71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
18. bis 20. März 2026 in Dortmund
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
| Datum: Mittwoch, 18.03.2026 | ||
| 10:30 - 14:30 | WS 01: Wissenstransfer als Demokratieförderung – Einführung und Formatwerkstatt unter besonderer Berücksichtigung von Wertekonflikten Ort: SRG 1.001 Der Workshop vermittelt Grundlagen des Wissenstransfers und entwickelt in interaktiven Arbeitsphasen konkrete Transferformate weiter. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konstruktiven Umgang mit Wertekonflikten in gesellschaftlich polarisierten Debatten. Marlis Prinzing (Hochschule Macromedia), Charmaine Voigt (Universität Rostock), Paula Stehr (LMU München), Annett Schulze (Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin), Johanna Geppert (Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin), Bernadette Uth (Universität Wien).
Wie kann Wissenstransfer dazu beitragen, demokratische Diskurse zu stärken – gerade dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse auf gesellschaftliche Wertekonflikte treffen? Dieser praxisorientierte Workshop widmet sich genau dieser Frage und verbindet eine fundierte Einführung in zentrale Konzepte des Wissenstransfers mit einer interaktiven Formatwerkstatt.
Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Praktiker:innen, die Wissenstransfer als Teil ihrer Arbeit verstehen oder künftig stärker nutzen möchten. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis von Wissenstransfer zu vermitteln, typische Hürden sichtbar zu machen und konkrete, anwendungsnahe Formate kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch über konfliktbehaftete Themen und die Frage, wie Wissenschaftskommunikation unter diesen Bedingungen demokratische Aushandlungsprozesse unterstützen kann.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass demokratische Gesellschaften zunehmend unter Druck geraten: politische Polarisierung, veränderte Debattenkulturen und emotionalisierte Öffentlichkeiten erschweren sachliche Auseinandersetzungen. Wissenschaftskommunikation kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Orientierung bietet, gesellschaftlich relevante Probleme verständlich einordnet und Teilhabe an wissenschaftlichen Praktiken ermöglicht. Wissenstransfer wird dabei nicht als einseitige Vermittlung verstanden, sondern als Prozess der Übersetzung, Vernetzung und Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Der Workshop greift zugleich praktische Herausforderungen auf, vor denen viele Forschende stehen. Erfahrungen aus der Fachcommunity zeigen, dass Zeitmangel, fehlende Kenntnisse zu geeigneten Formaten oder Unsicherheiten im Umgang mit Öffentlichkeit zentrale Barrieren für Wissenstransfer darstellen. Hier setzt das Format gezielt an: In interaktiven Arbeitsphasen evaluieren die Teilnehmenden bestehende Transferformate, diskutieren deren Stärken und Schwächen und entwickeln sie gemeinsam weiter.
Ein besonderer Fokus liegt auf Wertekonflikten, die in vielen gesellschaftlichen Debatten eine zentrale Rolle spielen – etwa wenn wissenschaftliche Empfehlungen mit individuellen Freiheitsvorstellungen, ökonomischen Interessen oder kulturellen Normen kollidieren. Der Workshop zeigt auf, wie wertebewusste und werteresponsive Transferaktivitäten gestaltet werden können, die nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und dialogfähig bleiben. Auf diese Weise können Konfliktfähigkeit und Ambiguitätstoleranz gestärkt und demokratische Aushandlungsprozesse unterstützt werden.
Die Teilnehmenden sind ausdrücklich eingeladen, eigene Beispiele, Fragestellungen oder geplante Transferaktivitäten einzubringen und gemeinsam zu reflektieren. Der Workshop bietet damit einen geschützten Raum zum Ausprobieren, Diskutieren und Weiterdenken – und richtet sich an alle, die Wissenstransfer als aktive, gesellschaftlich relevante Praxis verstehen und weiterentwickeln möchten.
