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Sitzungsübersicht
Session
Panel A22
Theorie und Methodologie kommunikativer Vernetzung

Zeit:
Samstag, 01.04.2017:
11:30 - 13:00

Chair der Sitzung: Michael Brüggemann, Universität Hamburg
Ort: HS 3b

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Präsentationen

Praktiken kommunikativer Vernetzung – Was es bedeutet, soziale Beziehungen medial aufrechtzuerhalten

Matthias Berg

ZeMKI, Universität Bremen, Deutschland

Angesichts der zunehmenden Intensität medialer Konnektivität und der immensen Vielfalt an Kommunikationstechnologien stellt dieser Vortrag die Frage, was es konkret bedeutet, wenn (digitale) Medien zur interpersonalen Kommunikation genutzt werden, um Beziehungen auf Distanz zu ‚pflegen‘ oder ‚aufrechtzuerhalten‘. Im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse teilstandardisierter Medientagebücher sind sog. kommunikative Vernetzungspraktiken identifiziert worden, mittels derer beruflich mobile Menschen ihre egozentrierten Beziehungsnetzwerke fortlaufend aktualisieren. Diese werden in dieser Präsentation in drei Schritten vorgestellt: Zunächst erfolgt eine theoretische Annäherung an kommunikative Vernetzungspraktiken unter Verweis auf das Konzept kommunikativer Gattungen und die Dialoganalyse. Der zweite Schritt, der den Kern dieser Präsentation darstellt, fokussiert die Darstellung und Differenzierung von zehn empirisch fundierten Praktiken kommunikativer Vernetzung. Im dritten und letzten Schritt wird das Konzept der kommunikativen Vernetzungspraktiken hinsichtlich aktueller Theoriediskurse kritisch reflektiert.


Multi-Level Stochastic Actor Oriented Modeling von Kommunikationsprozessen

Thomas Friemel1, Matthias Bixler2

1IPMZ - Universität Zürich, Schweiz; 2Universität Bremen, Deutschland

Die umfassende Analyse von Merten zum Begriff der Kommunikation kommt zum Schluss, dass Kommunikation der Prozess einer Verbindung zweier „Kommunikanden“ bezeichnet (1977). Die theoretische und empirische Analyse von Kommunikation sollte demnach eine relationale und prozessuale Perspektive vereinen und es erstaunt, wie selten dies durch die gängigen Forschungsansätze des Fachs eingelöst werden kann. Die akteursorientierte Modellierung stellt eine spezifische Form der sozialen Netzwerkanalyse dar, die beide Anforderungen erfüllt. Für die Anwendung dieser Methodik ist jedoch ein stark standardisiertes Vorgehen notwendig, was der Vielschichtigkeit von Kommunikationsprozesse häufig nicht gerecht wird. Von besonderem Interesse sind deshalb neue methodische Entwicklungen mit denen mehrere Relationen gleichzeitig berücksichtigt werden können (multiplexe Netzwerke). Der Beitrag stellt deshalb den Ansatz des Multi-Level Stochastic Oriented Modeling vor und illustriert verschiedene Möglichkeiten zur Datenerhebung und Operationalisierung klassischer kommunikationswissenschaftlicher Konzepte.


Medienkommunikative Vernetzung und transnationale Mediennutzung im Alltag – Stabilität und Wandel grenzüberschreitender Kommunikationsräume.

Christian Schwarzenegger

Universität Augsburg, Deutschland

Der Vortrag untersucht theoretisch und empirisch alltägliche Praktiken der grenzüberschreitenden Medienkommunikation und fragt, – am Beispiel der „Euregio Maas-Rhein“, im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlanden gelegen – welche Folgen grenzüberschreitende Mediennutzung als alltägliche Normalität für die Ausbildung kollektiver Zugehörigkeit und die Formierung von (transnationaler) Öffentlichkeit hat, wenn Grenzverläufe von Lebenswelten nicht mit politischen Verwaltungseinheiten oder Empfangs- bzw. Verbreitungsgebieten von Massenmedien kongruent sind. Im Mittelpunkt stehen grenzüberschreitende Medienkommunikation als alltägliche Erfahrung und die Implikationen dieser banalen Nutzungsrealität für den Wandel von kommunikativ konstituierten und vernetzten Kommunikationsräumen von Menschen als soziale Handlungs-, Bezugs- und Orientierungsgrößen in ihrer Lebenswelt.

Dazu wurde eine Triangulation dreier Methoden (Gruppendiskussionen Leitfadeninterviews, Kurzfragebögen) mit Angehörigen dreier Generationen aus drei Nationen durchgeführt. Durch die Perspektive auf drei Generationen können Stabilität und Wandel der grenzüberschreitenden Kommunikation sowie beschleunigende, intensivierende und retardierende Einflussfaktoren für die Formierung von Kommunikationsräumen und für gefühlte Zugehörigkeiten analysiert werden.


Globale Vernetzung in der kommunikativen Lebenswelt: eine theoretische Inventarisierung

Anne Grüne

Universität Erfurt, Deutschland

Die Evolution mobiler Kommunikationstechnologien und die Allgegenwart des Internets führen gemeinhin zur Annahme einer stärkeren Vernetzung von Menschen und Sozialsystemen. In diesem Zusammenhang ist im Bereich der grenzüberschreitenden Medienkommunikation die globale Vernetzung von Mediensystemen, -märkten und -inhalten untersucht worden. Über die Globalisierung der nicht-organisierten Lebenswelten von Individuen und Gruppen ist hingegen weniger bekannt.

Führt die Vervielfältigung digitaler Kommunikationsmöglichkeiten zu einer globalen Vernetzung der Lebenswelten? Und wie gestaltet sich globale Kommunikation im individuellen Alltag?

Der Beitrag versteht sich als theoretischer Impuls, der durch die Zusammenführung von sozialen Strukturen, kommunikativen Grundmustern und Wissenssystemen eine theoretische Ordnung für die Erforschung globaler Lebensweltkommunikation skizziert und auf bisherige empirische Erkenntnisse rekurriert.



 
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