obstruction), wobei neben offensiver Klimawandelleugnung auch subtilere Formen in den Blick kommen. Zudem rückt er antiklimapolitische Bedrohungsnarrative und moralisch entlastende Argumentationsgänge in den Fokus, wie sie insbesondere Rechtsaußen-Akteur*innen verbreiten. Der gesellschaftliche Rechtsdrift betrifft auch die Soziale Arbeit. Möchte sie selbst zum Klimaschutz beitragen, benötigt sie Fachwissen über Klimaschutzbehinderungen und ein Sensorium für antiklimapolitische Narrative. Sozial (un)gerechter Klimaschutz und gesellschaftliche Folgen In Deutschland verursacht der Gebäudesektor rund ein Drittel der CO₂-Emissionen. Sanierungen und effiziente Heizsysteme gelten daher als wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen. Von Förderinstrumenten profitieren jedoch meist Menschen mit Wohneigentum. Mietende hingegen müssen steigende Nebenkosten größtenteils ohne Subventionierungen bewältigen, was zu Ungerechtigkeitsempfinden führen kann. Im Vortrag wird anhand der Wärmewende aufgezeigt, wie soziale Ungleichheit sicht- und erlebbar wird und diskutiert als sozialarbeiterische Frage im Kontext gesellschaftlicher Nachhaltigkeitstransformation. Transformationsimpulse aus der Praxis der Sozialen Arbeit Der Vortrag stellt Best Practice Beispiele für klimagerechte Transformation aus der Kinder- und Jugendhilfe vor, die über qualitative Interviews mit Leitungskräften erfasst wurden. Neben den fachlichen Begründungen für die Verantwortung der Jugendhilfe für Klimaschutz werden die Handlungsspielräume sozialer Einrichtungen in Bezug auf die Ebenen Strukturen, pädagogisches Handeln und politisches Mandat aufgezeigt. Deutlich wird, dass die Veränderungen viele positive Effekte haben und dass für die Umsetzung die Fähigkeit von Sozialarbeitenden zu transformativem Handeln zentral ist. Teaching climate justice - Didaktische Überlegungen zu transformativen Lehr-Lern-Settings am Beispiel Wasser und Soziale Arbeit Der Vortrag zeichnet am Beispiel eines Seminars zum Thema Wasser und Soziale Arbeit didaktisch-konzeptionelle Überlegungen zu transformativen Lehr-Lern-Settings in Hochschulen zum Themenbereich sozial-ökologische Transformationen, Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit nach. Im Seminar wurden u.a. posthumanistische, intersektional-feministische Perspektiven auf Wasser gelehrt; Studierende reflektierten im Rahmen eigener ethnographischer Forschungsprojekte sowie weiterer ästhetischer Methoden körperlich-leiblichen Erfahrungen mit Wasser als bedeutender mehr-als-menschlicher Akteur. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 69 Ort: Z E33 Chair der Sitzung: Francis Seeck, TH Nürnberg / Fakultät Sozialwissenschaften, Deutschland |
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Ausschluss durch Struktur: Wissenschaftliche Exklusion und autoritäre Dynamiken im Promotionssystem – Eine autoethnografisch fundierte Analyse OTH Regensburg, Deutschland Zusammenfassung Anhand einer autoethnografischen Fallanalyse wird aufgezeigt, wie autoritäre Dynamiken im Wissenschaftssystem zur Exklusion behinderter Promovierender führen. Der Beitrag diskutiert Machtasymmetrien, strukturelle Diskriminierung und institutionelles Versagen im Umgang mit Gleichstellungsrechten und fragt nach der Verantwortung der Sozialen Arbeit, solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Er versteht sich als Plädoyer für eine demokratische und menschenrechtsbasierte Wissenschaftspraxis. Symbolik statt Struktur? Gleichstellung in der Promotionsförderung an HAWs am Beispiel Soziale Arbeit HAWK Hildesheim, Deutschland Zusammenfassung Der Beitrag untersucht, wie autoritäre Diskursverschiebungen („Anti-Gender“, Leistungsrhetorik) Gleichstellung in der Promotionsförderung an HAWs entkoppeln. Auf Basis einer Dokumentenanalyse und sieben Expert:inneninterviews (Promotionsförderung/Organisationsentwicklung; Gleichstellung) werden informelle, selektive Routinen rekonstruiert, die Geschlecht hinter „Passung“, Verfügbarkeit und Klasse verbergen. Diskutiert werden strukturelle Hebel (kriteriengeleitete Auswahl, Monitoring, neutrale Schnittstellen, geteilte Governance), um symbolische Politik in verbindliche Praxis zu überführen. Herrmann Nohl - der Prinz der