71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
18. bis 20. März 2026 in Dortmund
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Sitzungsübersicht | |
|
Ort: SRG 2.009 Seminarraumgebäude (SRG) I Friedrich-Wöhler-Weg 6 44227 Dortmund 50 Plätze |
| Datum: Mittwoch, 18.03.2026 | |
| 15:00 - 16:30 | Treffen des Vorstandes und der Fachgruppensprecher:innen Ort: SRG 2.009 |
| Datum: Donnerstag, 19.03.2026 | |||||
| 13:30 - 15:00 | P 12: #Demokratie - Journalismus in der demokratischen Gesellschaft - Zusammenhänge, Relevanz und Perspektiven Ort: SRG 2.009 | ||||
|
|
Journalismus in der demokratischen Gesellschaft: Zusammenhänge, Relevanz und Perspektiven Journalismus in der demokratischen Gesellschaft: Zusammenhänge, Relevanz und Perspektiven Journalismus und Demokratie sind eng miteinander verknüpft und bedingen sich gegenseitig: Wo Demokratie abgebaut wird, werden auch die Rechte von Medienschaffenden eingeschränkt und Versuche unabhängiger Berichterstattung unterbunden – und wo es keinen unabhängigen Journalismus gibt, fehlt eine elementare Kontrollinstanz, die politischen Machtmissbrauch offenlegt (u. a. Tocqueville & Reeve, 1835; Nord et al., 2025). Ein starkes Mediensystem, hohe journalistische Standards und Vertrauen in die Medien sind zudem entscheidend für die demokratische Widerstandskraft gegen gezielte Manipulation (Dragomir et al., 2024). Sei es durch die Betrachtungsweise von Journalismus als „Vierte Gewalt“ durch die Festschreibung seiner Aufgaben und Freiheiten in Gesetzen oder durch die Wirkungsmacht von Medien in Prozessen demokratischer Erosionen und Resilienz: Der Zusammenhang von Journalismus und Demokratie ist ein wichtiges Thema in der Politik- und Kommunikationswissenschaft. Dabei ist das Zusammenspiel von Journalismus und Demokratie zurzeit durch mehrere Entwicklungen gezeichnet, die krisenhafte Tendenzen annehmen können. Zum einen ist Journalismus eine wichtige Instanz für die Meinungs- und Willensbildung von Bürger*innen in einer Demokratie (Meier, 2018). Doch neben ihm versuchen andere Kommunikator*innen, von denen viele antidemokratische Tendenzen haben, auf die Meinungsbildung Einfluss zu nehmen. Sie versuchen, digitale Kommunikationsräume zu dominieren, verbreiten Hass und Desinformation auf Social Media und in dortigen Kommentarspalten und tragen zu einer Polarisierung bei. Aktuelle Polarisierungstendenzen in Gesellschaft und Politik (Graham & Svolik, 2020; Arbatli & Rosenberg, 2020; Orhan, 2022) und Gefühle der Entfremdung schaden der Demokratie. Damit demokratische Meinungsbildung funktioniert, ist es wichtig, dass das Verhältnis zwischen Bevölkerung, Journalismus und Politik gesund ist. Das hier vorgeschlagene Panel soll einen genaueren Blick auf das Zusammenspiel von Journalismus und Demokratie in Deutschland werfen. Die vorgestellten Forschungsprojekte beleuchten wichtige Aspekte des Themas. Themen des Panels sind: • Entfremdung zwischen Bevölkerung, Journalismus und Politik • Schnittmengen postfaktischer Kommunikationsformen • Divergente und konvergente Erwartungen und Erwartungserwartungen verschiedener Gruppen an den Journalismus in Deutschland • Diskursiver Journalismus als mögliches Mittel gegen Polarisierung „#Wissenschaft #Kommunikation #Demokratie“ – das Panel greift die zentralen Elemente des Tagungsthemas auf. Die Vorträge reflektieren die Signifikanz wissenschaftlicher Auseinandersetzungen mit dem Thema. Literatur Arbatli, E., & Rosenberg, D. (2020). United we stand, divided we rule: how political polarization