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Sitzung
Sonderveranstaltung: Soziologie als Beruf – zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Prekarität
Zeit:
Donnerstag, 29.09.2022:
19:00 - 20:45

Ort: UHG H7


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Präsentationen

Sonderveranstaltung: Soziologie als Beruf – zwischen gesellschaftlicher Relevanz und Prekarität

Sabine Johannsen1, Kristina Eichhorn2, Martina Franzen3, Klaus Dörre4, Andreas Hense5, Tilman Reitz4

1Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur; 2Universität Stuttgart; 3Kulturwissenschaftliches Institut Essen; 4Universität Jena; 5Universität Göttingen

In den letzten beiden Jahren überstürzen sich die Ereignisse: zunächst der menschengemachte Klima-wandel und die dadurch und durch politische und ökonomische Ereignisse verursachte Flucht, Vertrei-bung und Migration, dann die Pandemie und jetzt der Krieg in der Ukraine stellen die bundesdeutsche Gesellschaft auf vielfältige Weise vor neue Herausforderungen und neue Lagen – etwa eine vorher un-gekannte Wissenschaftsfeindlichkeit. In dieser Lage der inner- und außergesellschaftlichen Krisen und der durch sie mit erzeugten politischen und gesellschaftlichen Kontroversen und Spaltungen wird die Relevanz der Soziologie dringlich, gemeinsam mit den Nachbardisziplinen wie der Politikwissenschaft oder auch der Anthropologie. Für Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Politik verfügen So-ziolog_innen über umfassende theoretische, empirische und methodologische Wissensstände, die nicht zuletzt auch für all jene Veränderungen hilfreich und dringlich sind, die unter den Begriffen der Globali-sierung, Digitalisierung oder Ökonomisierung und deren Krisen diskutiert werden.

Zugleich beschäftigt die bundesdeutsche Wissenschaftspolitik seit Jahren die prekäre Lage des Mittel-baus an den Hochschulen. So haben verschiedene Wissenschaftsverbände, auch die DGS, die Abschaf-fung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes gefordert. Als zu lösende Probleme werden die steigende Befristungsquote, kürzer werdende Vertragslaufzeiten und die damit verbundene berufliche Ungewiss-heit wahrgenommen. Einen Höhepunkt in dieser Debatte stellt die Twitter-Initiative #ichbinhanna dar, die seit Sommer 2021 breite Aufmerksamkeit erzeugt und auch zu einer Publikation bei Suhrkamp ge-führt hat. Ebenso zu nennen sind die parallelen Invektiven der Gewerkschaft Erziehung und Wissen-schaft (GEW).

„Soziologie als Beruf“ steht für diesen Widerspruch zwischen den unsicheren und unkalkulierbaren Be-schäftigungsverhältnissen der Mehrheit der Soziolog_innen einerseits, und der Dringlichkeit soziologi-scher Expertise und Forschung für Gesellschaft und Politik andererseits.

Wir möchten in der Veranstaltung eine Debatte führen, die verschiedene Positionen konstruktiv zusam-menführt: eine Vertreterin der Wissenschaftspolitik, eine der prominentesten Vorkämpferinnen für bessere Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft und eine Wissenschaftssoziologin, die einen distanzierenden, auch europäisch vergleichenden Blick auf diese Spannungslage



 
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