nationalsozialistischen Professionellen Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Deutschland Zusammenfassung H. Nohl wird unter dem Aspekt der Profession und Disziplin mit N. Machiavelli und W. Dilthey verglichen. Nohls Professionsverständnis wird in Bezug auf Politik mit Machiavellis Prinz bewertet. Machiavellis Werk dient dem Volke, während Nohl sich selbst dem Führerdienst unterstellt. In der Disziplindimension geht es um die Komplexitätsgrad der Schriften. Nohls Arbeit ist mit seiner Orientierung an „Deutsche“ durch Vereinfachung und Diltheys Erkenntnissinteresse durch Vielschichtigkeit gekennzeichnet. Alle Drei leben in einer Transformationsphase, Nohl alleine ist aber ein Rückstand im Schreck. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 70 Ort: S E01 |
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Demokratische Gegenwehr - Selbstorganisierte Initiativen nach rassistischen Anschlägen in Zeiten autoritärer Normalisierung Zusammenfassung Das Panel zeigt, wie selbstorganisierte Initiativen in Handlungsfeldern Sozialer Arbeit auf autoritäre Verschiebungen reagieren - als demokratische Gegenmacht. 180 Grad Wende (Keupstraße/Köln), Mevlüde-Genç-Stiftung (Solingen) und Bildungsinitiative Ferhat Unvar (Hanau) dokumentieren Erfahrungen über drei Jahrzehnte. Migration bleibt als "Arena der Ungleichheit" (Mau et al. 2023) umkämpft. IDA-NRW co-moderiert und fragt: Welche Expertise entwickeln die Initiativen? Wie begegnen sie autoritären Verschiebungen? Welche Impulse geben sie für Soziale Arbeit? Was kann die Profession lernen? Beiträge des Symposiums Empowerment als Gegenstrategie - 180 Grad Wende nach der Keupstraße 180 Grad Wende entstand 2012 in Köln als Reaktion auf Jugendproteste und wurde zu einer bundesweiten Graswurzelbewegung. Der Verein arbeitet mit vier Säulen: Begegnen (kultursensible Beratung), Bestärken (Empowerment), Bilden (Qualifizierung) und Aktivieren (Demokratieförderung). Zielgruppe sind marginalisierte Jugendliche in urbanen Räumen. Der Beitrag fragt: Warum reicht klassische Beratung bei struktureller Diskriminierung nicht? Welche Rolle spielt eigene Betroffenheit? Wie lassen sich Empowerment und Demokratie fördern, wo Institutionen versagen? Über 30 Jahre Erinnerung und Versöhnung - Die Mevlüde-Genç-Stiftung zwischen Gedenken und aktuellen Kämpfen Der Verein Mevlüde Genç e.V. wurde 2023 von Überlebenden des Solinger Brandanschlags 1993 gegründet. Er verbreitet Mevlüde Genç' Botschaft von Versöhnung durch Bildungs- und Erinnerungsarbeit, organisiert Gedenkveranstaltungen und vernetzt sich mit Betroffenen rassistischer Gewalt. Kernprojekt ist der Wiederaufbau des zerstörten Hauses als Gedenk- und Begegnungsort. Der Beitrag fragt: Wie wird aus Schmerz gesellschaftliches Engagement? Welche Bedeutung hat Erinnerung gegen "Schlussstrich"-Forderungen? Welche Kontinuitäten rassistischer Gewalt zeigen sich? Welche Rolle spielt Soziale Arbeit? Peer-to-Peer gegen Rassismus - Die Bildungsinitiative Ferhat Unvar als demokratische Antwort auf Hanau Die Bildungsinitiative Ferhat Unvar entstand nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau 2020. Mit einem Peer-to-Peer-Ansatz führen junge Demokratie-Trainer:innen bundesweit Antidiskriminierungs-Workshops durch. In Zeiten rechtspopulistischer Angriffe auf Bildungsarbeit wird dies zu demokratischer Gegenwehr. Der Beitrag fragt: Welche Expertise entwickeln Betroffene? Was macht Peer-to-Peer wirksam? Wo sind institutionelle Hürden? Welche blinden Flecken der Sozialen Arbeit werden sichtbar? |
| 13:15 - 14:45 | Panel 71 Ort: S 101 Chair der Sitzung: Julia Franz, Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschland |