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Wissenstransfer als Demokratieförderung – Einführung und Formatwerkstatt unter besonderer Berücksichtigung von Wertekonflikten Hochschule Macromedia, Deutschland Der praxisorientierte Workshop untersucht, wie Wissenstransfer zur Stärkung demokratischer Diskurse beitragen kann – insbesondere dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse auf gesellschaftliche Wertekonflikte treffen. Er verbindet eine fundierte Einführung in zentrale Konzepte des Wissenstransfers mit einer interaktiven Formatwerkstatt und richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Praktiker:innen, die Transferaktivitäten ausbauen oder neu entwickeln möchten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und veränderter Debattenkulturen, die sachliche Auseinandersetzungen erschweren. Wissenstransfer wird dabei als dialogischer Prozess der Übersetzung, Vernetzung und Ko-Kreation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft verstanden. Der Workshop macht typische Hürden sichtbar, etwa Zeitmangel, fehlende Formatkenntnisse oder Unsicherheiten im Umgang mit Öffentlichkeit, und setzt hier gezielt an. In interaktiven Arbeitsphasen werden bestehende Transferformate reflektiert und weiterentwickelt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konstruktiven Umgang mit Wertekonflikten, um Konfliktfähigkeit, Ambiguitätstoleranz und demokratische Aushandlungsprozesse zu stärken. Teilnehmende bringen eigene Beispiele ein und entwickeln praxisnahe Lösungen gemeinsam weiter. | |
| 11:30 - 17:30 | Anmeldung Ort: SRG 1 Foyer | |
| 12:00 - 14:00 | WS 02: Zukunftswerkstatt Journalismus Ort: SRG 1.004 In einer partizipativen Zukunftswerkstatt diskutieren Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit gemeinsam Status quo, Idealbilder und realistische Entwicklungspfade des Journalismus. Ziel ist es, tragfähige Impulse für einen demokratisch relevanten, zukunftsfähigen Journalismus zu entwickeln. Kristina Beckmann, TU Dortmund
Zeitungssterben, Qualitätsdebatten, technologische Umbrüche, ökonomischer Druck sowie konkurrierende Kommunikator*innen, die gezielt Falschmeldungen verbreiten – der Journalismus steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Zukunftswerkstatt im Rahmen der Jahrestagung 2026 der Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Frage, wie ein zukunftsfähiger Journalismus in Deutschland aussehen kann und welche Wege zu seiner Stärkung beitragen.
Die Zukunftswerkstatt ist als partizipatives, dialogorientiertes Format angelegt. Sie bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und eröffnet Raum für gemeinsames Nachdenken, kontroverse Diskussionen und kreative Ideen. Neben den Teilnehmenden der Jahrestagung sind gezielt Journalistinnen aus der Praxis eingeladen, ebenso wie Personen, die weder journalistisch noch wissenschaftlich tätig sind. Dazu zählen Studierende anderer Fachrichtungen, sogenannte Freizeit-Journalistinnen aus Bürgermedien sowie interessierte Bürger*innen aus der Region. Die Teilnehmenden arbeiten während der gesamten Veranstaltung in konstanten Gruppen, die nach beruflichem Hintergrund zusammengesetzt sind (Wissenschaft, Journalismus, keine journalistische Profession), um unterschiedliche Sichtweisen systematisch einzubringen.
Der Ablauf der Zukunftswerkstatt gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen. In der ersten Runde setzen sich die Gruppen mit dem Status quo des Journalismus auseinander. In Einzelarbeit werden wahrgenommene Kritikpunkte und Herausforderungen gesammelt, anschließend innerhalb der Gruppen diskutiert und mit wissenschaftlich identifizierten Problemlagen abgeglichen. Jede Gruppe einigt sich auf zentrale Problemaspekte, die in einem kurzen Austausch im Plenum zusammengeführt werden.
Die zweite Phase öffnet bewusst den Raum für Visionen. Die Teilnehmenden entwerfen ein Idealbild von Journalismus, der demokratischen Gesellschaften bestmöglich dient. Dabei ist es ausdrücklich erwünscht, bestehende Zwänge zu überschreiten und neue Denkwege zuzulassen. Ergänzend werden Erwartungen der Bevölkerung an den Journalismus eingebracht und mit den entwickelten Vorstellungen abgeglichen. Auch hier werden zentrale Punkte gruppenübergreifend diskutiert und verdichtet.
In der dritten und abschließenden Phase rückt die Umsetzbarkeit in den Mittelpunkt. Ausgehend von der Analyse des Status quo und den entwickelten Idealvorstellungen diskutieren die Gruppen, welche Veränderungen nicht nur wünschenswert, sondern auch realistisch sind. Mögliche Wege, Bedingungen und Prioritäten werden herausgearbeitet und abschließend im Plenum zusammengeführt, um gemeinsame Linien, Konsense und offene Spannungsfelder sichtbar zu machen.
