Veranstaltungsprogramm
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WS 01: Wissenstransfer als Demokratieförderung – Einführung und Formatwerkstatt unter besonderer Berücksichtigung von Wertekonflikten
Der Workshop vermittelt Grundlagen des Wissenstransfers und entwickelt in interaktiven Arbeitsphasen konkrete Transferformate weiter. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konstruktiven Umgang mit Wertekonflikten in gesellschaftlich polarisierten Debatten.
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| Zusammenfassung der Sitzung | ||
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Marlis Prinzing (Hochschule Macromedia), Charmaine Voigt (Universität Rostock), Paula Stehr (LMU München), Annett Schulze (Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin), Johanna Geppert (Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin), Bernadette Uth (Universität Wien). Wie kann Wissenstransfer dazu beitragen, demokratische Diskurse zu stärken – gerade dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse auf gesellschaftliche Wertekonflikte treffen? Dieser praxisorientierte Workshop widmet sich genau dieser Frage und verbindet eine fundierte Einführung in zentrale Konzepte des Wissenstransfers mit einer interaktiven Formatwerkstatt. Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Praktiker:innen, die Wissenstransfer als Teil ihrer Arbeit verstehen oder künftig stärker nutzen möchten. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis von Wissenstransfer zu vermitteln, typische Hürden sichtbar zu machen und konkrete, anwendungsnahe Formate kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch über konfliktbehaftete Themen und die Frage, wie Wissenschaftskommunikation unter diesen Bedingungen demokratische Aushandlungsprozesse unterstützen kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass demokratische Gesellschaften zunehmend unter Druck geraten: politische Polarisierung, veränderte Debattenkulturen und emotionalisierte Öffentlichkeiten erschweren sachliche Auseinandersetzungen. Wissenschaftskommunikation kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Orientierung bietet, gesellschaftlich relevante Probleme verständlich einordnet und Teilhabe an wissenschaftlichen Praktiken ermöglicht. Wissenstransfer wird dabei nicht als einseitige Vermittlung verstanden, sondern als Prozess der Übersetzung, Vernetzung und Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Der Workshop greift zugleich praktische Herausforderungen auf, vor denen viele Forschende stehen. Erfahrungen aus der Fachcommunity zeigen, dass Zeitmangel, fehlende Kenntnisse zu geeigneten Formaten oder Unsicherheiten im Umgang mit Öffentlichkeit zentrale Barrieren für Wissenstransfer darstellen. Hier setzt das Format gezielt an: In interaktiven Arbeitsphasen evaluieren die Teilnehmenden bestehende Transferformate, diskutieren deren Stärken und Schwächen und entwickeln sie gemeinsam weiter. Ein besonderer Fokus liegt auf Wertekonflikten, die in vielen gesellschaftlichen Debatten eine zentrale Rolle spielen – etwa wenn wissenschaftliche Empfehlungen mit individuellen Freiheitsvorstellungen, ökonomischen Interessen oder kulturellen Normen kollidieren. Der Workshop zeigt auf, wie wertebewusste und werteresponsive Transferaktivitäten gestaltet werden können, die nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und dialogfähig bleiben. Auf diese Weise können Konfliktfähigkeit und Ambiguitätstoleranz gestärkt und demokratische Aushandlungsprozesse unterstützt werden. Die Teilnehmenden sind ausdrücklich eingeladen, eigene Beispiele, Fragestellungen oder geplante Transferaktivitäten einzubringen und gemeinsam zu reflektieren. Der Workshop bietet damit einen geschützten Raum zum Ausprobieren, Diskutieren und Weiterdenken – und richtet sich an alle, die Wissenstransfer als aktive, gesellschaftlich relevante Praxis verstehen und weiterentwickeln möchten. | ||
| Präsentationen | ||
Wissenstransfer als Demokratieförderung – Einführung und Formatwerkstatt unter besonderer Berücksichtigung von Wertekonflikten Hochschule Macromedia, Deutschland Der praxisorientierte Workshop untersucht, wie Wissenstransfer zur Stärkung demokratischer Diskurse beitragen kann – insbesondere dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse auf gesellschaftliche Wertekonflikte treffen. Er verbindet eine fundierte Einführung in zentrale Konzepte des Wissenstransfers mit einer interaktiven Formatwerkstatt und richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Praktiker:innen, die Transferaktivitäten ausbauen oder neu entwickeln möchten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und veränderter Debattenkulturen, die sachliche Auseinandersetzungen erschweren. Wissenstransfer wird dabei als dialogischer Prozess der Übersetzung, Vernetzung und Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft verstanden. Der Workshop macht typische Hürden sichtbar, etwa Zeitmangel, fehlende Formatkenntnisse oder Unsicherheiten im Umgang mit Öffentlichkeit, und setzt hier gezielt an. In interaktiven Arbeitsphasen werden bestehende Transferformate reflektiert und weiterentwickelt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konstruktiven Umgang mit Wertekonflikten, um Konfliktfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und demokratische Aushandlungsprozesse zu stärken. Teilnehmende bringen eigene Beispiele ein und entwickeln praxisnahe Lösungen gemeinsam weiter. | ||