Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Session
Panel A16
Widersprüche und Konflikte unter Online-Bedingungen

Zeit:
Samstag, 01.04.2017:
9:30 - 11:00

Ort: HS 3a
Audimax
Chair: Cornelius Puschmann, Hans-Bredow-Institut

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Präsentationen

Vernetzung oder Informationskontrolle? Analyse eines widersprüchlichen Verhältnisses

Thilo Hagendorff

Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Universität Tübingen, Deutschland

Indem jedes informationstechnische System, welches ans Internet angebunden wird, potentiell von jedem anderen daran angebundenen System nahezu ohne Berücksichtigung der Raumdimension aus erreicht werden kann, entstehen Interaktionsmöglichkeiten, deren Komplexität eine allgemeine Vulnerabilität des Netzes und seiner Komponenten bedingt. Es ist, in der Logik des Datenschutzes und des Schutzes sicherheitssensibler Anwendungen, kontraintuitiv, Systeme immer stärker miteinander zu vernetzen. Die Steigerung der Interoperabilität und der Interkonnektivität informationstechnischer Geräte ist jedoch das schlechthinnige Strukturmoment der Informationsgesellschaft. Und gewissermaßen als Symptom dieses Strukturmoments, als Symptom des globalen Trends zur potentiell unkontrollierten Freisetzung von Daten- und Informationsströmen, treten von einer Stimmung der Besorgnis, Angst und Unsicherheit gefärbte Diskurse etwa um verbleibende Möglichkeiten des Datenschutzes oder um den Verlust der Privatheit auf. Gewünscht wird Daten- und Informationskontrolle, doch die zunehmende Vernetzung läuft dem entgegen. Dieses Spannungsfeld soll der Vortrag beleuchten und analysieren.


Digital Native meets Digital Immigrant. Ethische Konflikte in der intergenerativen Vernetzung

Larissa Krainer

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Österreich

Mit Michel Foucault und Giorgio Agamben wird für die digitale Kommunikation von einem Dispositiv der Vernetzung und Partizipation ausgegangen und das Vernetzungsparadigma als gesellschaftliche (ethische) Wertvorstellung verstanden. Untersucht wird, welche unterschiedlichen Praktiken der sozialen Vernetzung (durch digitale Medien, wie durch direkte Kommunikation) sich intra- und intergenerativ ausbilden sowie welche damit verbundene ethische Wertvorstellungen und Einstellungen zu den jeweiligen Praktiken bestehen. Die empirischen Daten entstammen einem Lehr-Forschungsprojekt zu reflektiertem Lernen von Studierenden (via strukturierter Selbst- und Femdbeobachtung), die Datenauswertung und Theoriebildung (insb. zur Frage des Vernetzungsdispositivs) erfolgen mittels Grounded Theory. Die fachliche Kontextualisierung bietet die Medien- und Kommunikationsethik. Die kritische Reflexion bezieht sich sowohl auf die Frage, inwiefern Reflexion als Methode der Medienethik im Sinne eines reflektierten Lernens angewandt und eingesetzt werden kann als auch auf die Frage, wie sich sie auf größere Populationen anwenden ließe.


Negativität und Hass in YouTube-Kommentaren: Ein Problem für gleichberechtigte Partizipation?

Nicola Döring, M. Rohangis Mohseni, Sandra Pöschl

Technische Universität Ilmenau, Deutschland

Online-Hass auf Sozialen Medien wird neuerdings verstärkt als Problem der Vernetzung in der zivilgesellschaftlichen Kommunikation beobachtet und kommunikationswissenschaftlich untersucht. Ziel der vorliegenden Studie war es, Negativität und Online-Hass auf der reichweitenstärksten Social Media Plattform YouTube unter Geschlechteraspekten zu untersuchen. Denn Online-Hass gegen Frauen wird als Partizipationshürde beschrieben. Aus den YouTube-Genres Comedy, Gaming und Sports wurden jeweils paarweise vergleichbare männliche und weibliche Video-Produzierende ausgewählt. Von deren 10 populärsten Videos wurden die jeweils 100 aktuellsten Kommentare (N=6 000 Kommentare) ausgewählt und inhaltsanalytisch hinsichtlich der Kategorien Negativität und Hass ausgewertet. Die Studie zeigte, dass Frauen auf YouTube mit signifikant mehr negativen und auch mit mehr Hass-Kommentaren rechnen müssen. Neben dem Geschlecht scheinen aber auch andere Faktoren (YouTube-Genre, Videothema, Selbstinszenierung) im Hinblick auf negative und hasserfüllte Kommentare eine Rolle zu spielen. Implikationen für die zukünftige Forschung werden diskutiert.



 
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