Die Zukunftswerkstatt versteht sich als offener Denk- und Arbeitsraum an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit. Sie lädt dazu ein, gemeinsam über die Zukunft des Journalismus nachzudenken, Perspektiven zu wechseln und Impulse für eine demokratisch relevante Weiterentwicklung journalistischer Praxis in Deutschland zu gewinnen.
Die Zukunftswerkstatt versteht sich als offener Denk- und Arbeitsraum, der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit ermöglicht und Impulse für die Weiterentwicklung des Journalismus in Deutschland liefert.
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Journalismus, quo vadis? Zukunftswerkstatt zur künftigen Rolle des Journalismus in Deutschland Technische Universität Dortmund, Deutschland Die Zukunftswerkstatt zur künftigen Rolle des Journalismus greift die tiefgreifenden Herausforderungen auf, vor denen der Journalismus in Deutschland steht: Zeitungssterben, Qualitätsdebatten, technologische Umbrüche, ökonomischer Druck und die Konkurrenz durch Akteur*innen, die gezielt Desinformation verbreiten. Im Rahmen der Jahrestagung 2026 der Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft bringt das partizipative, dialogorientierte Format Akteur*innen aus Wissenschaft, journalistischer Praxis und Öffentlichkeit zusammen. Neben Tagungsteilnehmenden beteiligen sich Journalist*innen, Studierende anderer Fachrichtungen, Bürgermedien-Aktive sowie interessierte Bürger*innen. Die Arbeit erfolgt in konstanten, heterogen zusammengesetzten Gruppen und gliedert sich in drei Phasen: eine kritische Bestandsaufnahme des Status quo, die Entwicklung normativer Zukunftsvisionen eines demokratiestärkenden Journalismus und schließlich die Diskussion realistischer, umsetzbarer Veränderungsschritte. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven systematisch zu integrieren, gemeinsame Linien sichtbar zu machen und Impulse für eine demokratisch relevante Weiterentwicklung journalistischer Praxis in Deutschland zu gewinnen. | |
| 12:00 - 14:00 | WS 03: Überfachliche Wissenschaftskommunikationskompetenz – Kommunikative Validierung von Teilkompetenzen Ort: SRG 1.005 Die Veranstaltung stellt ein theoretisch fundiertes Modell überfachlicher Wissenschaftskommunikationskompetenz vor und diskutiert dessen Teilkompetenzen interaktiv im Roundtable. Teilnehmende prüfen Verständlichkeit, Relevanz und Gültigkeit der Kompetenzen für Forschung, Lehre und Praxis. Johanna Börsting (Universität Hannover), Katharina Christ (NAWIK), Rebecca Krebs (Ruhr-Universität Bochum)
Wie gelingt es Wissenschaftler:innen, ihre Forschung verständlich, verantwortungsvoll und adressatengerecht zu kommunizieren? Externe Wissenschaftskommunikation verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse für außerwissenschaftliche Publika zugänglich zu machen und damit gesellschaftliche Teilhabe an wissenschaftlichen Diskursen zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist eine überfachliche Wissenschaftskommunikationskompetenz, die nicht an einzelne Disziplinen gebunden ist, sondern grundlegende kommunikative Fähigkeiten, Wissensbestände und Haltungen umfasst.
Die Veranstaltung widmet sich genau dieser Kompetenz und rückt ein von der Klaus Tschira Stiftung gefördertes Forschungsprojekt in den Mittelpunkt. Das Projekt modelliert überfachliche Wissenschaftskommunikationskompetenz auf theoretisch fundierter Basis. Ausgangspunkt sind verschiedene empirische und analytische Zugänge: ein Scoping Review zum Stand der Forschung, eine Delphi-Studie mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis sowie eine systematische Analyse von Curricula öffentlicher und privater Universitäten und Fachhochschulen in der DACH-Region. Auf dieser Grundlage wird ein Set zentraler Teilkompetenzen hergeleitet – etwa die Fähigkeit, Zielgruppen zu definieren und gezielt anzusprechen, komplexe Inhalte zu strukturieren oder kommunikative Verantwortung zu reflektieren.
