71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
18. bis 20. März 2026 in Dortmund
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht | |
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Ort: SRG 1.001 Seminarraumgebäude (SRG) I Friedrich-Wöhler-Weg 6 44227 Dortmund 80 Plätze |
| Datum: Mittwoch, 18.03.2026 | |
| 10:30 - 14:30 | WS 01: Wissenstransfer als Demokratieförderung – Einführung und Formatwerkstatt unter besonderer Berücksichtigung von Wertekonflikten Ort: SRG 1.001 Der Workshop vermittelt Grundlagen des Wissenstransfers und entwickelt in interaktiven Arbeitsphasen konkrete Transferformate weiter. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konstruktiven Umgang mit Wertekonflikten in gesellschaftlich polarisierten Debatten. Marlis Prinzing (Hochschule Macromedia), Charmaine Voigt (Universität Rostock), Paula Stehr (LMU München), Annett Schulze (Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin), Johanna Geppert (Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin), Bernadette Uth (Universität Wien).
Wie kann Wissenstransfer dazu beitragen, demokratische Diskurse zu stärken – gerade dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse auf gesellschaftliche Wertekonflikte treffen? Dieser praxisorientierte Workshop widmet sich genau dieser Frage und verbindet eine fundierte Einführung in zentrale Konzepte des Wissenstransfers mit einer interaktiven Formatwerkstatt.
Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Praktiker:innen, die Wissenstransfer als Teil ihrer Arbeit verstehen oder künftig stärker nutzen möchten. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis von Wissenstransfer zu vermitteln, typische Hürden sichtbar zu machen und konkrete, anwendungsnahe Formate kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch über konfliktbehaftete Themen und die Frage, wie Wissenschaftskommunikation unter diesen Bedingungen demokratische Aushandlungsprozesse unterstützen kann.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass demokratische Gesellschaften zunehmend unter Druck geraten: politische Polarisierung, veränderte Debattenkulturen und emotionalisierte Öffentlichkeiten erschweren sachliche Auseinandersetzungen. Wissenschaftskommunikation kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Orientierung bietet, gesellschaftlich relevante Probleme verständlich einordnet und Teilhabe an wissenschaftlichen Praktiken ermöglicht. Wissenstransfer wird dabei nicht als einseitige Vermittlung verstanden, sondern als Prozess der Übersetzung, Vernetzung und Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Der Workshop greift zugleich praktische Herausforderungen auf, vor denen viele Forschende stehen. Erfahrungen aus der Fachcommunity zeigen, dass Zeitmangel, fehlende Kenntnisse zu geeigneten Formaten oder Unsicherheiten im Umgang mit Öffentlichkeit zentrale Barrieren für Wissenstransfer darstellen. Hier setzt das Format gezielt an: In interaktiven Arbeitsphasen evaluieren die Teilnehmenden bestehende Transferformate, diskutieren deren Stärken und Schwächen und entwickeln sie gemeinsam weiter.
Ein besonderer Fokus liegt auf Wertekonflikten, die in vielen gesellschaftlichen Debatten eine zentrale Rolle spielen – etwa wenn wissenschaftliche Empfehlungen mit individuellen Freiheitsvorstellungen, ökonomischen Interessen oder kulturellen Normen kollidieren. Der Workshop zeigt auf, wie wertebewusste und werteresponsive Transferaktivitäten gestaltet werden können, die nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und dialogfähig bleiben. Auf diese Weise können Konfliktfähigkeit und Ambiguitätstoleranz gestärkt und demokratische Aushandlungsprozesse unterstützt werden.
Die Teilnehmenden sind ausdrücklich eingeladen, eigene Beispiele, Fragestellungen oder geplante Transferaktivitäten einzubringen und gemeinsam zu reflektieren. Der Workshop bietet damit einen geschützten Raum zum Ausprobieren, Diskutieren und Weiterdenken – und richtet sich an alle, die Wissenstransfer als aktive, gesellschaftlich relevante Praxis verstehen und weiterentwickeln möchten.