erodes democracy. Democratization, 28(2), 285–307. https://doi.org/10.1080/13510347.2020.1818068. Dragomir, M., Rúas-Araújo, J., & Horowitz, M. (2024). Beyond online disinformation: assessing national information resilience in four European countries. Humanities and Social Sciences Communications, 11(1). https://doi.org/10.1057/s41599-024-02605-5. Graham, M. H., & Svolik, M. W. (2020). Democracy in America? Partisanship, Polarization, and the Robustness of Support for Democracy in the United States. American Political Science Review, 114(2), 392–409. https://doi.org/10.1017/S0003055420000052. Meier, K. (2018). Journalistik (4. Auflage). utb. https://doi.org/10.36198/9783838548081. Nord, M., Angiolillo, F., Good God, A., & Lindberg, S. I. (2025). State of the world 2024: 25 years of autocratization – democracy trumped? Democratization, 32(4), 839–864. https://doi.org/10.1080/13510347.2025.2487825. Orhan, Y. E. (2022). The relationship between affective polarization and democratic backsliding: comparative evidence. Democratization, 29(4), 714–735. https://doi.org/10.1080/13510347.2021.2008912. Beiträge des Symposiums Völlig losgelöst? Ein Blick auf die Entfremdung zwischen Bevölkerung, Journalismus und Politik Seit einiger Zeit wird nicht nur im Verhältnis zwischen Politik und Bevölkerung, sondern auch zwischen Journalismus und seinem Publikum eine Entfremdung diskutiert. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie a) die wahrgenommene Entfremdung der Bevölkerung zu Journalismus und Politik im Vergleich sowie b) die Bewertung des Verhältnisses zur Bevölkerung durch Journalismus und Politik. Dazu wurde im Frühjahr 2023 eine parallele Befragung der Bevölkerung (offline rekrutierte Onlinebefragung; n = 2.577), Politikjournalist:innen (n = 391, Rücklauf: 18,2 %) und Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker:innen (n = 701; Rücklauf: 23,4%; beide Eliten: Paper-pencil und online) durchgeführt. Entfremdung wurde über identische Items für beiden Elitengruppen operationalisiert (z. B. „Journalisten und Journalistinnen schauen auf Menschen wie mich von oben herab“; „Die Abgeordneten im Parlament verlieren ziemlich schnell den Kontakt mit dem Volk“). Es zeigt sich, dass sich die Bevölkerung von der Politik stärker entfremdet fühlt als vom Journalismus. Während der Journalismus sein Verhältnis zum Publikum ähnlich einschätzt wie das Publikum, nimmt die Politik nimmt ihr Verhältnis zur Bevölkerung deutlich positiver wahr als die Bevölkerung selbst. Im Vortrag werden zudem Einflussfaktoren auf wahrgenommene Entfremdung sowie Diskrepanzen zwischen Eliten- und Bevölkerungseinschätzung präsentiert. Demokratie unter Druck: Zur Untersuchung von Schnittmengen postfaktischer Kommunikationsformen Während der Journalismus nach wie vor einen zentralen Beitrag zur Demokratie leistet, dringen postfaktische Kommunikationsformen zunehmend in die Zentren digitaler Öffentlichkeiten vor. Dort leugnen einflussreiche politische Akteure Fakten, schüren Hass und diskreditieren unabhängigen Journalismus als „Fake News“ (Hameleers, 2020). Hinzu kommen systematische Versuche der Informationsmanipulation durch autoritäre Regime (Madrid-Morales et al., 2024). Der Beitrag stellt ein theoretisches Modell sowie ein interdisziplinäres Framework zur Analyse von Narrativen vor, mit dem sich inhaltliche Beziehungen zwischen der Kommunikation antidemokratischer Akteure im In- und Ausland untersuchen lassen. Erste Ergebnisse zeigen das Potenzial des Frameworks, solche fallübergreifenden Muster