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Ein sozioanalytischer Blick zurück nach vorn. Forschungen zum Verhältnis von Biographie und Kollektivgeschichte im Kontext autoritärer Verschiebungen des Sozialen Universität Trier, Deutschland Zusammenfassung In meinem Beitrag möchte ich eine sozioanalytische Perspektive auf zwei biographische Erfahrungen mit rechtsextremen Entwicklungen einnehmen, um darüber demokratiefeindliche und autoritäre Verschiebungen des Sozialen zu thematisieren. Dabei handelt es sich um zwei Erfahrungsdokumente, die zunächst eingeführt und dann aufeinander bezogen werden: Die Jugendarbeit in Ostdeutschland in den 1990er Jahren und ein rechtsextremer „Überfall“ auf eine digitale Podiumsdiskussion im Wissenschaftskontext im Jahr 2022. Auf dieser Basis wird eine sozioanalytische Biographiearbeit entwickelt. Die Profession im Kontext autoritärer Verhältnisse - Probleme und Chancen Sozialer Arbeit Katholische Hochschule NRW, Deutschland Zusammenfassung Der Vortrag fragt: 1) Wie lässt sich die autoritäre Verschiebung erklären? Mit dem Konzept der Regression zeigen wir, dass die Polykrise ein Problem zweiter Ordnung darstellt, dass Problemlösungsfähigkeit schwächt und autoritäre Antworten begünstigt. 2) Welche Antworten kann Soziale Arbeit geben, die nicht am Menschenrechtsprimat festhält, da dieses an einer staatlichen Logik orientiert ist. Wir plädieren stattdessen für eine Basis-Organisierung materieller Interessen im breiten Bündnis mit verschiedenen Gruppen. Grenzen der Neutralität. Zur spezifischen Stellung der Sozialen Arbeit innerhalb der Sozialwissenschaften TU Darmstadt, Institut für Philosophie, Deutschland Zusammenfassung Die Angriffe der AfD auf herrschaftskritische Ansätze in den Sozialwissenschaften bringen regelmäßig einen Begriff ins Spiel, der unser Verständnis von Wissenschaft prägt: Neutralität. Ausgehend von Webers Grundlagenreflexion der Soziologie soll der Vortrag die Debatte über Wertneutralität in den Sozialwissenschaften rekonstruieren und dabei die spezifische Stellung der Sozialen Arbeit als einer normativen, d.h. nicht-wertneutralen Theorie- und Praxisform herausstellen. Zuletzt werden Handlungsvorschläge für den Umgang der Sozialen Arbeit mit gegenwärtigen autoritären Angriffen formuliert. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 72 Ort: V2 |
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Queere Soziale Arbeit zwischen (Anti-)Diskriminierung und Gerechtigkeit in Zeiten autoritärer Verschiebungen des Sozialen Zusammenfassung Im Anschluss an die Diskriminierung queerer Lebensweisen und Lebenswelten lassen sich 1) theoretisch fundierte Reflexionen Sozialer Arbeit identifizieren, die Projekte des Widerstands gegen jene Diskriminierungen organisieren. 2) reproduziert Soziale Arbeit gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse, was im Kampf um soziale Gerechtigkeit zu Ambivalenzen führt. Im Kontext aktueller autoritärer Verschiebungen sieht sich Soziale Arbeit 3) mit grundsätzlichen Delegitimierungen konfrontiert. Beiträge des Symposiums Queere Geflüchtete zwischen überlebensstrategischer Resilienz und intersektionaler Vulnerabilität Der besondere Fokus des einführenden Vortrags liegt auf ethischen und methodologischen Reflexionen partizipativer Forschung mit Queeren Geflüchteten in Berlin. Anschließend werden forschungsethische Fragen am Beispiel eines laufenden empirischen Forschungsprojekts kritisch reflektiert. Die abschließende Diskussion bietet Raum für Fragen und Möglichkeiten des Austausches im Sinne eines kritischen Denk- und Diskursraumes. Strategien der Delegitimierung trans*bezogener Sozialer Arbeit im Kontext aktueller autoritär-rechter Verschiebungen Im Kontext der aktuellen autoritär-rechten Verschiebung von Kräfteverhältnissen gewinnen transfeindliche Narrative und Strategien deutlich an Einfluss. Trans*bezogene Ansätze und Angebote Sozialer Arbeit, die in Reaktion auf Ausschließungs- und Diskriminierungsverhältnisse entwickelt wurden, sind im Zuge dessen zunehmend von delegitimierenden Angriffen bedroht – sowohl von ‚außen‘ als auch (sporadisch) durch explizit transfeindliche Positionen und Bezüge innerhalb von Fachdiskursen Sozialer Arbeit. Diese Entwicklung soll im Vortrag skizziert und an einem Beispiel diskutiert werden. Queer als Reflexionskategorie für eine kritische Antidiskriminierungsarbeit am Beispiel der Aidshilfe-Arbeit HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung stehen für einen spannungsreichen Diskurs sowie für Kämpfe um Deutungshoheiten, Zugehörigkeiten und Ausschließungsprozesse. Im Vortrag wird die Entstehungsgeschichte von Aidshilfe-Bewegung sowie der Aidshilfe-Arbeit rekonstruiert, um daran anschließend queertheoretisch Möglichkeiten nicht essentialistischer, kritischer Antidiskriminierungsarbeit darzustellen und für eine Diskussion fruchtbar zu machen. |