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Wissenstransfer als Demokratieförderung – Einführung und Formatwerkstatt unter besonderer Berücksichtigung von Wertekonflikten Hochschule Macromedia, Deutschland Der praxisorientierte Workshop untersucht, wie Wissenstransfer zur Stärkung demokratischer Diskurse beitragen kann – insbesondere dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse auf gesellschaftliche Wertekonflikte treffen. Er verbindet eine fundierte Einführung in zentrale Konzepte des Wissenstransfers mit einer interaktiven Formatwerkstatt und richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Praktiker:innen, die Transferaktivitäten ausbauen oder neu entwickeln möchten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und veränderter Debattenkulturen, die sachliche Auseinandersetzungen erschweren. Wissenstransfer wird dabei als dialogischer Prozess der Übersetzung, Vernetzung und Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft verstanden. Der Workshop macht typische Hürden sichtbar, etwa Zeitmangel, fehlende Formatkenntnisse oder Unsicherheiten im Umgang mit Öffentlichkeit, und setzt hier gezielt an. In interaktiven Arbeitsphasen werden bestehende Transferformate reflektiert und weiterentwickelt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konstruktiven Umgang mit Wertekonflikten, um Konfliktfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und demokratische Aushandlungsprozesse zu stärken. Teilnehmende bringen eigene Beispiele ein und entwickeln praxisnahe Lösungen gemeinsam weiter. |
| 17:00 - 18:15 | Vollversammlung des DGPuK-Mittelbaus Ort: SRG 1.001 |
| Datum: Donnerstag, 19.03.2026 | ||||
| 11:00 - 12:00 | P 01: #Demokratie - Kommunikation, KI-Normen und Meinungsfreiheit im Hochschulkontext Ort: SRG 1.001 | |||
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Die strategische Ausrichtung der Kommunikation von staatlichen und privaten Hochschulen im Vergleich. Eine qualitative Befragung Universität Münster, Deutschland
Freie Rede auf dem Campus? Einflüsse von politischer Kongruenz und Sanktionsängsten auf die Meinungsfreiheitswahrnehmung und Redebereitschaft deutscher Studierender 1LMU München, Deutschland; 2Deutsche Journalistenschule München, LMU München, Deutschland; 3Universität Augsburg, Deutschland
Drivers of AI misuse in higher education. The role of AI literacy, social norms and attitudes Universität Wien, Österreich
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| 13:00 - 13:30 | Fachgruppensitzung Rezeptions- und Wirkungsforschung Ort: SRG 1.001 | |||
| 13:30 - 15:00 | SF 01: Hype oder Zäsur? Wie stark und wie schnell verändert KI die Kommunikationswissenschaft? Ort: SRG 1.001 | |||
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Hype oder Zäsur? Wie stark und wie schnell verändert KI die Kommunikationswissenschaft? 1Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland; 2Center for Advanced Internet Studies (CAIS), Bochum, Deutschland; 3Macromedia University of Applied Sciences, Köln, Deutschland; 4Technische Universität Ilmenau, Deutschland; 5Hochschule Düsseldorf, Deutschland Künstliche Intelligenz verändert Studium, Lehre und Forschung in hohem Tempo und mit tiefgreifenden Folgen. Seit generative KI-Anwendungen wie ChatGPT öffentlich verfügbar sind, nutzen Studierende KI selbstverständlich zur Unterstützung oder Delegation von Studienleistungen, wodurch etablierte Vorstellungen von Leistung, Prüfung und Kompetenz unter Druck geraten. Gleichzeitig greift KI immer stärker in den gesamten Forschungsprozess ein – von Antragstellung und Literatursuche über Datenanalyse bis hin zu Schreiben, Begutachtung und Publikation. Vieles deutet darauf hin, dass diese Entwicklung erst am Anfang steht und sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigt. Die Kommunikationswissenschaft steht damit vor der Aufgabe, diese Dynamik nicht nur zu beobachten, sondern aktiv zu gestalten. Als Disziplin, die sich mit medialer Kommunikation, Öffentlichkeit und gesellschaftlichem Wandel befasst, wird von ihr Orientierung über das eigene Fach hinaus erwartet. Das Sonderformat eröffnet einen Raum für offene, kritische und zukunftsorientierte Debatten darüber, wie KI Ausbildung und Forschung verändert und wie diese Prozesse verantwortungsvoll gestaltet werden können.
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| 15:30 - 17:00 | SF 02: Data, Archive & Tools in der Computational Communication Science: Infrastrukturen sichtbar machen, Lehre stärken, Nachnutzbarkeit ermöglichen Ort: SRG 1.001 | |||
