
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit - DGSA 2026
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach - 24./25.4.2026
Vorkonferenz für Promovierende am 23./24.4.2026
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Panel 35
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Wie demokratisch ist der Wohlfahrts-Korporatismus? Zusammenfassung In (neo-)korporatistischen Systemen werden organisierte Interessen über institutionalisierte Aushandlungsprozesse an politischen Entscheidungen regelhaft beteiligt. Wohlfahrtsverbände können so an sozialpolitischen Reformprozessen mitwirken. Die Machtposition der Wohlfahrtsverbände ist jedoch historisch kontingent und es ist fraglich, ob sie tatsächlich im Sinne eines politischen Mandats als Interessenvertretung für marginalisierte Gruppen agieren. Hinterfragt werden soll auch, inwiefern die Anliegen von Klient*innen und Sozialarbeiter*innen an der Basis innerverbandlich Gehör finden. Beiträge des Symposiums Korporatismus und Autoritarismus Der Wortursprung des Korporatismus (lat. corpus = Körper) deutet bereits an, dass das Konzept ambivalent zu bewerten ist. Auf der einen Seite ist es Ausdruck eines komplexen Institutionensettings im entwickelten Sozialstaat, das unterschiedlich enge Formen der Einbindung kennt und insofern flexibel hinsichtlich der Praxis institutioneller Inklusion ist. Auf der anderen Seite ist der Korporatismus Manifestation des exklusiven Autoritatismus und insofern als demokratiegefährdend anzusehen. Beide Aspekte werden im Vortrag skizziert und hinsichtlich aktueller Erfordernisse bewertet. Lobbying als demokratische Interessenvertretung? Lobbying scheint für Wohlfahrtsverbände unter den Bedingungen von Ökonomisierung, Pluralisierung und Mediatisierung die naheliegende Strategie der Vertretung und Durchsetzung von Interessen. Lobbying steht aber auch unter dem Verdacht, Partikularinteressen zu fördern, der Gemeinwohlorientierung zu schaden, das demokratische Gleichheitsprinzip zu untergraben, intransparent und partizipationsfeindlich zu sein. Der Vortrag erörtert Notwendigkeit und Chancen professionellen Lobbyings durch die Wohlfahrtsverbände und versucht das demokratische Potential des Soziallobbyings herauszuarbeiten. Korporatistische Policy Practice Die Debatte um „policy practice“ in der Sozialen Arbeit fokussiert meist auf individuelles politisches Handeln. Dieser Beitrag betont die Rolle kollektiver Akteure, insbesondere von Wohlfahrtsverbänden, die stellvertretend für individuelle Sozialarbeiter*innen politisch agieren. Auf Basis des Projekts DemSoz zeigen wir, wie Wohlfahrtsverbände im Zusammenspiel mit Sozialarbeiter*innen an der Basis Interessen armutsbetroffener Menschen in Reformprozessen vertreten. Unsere Analyse macht deutlich, dass Wohlfahrtsverbände als politische Akteure bisher unterschätzt wurden. | ||