Im Rahmen der Tagung werden diese Teilkompetenzen erstmals kommunikativ validiert. Nach einer kompakten Einführung und der Vorstellung des theoretisch entwickelten Kompetenzmodells diskutieren die Teilnehmenden ausgewählte Teilkompetenzen in einem interaktiven Roundtable-Format. Im Zentrum stehen dabei Fragen der Verständlichkeit, Zustimmung und wahrgenommenen Gültigkeit der einzelnen Kompetenzdimensionen sowie ihre Relevanz für die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Die Diskussion lebt ausdrücklich von der Expertise der Teilnehmenden, die Ursachen, Bedeutungen und Folgen medialer, öffentlicher und interpersonaler Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven einbringen.
Das Format richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und weitere Interessierte, die sich mit Wissenschaftskommunikation, Hochschullehre oder gesellschaftlicher Kommunikation befassen. Die Rückmeldungen aus der Diskussion fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung des Modells ein und tragen dazu bei, dessen Robustheit und Anschlussfähigkeit zu stärken. Langfristig bildet das Kompetenzmodell eine Grundlage für die Entwicklung von Messinstrumenten sowie für Schulungs- und Qualifizierungskonzepte für Wissenschaftler:innen.
Auf einer Meta-Ebene sensibilisiert die Veranstaltung zudem für Erwartungen und Verantwortung von Wissenschaftler:innen in einer demokratischen, digitalisierten und zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägten Gesellschaft. Ziel ist es, zu einer reflektierten Wissenschaftskommunikation beizutragen, Fehlkommunikation vorzubeugen und informierte Vertrauensverhältnisse zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärken.
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Überfachliche Wissenschaftskommunikationskompetenz 1Leibniz Universität Hannover; 2Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation; 3Ruhr-Universität-Bochum Eines der vielfältigen Ziele externer Wissenschaftskommunikation ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für außerwissenschaftliche Publika verständlich aufzubereiten, um so relevante Inhalte zu kommunizieren und die gesamtgesellschaftliche Teilhabe an wissenschaftlichen Diskursen zu fördern. Die Grundlage hierzu bildet die überfachliche Wissenschaftskommunikationskompetenz von Wissenschaftler:innen, welcher wir uns in einem von der Klaus Tschira Stiftung geförderten Projekt widmen. Ziel des Workshops ist es, einen Entwurf eines theoretisch hergeleiteten Modells der Wissenschaftskommunikationskompetenz in einem „Peer Debriefing“ kommunikativ zu validieren. Hierzu wird zunächst eine Übersicht des Modells inkl. seiner Kompetenzbereiche, Teilkompetenzen und einzelner Facetten präsentiert. Anschließend bitten wir die Teilnehmenden, einzelne Teilkompetenzen in Form eines Roundtable-Formats interaktiv zu diskutieren. Ziel der Diskussion ist es, die Verständlichkeit, Zustimmung und Gültigkeit des Modells sowie einzelner Teilkompetenzen und Facetten im Kontext der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu überprüfen und ihre Relevanz für die Wissenschaftskommunikation herauszustellen.
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| 12:00 - 14:30 | Sitzung des Vorstands Ort: SRG 1.024 | |
| 14:30 - 16:30 | WS 04: Wie können wir zukünftige Kommunikator:innen auf Hass im Netz besser vorbereiten? Ort: SRG 1.005 Der interaktive Requirement-Workshop diskutiert Bedarfe und Strategien zur Vorbereitung von Studierenden auf Hassrede und digitale Gewalt. Gemeinsam werden offene Lehrmaterialien weiterentwickelt, die praxisnah Bewältigungsstrategien für verschiedene Berufsfelder vermitteln. Hannah Ötting & Nina Springer (Universität Münster)
Hassrede, Bedrohungen und gezielte Einschüchterung gehören für viele Menschen inzwischen zum digitalen Alltag. Kommunikative Gewalt im Netz stellt damit eine der größten Herausforderungen für demokratische Öffentlichkeiten dar: Sie erzeugt Angst, verstärkt Feindbilder und führt dazu, dass sich Menschen aus öffentlichen Debatten zurückziehen – sei es in der Wissenschaftskommunikation, im Journalismus, in der Politik oder in anderen gesellschaftlich relevanten Tätigkeitsfeldern. Besonders betroffen sind Personen aus marginalisierten Gruppen. Damit geraten nicht nur Individuen, sondern auch öffentliche Institutionen und ihre Leistungsfähigkeit unter Druck.
