Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
Handtraumatologie in Koop. mit der DGH Ort: Saal Y, 1. OG | |
| Präsentation 8 | |
Wie bekannt ist der Standard? Anwendung des Doppelbeutel-Systems (DBS) bei Hand- und Fingeramputationen in Deutschland Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Deutschland Hintergrund Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Rettungsdienstmitarbeiter mit der Versorgung einer Hand-/Fingeramputation konfrontiert wird, und der daraus resultierenden begrenzten präklinischen Erfahrung bestehen häufig Unsicherheiten hinsichtlich der korrekten Lagerung und des sicheren Transports der Amputate. Standardisierte Verfahren wie das Doppelbeutel-System (DBS) werden dabei nicht immer einheitlich angewendet, was die Chancen auf eine erfolgreiche Replantation negativ beeinflussen kann. Da Amputationen mit erheblichen funktionellen und psychosozialen Einschränkungen für die Betroffenen einhergehen, ist eine optimale präklinische Versorgung essenziell. Ziel war es, Wissen, Erfahrung und Anwendung des Doppelbeutel-Systems im deutschen Rettungswesen systematisch zu erfassen, um den aktuellen Kenntnisstand zu evaluieren und Ansatzpunkte zur Verbesserung der präklinischen Versorgung von Hand- und Fingeramputationsverletzungen zu identifizieren. Ergänzend stellen wir in einem Video dar, wie sich mithilfe im Haushalt verfügbarer Materialien ein standardisiertes Doppelbeutel-System zur Lagerung und zum Transport von Hand- und Fingeramputaten erstellen lässt. Materialien und Methoden Im Zeitraum von Februar bis einschließlich Mai 2024 wurde eine fragebogenbasierte Online-Umfrage unter 1.043 Mitgliedern des deutschen Rettungswesens durchgeführt. Erhoben wurden allgemeine Kenntnisse zur Versorgung von Hand- und Fingeramputationen sowie insbesondere der Kenntnisstand und die Anwendung des Doppelbeutel-Systems. Die Ergebnisse wurden berufsgruppenspezifisch ausgewertet, um Unterschiede zwischen den beteiligten Akteur:innen im Rettungswesen darzustellen. Ergebnisse Von den 1.043 Befragten gaben 403 (54,0 %) an, bereits eine oder mehrere Hand- oder Fingeramputationen versorgt zu haben. Das Doppelbeutel-System war 961 Befragten (92,0 %) bekannt. Unter denjenigen mit praktischer Erfahrung in der Versorgung von Hand- oder Fingeramputationen wurde das DBS in 81,6 % der Fälle mindestens einmal angewendet. 34,5 % der Teilnehmenden waren sich der Bedeutung einer korrekten Lagerung und eines sachgerechten Transports für den Replantationserfolg nicht bewusst. Insgesamt äußerten 21,7 % Unsicherheiten in der Anwendung des Doppelbeutel-Systems. Fehlerhafte Anwendungen traten insbesondere infolge von Ressourcenmangel, Wissensdefiziten und fehlender Routine auf. Gleichzeitig bestand ein ausgeprägtes Interesse an zusätzlichen Schulungen und Fortbildungsangeboten zur Verbesserung und Standardisierung der Versorgung. Schlussfolgerung Obwohl Hand- und Fingeramputationen selten auftreten, ist eine korrekte präklinische Versorgung entscheidend, da sie maßgeblich den Replantationserfolg beeinflusst. Trotz der hohen Bekanntheit des Doppelbeutel-Systems im deutschen Rettungswesen bestehen weiterhin relevante Unsicherheiten und Anwendungsfehler, insbesondere bedingt durch mangelnde Routine, Wissensdefizite und eingeschränkte Ressourcen. Eine standardisierte Lagerung und ein sachgerechter Transport sind essenziell zur Optimierung der Replantationsergebnisse. Regelmäßige, praxisnahe Schulungen und Trainings sind daher notwendig, um die sichere Anwendung des Doppelbeutel-Systems zu fördern und die Versorgungsqualität deutschlandweit nachhaltig zu verbessern. | |