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Data, Archive & Tools in der Computational Communication Science Infrastrukturen sichtbar machen, Lehre stärken, Nachnutzbarkeit ermöglichen Weizenbaum-Institut, Deutschland Die Veranstaltung adressiert eine zentrale Doppelherausforderung der Medien- und Kommunikationswissenschaft: den Aufbau leistungsfähiger Forschungsinfrastrukturen und die nachhaltige Vermittlung praktischer Methodenkompetenzen in der Lehre. Sie verknüpft den Austausch über Daten, Archive und Tools als zentrale Forschungsressourcen mit der Frage, wie diese systematisch in der Lehre der Computational Communication Science (CCS) genutzt, weiterentwickelt und nachnutzbar gemacht werden können. Ausgangspunkt ist die Arbeit der von der DGPuK eingesetzten AG Forschungsinfrastrukturen sowie das etablierte Austauschformat „Data, Archive & Tool Demos“, das Sichtbarkeit, Diskussion und praktische Erprobung ermöglicht. Gleichzeitig rückt die CCS-Lehre in den Fokus: Studierende arbeiten mit R oder Python, doch hochwertige Lehrressourcen werden häufig fragmentiert genutzt. Am Beispiel des GESIS Methods Hub wird gezeigt, wie offene, communityzentrierte Ressourcen reproduzierbare Analyseumgebungen, niedrige Einstiegshürden und nachhaltige Nachnutzung ermöglichen. Die Veranstaltung bietet eine integrierte Diskussionsplattform zu genutzten Infrastrukturen, didaktischen Konzepten sowie zur Rolle von Reproduzierbarkeit und Nachnutzbarkeit. | |||
| Datum: Freitag, 20.03.2026 | ||||
| 9:00 - 10:00 | P 19: #Demokratie - Konfliktverhalten, Regulierung und Interventionen auf Social Media-Plattformen Ort: SRG 1.001 | |||
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Streitest du noch oder schweigst du schon? Eine Clusteranalyse von Social-Media-Nutzer:innen auf Basis ihres Online-Konfliktverhaltens und ihrer Sanktionsängste 1Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt; 2Universität der Bundeswehr München
Platform Badges zur Förderung der gesellschaftlichen Debatte - eine Plattform-Intervention im Kontext Art. 34 und 35 DSA 1Forschunginstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Deutschland; 2Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
DSA auf dem Prüfstand: Eine Mehrmethoden-Studie zum Umgang mit Meldefunktionen auf Social Media 1Ludwig-Maximilans-Universität München; 2Johannes Gutenberg Universität Mainz
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| 10:30 - 12:00 | SF 04: Internationalisierung der deutschen Kommunikationswissenschaft in Zeiten politischer backlashes! Die Rolle und Verantwortung von Wissenschaft – Selbstverständnis und Zukunftshandeln der DGPuK. Ort: SRG 1.001 | |||
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10:30 - 10:45
Internationalisierung der deutschen Kommunikationswissenschaft in Zeiten politischer backlashes! Workshop zum internationalen Selbstverständnis und Zukunftshandeln der DGPuK Universität Erfurt, Deutschland Das Sonderformat verbindet einen Impulsvortrag mit einer offenen Q&A-Session zur Rolle und Verantwortung der Kommunikationswissenschaft in Zeiten politischer Backlashes, globaler Krisen und zunehmender Angriffe auf liberale Demokratien. Vor dem Hintergrund rassistischer, neo-nationalistischer und anti-internationaler Tendenzen stellt sich die Frage, wie sich die deutsche Kommunikationswissenschaft positionieren kann, um ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und wissenschaftliche Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit in Zeiten einer sich wandelnden Weltordnung zu erzielen. Im Mittelpunkt steht die Arbeit der AG „Becoming International“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Vorgestellt und diskutiert wird eine erste Version eines Selbstverständnispapiers zur „tiefen Internationalisierung“ als Querschnittsaufgabe des Fachs. In der anschließenden offenen Q&A-Session werden konkrete Anliegen, Erfahrungen, Hindernisse und Ideen aus der Fachgesellschaft gesammelt. Der Austausch richtet sich an alle Interessierten und fließt in die Weiterentwicklung konkreter Unterstützungsangebote zur Internationalisierung in Forschung, Lehre und akademischer Praxis ein. | |||
| 12:00 - 12:30 | Fachgruppensitzung Methoden der Publizistik und Kommunikationswissenschaft Ort: SRG 1.001 | |||
| 13:30 - 15:00 | SF 05: Medienbildung in die Gesellschaft tragen: Was die Hochschulen beitragen können Ort: SRG 1.001 | |||
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Medienkompetenz in die Gesellschaft tragen: Eine Aufgabe für die Hochschulen 1Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland; 2Journalismus macht Schule; 3VOlO-BAND der Demokratie Medienbildung hat in der demokratischen Gesellschaft immens an Bedeutung gewonnen. Desinformation, mangelndes Wissen über die Qualitätskriterien journalistischer Arbeit, vergiftete Debattenkultur und eine geringe Informationskompetenz arbeiten jenen in die Hände, die demokratische Öffentlichkeiten zu delegitimieren versuchen. Redaktionen suchen deshalb zunehmend das direkte Gespräch mit dem Publikum. Zugleich ist Medienbildung in der Berufsausbildung, den schulischen Curricula und der Lehrer:innenbildung bislang nur unzureichend verankert. Die Veranstaltung greift diese Problemlage auf und diskutiert, welchen konkreten Beitrag Kommunikationswissenschaft, journalistische Ausbildungseinrichtungen und redaktionelle Praxis leisten können. Anknüpfend an bestehende Initiativen wie „Journalismus macht Schule“ werden Perspektiven für eine stärker koordinierte, auch bundesweite Medienbildungsarbeit ausgelotet, die beispielweise auch Polizeischulen und vergleichbare Berufsausbildungen erreichen sollte. Im Zentrum steht die Frage, wie Lehrende und Studierende aktiv in medienbildnerische Projekte eingebunden werden können. Die offene Diskussionsrunde bringt Wissenschaft, Ausbildung und Praxis zusammen und versteht sich als Vernetzungsraum, um Medienbildung als gemeinsame Aufgabe weiterzuentwickeln.
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