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Präsentationen

Passiver Rezipient und aktive Maschine? Eine empirische Untersuchung des Einflusses von Suchmaschinen auf die Vielfalt der Nachrichtennutzung

Pascal Jürgens, Birgit Stark, Melanie Magin

Universität Mainz, Deutschland

Die Angebotsexplosion im Internet mündet nicht zwangsläufig in einer vielfältigeren Nachrichtennutzung, sondern kann aufgrund des wachsenden Spielraums der Rezipienten zu stärkerer Unterhaltungsnutzung, Nachrichtenvermeidung und Spezialisierung führen (Prior 2009). Doch die Auswahl der wahrgenommenen Inhalte liegt nicht mehr allein beim Nutzer: Informationsintermediäre wie Suchmaschinen beeinflussen über ihre sortierte Vorauswahl die Nachrichtennutzung. Ihre Trefferlisten werden in der Literatur insbesondere mit einer sinkenden Vielfalt der genutzten Inhalte in Verbindung gebracht (Hindman et al. 2003).

Offen ist bislang, welche Rolle der Nutzer dabei spielt: Über die Auswahl der Suchbegriffe und der angeklickten Links sowie über seine direkte Nachrichtennutzung kann er Konzentrationseffekten in den Suchergebnissen entgegenwirken. Wir untersuchen diesen Zusammenhang anhand von Tracking-Daten über die Suchmaschinen- und restliche Internetnutzung von 350 Personen. Durch die Analyse der Vielfalt der rezipierten Inhalte können wir erstmals repräsentativ die Wirkung von Suchmaschinen auf die Nachrichtennutzung messen.


Informationsintermediäre und Meinungsbildung: Kommunikationsarchitektur, Relevanz und reflektierte Nutzung

Jan-Hinrik Schmidt, Lisa Merten, Uwe Hasebrink

Hans-Bredow-Institut, Deutschland

Zahlreichen Studien zufolge haben Suchmaschinen, Multimedia- und Netzwerkplattformen sowie Instant-Messaging-Dienste eine wichtige Bedeutung für das Informationsverhalten der Deutschen. Der Vortrag identifiziert (1) gattungsübergreifende Merkmale der Kommunikationsarchitektur solcher Informationsintermediäre, diskutiert diese (2) in Hinblick auf ihre Bedeutung für die Meinungsbildung, und vertieft (3) anhand von Befunden einer qualitativen Studie (sechs Diskussionen mit Realgruppen mit vs. ohne Engagement-Fokus in unterschiedlichen Altersgruppen; 18 vertiefende Einzelinterviews) die Fragen, welche Relevanz Intermediäre im Informationsrepertoire ihrer Nutzer haben und zu welchem Grad Nutzer in Prozessen der Meinungsbildung reflektiert mit ihnen umgehen.


In meiner kleinen Facebook-Welt. Ergebnisse einer Tagebuchstudie zum Einfluss von Informationsintermediären auf die politische Meinungsbildung der Nutzer.

Melanie Magin, Birgit Stark, Pascal Jürgens

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

Die Medien haben eine wichtige Funktion für die öffentliche Kommunikation: Sie sollen vielfältige Informationen liefern und verschiedene Positionen darstellen, damit sich die Bürger eine fundierte eigenständige Meinung bilden können. Früher weitgehend journalistischen Medien vorbehalten, werden im Internet zunehmend auch nichtjournalistische Plattformen zu Quellen politischer Information, etwa soziale Netzwerkplattformen wie Facebook: Als Informationsintermediäre entscheiden sie algorithmenbasiert darüber, welche Netzinhalte von den Nutzern wahrgenommen werden. Dies führt möglicherweise zur Bildung einseitiger Meinungen und Weltsichten: Eine verzerrte Informationsvermittlung kann bestimmte Aspekte und Positionen betonen, andere ausblenden und ein falsches Bild des Meinungsklimas suggerieren. Dadurch kann der Rezipient eine einseitige Sichtweise entwickeln und im Extremfall in sogenannte „Echokammern“ geraten, in denen er überhaupt nicht mehr mit anderen Meinungen konfrontiert wird. Systematische empirische Befunde zum Einfluss von Intermediären auf die Meinungsbildung der Nutzer fehlen bislang jedoch noch weitgehend. Die vorgestellte Tagebuchstudie untersucht diesen Einfluss am Beispiel von Facebook als populärster sozialer Netzwerkplattform in Deutschland.



 
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