Die Veranstaltung greift diese Problemlage auf und rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie zukünftige Kommunikator:innen frühzeitig, systematisch und realistisch auf Hass im Netz vorbereitet werden können. Als Fach trägt die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft eine besondere Verantwortung, zur Sicherung von Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit beizutragen und Studierende auf die kommunikativen Risiken ihrer späteren Berufspraxis vorzubereiten. Wer Dynamiken digitaler Gewalt kennt und Bewältigungsstrategien erlernt, ist besser in der Lage, mit Angriffen umzugehen und handlungsfähig zu bleiben.
Ausgangspunkt des Workshops ist ein laufendes Forschungsprojekt an der Universität Münster, in dem Interviews mit Betroffenen von Online-Hass sowie mit unterstützenden Organisationen aus Zivilgesellschaft und Strafverfolgung geführt werden. Ziel des Projekts ist es, auf dieser empirischen Basis frei zugängliche Lehrmaterialien zu entwickeln, die Studierende praxisnah auf den Umgang mit Hate Speech, Bedrohungen und digitaler Gewalt vorbereiten. Der Workshop öffnet diesen Entwicklungsprozess bewusst für die Fachcommunity.
Die Veranstaltung ist als interaktiver „Requirement Workshop“ angelegt. Zu Beginn werden das pädagogische Gesamtkonzept sowie erste Entwürfe der Lehrmaterialien vorgestellt, die gemeinsam mit Studierenden in einem Master-Forschungsseminar erarbeitet werden. Anschließend sind die Teilnehmenden eingeladen, sich aktiv einzubringen: An zwei thematischen Tischen werden zum einen Bedarfe aus der Lehre gesammelt – etwa Fragen der didaktischen Aufbereitung, Zugänglichkeit und Einsetzbarkeit an unterschiedlichen Hochschulstandorten. Zum anderen wird gezielt Feedback zu der vorgestellten pädagogischen Strategie und zu den bestehenden Materialentwürfen eingeholt.
In einer gemeinsamen Abschlussrunde werden die Rückmeldungen gebündelt, diskutiert und in nächste Entwicklungsschritte übersetzt. Alle Teilnehmenden erhalten damit die Möglichkeit, die Inhalte aktiv mitzugestalten und zur Qualität, Praxistauglichkeit und Nachhaltigkeit der Materialien beizutragen. Nach Abschluss des Projekts stehen die Materialien offen zur weiteren Nutzung zur Verfügung und werden dauerhaft zugänglich gemacht.
Der Workshop richtet sich an Lehrende, Forschende und alle Interessierten, die Studierende und Nachwuchskommunikator:innen auf die Realität digitaler Öffentlichkeiten vorbereiten wollen. Er lädt dazu ein, Erfahrungen zu teilen, Anforderungen zu formulieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um Hass im Netz nicht nur zu analysieren, sondern ihm auch wirksam zu begegnen.
Hannah Ötting & Nina Springer (Universität Münster)
Hassrede, Bedrohungen und gezielte Einschüchterung gehören für viele Menschen inzwischen zum digitalen Alltag. Kommunikative Gewalt im Netz stellt damit eine der größten Herausforderungen für demokratische Öffentlichkeiten dar: Sie erzeugt Angst, verstärkt Feindbilder und führt dazu, dass sich Menschen aus öffentlichen Debatten zurückziehen – sei es in der Wissenschaftskommunikation, im Journalismus, in der Politik oder in anderen gesellschaftlich relevanten Tätigkeitsfeldern. Besonders betroffen sind Personen aus marginalisierten Gruppen. Damit geraten nicht nur Individuen, sondern auch öffentliche Institutionen und ihre Leistungsfähigkeit unter Druck.
Die Veranstaltung greift diese Problemlage auf und rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie zukünftige Kommunikator:innen frühzeitig, systematisch und realistisch auf Hass im Netz vorbereitet werden können. Als Fach trägt die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft eine besondere Verantwortung, zur Sicherung von Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit beizutragen und Studierende auf die kommunikativen Risiken ihrer späteren Berufspraxis vorzubereiten. Wer Dynamiken digitaler Gewalt kennt und Bewältigungsstrategien erlernt, ist besser in der Lage, mit Angriffen umzugehen und handlungsfähig zu bleiben.