zu identifizieren. Empirische Anknüpfungspunkte und Implikationen für den Journalismus werden diskutiert. *Literatur* Hameleers, M. (2020). Populist Disinformation: Exploring Intersections between Online Populism and Disinformation in the US and the Netherlands. Politics and Governance, 8(1), 146–157. https://doi.org/10.17645/pag.v8i1.2478. Madrid-Morales, D., Wasserman, H., & Ahmed, S. (2023). The Geopolitics of Disinformation: worldviews, media consumption and the adoption of global strategic disinformation narratives. International Journal of Public Opinion Research, 36(3). https://doi.org/10.1093/ijpor/edad042. Die Diskrepanz im Kopf? Was Bevölkerung, Journalismus und Politik vom Journalismus in Deutschland erwarten Journalist*innen sollen Meinungen klar von Fakten trennen und möglichst neutral und präzise informieren: Darüber sind sich Journalist*innen, Bevölkerung und Politik in Deutschland einig. Das zeigen Ergebnisse einer multiperspektivischen Langzeitstudie. Vor dem Hintergrund, dass ein gewisser gesellschaftlicher Konsens über die Aufgaben des Journalismus als wichtige Grundlage für journalistisches Handeln betrachtet werden kann, sind existierende Erwartungsunterschiede von großer Bedeutung. Das zeigt sich bspw. bei der klassischen Aufgabe des Journalismus, die Regierenden in Demokratien zu kontrollieren: Während 81% der befragten Journalist*innen (Online-Befragung, n=525) dies von ihrem Beruf erwarten, sind es nur 54% Zustimmung in der Bevölkerung (forsa-Befragung, Online-Access-Panel, n=1018). Eine Diskrepanz zeigt sich auch bei den ebenfalls erhobenen Erwartungserwartungen: Während Journalist*innen vermuten, dass die Kontrolle der Regierenden ihrem Publikum ebenso wichtig sei wie ihnen selbst, nehmen nur 40% des Publikums an, dass diese Aufgabe wichtig für die Journalist*innen in Deutschland sei. Was bedeuten die unterschiedlichen Erwartungen und Erwartungserwartungen für den hiesigen Journalismus? Und welche Konsequenzen haben sie für die Demokratie? Diese Fragen diskutiert der hier vorgelegte Beitrag. Kann diskursiver Journalismus affektive Polarisierung abbauen? Eine Experimentalstudie im Längsschnitt Demokratien sind mit zunehmender Polarisierung konfrontiert, wobei v.a. affektive Polarisierung demokratischen Austausch hemmen kann (Orhan 2022). Der diskursive Journalismus (Brosda 2008), der die Journalismuskonzeption von Baum (1994) mit dem Diskursverständnis von Habermas (1981) vereint, könnte affektive Polarisierung abbauen, indem Journalist:innen als Diskursanwält:innen Multiperspektivität und Rationalität fördern und so zu mehr gegenseitigem Verständnis beitragen. Diese Annahme wird mit einer experimentellen Panel-Befragung mit Videostimuli im Längsschnitt geprüft (drei Wellen; Nt1 = 5000). In der Experimentalkondition agiert die Moderatorin eines fiktiven diskursiven Debattenformats als Diskursanwältin, in der Kontrollkondition deutlich passiver. Die vorläufigen Ergebnisse deuten den Mitigationseffekt an, betonen aber auch die Rolle von Faktoren wie generelle Offenheit. *Literatur* Baum, A. (1994). Journalistisches Handeln. Eine Kritik der Journalismusforschung. Westdeutscher Verlag. Brosda, C. (2008). Diskursiver Journalismus. Journalistisches Handeln zwischen kommunikativer Vernunft und mediensystemischem Zwang. VS. Habermas, J. (1981). Theorie des kommunikativen Handelns [2 Bd.]. Suhrkamp. Orhan, Y. E. (2022). The relationship between affective polarization and democratic backsliding: comparative evidence. Democratization, 29(4), 714–735.
