
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit - DGSA 2026
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach - 24./25.4.2026
Vorkonferenz für Promovierende am 23./24.4.2026
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Panel 10
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Transformation denken zwischen Menschenrechten und planetaren Grenzen – Normative Orientierungen Sozialer Arbeit in autoritären Zeiten. Ein gemeinsames Panel der DGSA-Sektion Theorie- und Wissenschaftsentwicklung sowie der Fachgruppen Ethik und Soziale Arbeit und Klimagerechtigkeit und sozial-ökologische Transformation. Zusammenfassung Im Panel wird in verschiedenen Impulsvorträgen zunächst skizziert, warum soziale und ökologische Problemlagen im Zusammenhang verstanden und transformativ bearbeitet werden müssen (Ingo Stamm, Martin Schneider). Zur Frage steht dann im Anschluss, ob und wie Soziale Arbeit auf handlungstheoretischer (Stefan Borrmann), organisationaler (Barbara Schramkowski) und auch curricularer Ebene (Lisa Dörfler) auf die vielfältigen Herausforderungen, die damit einhergehen, vorbereitet ist. Der zweite Teil des Panels ist diskursiv angelegt und dient dem vertiefenden Austausch unter allen Teilnehmer*innen. Beiträge des Symposiums Planetar denken und frei sein. Welche Konsequenzen hat die Transformation des räumlichen und zeitlichen Weltverhältnisses für die Soziale Arbeit? Der Beitrag untersucht, wie das Konzept des Anthropozäns und das daraus hervorgehende planetarische Denken die Ethik der Sozialen Arbeit herausfordern. Aufbauend auf Ansätzen von Bruno Latour, Dipesch Chakrabarty und Eva von Redecker wird argumentiert, dass planetare Grenzen als empirische Normativitäten verstanden werden können. Daraus ergeben sich zentrale Fragen für die Soziale Arbeit: Wie lassen sich menschenrechtliche Normen durch ökologische Leitplanken ergänzen, das Donut-Modell (Kate Raworth) praktisch umsetzen und Beiträge zu einem transformierten Freiheitsverständnis leisten? Die Bedeutung des Konzepts Planetary Health für die Soziale Arbeit Das Konzept Planetary Health zeigt auf, wie die menschliche Gesundheit von der Gesundheit der Ökosysteme abhängt und betont ökologische Nachhaltigkeit als Grundlage für Menschenrechte. Es steht in Verbindung mit internationalen Ansätzen wie Planetary Well-Being oder Sustainable Well-Being. Für die Soziale Arbeit ergeben sich zentrale ethische Fragen: Wie kann sie ihre Verantwortung angesichts globaler Umweltkrisen wahrnehmen und den Schutz der Umwelt sowie zukünftiger Generationen sichern? Der Vortrag skizziert das Konzept und seine Bedeutung für die Soziale Arbeit in Grundzügen. Menschenrechte im Post-Anthropozän: Muss die normative Orientierung Sozialer Arbeit neu gedacht werden? Soziale Arbeit beruft sich seit den 1990er Jahren auf Menschenrechte als normative Grundlage. Diese Orientierung wird durch neue Mensch-Natur-Relationen (Posthumanismus, Post-Anthropozentrismus, neuer Materialismus) sowie durch die Ausweitung auf Umwelt- und Kollektivrechte herausgefordert. Der Input skizziert diese Entwicklungen und fragt, welche normativen Rahmen unter den Bedingungen autoritärer Verschiebungen in westlichen Demokratien weiterhin tragfähig begründet werden können. Implementierung ökologischer Menschenrechte: Best Practice Beispiele aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe Die ökologische Krise hat Umwelt- und Klimaschutz als Aufgaben des Sozialsektors in den Fokus gerückt und damit auch seine Verantwortung für Transformation. Best Practice aus Einrichtungen der Jugendhilfe, die über qualitative Interviews erfasst wurden, visualisieren ihre Handlungsspielräume auf verschiedenen Ebenen. Dabei wird das Engagement seitens der Einrichtungen mit dem anwaltschaftlichen Mandat für Kinderrechte begründet. Bedeutsam für den Transformationsprozess sind u.a. Fähigkeiten von Fachkräften transformativ zu denken und die positiven Folgen der Transformation zu fokussieren. Ökologische Transformationen als Impuls für die Curricula der Sozialen Arbeit Die ökologischen Krisen verändern die Praxis Sozialer Arbeit. Deshalb müssen angehende Sozialarbeitende bereits im Studium für die gesundheitlichen und sozialen Folgen der Krisen sowie die Notwendigkeit der Transformation der Einrichtungen und Organisationen sensibilisiert werden und entsprechendes Handlungswissen vermittelt bekommen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) fordert deshalb in einem offenen Brief an die Hochschulen Sozialer Arbeit im Sommer 2025, ökologische Aspekte stärker in die Curricula zu verankern, um Studierende gut auf die Praxis vorzubereiten. | ||