| 13:15 - 14:45 | Panel 73 Ort: V1 |
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Politische Bildung in der Sozialen Arbeit: Potenziale zur Stärkung der Demokratie in Disziplin, Profession und Studium Zusammenfassung Zu den in der Sozialen Arbeit vielfach diskutierten Antworten bzw. Strategien auf die im CfP genannten Herausforderungen gehört politische Bildung. Im Überblick zeigt sich, dass sowohl die Gegenstandsbestimmung im Spiegel konkurrierender Ansätze als auch die Verständigung über Professionalität in diesem Kontext andauern. Hinzu kommt der Befund aus Modulhandbuchanalysen, dass politische Bildung im Studium kaum curricular verankert ist. Vor diesem Hintergrund werden Potenziale politischer Bildung in der Sozialen Arbeit zur Stärkung der Demokratie in Disziplin, Profession und Studium beleuchtet. Beiträge des Symposiums Soziale Arbeit als politische Bildung: historische und aktuelle Perspektiven aus der Disziplin Angesichts der Debatten um eine „Krise der Demokratie“ ist politische Bildung in den Fokus der Sozialen Arbeit gerückt. Was unter politischer Bildung zu verstehen ist, scheint dabei keineswegs geklärt. So werden aktuell vor allem Konzepte von Demokratiebildung und Demokratieförderung, aber auch Perspektiven kritischer politischer Bildung diskutiert. Der Panelbeitrag greift historische und aktuelle Ansätze Sozialer Arbeit als politische Bildung auf und zeigt in diesem Zusammenhang, wie kritisch-emanzipatorische mit sicherheits- und präventionslogisch angelegten Positionen konkurrieren. Soziale Arbeit auf dem Weg zu einer politisch bildenden Profession: Fragestellungen und Anknüpfungspunkte Der Diskurs um die Soziale Arbeit als Ort politisch bildender Praxis wirft Fragen im Hinblick auf die Professionsentwicklung auf: Ist Soziale Arbeit als Profession überhaupt für politische Bildung zuständig? Und über welche Kompetenzen verfügen Sozialarbeiter:innen bzw. Sozialpädagog:innen im Hinblick auf diese Aufgabe? Gibt es Handlungs -und Arbeitsfelder Sozialer Arbeit, die für politische Bildung besonders (un-)geeignet sind? Soziale Arbeit (auch) als eine politisch bildende Profession zu verstehen, impliziert die Klärung des institutionellen und organisatorischen Rahmens. Politische Bildung im Studium der Sozialen Arbeit: Analysen und Bedarfe Damit Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen durch politische Bildung einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie leisten können, müssen sie selbstredend über das notwendige Wissen und Können verfügen. Aktuelle Untersuchungen belegen jedoch, dass politische Bildung kaum im Studium der Sozialen Arbeit curricular verankert ist. Dem Selbstverständnis in Disziplin und Profession steht also ein Bedarf an Qualifizierung gegenüber. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Panelbeitrag Überlegungen zu einer solchen Verankerung sowie zur (Weiter-)Entwicklung (fach-)didaktischer Ansätze angestellt. |
| 14:45 | Tagungsende: Tagungsende |
| 15:00 - 16:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe Klimagerechtigkeit und sozialökologische Transformation in der Sozialen Arbeit Ort: S 104 |
| 15:00 - 16:30 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe Teilhabe und Inklusion Ort: S 102 |
| 15:00 - 17:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe Adressat*innen, Nutzer*innen und (Nicht)Nutzung Sozialer Arbeit Ort: S 304 |
| 15:00 - 17:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe Menschen- und Kinderrechte Ort: S 201a |
| 15:00 - 17:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe Migraas Ort: S 203 |
| 15:00 - 17:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe Soziale Arbeit in der Lehre Ort: S 204 |
| 15:00 - 17:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Sektion Forschung Ort: S 202 |
| 15:00 - 17:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Sektion Politik Sozialer Arbeit Ort: S E02 |
| 15:00 - 18:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Fachgruppe netzwerkAGsozialearbeit Ort: S 103 |
| 15:00 - 18:00 | Von Sektionen/Fachgruppen selbst organisierte Treffen nach der Tagung: Sektion Gemeinwesenarbeit Ort: S E03 |