| ||||
| 15:30 - 17:00 | P 15: #Demokratie - Klimaskepsis im Kontext von Plattformlogiken Ort: SRG 2.009 | ||||
|
|
Von Konsens bis Konflikt: Zur Rolle der eigenen Position und des empfundenen Medienbias bei Polarisierungswahrnehmungen im Kontext der Klimadebatte Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland
TikTok Climate Skepticism: Visuals, Features, and Audience Interaction Patterns LMU München, Deutschland
Hearts for Hating Activists: How Right-Wing Users Polarize TikTok Debates on Climate Protest Universität Hamburg, Deutschland
A Typology of Anti-Elite Orientations: Anti-Elite and Conspiratorial Attitudes in the Context of the Climate Crisis 1Universität Zürich, Schweiz; 2Universität Mannheim, Deutschland
| ||||
| Datum: Freitag, 20.03.2026 | |||||
| 9:00 - 10:00 | P 23: #Kommunikation - Lokale Öffentlichkeiten zwischen Journalismus, Raum und Alltag Ort: SRG 2.009 | ||||
|
|
Journalistische Grenzerfahrungen: Eine Studie zu lokaljournalistischen Praktiken, Strategien und Kommunikationsprozessen in Zwei- und Dreiländerregionen Deutschlands 1Universität der Bundeswehr München, Deutschland; 2Hochschule Magdaburg-Stendal; 3LMU München
Zwischen Amtsblatt und Algorithmus: Wie Bürger:innen den lokalen Raum und lokale Informationsangebote wahrnehmen 1Universität Erfurt, Deutschland; 2TU Dortmund, Deutschland
Social Media and the Digital City: A Systematic Review of City- and Citizen-Led Digital Spaces Technische Universität Ilmenau, Deutschland
| ||||
| 10:30 - 12:00 | P 29: #Kommunikation - Unbewusste Affekte und populistische Muster in der journalistischen Kommunikation. Analysen und Interventionen Ort: SRG 2.009 | ||||
|
|
Unbewusste Affekte und populistische Muster in der journalistischen Kommunikation. Analysen und Interventionen Die Vorträge diskutieren, wie sich destruktive Affekte des gesellschaftlichen Diskurses latent oder manifest in journalistischen Beiträgen und der digitalen Anschlusskommunikation nieder-schlagen. Unbeabsichtigt werden solche Affekte durch journalistische Beiträge evoziert, die populistische Muster unbemerkt und unbewusst reproduzieren. Was latent im journalistischen Ausgangsbeitrag angelegt ist, wird in den Kommentarbereichen oft explizit, so ein Ergebnis der Studie. Auch darum erscheinen sie als emotionale Räume. Dies sorgt für Ernüchterung bei Journalist:innen (vgl. Reimer et al. 2021), die es kaum vermögen, polarisierende oder hasserfüllte Botschaften einzuschränken. Der Anspruch auf einen rationalen deliberativen Diskurs kann nicht erfüllt werden (Habermas 1981). Neuere Ansätze integrieren Affekte als eine Ebene der Bedeutungserzeugung (vgl. Lünenborg 2020). Die Untersuchung knüpft an Konzepte der Öffentlichkeit an, die Affekt und Dissens als Elemente des demokratischen Diskurses integrieren (vgl. Mouffe 2020). Partizipation und Dialog gelten als entscheidend für das Vertrauen des Publikums in den Journalismus (vgl. Uth 2024, S. 399). Modelle für Moderationen empfehlen deshalb beispiels-weise empathische Interventionen in Kommentarbereichen (vgl. z. B. Ziegele/Heinbach 2021). Die Vorträge dieses Panels stellen einen neuen Zugang zum Erfassen und zur Analyse latenter Affekte in journalistischen Beiträgen vor. Sie nutzen das Szenische Verstehen nach A. Lorenzer (1986), ein tiefenhermeneutisches Interpretationsverfahren, das auch die latente Sinnebene und die Dynamik des unbewussten Affektgeschehens erfasst (Herrmann 2023). Interventionen auf dieser Basis bieten eine sinnvolle Erweiterung bisheriger Konzepte und Faktenchecks. Ein historischer Exkurs zeigt, wie diese latenten Muster in manifester Form von Nationalso-zialisten in die Lokalpresse der Weimarer Republik gespielt wurden. Sie adressierten bewusst die damit verknüpften Affekte, um ihre Ideologie und Propaganda in der lokalen Berichterstat-tung zu verbreiten. Beiträge des Symposiums Affekte als Kleister der Interaktion in der journalistischen Anschlusskommunikation Der Anspruch an den Journalismus, im gesellschaftlichen Diskurs neutral zu vermitteln, ist kaum mit einer Gesellschaft vereinbar, die bei zentralen politischen Fragen (vgl. Teichler et al. 2023) affektiv geprägte Auseinandersetzungen in digitalen