Ausgangspunkt des Workshops ist ein laufendes Forschungsprojekt an der Universität Münster, in dem Interviews mit Betroffenen von Online-Hass sowie mit unterstützenden Organisationen aus Zivilgesellschaft und Strafverfolgung geführt werden. Ziel des Projekts ist es, auf dieser empirischen Basis frei zugängliche Lehrmaterialien zu entwickeln, die Studierende praxisnah auf den Umgang mit Hate Speech, Bedrohungen und digitaler Gewalt vorbereiten. Der Workshop öffnet diesen Entwicklungsprozess bewusst für die Fachcommunity.
Die Veranstaltung ist als interaktiver „Requirement Workshop“ angelegt. Zu Beginn werden das pädagogische Gesamtkonzept sowie erste Entwürfe der Lehrmaterialien vorgestellt, die gemeinsam mit Studierenden in einem Master-Forschungsseminar erarbeitet werden. Anschließend sind die Teilnehmenden eingeladen, sich aktiv einzubringen: An zwei thematischen Tischen werden zum einen Bedarfe aus der Lehre gesammelt – etwa Fragen der didaktischen Aufbereitung, Zugänglichkeit und Einsetzbarkeit an unterschiedlichen Hochschulstandorten. Zum anderen wird gezielt Feedback zu der vorgestellten pädagogischen Strategie und zu den bestehenden Materialentwürfen eingeholt.
In einer gemeinsamen Abschlussrunde werden die Rückmeldungen gebündelt, diskutiert und in nächste Entwicklungsschritte übersetzt. Alle Teilnehmenden erhalten damit die Möglichkeit, die Inhalte aktiv mitzugestalten und zur Qualität, Praxistauglichkeit und Nachhaltigkeit der Materialien beizutragen. Nach Abschluss des Projekts stehen die Materialien offen zur weiteren Nutzung zur Verfügung und werden dauerhaft zugänglich gemacht.
Der Workshop richtet sich an Lehrende, Forschende und alle Interessierten, die Studierende und Nachwuchskommunikator:innen auf die Realität digitaler Öffentlichkeiten vorbereiten wollen. Er lädt dazu ein, Erfahrungen zu teilen, Anforderungen zu formulieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um Hass im Netz nicht nur zu analysieren, sondern ihm auch wirksam zu begegnen.
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Wie können wir zukünftige Kommunikator:innen auf Hass im Netz (besser) vorbereiten? Universität Münster, Deutschland **Zusammenfassung (ca. 150 Wörter)** Hassrede, Bedrohungen und gezielte Einschüchterung prägen zunehmend digitale Öffentlichkeiten und stellen eine zentrale Herausforderung für demokratische Diskurse dar. Kommunikative Gewalt im Netz führt dazu, dass sich Menschen aus öffentlichen Debatten zurückziehen – besonders betroffen sind marginalisierte Gruppen. Die Veranstaltung greift diese Problemlage auf und thematisiert, wie zukünftige Kommunikator:innen frühzeitig und realistisch auf Hass im Netz vorbereitet werden können. Ausgangspunkt ist ein laufendes Forschungsprojekt an der Universität Münster, das auf Interviews mit Betroffenen von Online-Hass sowie mit Akteur:innen aus Zivilgesellschaft und Strafverfolgung basiert. Ziel ist die Entwicklung frei zugänglicher Lehrmaterialien, die Studierende praxisnah auf den Umgang mit Hate Speech und digitaler Gewalt vorbereiten. Der interaktive „Requirement Workshop“ stellt das pädagogische Konzept und erste Materialentwürfe vor und öffnet deren Weiterentwicklung für die Fachcommunity. Teilnehmende bringen Bedarfe, Feedback und Anforderungen ein, um Qualität, Praxistauglichkeit und nachhaltige Einsetzbarkeit der Materialien in Forschung und Lehre zu sichern. | |
| 15:00 - 16:30 | Treffen des Vorstandes und der Fachgruppensprecher:innen Ort: SRG 2.009 | |
| 16:00 - 16:30 | Kaffeepause Ort: Kaffeestadionen im 1.+2. OG (SRG I) | |
| 17:00 - 18:15 | Vollversammlung des DGPuK-Mittelbaus Ort: SRG 1.001 | |
| 19:00 - 22:00 | Anmeldung Ort: Brauereimuseum | |
| 19:00 - 22:00 | Get Together Ort: Brauereimuseum | |