Diskursräumen austrägt. Vor dem Hintergrund theoretischer Konzepte zu Affekt und Emotion (Wetherell 2012) werden affektive Muster in journalistischen Beiträgen und die Resonanz in Kommentarbereichen vorgestellt. Dabei werden Interventionen der Redaktionen und ihr Ausbleiben in Bezug auf das affektive Geschehen in der Anschlusskommunikation beschrieben. Aus den empirischen Ergebnissen wird ein präventiver Umgang mit negativen Phänomenen in digitalen Resonanzräumen abgeleitet. Rationalität in Kommentarbereichen wird eher möglich, wenn durch das Verstehen affektiven Geschehens auf Resonanz eingegangen werden kann. Solche Dynamiken transparent zu machen, bevor Hass und Desinformation die Diskursräume beherrschen, wird als neue Rolle moderierender Journalist:innen relevant. Der Vortrag leistet einen Beitrag zur Diskussion um neue Kompetenzen und ein verändertes journalistisches Rollenverständnis angesichts der digitalen Herausforderungen. Strategien im Umgang mit unbewussten toxischen Mustern in der Kommunikation Anhand von Beispielen aus der journalistischen Praxis werden verschiedene Konzepte aus der Psychotherapie diskutiert, die Community-Manager:innen beim Verstehen und Management des unbewussten affektiven Geschehens unterstützen können. Dafür müssen Konzepte, die für eine geschützte private Situation entwickelt wurden, für die öffentliche Kommunikation adaptiert werden. Journalist:innen sollen ausdrücklich keine therapeutische Funktion übernehmen. Nach Evaluationsergebnissen von Pilotworkshops erweisen sich als geeignet: Das Szenische Verstehen (Lorenzer 1986), das das Konzept der affektiven Übertragung und Gegenübertra-gung in den kulturellen Raum transferiert; das Containment nach Bion (1997), das einen An-satz bietet, destruktive Affekte nicht auszuagieren, sondern zu bearbeiten; und das Etablieren eines Kommunikationsrahmens (Strauß 2022:166 ff.), der Strukturen und Grenzen setzt. Auf dieser Grundlage werden Haltungen für die digitale Kommunikation konzipiert. Damit erfolgt ein Transfer der in Vortrag 1 dargestellten Forschungsergebnisse in die Praxis. Kontamination des Alltäglichen: Affektive Strategien im „Donauboten“ Der Vortrag analysiert anhand der ehemaligen Ingolstädter Lokalzeitung „Donaubote“ (1927 bis 1945) die instrumentelle Einbindung lokaler Berichterstattung in nationalsozialistische Pro-pagandastrategien in der Weimarer Republik. Analysiert werden affektive Muster, mittels derer alltägliche Lokalereignisse für politische Mobilisierung funktionalisiert wurden (Venema 2023: 49). Methodisch erfolgt eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (vgl. Mayring 2022). Zur Iokalen Berichterstattung in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus liegen bislang kaum Untersuchungen vor, dem Donauboten kommt in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung zu (vgl. Neuberger/Tonnemacher 1995: 260). Der Beitrag leistet einen medienhistorischen Beitrag zur Erforschung lokaler Presse vor der Gleichschaltung und demonstriert, dass das Panelthema über mediale Praktiken historische Kontinuitäten besitzt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich die wiederkehrenden Muster systematisch in der Lokalberichterstattung der Weimarer Republik nachweisen lassen.
| ||||
| 13:00 - 13:30 | Fachgruppensitzung Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht Ort: SRG 2.009 | ||||
| 13:00 - 13:30 | Fachgruppensitzung Soziologie der Medienkommunikation Ort: SRG 2.009 | ||||
| 13:30 - 15:00 | P 32: #Kommunikation - Risiken, politische und ökonomische Abhängigkeiten im Journalismus der DACH-Region Ort: SRG 2.009 | ||||
|
|
Zu nah, zu viel, zu privat? Die metajournalistische Debatte rund um den Fall Lena Schilling Universität Wien, Österreich
Sicherheitsrisiken und Coping-Strategien im Schweizer Journalismus Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Schweiz
Stille Steuerung: Wie ökonomische und politische Abhängigkeiten den demokratischen Diskurs in Österreich gefährden Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreich
Effizienz versus Qualität? Wie KI den Schweizer Journalismus verändert 1Universität Zürich, IKMZ, Schweiz; 2Universität Zürich, fög, Schweiz
| ||||
